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Rocky Horror Show zu Gast in Bremen

Richard O'Briens Kultstück ist noch bis August 2015 auf Tournee durch Deutschland, Österreich und Italien. Die englischsprachige Inszenierung macht für eine Woche Halt in Bremen. Lesen Sie weiter, wie die Hanseaten Frank'n'Furter, Rocky, Brad und Janet empfangen haben.

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Rocky Horror Show Frank
Rocky Horror Show Frank Thomas Mardow

Rocky Horror Show macht Stopp in Bremen

Nach einer gefeierten Premiere in Köln im letzten Jahr (wir berichteten), und weiteren Gastspielen in Österreich und der Schweiz, machen Frank, Rocky, Riff Raff und Magenta zur Zeit einen Stopp in Bremen. Die Hanseaten waren bei der „ihrer“ Premiere am Dienstag begeistert. Noch bis zum Sonntag, 11.01. hat das Publikum die Möglichkeit, den “Time Warp” im Musicaltheater zu tanzen.

 “Mitmach-Theater”

Wollte der Besucher die Treppe, die zu den Saaleingängen des Musicaltheaters führt, hochgehen, musste er zwangsweise zunächst eine Taschenkontrolle über sich ergehen lassen. Dabei war es den freundlichen Damen egal, ob man den dicken Wintermantel, die xl-Flasche zu trinken oder den großen Fotoapparat dabei hatte. Konfisziert wurden jedoch unzählige Beutel Reis, Toilettenpapierrollen und einige, zu große, Wasserpistolen. Hatte man diesen Kontrollpunkt überwunden, konnte man die waren Fans sofort wahrnehmen: Herren und Frauen in Hotpants, Strapsen sowie roten oder blonden Perücken. Dass man am Souvenierstand mit jedem „Fan-Bag“ auch den „Weserkurier“ erhielt, verwirrte eine ältere Dame dann doch so sehr, dass sie Umstehende fragte, ob das Stück denn so langweilig sei. Natürlich nicht! Nette Fans klärten die Dame auf …es erwarte sie ein Abend „Mitmach-Theater“, da dürfte man halt mittanzen, Wasser spritzen, und die Ratsche benutzen. Willkommen in der Rocky Horror Show!

“Kinoerlebnis”

Betrat man dann den Saal, fiel sofort der halbgeöffnete Vorhang auf. Die Zuschauer konnten sich bis zum Beginn der Show die Wartezeit mit einem Schwarz-Weiß-Film verkürzen. Auch während der eigentlichen Show lassen sich mehrfach Anspielungen auf große Kinoerfolge beobachten… Gleich nachdem der „Kinofilm“ beendet ist, wird Werbung eingespielt. Das Saallicht ist noch nicht gedämmt, als urplötzlich die ersten Akkorde ertönen, Magenta auf die Bühne kommt und anfängt „Sience Fiction Double Feature“ zu singen.

Das Bühnenbild erscheint einfach – ein Stahlgerüst, auf dem die Band platziert und von dem eine Treppe nach unten führt, sodass es mit bespielt werden kann. Dazu noch einige roll bare Elemente, die beispielsweise zur Schaffung von Rocky dienen, als Laborschrank oder als vermeintliches Bett, in dem Brad und Janet verführt werden. Je nachdem, welcher Handlungsort repräsentiert werden soll, befindet man sich im Labor oder der Eingangshalle. Ebenso einfach wie passend sind auch die Kostüme – nach alter „Rocky-Tradition“ knapp bemessen und lasziv. Die Liveband spielte famos unter der Leitung von Pablo Navarro. Leider schien manches Mal leider auch die Tonanlage komplett aufdreht worden zu sein, was sich dann zum Nachteil der Verständlichkeit der Darsteller auswirkte.

Die stimmige Show wird ganz getragen durch die glänzende Leistung des gesamten Ensembles. Charles Brunton (Frank’n’Furter) zeigt deutliche Bühnenpräsenz und verleiht seinem Charakter das gewisse Etwas. Mit starker Stimme interpretiert er seine Songs, zeigt aber bei „I’m going home“ auch, dass er die leisen Töne genauso beherrscht. Sein „Spielzeug“ Rocky (Vincent Gray) wird zwar nicht mehr entmumifiziert, sondern kommt hinter einem Badezimmervorhang hervor. Stimmlich kann er mit Frank mithalten und harmoniert auch wunderbar mit Janet (Harriet Bunton). Nach Rocky Manier wird der Erzähler (Sky du Mont) vom Publikum stets mit einem „boring“ unterbrochen – was diesen jedoch nicht davon abhält auch noch Späße zu machen und mit den Leuten zu interagieren.

Der Abend fliegt nur so dahin und als wenn der Kinofilm zu Ende ist, flimmert im Hintergrund der Abspann über die Projektionsfläche. Währenddessen singt Magenta die letzten Zeilen von „Science Fiction Double Feature“.

 zwiespältiges Erlebnis

Kaum, dass ihr letzter Ton verklungen ist, steht der Saal und bricht in Jubel aus. Das Publikum hat nicht nur die gesamte Show mitgemacht: getanzt, gefeiert, Karten geworfen, den Erzähler ausgebuht, bei Dr.Scott nachgefragt, sondern feiert die Cast mit langanhaltendem Applaus.

Nachdem der letzte Vorhang gefallen ist und die „Zugabe-Rufe“ verklungen sind, bleiben sehr verschiedene Eindrücke zurück: Begeisterte Fans, die die Show mittragen, weil sie gerade dann, wenn es auch gefordert ist, mitmachen. Leider aber auch ein negativer Nachklang durch einen Teil eben dieser Fans, die nicht darauf verzichten konnten während beider Akte mit ihrem Mobiltelefon oder der Kamera Fotos zu machen. Dies geschah dann auch noch so auffällig, dass die Saalordner mehrfach und streckenweise kontinuierlich, jene Störer mit ihrem LED Licht anleuchteten, was wiederum den Rest des Publikums störte. Letztlich bleibt jedoch der äußerst positiv Eindruck einer sehr zu empfehlende Produktion der Rocky Horror Show mit ihrer mitreißenden Cast!

 weitere Tourstopps

Bis zum August ist diese Produktion noch auf Tour durch Deutschland, Österreich und Italien. Der Vorverkauf läuft bereits auf Hochtouren.

Karten
Karten

Kreativteam

  • Director – Sam Buntrock
  • Choreographer – Matthew Mohr
  • Production and Costume Design – David Farley
  • Make-up and Hair Design – Vanessa White
  • Lighting Design – David Howe

Besetzung

  • Erzähler – Sky du Mont
  • Frank’n’Furter – Charles Brunton
  • Janet – Harriet Bunton
  • Brad – David Ribi
  • Riff Raff – Stuart Matthew Price
  • Columbia – Hannah Cadec
  • Magenta – Maria Franzén
  • Rocky – Vincent Gray
  • Eddie / Dr. Scott – Liam Ross-Mills
  • Phantoms – Paul Knights, Jana Stelley, Jenny Perry, Amy Webb

Kategorie: Kritiken

Autor: R. Imping (08.01.2015)

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