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Premiere von NEXT TO NORMAL als Gastspiel in Wien

Seit der Premiere am 27. April 2016 heißt es nun auch in Wien: „Wer oder was ist schon ganz normal?“. Das preisgekrönte Musical NEXT TO NORMAL gastiert im Museumsquartier in der österreichischen Hauptstadt. Sowohl das Thema rund um die psychische Erkrankung, als auch die rockig angehauchte, aber dennoch leichte Musik, machen das Stück zu einem außergewöhnlichen und keinesfalls typischen Musical. Das Wiener Premierenpublikum war beeindruckt und belohnte die Leistung der Darsteller und der Crew mit langen Standing Ovations.

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Pia Douwes, Felix Martin, Dirk Johnston, Dominik Hees, Sabrina Weckerlin
Pia Douwes, Felix Martin, Dirk Johnston, Dominik Hees, Sabrina Weckerlin © Titus Hoffmann

Tragische Geschichte humorvoll verpackt

© Günter Meier

© Günter Meier

Wo andere Musicals uns in eine fremde, vielleicht auch ferne Phantasiewelt entführen, nimmt uns NEXT TO NORMAL mit auf eine Reise in der wir auf die Probleme des Alltags treffen. Ganz pur und ohne viel Tam-Tam zeigt der international erfolgreiche Broadway-Exportschlager eine Familie, die nach einem Schicksalsschlag versucht das alltägliche Glück zu finden. Mutter Diana Goodman (Pia Douwes) kämpft mit ihrer bipolaren Störung. Langjährige Trauer, Wahnvorstellungen, Tablettensucht und Depressionen haben ihre Folgen für das Familienleben. Pia Douwes zeigt beeindruckend die Höhen und Tiefen einer psychisch schwer kranken Frau. Wer allerdings ein bedrückendes Stück erwartet, fehlt. Gerade die abwechslungsreiche, lockere Musik und die vielen humorvollen Moment machen das Stück zu einem Tabubruch – es kann als Aufforderung verstanden werden offener mit psychischen Krankheiten umzugehen, denn auch die anderen Protagonisten im Sechs-Personen-Stück sind keineswegs normal und haben alle mit ihren Problemen zu kämpfen. Tochter Nathalie (Sabrina Weckerlin) ist zwar ein Musikgenie mit Hang zum Perfektionismus, kämpft aber verzweifelt um Aufmerksamkeit, neigt unter dem Druck zum Drogenkonsum und hat Bindungs- und Zukunftsängste. Vater Dan Godmann (Felix Martin) hält krampfhaft an der Familienidylle fest und hängt seinen verpassten Chancen hinterher. Schnell fragt sich der Zuschauer auch:  Was stimmt mit dem Sohn (Dirk Johnston) der Familie nicht?

Spannende Inszenierung

© Titus Hoffmann

© Titus Hoffmann

NEXT TO NORMAL schafft es auf unglaublich gute Weise verschiedene Ebenen zu mischen. Während die Haupthandlung voranschreitet, sehen wir auf eine andere Ebene zur gleichen Zeit einen Inneren Monolog. So laufen parallel verschiedene Handlungen. Dies gelingt durch die zweistöckige Bühnenkonstruktion und das Lichtdesign sehr gut. Zum Beispiel ist Tochter Nathalie an einem Abend in der Disco, während die Mutter im Krankenhaus ist. Durch Zeitsprünge wird die Handlung vorangetrieben oder der Zuschauer erfährt durch parallel verlaufende Flashbacks was in der Vergangenheit vorgefallen ist. Diese Gleichzeitigkeit der Handlungen erreicht ihren Höhepunkt im Selbstmordversuch von Mutter Diana. Während wir auf der Bühne ihren inneren Kampf sehen, ob sie sich wirklich etwas zufügen soll, beginnt im Hintergrund auf der Leinwand schon das Blut zu tropfen, während der Arzt daneben über die Folgen des Suizides doziert. Durch die Gleichzeitigkeit der Ebenen erlebt der Zuschauer die komplizierte Geschichte nicht nur aus einer Sicht. In jeder Minute kann er sich in jeden Charakter einfühlen.

