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Szenen einer Ehe – Premiere für SCHIKANEDER – die turbulente Liebesgeschichte hinter der Zauberflöte

Exakt 225 Jahre nach der Uraufführung der Oper Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart feiert das neue Musical SCHIKANEDER - Die turbulente Liebesgeschichte hinter der Zauberflöte Weltpremiere im Wiener Raimund Theater. Mit der Inszenierung setzten Christian Struppeck (Buch) und Stephen Schwartz (Musik) nicht nur Emanuel Schikaneder, sondern auch seiner Frau Eleonore ein längst überfälliges Denkmal. Die abwechslungsreiche Geschichte entführt den Zuschauer ins Theater des 18. Jahrunderts mit authentischen Kulissen und vielen Emotionen.

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Eleonore und Emanuel Schikaneder
Milica Jovanovic und Mark Seibert (Eleonore und Emanuel Schikaneder) © Deen van Meer / VBW

Ouvertüre mit Hindernissen

Für die taffe Theaterfrau Eleonore scheint alles aus und vorbei zu sein. Nach dem Tod ihres Lebensgefährten steht sie vor den Trümmern ihrer Karriere – ihr Traum droht mit der bevorstehenden Schließung des eigenen Theaters zu platzen. So beginnt das neue Musical SCHIKANEDER. Die Handlung wird aus ihrer Sicht erzählt, und nicht aus der ihres Ehemannes. Zwar war es Emanuel Schikaneder,  der zusammen mit dem Salzburger Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart die Zauberflöte schrieb, doch ohne Eleonores Kampfeswillen, ihre Beharrlichkeit und ihre Arbeit wäre es wohl nicht mal zur Uraufführung des Welterfolges gekommen.

Irgendwas passiert Ballettstunde

© Deen van Meer / VBW

Einblicke hinter die Kulissen

Hebt sich der Vorhang im Raimund Theater, finden sich die Zuschauer in einem historischen Theater des 18. Jahrhunderts mit bemalten Kulissen und Prospekten wieder. Traumpaar dieser Welt, in der sich alles um das sich drehende Theater dreht, (Bühnenbild Anthony Ward) sind Emanuel und Eleonore Schikaneder, die mehr verstehen, was die Massen wollen, als das was der Partner will. Dem Zuschauer bleibt das nicht verborgen. Durch die Drehbühne bekommt der Zuschauer Einblick auf Vorder- und Hinterbühne, in den Probenraum der Theaterhäuser, die Garderobe und die Gassen – kein Winkel bleibt verschlossen.

Neues Rollenverständnis

Schauspieltruppe Franz Moser

© Deen van Meer / VBW

Ein Meister seines Faches ist Emanuel Schikaneder, Mitglied der Schauspiel-Wandertruppe von Franz Moser. Der Charmeur Schikaneder – auf der Bühne, wie hinter den Kulissen – ist König des Altherrenwitzes, weiß zu begeistern und hat ein unkonventionelles Verständnis von Treue. Er pokert hoch und beweist ein sicheres Talent sich ohne Umwege direkt von einer vertrackte Situationen in die nächste zu manövrieren. Im ersten Akt erfährt der Zuschauer in Rückblicken, wie Elenore vor 14 Jahren in einem heißen Sommer nach dem Tod ihrer Mutter der Truppe beitritt, und sich die zwei starken Persönlichkeiten rasch näher kommen. Sie ist ehrlich und direkt und trägt ihr Herz am rechten Fleck, ist aber auch aufbrausend. In gewissen Situationen fällt es ihr schwer ihren gekränkten Stolz zu vergessen und über ihren eigenen Schatten zu springen. Schnell werden die Beiden nicht nur auf der Bühne zum Traumpaar, doch ihre Vorstellungen gehen auseinander: Für Eleonore spielt irgendwann die Familie die größte Rolle – sie möchte Nachwuchs. Auch Emanuel träumt groß. Anstatt den Papa zu mimen, will er lieber die Rolle des britischen Landesvaters Richard III. und hat zahlreiche Affären.

Eleonore Schikaneder und Johann Friedel

© Deen van Meer / VBW

Starke Nebenfiguren

Unter Emanuels zahlreichen Liebeleien ist auch die junge Maria Anna Miller. Es dauert bis Eleonore begreift, dass es für sie nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Bett eine Zweitbesetzung gibt. Sie flüchtet in die liebevollen Arme des kränklichen und schüchternen Dichters und Kollegen Johann Friedl (Florian Peters). In Wien eröffnen sie ihr eigenes, festes Theater. Doch das Schicksal meint es nicht gut mit den Beiden. Zu Beginn des zweiten Aktes geht es nun darum das Haus zu retten. Emanuel ist sofort zur Stelle um diese Aufgabe zu übernehmen, doch Konkurrent Karl Marinelli (Reinwald Kranner), Leiter des Leopoldstätter Theaters, steht dem ideenreich entgegen.

