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ROCKY HORROR SHOW – brilliant – bloody – bad – bizarr

Seit 24. Januar dominieren im Berliner Admiralspalast , Highheels, Strapse und Corsagen. Richard O'Brien`s - ROCKY HORROR SHOW gastiert bis 10. Februar in der Hauptstadt. Let's Do the TIME WARP! Wir haben es gewagt und sind total begeistert.

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The Rocky Horror Show Logo
The Rocky Horror Show Logo © BB Promotion

Let's Do the TIME WARP again

Seit letzter Woche sind in Berlin wieder Strapse und Highheels angesagt. Seit 24. Januar gastiert das Musical ROCKY HORROR SHOW im Rahmen seiner Europatournee im Berliner Admiralspalast und es heißt endlich wieder Let's Do the TIME WARP again.

Das wohl ausgeflippteste Erwachsenen-Musical-Märchen faszinierte bisher, seit seiner Uraufführung (1973, London) mehr als 20 Millionen Besucher. Nach der letzten ausverkauften Tour ist Richard O´Brians ROCKY HORROR SHOW nun wieder auf Tour durch Deutschland, Italien, Österreich und der Schweiz. Wir haben uns in Berlin die Premiere angeschaut und können aus Überzeugung sagen: Das Stück hat nichts an seiner Verrücktheit und Schrägheit verloren.

Berliner Publikum im ROCKY HORROR SHOW Modus

Schon bei unserer Ankunft im Berliner Admiralspalast wußten wir, wo es heute Abend hingehen sollte. Begeisterte und treue Anhänger des Musicals waren zahlreich erschienen und bereits im Foyer trafen wir auf Gäste vom Planeten Transilvania. In teilweise sehr authentischen Outfits der persönlichen Lieblinge der Show waren wir umgeben von Magentas, Riff Raffs, Janets und natürlich einigen Frank'N'Furters. Die Stimmung war somit schon vor Showbeginn verrückt und ausgelassen.

Wer sich nicht im Vorfeld mit den notwendigen Utensilien für die Show eindecken konnte, hatte am Merchandising-Stand Gelegenheit, sich mit allem was noch gebraucht wurde zu versorgen. Ebenso hielt der Veranstalter ein umfangreiches Angebot an Fanartikeln zur Show bereit.

Damals wie heute – Mitmachen unbedingt erforderlich

© Jens Hauer

Die ROCKY HORROR SHOW begleitet nunmehr schon Generationen und das Berliner Publikum wusste, was es zu erwarten hatte. Schon vor dem ersten Ton beherrschte eine tolle Stimmung den Saal. ROCKY HORROR SHOW heißt auch, die gute Erziehung an der Garderobe abzugeben. Man muss einfach mitmachen. Wie einst im Kino, so auch im Theater – es darf gerufen, gebuht und mit Lichtern geschwenkt werden, was das Zeug hält! Ein absolut großartiger Spaß für Auge und Ohr, auf und vor der Bühne. Stimmung garantiert.

Vorhang auf

Als dann Brad Majors (Felix Mosse) und Janet Weiss (Sophie Isaacs), das junge, steife und biedere Paar auf der Bildfläche erschienen, begann die Stimmung im Saal zu brodeln und mit dem Auftritt des diabolischen Außerirdischen Dr. Frank'n'Furter (Gary Tushaw), war das Publikum restlos entfesselt. Mit einem fulminant vorbereiteten, lauten und extrem textsicheren, ROCKY HORROR SHOW – partyerprobten Publikum startete Richard O'Briens  ROCKY HORROR SHOW im Berliner Admiralspalast.

Eigentlich sind Brad und Janet nur unterwegs, um nach dem Verbleib ihres verschwundenen Professors Dr. Scott zu forschen. Gezwungen durch eine Autopanne, Hilfe suchend im Regen irgendwo im Nirgendwo, gelangt das junge Paar wie durch unsichtbare Fäden gezogen, in die gespenstische Villa. Bucklig und mit schnarrender Stimme lockt der Diener des Hausherrn, Riff Raff (Stuart Matthew Price) die beiden ins Haus. Mit seiner scheinheilig devoten Art, sowie mit seiner Schwester Magenta (Anna Lidman) werden Brad und Janet zum Bleiben überrumpelt und finden sich mir nix dir nix in einer wahrlich anderen Dimension wieder.

© Jens Hauer

JUMP! Time Warp – Zeitsprung oder auch Zeitschleife… Es ist erstaunlich; die Zeit ist vergänglich; Wahnsinn fordert seinen Tribut…- Noch etwas außer Atem, bietet die irre Story ihren ersten Höhepunkt: Auftritt Frank'N'Furter (Gary Tushaw). Schrill, überdreht, subversiv und kitschig-theatralisch wie die Fan-Gemeinde es erwartet.

Die Geschichte nimmt also ihren durchgeknallten, makaberen wie süffisanten Verlauf. Emotionale Abgründe tun sich auf, lüsterne und mörderische Szenen in rasanter Abfolge lassen die Wogen im Publikum schon mal zu hoch auftürmen.

Manchmal ist weniger mehr

Natürlich lockt die Rocky Horror Show überproportional viele Fans und Dauerbesucher an, dennoch sollte dem zum Stück dazugehörigen Gentleman- Erzähler der Rahmenhandlung nicht gefühlt tausend Mal ein „boring“ (langweilig) entgegen geschmettert werden. Das ist 2-3 Mal ganz witzig, aber bitte nicht 2-3 Stunden in Dauerschleife.