Gefühlsachterbahn

© Titus Hoffmann

© Titus Hoffmann

Genau so krass wechselt das Musical zwischen verschiedenen Gefühlsebenen. Soeben feiert das Ensemble noch die Hoffnung mit dem Song „Alles wird gut“, im nächsten Moment erfahren wir, dass der Bruder, der die ganze Zeit auf der Bühne in Form von Dirk Johnston präsent war in Wirklichkeit nur in der Wahnvorstellungen von Diana existiert und bereits vor 16 Jahren gestorben ist. Die Darstellung der verschiedenen Gefühlswelten gelingt allen Darstellern sehr gut. Besonders Pia Douwes zeigt die ganze Facette der Krankheit und spielt mit jeder Phase ihres Körpers diese psychisch chronisch kranke Frau. Die Gefühle werden von der sehr modern-rockigen Musik getragen, die kleine Band erzeugt einen vollen Sound. Zwar ist die Inszenierung nicht komplett durchkomponiert, aber trotzdem höchst musikalisch und gefühlsbetont. Auch der Zuschauer wird emotional mitgerissen und denkt sich sowas könnte mir auch passieren.

Starke Ensemble Leistung

© Titus Hoffmann

© Titus Hoffmann

Da fast alle Darsteller schon in Fürth bei der deutschsprachigen Erstaufführung von NEXT TO NORMAL gemeinsam auf der Bühne standen, harmonieren sie gesanglich und im Zusammenspiel perfekt miteinander. In Wien war erstmals Felix Martin in der Rolle des Familienvaters zu sehen. Auch er fügt sich ins Ensemble ein. Thomas Borchert, der die Rolle bisher innehatte, hat derzeit den Juan Péron in EVITA im Wiener Ronacher. Herausragend sind die zwei starken Frauenstimmen: Pia Douwes und Sabrina Weckerlin. Die Niederländerin Douwes schafft es im mit drei Tony Awards ausgezeichneten Musical eine andere Seite von sich zu zeigen. Sie ist nicht hart, streng oder verbittert, wie sie es in ELISABETH, REBECCA oder DER BESUCH DER ALTEN DAME in ihren Rollen war, sondern spielt emotional, pur und ohne Schnörkel.

Prominent besucht

Zur Premiere ins Wiener Museumsquartier kamen auch zahlreiche österreichische Promis und Musicalstars. Peter Weck,  Dagmar Koller und Michael Buchinger saßen beispielsweise im Publikum. Auch die Musicalgrößen Uwe Kröger, Ana Milva Gomes und  Barbara Obermeier wollten sich das mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnete Musical nicht entgehen lassen. Riccardo Greco, Gernot Romic und Katherine Mehrling gehörten auch zum Premierenpublikum und wollten ihre Kollegen in diesem außergewöhnlichen Musicalhit sehen. Letztere spielte die Rolle der Diana Goodman schon in der Berliner Inszenierung. Trotz der ernsten Thematik ist die Show erfrischend anders und sehr Musical atypisch. In Zukunft gerne mehr davon.

Das Gastspiel vom Stadttheater Führt ist noch bis Sonntag 1. Mai 2016 in Wien zu sehen.

Tickets für NEXT TO NORMAL in Wien
Tickets für NEXT TO NORMAL in Wien

Kreativteam

  • Musik: Tom Kitt
  • Buch und Gesangtexte: Brian Yorkey
  • Deutsch von Titus Hoffmann Inszenierung: Titus Hoffmann
  • Musikalische Leitung: Christoph Wohlleben
  • Choreografie: Melissa King
  • Ausstattung: Stephan Prattes

Besetzung

  • Diana Goodman: Pia Douwes
  • Dan Goodmann: Felix Martin
  • Gabe Goodman: Dirk Johnston
  • Natalie Goodman: Sabrina Weckerlin
  • Henry: Dominik Hees
  • Dr. Fine/Dr. Madden: Ramin Dustdar

Kategorie: Kritiken,Next to Normal

Tags:

Autor: M. Sommerfeld (28.04.2016)

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