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TANZ DER VAMPIRE: Regisseur Ulrich Wiggers im Interview

Wenn am 18. Februar 2017 am Theater St. Gallen der Vorhang für die Neuinszenierung des Erfolgsmusicals TANZ DER VAMPIRE fällt, wird sicher auch ein Stein vom Herzen des Regiesseurs Ulrich Wiggers fallen. Momentan befindet er sich gemeinsam mit dem Cast und den anderen kreativen Köpfen in der „heißen“ Phase. Für Musical1 hat er sich die Zeit genommen und ein paar Fragen im Rahmen eines Interviews beantwortet.

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Ulrich Wiggers
Ulrich Wiggers © Privat

Musical1 im Interview mit dem Regisseur Ulrich Wiggers

Hallo lieber Ulrich schön, dass du es in der stressigen Probenzeit geschafft hast, dir Zeit für unsere Fragen zu nehmen. Das ist sehr lieb von dir.

Liebe Musical1 Leser, lieber Christian. Sehr gerne werde ich nun die Fragen beantworten und bin ganz gespannt darauf.

An der Folkwang Hochschule in Essen hast du eine Schauspielausbildung absolviert. Danach warst du in vielen bekannten TV-Produktionen zu sehen und standest auch bei verschiedenen Musicals auf der Bühne. Sprich bitte kurz über die Musicals, in denen du selbst als Künstler auf der Bühne zu sehen warst.

Genau. Wie du schon angesprochen hast, habe ich das Studium an der Folkwang Hochschule absolviert und hatte danach auch gleich mein erstes Engagement als Musicaldarsteller. Das war damals am Theater an der Wien in dem Musical CHICAGO unter der Regie von Helmut Baumann. Danach bin ich dann für siebzehn Jahre in ein festes Engagement an verschiedenen Theatern angegangen. Unter anderem war ich am Schauspielhaus Düsseldorf sowie am Bochumer Schauspielhaus.

Als ich mich dann dazu entschied frei zu arbeiten, kamen dann auch wieder die Musicals in mein Leben. Darunter waren dann Musicals wie MAMMA MIA, LES MISERABLE und auch TANZ DER VAMPIRE. Und dann hatte ich auch noch das große Glück und die Ehre, in der internationalen Tour von MAMMA MIA, welche in England startete, den Bill zu verkörpern.

Seit einigen Jahren inszenierst du nun Musicals. Wie und wann kam es denn zu diesem Wechsel? Gehe hierbei bitte auch auf die Produktion ein, mit der alles begann.

Vor ungefähr zehn Jahren habe ich mich dazu entschieden, einen anderen Weg einzuschlagen. Ich wollte nicht mehr auf der Bühne stehen, sondern viel lieber inszenieren. Das hatte viele Gründe. Nachdem ich ja auch an einigen Schauspielschulen und Musicalakademien selber unterrichtet habe, sah ich bei den verschiedensten Inszenierungen Dinge, die mir so nicht gefallen haben. Und dann dachte ich mir, dass ich das gerne selber und anders machen möchte.

Meine erste Produktion war dann DIE DREI VON DER TANKSTELLE und dann folgten viele weitere Produktionen, in denen ich Regie führte. Ich inszenierte dann unter anderem INTO THE WOODS, LA CAGE AUX FOLLES und MY FAIR LADY sowie viele andere. Zuletzt dann auch ARTUS EXCALIBUR für die Freilichtspiele in Tecklenburg und aktuell läuft ja auch am Grenzlandtheater Aachen noch die deutschsprachige Erstaufführung von dem Musical LOVESTORY.

Wie gerade schon erwähnt, hast du ja auch für die Freilichtbühne in Tecklenburg schon viel inszeniert. Was ist für dich persönlich das Besondere an den Freilichtspielen in Tecklenburg?

Tecklenburg wird in erster Linie von einem Intendanten geprägt, der sehr fantasievoll an die Dinge herangeht. Außerdem herrscht dort eine wahnsinnig familiäre Atmosphäre und die Besten der Besten aus dem Musical wollen dort auf die Bühne stehen. Für mich als Regisseur ist es natürlich ein Geschenk, mit diesen Künstlern arbeiten zu dürfen.

Wie läuft denn eigentlich so eine Stückauswahl dort ab? Kommen die Verantwortlichen aus Tecklenburg direkt auf dich zu und sagen, „Hier Ulrich, pass auf, dieses Jahr wollen wir Produktion XY zeigen. Hast du Lust drauf zu inszenieren?“ Oder geht das ganz anders vonstatten?

Das läuft in der Tat so ab. In Tecklenburg wollte ich schon immer gerne inszenieren. Eines Tages kam dann der Anruf von Radulf Beuleke, dem Intendanten der Freilichtspiele, und er bot mir die Regie für DER SCHUH DES MANITU an. Dies entpuppte sich damals als sehr großer Erfolg und seitdem habe ich die große Ehre, dort regelmäßig inszenieren zu dürfen.

Die Entscheidungen, welche Stücke dort alljährlich zu sehen sind, finden dort intern statt. Darauf habe ich persönlich gar keinen Einfluss. Was aber nicht bedeutet, dass ich nicht auch mal einen Vorschlag mache, welches Stück bei den Besuchern eventuell gut ankommen könnte.

