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Standing Ovations für Dessauer Casanova

Das Publikum feiert Casanova am 12.09.2014 in Dessau bei der Wiederaufnahme. Imposante Kostüme, ein großes Ensemble und herausragende Akteure reißen die Zuschauer zunächst mit und am Ende aus den Stühlen. Es scheint, dass Casanova nicht nur zahllose Affären hat, sondern sich, zu mindestens in Dessau, von einer starken Frau nur zu gerne selbst verführen lässt. Die Zuschauer verlassen den Saal nicht nur mit neuer Sicht auf Casanova, sondern auch mit dem ein oder anderen Ohrwurm. Doch das ist egal. Schließlich: "Was kostet die Welt?"

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Adam Fenger als Conte und Roberta Valentini als Henriette in Casanova (Dessau)
Szenenbild Casanova Dessau: Conte Querini und Gattin © Claudia Heysel

Wiederaufnahme des Casanova begeistert Publikum

Zum Ende der letzten Spielzeit hatte das Musical “Casanova” seine Uraufführung in Dessau. Im Juli war das Publikum begeistert und feierte alle Beteiligten. Am Freitag, 12.09.2014, stand die Wiederaufnahme des Stücks an (wir berichteten). Es sei vorweggenommen: Casanova verführte das Publikum erneut!

Imposantes Venedig

48 Musiker im Orchestergraben und etwa 50 Darsteller auf der Bühne, dazu imposante Kostüme, die den Zuschauer sofort an den Venezianischen Karneval denken lassen.  Immer wieder auftauchende Bilder Venedigs lassen den Zuschauer nicht vergessen, wo sich der Spielort in den ersten zwei Akten befindet. Dazu noch der englische Name der Stadt, VENICE. Die einzelnen Leuchtbuchstaben werden passend zur jeweiligen Szenenstimmung teilweise als NIE oder NICE erleuchtet. Ebenso zeigt sich dann im dritten Akt ein schneebedeckter Stein mit Inschrift “DUX” – dem Ort, an dem Casanova seine letzten Lebensjahre verbrachte. Maske und Kostüme überzeugen sofort. Ein in sich stimmiges Bühnenbild, für welches, ebenso wie für die bunten, imposanten Kostüme, Ulrich Schulz gesorgt hat. Die Anhaltische Philharmonie Dessau, unter Leitung von Daniel Carlberg, trägt genauso gekonnt zum runden Abend bei und begeistert, sogar mit Latino-Rhythmen! Dieses Stück lässt sich durchaus als “Superlative” bezeichnen! Da kommt dann auch Casanovas Lebensmotto “Was kostet die Welt” gleich eine zweite Bedeutung zu.

Casanova’s Geschichte

Casanova ist auch heute noch der Name für jemanden, der Frauenherzen bricht. Berühmt wurde Giacomo Casanova durch seine zahllosen Affären mit Frauen jeglichen Standes. Immer war er es, der sie am Ende verließ. Von der Inquisition verfolgt, verbrachte er seine letzten Lebensjahre im Exil des Schlosses Dux in Böhmen. Seine Geschichte wurde vielfach erzählt: als Opernfassung, Verfilmung oder auch als Operette, wie sie in den 1920er Jahren große Erfolge feierte.

Casanovas echte Liebe

Giacomo Casanova – dieser Name steht für DEN Frauenhelden schlechthin. Die Dessauer Fassung zeigt jedoch einen Casanova (Patrik Stanke), der anscheinend genug von seinen Anhängerinnen hat und ihnen lieber entfliehen wolle. Hierzu tauscht dann auch mit seinem Diener Leporello (André Eckert), der nur allzu gern aushilft, Mantel und Maske. Stanke kommt, ganz in Rot, als jugendlicher Draufgänger daher. Eckert dagegen, den Oberkörper vollständig tätowiert und ganz in Blau mit Sonnenbrille und langen, schwarzen Haaren, erinnert mehr an einen Altrocker, denn an einen Diener. Casanova verführt also die Damenwelt, während der Inquisitor Venedigs dies gar nicht gerne sieht. Der Conte Quierini (Adam Fenger) bringt gesanglich als auch äußerlich den Gegenpart Casanovas auf die Bühne: mit weißem Gesicht, barocker Perücke und biederer Kleidung ist er der Moralapostel, der seiner Frau (Roberta Valentini) das Vergnügen des Karnevals verbietet. Natürlich wäre es nicht die Geschichte Casanovas, wenn er nicht ihr Herz erlangen würde. Unter dem Decknamen „Henriette“ lernt Casanova die Ehefrau des Conte kennen und lieben. Valentini spielt eine emanzipierte, starke Henriette. Als sich Casanova binden will, steht für sie fest: sagt sie „Ja“, ist es nicht mehr die Beziehung, die sie wollte. Ein „Nein“ hingegen würde die Beziehung beenden. Gesanglich eindrucksvoll, harmoniert sie nicht nur mit ihren Bühnenpartnern sondern bietet diesen auch jederzeit Paroli. Auch Karen Helbing soll nicht ungenannt bleiben, zeigt sie doch eine sehr authentische Tochter Henriettes, die um ihre tote Mutter trauert.

Musical mit Ballet und Opernchor

Das Gesamtensemble wird ergänzt durch den Opernchor, das Ballett und die Statisterie des Anhaltischen Theaters Dessau. So intensiv und vergnüglich der venezianische Karneval auch ist, ab und an scheint es in der Choreographie des Ensembles zu haken. Hier und da harmonieren Statisten und Ballett nicht gänzlich. Dennoch macht dies das Gesamterlebnis nicht weniger eindrucksvoll. Regisseur Christian von Götz versteht es, die barocken Elemente des venezianischen Karnevals mit modernen Elementen zu verknüpfen – seien es pantomimisch agierende Harlekine, eine in Brand gesetzte Maske Casanovas oder ein übergroßer Dolch, von dem der Tod herabsteigt um Casanova höchstpersönlich zu sich zu holen.

Publikum begeistert

Immer wieder aufkommender Szenenapplaus ließen das Ende erahnen. Kaum war der Schlusston des Abends verklungen, hielt nichts das Publikum in ihren Sitzen. Das gesamte Ensemble erhielt stehende Ovationen. Da wurden die Darsteller dann auch zweimal mehr herausgeschickt, als geplant – wollte der Applaus doch kein Ende nehmen.

Weitere Vorstellungen sind für den 2., 20. und 21. November geplant. Noch bis Mai 2015 ist Casanova in Dessau zu sehen. Weitere Informationen sowie Karten gibt es über die Homepage des Theaters.

Kategorie: Kritiken,Stadttheater

Autor: R. Imping (14.09.2014)

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