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RENT – Das Rock-Musical Jubiläumstour

RENT – Das Rock-Musical befindet sich derzeit auf Tourneeproduktion in Deutschland, Österreich und in der Schweiz. Am 27. November 2017 stand Berlin auf dem Tourplan. 1999 bis 2000 war RENT bereits schon einmal in der Hauptstadt in der damaligen Freien Volksbühne Berlin zu sehen. Es ist ein Stück mit immer noch unglaublicher Aktualität. Musical1 war in Berlin dabei und hat sich die Produktion im Studio des Berliner Admiralspalastes angesehen.

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Cast von RENT – Das Rock-Musical © Kohei Hirotsu Photography

Inhalt und Thematik von RENT aktuell wie nie zuvor

Das Rock Musical – RENT ist das letzte Werk des Komponisten und Autors Jonathan Larson.

RENT erzählt die Geschichten einer Gruppe junger Künstler in New York City, East Village (Manhattan) in der lebendigen Phase der Alphabet City, Ende der 1980er/Anfang der 1990er Jahre . Zwei der Hauptfiguren sind Filmemacher Mark und Musiker Roger, ein einst erfolgreicher, aber nun ums Überleben kämpfender Musiker, der HIV-positiv ist. Sein Ziel: ein Lied zu komponieren, bevor er stirbt. Seine Freundin beging Selbstmord. Er ist Marks Mitbewohner.  Die zwei können die Miete für ihr Apartment nicht mehr zahlen. Ihr Vermieter ist ihr früherer Mitbewohner Benny, der sich heute Benjamin Coffin III nennt.

Alles beginnt mit dem Überfall auf ihren Freund Collins auf offener Straße. Mit Maureens bevorstehender Performance gegen die Probleme der Zeit und dem Problem mit der Miete nimmt die Geschichte Fahrt auf. Themen wie Drogenabhängigkeit, Homosexualität, Alkohol, Rassismus, Wohnungsnot und Aids sind die beherrschenden Themen. Und diese sind aktuell wie eh und je.

Es zählt nur das Jetzt

Sie erzählen von der Suche nach Liebe, der Suche nach sich selbst und einem auskömmlichen, lebenswerten Leben im Hier und Jetzt. Aber bei RENT geht es auch um den immerwährenden Glauben an die Liebe, die Menschlichkeit und die Kraft der Freundschaft.

Neben den Hauptfiguren Mark und Roger begegnen wir der Tänzerin Mimi, Benny, der Performance-Künstlerin Maureen, Anwältin Joanne, Freund Tom Collins und der Dragqueen Angel. Mit ihnen verknüpfen sich alle Leben, Erfahrungen und Schicksale.

Eine Bühne mit aussagefähigem, passendem Ambiente

Das Studio im Admiralspalast mag nicht jedermanns Favorit in puncto Musicaltheater sein. Eine spezielle Location. Schon das Erreichen, gerade der höheren Sitzreihen, erfordert eine gewisse sportliche Grundkondition. Höhenangst ist hier auch fehl am Platz. Der Vorteil liegt aber auf der Hand, man sieht von allen Plätzen gut.

Für ein Stück wie RENT, angesiedelt im New Yorker East Village der frühen Neunziger, könnte das Umfeld allerdings nicht passender sein. Die Bühnengestaltung ist gelungen: ein mit Neonröhren verbrämtes Stahlgerüst, welches sowohl die zwei Ebenen des ehemaligen Industrielofts darstellt, wie auch durch die wechselnden Lichteffekte die jeweiligen Aktionsebenen geschickt in Szene setzt.

Starke Charaktere in der Castauswahl

Die Charaktere im Einzelnen sind durchweg sehr passend besetzt, jede Figur kommt authentisch herüber – stimmlich beeindruckend, jede(r) auf ihre/seine Art.

© Kohei Hirotsu Photography

Anna Hofbauer, in einer für sie ungewohnten Rolle, als Maureen ist sehr überzeugend. Maureen ist sehr selbstbewusst, flippig, unstet, bereit zu jeder Diskussion und Kontroverse.

Ruud van Overdijk brilliert als Roger. Im Strudel seiner Gefühle hatte Roger kein wirklich gutes Jahr. Von Verlusten gezeichnet durchdringt ihn seine Zerrissenheit oder eher Ziellosigkeit – darstellerisch bestens umgesetzt. Man leidet mit der Figur Roger.

