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SARG NIEMALS NIE – Das Musical zum Totlachen

Ein Musical zum Totlachen gibt es nicht? Doch, das sargenhafte Stück SARG NIEMALS NIE in der Bar jeder Vernunft hat den Gegenbeweis angetreten. Bitter, böse, tiefschwarz - so präsentiert sich die Show. Musical1 war zur Bestattung von Herrn Schneider anwesend und hat sich tödlich amüsiert.

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SARG NIEMALS NIE
SARG NIEMALS NIE © Sonja Hornung Photography

Tod: ein ernstes Thema? Musical1 war am vergangenen Wochenende zur Trauerfeier von Herrn Schneider in der Bar jeder Vernunft.  Wir haben die Hinterbliebenen auf Ihrem weiteren urkomischen Weg begleitet. Wir können vorab sagen, wir haben uns zu Tode amüsiert.

Wer die Ewigkeit liebt, muss dieses sargenhafte Musical erleben, sehen, hören

Wer schon einmal die Bar jeder Vernunft in Berlin besucht hat, weiß, es ist dort klein und familiär. Es ist somit auch nicht verwunderlich, dass das anwesende Publikum, Entschuldigung, die anwesende Trauergemeinde gespannt auf den Stühlen saß, wartend aus das, was kommen sollte.

Herr Schneider, der Inhaber des Bestattungsunternehmens, ist zum Leidwesen seines Sohnes David verstorben. Wir werden Zeuge der letzten Ehrerbietung an den seeligen Verstorbenen und sind schon mittendrin im Musical zum Todlachen.

“Wenn Bestatten deine Arbeit ist, ist das leider meistens sehr sehr trist. Deswegen schlage ich vor: Versuche es mit schwarzem Humor.”

Dies ist dann auch der rote Faden in diesem wundervollen, humorvollen, dunklen Musicalspaß, der gefüllt ist mit Trauer, Liebe, Sarkasmus, Abgründen der menschlichen Gier nach Geld und jeder Menge Spaß. Dieses Zitat war aber auch das Lebensmotto des verstorbenen Herrn Schneider. Gemeinsam mit David, seinem Sohn und ebenfalls Bestatter, und der Haushaltshilfe Dakmar aus Prag 😉 erleben wir, wie das bankrotte Familienunternehmen vor dem Ruin gerettet werden soll.

IKEA als Lösungshilfe

David hat den genialen Plan Bestattungen günstiger zu machen, indem er IKEA PAX Schränke in Särge umfunktionieren will. Dakmar, die polnische Haushaltshilfe aus Prag, ist unsterblich in David verliebt, und unterstützt ihn in seinem Vorhaben. David ist allerdings so schüchtern, dass die zwei seit acht Jahren aneinander “vorbeilieben”. Immerhin haben sie schon einmal ein gemeinsames Ritual in all den Jahren aufgebaut: Jede erfolgreiche Bestattung wird von  David und Dakmar mit Kiffen gefeiert.

Indischer Kamasutra-Meister schafft Lösungen

Zwischenzeitlich ist auch Tim eingetroffen. Tim ist Davids Bruder, der vor Jahren nach Indien ausgewandert ist, und dort eine Ausbildung zum Kamasutra-Meister absolviert hat. Die beiden Brüder haben so unterschiedliche Lebenseinstellungen, dass komische Situationen vorprogrammiert sind. Durch einen unglückseeligen Umstand gelangt die Asche des Verstorbenen Herrn Schmitt in den Weed. Es stellt sich heraus, dass dies der beste Stoff aller Zeiten ist. Tim wittert sofort das große Geschäft und so wird die Idee von Tim, Herrn Schmitt als Shit zu verkaufen, sofort umgesetzt. Das Geld fließt in Strömen, denn die Nachfrage ist groß. Dies geht solange gut, bis den dreien die Polizei auf die Schliche kommt. Ob sie ihren Kopf dennoch aus der Schlinge ziehen können, sei hier noch nicht verraten.