© Jens Hauer

In Berlin hatte der charmante und schlagfertige Schauspieler Sky du Mont zu guter Letzt “fast” ein Problem, nicht noch seine Contenance zu verlieren. Sicher hat er auf 3 Tourneen schon einiges mitgemacht, aber auch wir müssen hier sagen, was von Seiten des Publikums zu viel ist, ist zu viel, zumal auch im Saal nicht wenige von dem ausdauerndem Gebrülle genervt waren. Liebe Fans manchmal ist weniger “MEHR”!

 

Nun – dass das alles nicht von dieser Welt ist, dürfte schon allen Besuchern beim Lesen der Inhaltsangabe klar gewesen sein. Somit ist das Ende dann in gewisser Weise vorprogrammiert. Der Wahnsinn? Schwachsinn? Irrsinn? Kann auf Dauer auf diesem Globus so nicht weitergehen! Wer dem Ganzen wann und wie ein Ende bereitet, soll hier nicht verraten werden. Das muss man schon selber erfahren.

Träum' es nicht, sei es! Don't dream it, be it.

Inszenierung mit Suchtpotential

Diese Show ist zu Recht eine über alles gelobte Inszenierung des Regisseurs Sam Buntrock. Es passt alles! Aufwendige Kostüme, fantastische Umsetzung, Darsteller auf Höchstniveau. Durch diese Tour-Produktion werden sicher noch weitere Besucher dieser bizarren und überdrehten Show in den Time Warp Strudel gezogen werden. Es ist also Vorsicht geboten – es macht süchtig.

Sam Buntrocks Inszenierung dieser bizarren Story ist ein absolut spaßiger Genuss bis ins Detail, angefangen vom „Time Warp“ zurück zu den Wurzeln – zu B-Movies, schwarz-weiß Filmfetzen, Burlesque und Glamrock. Ein faszinierend angelegter Einstieg ins Geschehen, der die Darsteller zunächst nur wie vor alten super 8 Kameraaufnahmen agieren lässt und unmerklich immer mehr in die letztendlich beeindruckende Kulisse hinübergleiten lässt, bis zu einem wahrlich gigantischem Finale 😉 – das hat Klasse!
Schauspielerisch wie stimmlich ist diese Inszenierung exzellent. Alle Darsteller/innen sind absolut „zu Hause“ in ihren Rollen und genießen diesen überbrodelnden Spaß; allen voran die Protagonisten Frank'N'Furter (Gary Tushaw), Riff Raff (Stuart Matthew Price) und Magenta (Anna Lidman). Auch Columbia (Holly Atterton) hat uns stimmlich wie optisch mehr als überzeugt. Janets (Sophie Isaacs) Wandlung war glaubhaft, Brad (Felix Mosse) erschien uns bisweilen ein wenig zu zappelig. Die Rolle des Rocky (Ryan Goscinski) ist stimmlich und mimisch gut besetzt, physisch eine Nummer größer, wäre die Sache mit den Muskeln sicher besser rüber gekommen. 😉

Nachsicht unabdingbar

All jenen, möglicherweise Erstbesuchern, sei mit auf den Weg gegeben, seid nicht zu genau und zimperlich, wenn es um non-Logik, Strapse, Stilettos, Trash, Sex, „Blutbad“ und Rock’n’Roll geht. Man kann es lieben lernen…wie Brad und Janet 😉

Es heißt, es sei das verrückteste Musical der Welt. Also, wer das Wagnis eingehen will einen enthusiastisch-enthemmten Abend zu verbringen: REINGEHEN!!!
Na, und alle Anderen wissen ja eh was sie erwartet! Have fun – habt Spaß!

ROCKY HORROR SHOW - Tickets und Tourdaten
ROCKY HORROR SHOW - Tickets und Tourdaten

Anzumerken wäre nur noch: die Aufführung ist in englischer Sprache. Um den Spaß uneingeschränkt zu genießen, seien Erstbesuchern die zahlreichen Infos sowie Songtexte aus dem Internet ans Herz gelegt.

Kategorie: The Rocky Horror Show,Tour Musicals

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Autor: I. Marquardt (02.02.2018)

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  • Stefan 2. Februar 2018 at 08:28 / Antworten

    Die “Boring” Rufe sind auch ein typisch deutsches Problem. In UK und anderswo sind die Reaktionen auf die Inhalte bezogen- viel witziger und origineller. Das “Boring, boring” schmetterte unser Erzähler Martin Semmelrogge (da Sky Sky du Mont krank war) in Essen aber galant ab, denn er… Na sagen wir, konterte ganz gut denen gegenüber, die er als Rufende ausmachen konnte. Der Cast ist überzeugend und charmant, es fehlte so ein bisschen Gesangstalent hier und da. Darauf kommt es hier aber auch weniger als bei Tanz der Vampire an – denn es tanzen die Transilvanier ;). Wer sich interessiert, findet einige Darsteller auch bei Instagram, wo sie durchaus auch mal einen Blick Backstage zum besten geben. Der sympatisch.

    Ein bisschen Original-Feeling:
    https://open.spotify.com/album/1uk8RAv7l3t1prbNAtNUJC?si=FAVYZDGDTiifb28eaVZOWA
    Die Original – Live- Aufnahme zum 25-jährigen

    Da hört man schon, dass wir hier in DE ganz schön “Boring” sind.

    Lieber Autor, zu viel ist das indes nicht, was wir hier machen: Hier mal ein Mitschnitt des Publikums beim Film ;): https://open.spotify.com/album/1G9ZkJW7KmFxWJ4NxzEPxB?si=eT-JXjpJR8GPI1gqtUdF6Q

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