Fiesling Benjamin Coffin III wird dargestellt von Martin Markert. Vielen im Publikum ist Martin Markert bestens bekannt aus diversen großen Produktionen, als Benjamin Coffin III gibt er in RENT den durch Heirat zu Geld gekommenen Typen, der seine ehemaligen Kumpel und früheren WG-Mitbewohner nun kräftig abzocken will. Nun, das Böse ist ihm nicht ganz unbekannt seit der Darstellung des Tods in ELISABETH. Somit brilliert er hier nicht nur stimmlich in einer musikalisch extrem schwierigen Rolle, sondern seine Fans können sich einmal mehr an seiner großartigen Mimik erfreuen.

Marina La Torraca gab dem Publikum eine starke Mimi. Die drogenabhängige Mimi ist auch Mitbewohnerin im Haus. Ausdrucksstark und stimmlich ausgeprägt präsentiert Marina La Torraca diese Figur hervorragend. Ihre Darstellung vom Zittern über Augenflackern und Schwanken: sehr berührend, facettenreich, überzeugend.

Benjamin Beckmann spielte Mark Cohen, einen zurzeit etwas planlosen Zeitgenossen. Mark, der ebenfalls ein Stück weit in seinen Ängsten gefangen ist, fängt an, das Jahr mit seiner Schmalfilmkamera zu dokumentieren und übernimmt so gleichzeitig den Part des Erklärers. Ihm gelingt eine Art Gradwanderung zwischen aufgesetzter Flapsigkeit und echtem Entsetzen im Moment des Todes eines Freundes sowie seiner eigenen Planlosigkeit.

Manuel Dengler als Dragqueen Angel: Angel ist herrlich überdreht. Angel ist trotz seiner Probleme immer positiv denkend, hat für alle immer ein Lächeln übrig. Ja, und natürlich ist Angel ein Hingucker – optisch aufreizend, mit Spaß, aber auch Wehmut präsentiert Manuel Dengler seine Dragqueen.

Tom Collins, gespielt von Denis Edelmann, ist ebenfalls ewig pleite, kann sein Glück kaum fassen, dass ihm Angel “zufliegt”. Zwischen den beiden keimt eine Liebe auf, die heftig aber kurz ist. Angels tragisches Ende bewegte doch schon sehr. Denis Edelmanns wundervoller warmer Bariton verleiht der Figur Tom Collins ein ausdrucksstarkes Charisma.

Für die erkrankte Nedime Ince hörten wir als Joanne eine starke Denise Obedekah.

© Kohei Hirotsu Photography

Das Ensemble wurde komplettiert durch Gerrit Hericks, Vasilios Manis und Michaela Khom, die ihn ihren wechselnden szenenergänzenden Rollen überaus positiv auffielen.

Liebe doch kein Allheilmittel für die gesellschaftlichen Probleme

Es bleibt festzuhalten, dass ein Stück, das stark mit Armut, Leiden, Schwächen, Krankheiten, Süchten und Tod jongliert, es nicht wirklich schafft, die Liebe als Allheilmittel zu platzieren.

Was allerdings bleibt, ist die Suche und der ewige Wunsch nach Erfüllung einer wahren Liebe. Man begleitete die Charaktere durch ein Jahr. Trotz durchlebtem Schmerz und Verlust hinterlässt die Schlussszene einen hoffnungsvollen Eindruck und eigentlich würde man gerne wissen wollen, wie es mit den Figuren in RENT weitergeht. Es wäre wünschenswert, wenn das Stück einen festen Platz in den Spielplänen finden würde.

Liveband mitten im Geschehen dabei

Eine Liveband, die mittig im Industrieloft auf der Bühne platziert wurde, sorgte für die musikalische Begleitung. Dies gab dem Feeling eines Rockmusicals noch die richtige Würze. Wir können hier sagen, dass die Tour von RENT mit der hervorragenden Cast und der Aktualität der Thematik eine tolle Produktion von Boris Hilbert für Hilbert Productions GmbH ist.

Leider ist die Tour am Wochenende schon abgeschlossen. Wir hoffen, dass RENT wieder zurückkehrt und weitere Zuschauer begeistern wird.

 

 

Kategorie: Tour Musicals

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Autor: I. Marquardt (01.12.2017)

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