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Premiere am Pfalztheater Kaiserslautern: ANATEVKA

Alljährlich feiert am Pfalztheater Kaiserslautern ein neues Musical Premiere. In diesem Jahr führte das Musiktheater zurück ins Jahr 1905 ins russische Städtchen Anatevka. Dort lebt Milchmann Tevje mit seiner Frau und seinen Töchtern. Doch nicht nur das heiratsfähige Alter seiner drei Ältesten bereitet ihm Sorgen...

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Tevje (Henning Kohne) und Golde (Astrid Vosberg) in Anatevka am Pfalztheater Kaiserlautern
Anatevka Kaiserslautern © Hans-Jürgen Brehm-Seufert

In Anatevka steht der Fiedler auf dem Dach

Von der Londoner MY FAIR LADY 2015 über DER KLEINE HORRORLADEN in Amerika 2016 führt die diesjährige Musicalpremiere am Pfalztheater Kaiserslautern ins kleine russische Dorf ANATEVKA. Dort leben Milchmann Tevje und seine Frau Golde mit ihren fünf Töchtern. Drei davon sind im heiratsfähigen Alter und haben ihre ganz eigenen Vorstellungen von ihrem Ehemann, sehr zum Unmut ihres Vaters und der Heiratsvermittlerin. Doch Tevje nimmt das Leben mit Humor und arrangiert sich mit den Umständen, ganz wie der symbolische Fiedler auf dem Dach, der seine Melodie spielt und achtgibt sich nicht das Genick zu brechen. Während sich die privaten Sorgen noch gut wegstecken lassen, wiegen die politischen Sorgen schwerer. Der Umbruch des Zarenreiches und die drohende Revolution zwingen die jüdischen Familien Anatevka zu verlassen.

Anatol Preissler inszeniert das Premierenmusical der aktuellen Spielzeit für das Pfalztheater Kaiserslautern authentisch und ohne krampfhafte Modernisierungsversuche. Während sich andere Stadttheater an experimentellen Inszenierungen abmühen, bleibt sich das Pfalztheater treu und ist somit ein Garant für einen gelungenen Musicalabend. Wer weiß, was die Bühnentechnik des Hauses hergibt, wird vom Bühnenbild von Heiko Mönnich möglicherweise etwas enttäuscht sein. Doch der leicht geneigte Holzaufbau kann mit Hilfe der, von der Decke schwebenden Elementen, alle Szenen in und außerhalb der Häuser darstellen. Die schwingenden Röcke der Frauen und weiten Hosen der Männer, die Marrit van der Burgt entworfen hat, kommen bei den folkloristischen Tanzszenen (Choreographie Kerstin Ried) gut zur Geltung.

Wenn der Milchmann singt

Zentrale Figuren des Musicals sind Milchmann Tevje und seine Frau Golde. Golde wird gespielt von Astrid Vosberg, die präsent und gekonnt agiert und zeigen kann, dass vielleicht auch sie der Herr im Haus ist, aber, dass sie ihren Mann auch wirklich liebt. Vosberg, gehört ebenso wie Henning Kohne, der den Tevje spielt zum festen Ensemble des Pfalztheaters. Kohne ist sonst eher der Mann für die Schauspielstücke des Hauses und stellt sich nun der Herausforderung den singenden Milchmann darzustellen. Ein warm und voll klingender Bariton ist er leider nicht, der davon träumt, dass Gott ihn mit Reichtum beschenkt. Doch die leichten gesanglichen Schwächen offenbaren sich nur an wenigen Stellen und werden durch das Schauspiel, das Tevjes Sinn für Humor punktgenau und seine inneren Gedanken eindrücklich wiedergibt, absolut wett gemacht. Eine herrlich bizarre Szene der beiden Eheleute ist Tevjes erfundener Traum um Golde mit Unterstützung der toten Großmutter, schön-schräger Gesang Dominique Engler, beizubringen, dass ihre Tochter einen Schneider heiraten wird.

Geertje Nissen spielt die Heiratsvermittlerin Jente, die sich ihres außergewöhnlichen Berufs bewusst ist. Bei den drei ältesten Töchtern von Tevje Zeitel (Adrienn Čunka), Hodel (Dagmar Bernhard) und Chava (Anja Rüger) nützen ihre Vermittlungsfähigkeiten jedoch nichts, denn jede der Drei kämpft selbstbewusst darum aus Liebe heiraten zu dürfen. So erwählt Zeitel statt des vorhergesehenen Metzgers (Thomas Kollhoff) lieber den Schneider Mottel,  dargestellt von Denis M. Rudisch, der quirlig über die Bühne fegt. Hodel, Dagmar Bernhard übernahm bei der Premiere die Rolle für die erkrankte Monika Hügel und meisterte diese hervorragend, verliebt sich in den Studenten Perchik (Daniel Böhm). Die dritte Tochter Chava (Anja Rüger) geht schließlich die Ehe mit einem jungen Christen Fedja (Joshua Endreß) ein, woraufhin sie aus der Familie verstoßen wird.

Hochzeit in Anatevka am Pfalztheater Kaiserslautern

© Hans-Jürgen Brehm-Seufert

 

Belustigend und bewegend

Das Musical ANATEVKA nimmt leider kein schönes, sondern ein sehr nachdenkliches Ende. Menschen, die nichts Unrechtes getan haben, müssen aufgrund politischer Willkür ihre Heimat verlassen und gehen einer ungewissen Zukunft entgegen. Dass das Publikum dennoch mit guter Energie nach Hause geht und das Ensemble mit minutenlangem Applaus belohnt, spricht für die Inszenierung, die es schafft die Balance zwischen belustigend und bewegend zu halten. ANATEVKA ist noch bis Ende der Spielzeit 2016/2017 am Pfalztheater Kaiserslautern zu sehen. Für weitere Informationen und die komplette Besetzung folgt der Link zur Seite des Pfalztheaters.

Kategorie: Anatevka,Stadttheater

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Autor: N. Kroj (13.03.2017)

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