Ungleiches Paar

Maria Anna Miller und Emanuel Schikaneder

© Deen van Meer / VBW

Das ungleiche Paar Eleonore und Emanuel mit dem gemeinsamen Ziel wird von Milica Jovanovic und Mark Seibert verkörpert. Aufwühlend ihre Streits, zum Dahinschmelzen ihre Versöhnungen. Beide beherrschen die Klaviatur der gesamten Gefühlspalette mit vielen kleinen Nuancen. Jovanovic besticht mit ihrer klaren Stimme und ihrer einnehmenden Art. Schnell zieht sie die Sympathien der Zuschauer auf sich. Dies mag auch der starken Frauenrolle zuzuschreiben sein, die für die damalige Zeit recht ungewöhnlich daherkommt. Mark Seibert kann mit viel Humor beim Publikum punkten. Ganz ungewohnt wirkt die Rolle des chauvinistischen Machos – doch sie steht ihm gut. Zudem überrascht er in Songs auch mit leisen und gefühlvollen Tönen, die man von ihm bis dato nur selten gehört hat. Die Engländerin Katie Hall, die die junge Affäre Maria Anna Miller spielt, avanciert in ihren kurzen aber dafür auf den Punkt gespielte Szenen zu einem Highlight der Inszenierung und ist ein Gag-Garant. Hier sitzt aber nicht nur jede Pointe, auch die gewaltige Stimme beeindruckt, genau wie bei Armin Kahl und Hardy Rudolz, der die in die Jahre gekommenen Förderer des Paares verkörpert.

Ein wahres Spektakel

Benedikt Schack, Barbara Gerl und Josepha Hofer

© Deen van Meer / VBW

Das neue Musical besticht durch seine Kulisse, die opulenten Kostüme und durch die Handlung. Wie die Aufführungen Schikaneders vor mehr als 200 Jahren, ist auch das neue Musiktheater ein Spektakel. Dabei ist das Buch mit zahlreiche Anekdoten und Wortwitzen gespickt, die gut in die Handlung eingewoben für Schmunzler, Lacher und sogar Szenenapplaus anregen.  SCHIKANEDER-Autor und Intendant der Vereinigten Bühnen Wien Christian Struppeck hat sich für sein Leading honorige Persönlichkeiten zusammengesucht. Vom mehrfachen Oscar und Emmy Gewinner Stephen Schwartz (WICKED) stammt die ganz im Stil der Wiener Klassik gehaltene Musik, die stark an Mozart erinnert. Immer wieder blitzen auch Motive aus der Zauberflöte auf. In die Songs der einzelnen Figuren sind teilweise behutsam die Motive eingebaut, die sie später in der Zauberflöte übernehmen. Bei Barabara Gerl, der Freundin von Eleonore Schikaneder, die mit viel Humor und Energie von Franziska Schuster gespielt wird, hört man in „Ich? Warum“ deutlich Auszüge aus dem Part der Papagena, die Rolle, die vor 225 Jahren wirklich Barbara Gerl verkörperte.

Ungewohnte Klänge im neuen Licht

Das heutzutage selten in Partituren eingesetzte Cembalo ist neben bekannten Melodie-Themen aus der Zauberflöte häufig zu hören. VBW-Musikdirektor Koen Shoots leitet das 32-köpfige VBW Orchester locker-spielend vom Tasteninstrument aus. Als Regisseur konnte der ehemalige Intendant der  Royal Shakespeare Company Sir Trevor Nunn gewonnen werden. Herausgekommen ist ein stimmiges Gesamtkonzept mit seinen vielen kleinen Geschichten die mit viel Liebe zum Detail umgesetzt wurden. Das Licht von Paul Pyant schafft viele kleine Räume und hilft genauso wie die schnellen Kostümwechsel die rasanten Ortswechsel gut und nachvollziehbar umzusetzen.

Kreativteam:

  • Musik & Liedtexte: Stephen Schwartz
  • Buch: Christian Struppeck
  • Deutsche Fassung: Michael Kunze
  • Regie: Sir Trevor Nunn
  • Bühnen- & Kostümbild: Anthony Ward
  • Choreographie: Anthony van Laast
  • Musikalische Leitung: Koen Schoots
  • Orchestrierung: David Cullen
  • Lichtdesign: Paul Pyant
  • Sounddesign: Gareth Owen
  • Videodesign: Ian William Galloway

Besetzung:

  • Emanuel Schikaneder: Mark Seibert
  • Eleonore Schikaneder: Milica Jovanović
  • Johann Friedel: Florian Peters
  • Maria Anna Miller: Katie Hall
  • Franz Moser/Josef von Bauernfeld: Hardy Rudolz
  • Karl Marinelli: Reinwald Kranner
  • Barbara Gerl: Franziska Schuster
  • Benedikt Schack: Armin Kahl
  • Josepha Hofer: Katja Reichert

Ensemble: Andreas Bongard, Daniela Braun, Tessa Jill Brockhoff, Jil Clesse, Fernand Delosch, Shane Dickson, Oliver Floris, Ricardo Frenzel Baudisch, Karoline Gable, Jon Geoffrey Goldsworthy, Tobias Joch, Peter Kratochvil, Lillian Maandag, Marle Martens, Stefan Poslovski, Rebecca Soumagné, Jana Stelley, Shari Lynn Stewen, Ulrich Talle, Stef Van Gelder, Ronnie Veró Wagner, Livia Wrede, Andreja Zidaric

 

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Kategorie: Kritiken,Schikaneder

Tags:

Autor: M. Sommerfeld (01.10.2016)

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