Tabuthema Tod wurde hervorragend angegangen und liebevoll mit viel schwarzem Humor gemischt und umgesetzt

Der Tod, er gehört zum Leben untrennbar dazu und dennoch mag niemand darüber reden, geschweige denn darüber lachen. Mit diesem Musical wurde diese Gratwanderung großartig gemeistert. Man kann und sollte über den Tod lachen können. Angst vor dem Tod muss niemand haben, denn wenn er kommt ist man eh nicht dabei. Es ist eine wunderbare Hommage an alle Bestatter, die sich täglich damit auseinandersetzen müssen.

Herrausragende Darsteller mit Hintergrund

Manuel Steinhöfer (David), ausgebildeter Musicaldarsteller und einigen sicher bekannt aus Produktionen wie HINTERM HORIZONT (Berlin), MAMMA MIA (Stuttgart) und THE PRODUCERS, um nur einige zu nennen, begeisterte mit seiner Naivität und seiner unerfüllten Liebe zu Dakmar. Ein toller Darsteller und Sänger, der die Rolle für sich verinnerlicht hat.

Denise Vilöhr (Dakmar) hat ihre Ausbildung an der German Musical Academy in Osnabrück absolviert.  Sie spielte in vielen Musical und Operettenproduktionen und begeistert ihr Publikum auch mit Bühnenshows und eigenem Soloprogramm z.B. auf dem Kreuzfahrtschiff Artania. Denise Vilöhr brilliert in dieser Show mit den vielfältigen Charaktereigenschaften von Dakmar. Von altmodisch verliebt und glaubend, dass der Mann den ersten Schritt machen muss, über die treue Haushälterin aus Polen und die angekiffte und total überdrehte Bestattungshelferin bis hin zur Dame des Hauses.

Dennis Kornau (Tim) absolvierte zuerst eine Ausbildung als Koch, folgte dann seiner Liebe zum Theater und hat 2008 seine Ausbildung an der Joop van der Ende Academy abgeschlossen. Dennis Kornau war u.a. in Berlin am Theater des Westens im SCHUH DES MANITU und als festes Ensemblemitglied bei HINTERM HORIZONT zu sehen. Als indischer Kamasutra-Meister überzeugte er die Damenwelt an diesem Abend sicher. Mit viel Sexappeal und gekonntem darstellerischen Feeling überzeugte er als “knallharter” Kerl, der aber sein Herz am rechten Fleck hat und im Grunde seines Wesens eine sensible und familiäre Person ist.

Kleine Live-Band für exzellenten musikalischen Genuss

Mit nur drei Instrumenten, Keyboard (Nicolai Orloff), Bass (Sebastian Vogel), Schlagzeug (Kai Schoenburg), gelingt ein überzeugender, brillianter Hörgenuss, der sich super in die Bar jeder Vernunft und das Stück einfügte. Hier konnte man erleben, dass selbst drei Mann live einen Hörgenuß schaffen können. Hervorragend!

Ein Schmunzeln für den Alltag mitnehmen

Die Songs aus dem Stück sind irgendwie Ohrwürmer, so dass man geneigt ist, sich am Ende der Show die angebotene CD zu kaufen. Eine empfehlenswerte Idee, um sich das Stück zu Hause noch einmal in Erinnerung zu holen und sich ein Schmunzeln zu gönnen. Die Texte verleiten auf alle Fälle dazu.

Als sehr lobenswert sei bemerkt: Das angebotene kleine Programmheft ist sehr schön gemacht, aussagefähig, gut bebildert und kostet nur 1,00 Euro.

Wir können abschließend sagen, es war ein mit schwarzem Humor voll gespickter, wundervoller Abend, der nach Wiederholung drängt. Es sei auch noch darauf hingewiesen, SARG NIEMALS NIE – ist der erste und letzte Teil der dreiteiligen Sarga 😉

Die nächsten bittersüssen, schwarzen Bestattungen in der Bar jeder Vernunft finden ab 3. Januar 2017 statt. Man sollte in das neue Jahr mit schwarzem Humor starten. Der Vorverkauf beginnt am 08.11.2016. Die Bar jeder Vernunft bietet einen E-Mail Erinnerungsservice zum VVK Start. Anmelden!

Kategorie: Allgemein,Theater Eigenproduktionen

Tags:

Autor: I. Marquardt (10.10.2016)

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