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Rudi Reschke Interview – Musical1 Podcast 8

Er ist Musical-Darsteller, Choreograf und Regisseur, er hat das Musical SHERLOCK HOLMES 2.0 entwickelt, er spielt den Clayton in TARZAN: Im aktuellen Podcast ist Rudi Reschke zu Gast. Er spricht über seine Zeit bei TARZAN und verrät außerdem, wie es mit SHERLOCK HOLMES 2.0 weitergehen soll.

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@ Anna Tränker
rudireschke @ Anna Tränker

Trotz einer schweren Erkältung hat es sich Rudi Reschke nicht nehmen lassen, Christian Demme einige Fragen am Telefon zu beantworten. Der ausgebildete Tänzer arbeitet heute nicht mehr nur als Musical-Darsteller, sondern auch als Choreograf und inszeniert eigene Stücke. Sechs Jahre war er beim Musical TARZAN als Clayton dabei, von der Hamburger Premiere bis hin zur Inszenierung in Stuttgart. Auch in Film und Fernsehen war er bereist zu sehen, etwa in der TV-Serie „Unter uns“ und in „Großstadtträume“.

Ausbildung und erste Engagements

Aufgewachsen ist Rudi Reschke in Peine in Niedersachsen. Seine Ausbildung zum Tänzer begann er an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover, außerdem erlernte er sein Handwerk an der dortigen Ballettschule. Anschließend führte ihn sein Weg nach München, wo er 1989 an der Musikhochschule sein Diplom erhielt. Noch während des Studiums wurde er vom Badischen Staatstheater in Karlsruhe engagiert. Seine Ausbildung führte Reschke nicht nur an verschiedene deutsche Hochschulen, sondern auch ins Ausland. Gerade für kreative Berufe findet er es unabdingbar, über den Tellerrand zu schauen. An den deutschen Hochschulen erhielt er bereits internationale Einflüsse durch internationale Lehrer; ein Auslandsjahr führte ihn nach Ungarn, wo er die Tanzausbildung nach russischem System kennen lernte.

Hat diese Ausbildung denn auch Einfluss auf seine eigenen Person genommen? Die Ausbildung weniger, so Reschke, aber: „Die Rollen, mit denen man zu tun hat, dominieren natürlich schon den Alltag“. Wer sich für den Beruf entscheide, müsse wissen, dass die Rollen Einfluss auf die eigene Person nehmen; genauso sei es aber auch umgekehrt.

Als Macavity bei CATS

TARZAN - PICTUREBOOK

TARZAN Photo: Morris Mac Matzen/mmacm.com

Zurück zum ersten Engagement am Staatstheater in Karlsruhe. Hier war Resche in den Spielzeiten von 1988 bis 1991 zu sehen. Seinen ersten Auftritt in einem Musical hatte er in CABARET, für ihn eine prägende Erfahrung: „Das ist ein Meilenstein der Musical-Historie.“ So eine Musical-Form wünsche er sich auch heute wieder: Eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, eine komplexe Geschichte mit gesellschaftskritischen Brüchen und ebenso komplexen Figuren. „CABARET hatte sicherlich Einfluss darauf gehabt, dass ich beim Musical bleiben wollte“.

Nach seinem Engagement in Karlsruhe ging es für Reschke weiter nach Berlin, dann zu CATS nach Zürich, wo er die Rolle des Macavity spielte. Auch die Zeit bei CATS sei eine sehr intensive Erfahrung gewesen, ein persönlicher Meilenstein. Noch sehr vom Tanz beeinflusst, musste Reschke sich dort mit dem Schauspiel und dem Gesang auseinandersetzen: „Eine Herausforderung, da gerade CATS die komplette Transformation eines Selbst bedeutet“.

Gab den Bösewicht in TARZAN

Als Clayton in TARZAN hatte Reschke dann einen ziemlich unsympathischen Part inne. Bevor er die Rolle zusagte, sah er sich das Musical zunächst einmal in Scheveningen in den Niederlanden an: „Ich war fasziniert von der sehr neuen Form der Darstellung. Es ist ja eine Mischung aus Cirque du Soleil mit einer Musical-Geschichte und einem Pop-Künstler wie Phil Collins“. Als Clayton erntet er zwar keinen Applaus, sondern zumeist Buhrufe vom Publikum, aber auch die nimmt Reschke als Kompliment: „Clayton ist eine Chance, eine Rolle zu füllen, die für die Fallhöhe des Helden sorgen muss; der Held wird durch den Bösewicht forciert und hat dann die Möglichkeit, zum Held zu werden.“ Die Buhrufe seien eine Bestätigung dafür, dass er seine Rolle richtig gefüllt habe.

Als Choreograf arbeitet Reschke aus seiner Historie als Tänzer heraus. Er habe sich immer für die physische Entwicklung eines Stückes interessiert, an der er als Choreograf nun arbeitet. Musical ist für ihn zudem nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung. Natürlich sieht er sich da auch privat Stücke an, auch Opern und Schauspiele, schon allein als Weiterbildung für seine eigenen Inszenierungen.

Wie geht es weiter mit SHERLOCK HOLMES 2.0?

@ Lars Kläning

@ Lars Kläning

Entwickelt hat Reschke das Stück SHERLOCK HOLMES 2.0. 2013 hat er die Show erstmals im Hamburger Gruenspan Theater präsentiert, im Herbst 2014 abermals – mit großem Erfolg: Es waren mehr Zuschauer gekommen, als überhaupt in das Theater hineinpassten. Auch auf die großen Bühnen soll es die neue Geschichte um den Meisterdetektiv von Arthur Conen Doyle bald schaffen. Bis dahin müssen aber noch Geldgeber gefunden werden: „Das ist schwer, da die Theater mit schmalen Geldern rechnen müssen und gute Produzenten auf besonders bekannte Stoffe und auf große Namen setzen. Neue Sachen verursachen große Angst, da sie finanzielles Risiko sind. Dasselbe gilt für Stadt- und Staatstheater: Aus Angst vor Verlust der Subventionen setzen sie auf Altbewährtes. Deswegen stehen Klassiker immer erneut auf dem Spielplan. Junge und neue Stoffe haben es schwer, Gehör zu finden, da keiner weiß, ob sich der Stoff zum Kassenschlager entwickelt.“ Die Zuschauer und die Presse hätten sich aber begeistert von SHERLOCK HOLMES 2.0 gezeigt; Reschke hofft daher darauf, das Stück bald auf den Bühnen zeigen zu können und freut sich auf das Publikum, das Sherlock einmal anders sehen möchte, in einer vollkommen neuen Geschichte, aber mit den altbekannten Charakteren. Jetzt geht es für Reschke erst einmal nach New York, wo er sich neue Inspirationen holen möchte.

Kategorie: Podcast

Autor: C. Demme (14.10.2014)

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