Ganz aktuell ja nun die Fassung von TANZ DER VAMPIRE am Theater St. Gallen. Es sind nur noch wenige Tage bis zur Premiere. Wie kam es dazu, dass du dieses Stück am Theater St. Gallen inszenieren wirst?

Ich bekam einen Anruf vom Intendanten des Theaters St. Gallen, der mich fragte, ob ich Lust habe die Vampire zu inszenieren. Ursprünglich sollte hier in St. Gallen ja die Fassung von Roman Polanski gespielt werden.

Beim St. Gallener Theater handelt es sich um ein Repertoire-Theater, bei dem Stücke frühs aufgebaut werden, abends auf der Bühne gespielt werden und danach muss das Bühnenbild wieder abgebaut werden. Dies hätte man mit dem sehr komplexen Bühnenbild der Originalfassung von Roman Polanski nicht machen können.

Nach vielen Überlegungen hatte dann der Intendant hier die Option, eine eigene Fassung herauszubringen. Er selber hatte von mir einige Inszenierungen gesehen, darunter auch ARTUS EXCALIBUR in Tecklenburg, und dann hat er mir für die Regie von TANZ DER VAMPIRE sein Vertrauen geschenkt und dafür bin ich sehr dankbar.

Es handelt sich in der Tat um eine komplett neue Fassung des Klassikers. Schon ein großes Wagnis oder?

Ja, ganz klar. Zumal die Fassung von Roman Polanski ganz wunderbar ist. Seine Inszenierung von TANZ DER VAMPIRE besteht nun seit 20 Jahren. Ich denke, dass es in der Tat nun auch einmal an der Zeit ist, darüber nachzudenken, was man vielleicht an diesem Stück so Neues entdecken kann. In diesem Stadium befinden wir uns aktuell. Das ist wirklich sehr spannend und macht wahnsinnig viel Spaß.

Musikalisch werden sich die St. Gallener Vampire aber nicht von den Originalen unterscheiden oder?

Nein. Es gibt musikalisch und textlich keinerlei Veränderungen. Es wird kein Wort weggestrichen und auch keines hinzugefügt. Das war mir persönlich auch ziemlich wichtig. Aber trotzdem wird bei unserer Inszenierung alles anders sein.

Verrate uns doch bitte mal ein wenig darüber, auf welche Veränderungen sich die Besucher gefasst machen kann.

Das Stück wird in einer komplett anderen Zeit spielen und zwar im Heute. Viel mehr möchte ich im Moment aber auch noch gar nicht dazu sagen. Ich finde es schön, auch ein wenig geheimnisvoll heranzugehen und, dass die Zuschauer noch nicht genau wissen, was im Laufe der Handlung passieren wird.

Die Rolle des Graf von Krolock wird durch Thomas Borchert verkörpert. Warum habt ihr euch gerade für diesen Künstler entschieden?

Thomas Borchert hat ja auch bereits hier in St. Gallen extrem erfolgreich große Musicalrollen gespielt. Darunter auch zuletzt in ARTUS EXCALIBUR. Da ist es doch auch naheliegend, dass er in St. Gallen natürlich auch in seiner Paraderolle auf der Bühne stehen soll.

Ich persönlich freue mich auch sehr auf die Zusammenarbeit mit ihm in dieser Weise. Bisher kenne ich ihn nämlich nur als Kollegen auf der Bühne. An dieser Stelle darf ich auch sagen, dass Thomas sich wirklich über unser Konzept gefreut hat und dieses durchaus gelungen und spannend findet.

Wir nehmen jetzt mal an, das Stück wird ein grandioser Erfolg. Wäre es dann auch möglich, dass diese Inszenierung auch mal in Deutschland zu sehen sein wird?

Dafür kenne ich mich mit den Rechten nicht gut genug aus. Mich persönlich würde es natürlich sehr erfreuen, wenn dies einmal der Fall sein würde.

Was wünschst du dir persönlich für die Premiere von TANZ DER VAMPIRE am Theater St. Gallen? Wirst du während der Premiere hinter der Bühne sein oder das Geschehen als Zuschauer betrachten?

Für die Premiere von TANZ DER VAMPIRE am Theater St. Gallen wünsche ich mir, dass die Zuschauer, die das Stück aus der Originalfassung kennen, bereit dazu sind sich auch einmal auf etwas Neues einzulassen und sich darüber freuen werden.

Ob es das Kreativteam oder die Künstler sind, wir stecken alle sehr viel Energie in dieses Stück. Für uns alle wünsche ich mir natürlich, dass es ein großer Erfolg wird. Und wer weiß, vielleicht tanzen die Vampire ja auch ein paar Jahre über die Bühne im Theater St. Gallen.

Ich kann es mir momentan nicht vorstellen, dass ich in der Premiere vom TANZ DER VAMPIRE sitzen werde. Das würde ich gar nicht aushalten, so aufgeregt, wie ich sein werde.

Das Team von Musical1 bedankt sich bei Ulrich Wiggers für dieses aufschlussreiche Interview und drückt natürlich die Daumen für die Premiere vom Musical TANZ DER VAMPIRE am Theater St. Gallen.

Ich sage auch ganz lieb Dankeschön. Und würde mich sehr freuen, den ein oder anderen von euren Lesern bei unserer Inszenierung der Vampire begrüßen zu dürfen.

Kategorie: Interviews

Autor: C. Demme (12.02.2017)

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