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Pflanzenhorror in Kaiserslautern – DER KLEINE HORRORLADEN feiert Premiere

Was passiert wenn man seine Pflanze mit Blut düngt und sie immer mehr verlangt. Alan Menkens Stück DER KLEINE HORRORLADEN stellt Pflanzenbesitzer Seymour vor immer größere Herausforderungen und dann ist da noch seine Liebe Audrey. Am Pfalztheater Kaiserslautern feierte das Stück kürzlich Premiere.

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Das Ensemble von DER KLEINE HORROLADEN in Kaiserslautern
HorrorladenKaiserslauternEnsemble © Hans-Jürgen Brehm-Seufert

Ein bissiger Premierenabend im Pfalztheater Kaiserslautern

Mit der Premiere von DER KLEINE HORRORLADEN steht in dieser Spielzeit bereits ein zweites Musical auf dem Spielplan des Pfalztheaters Kaiserslautern. Im Oktober 2015 zeigte das Theater eine gelungene Inszenierung des Musicalklassikers MY FAIR LADY, wir berichteten. Auch wenn DER KLEINE HORRORLADEN erst im Jahr 1982 und damit gut 25 Jahre später als die Lady in New York uraufgeführt wurde, zählt es doch ebenfalls zu den Klassikern des Musicalrepertoires und steht bei Stadttheatern gerne auf dem Spielplan. Das Musical nach der Filmvorlage “Little Shop of Horrors” handelt von den Ereignissen im Blumenladen Mr. Mushniks, in dem Seymour und Audrey arbeiten. Seymour schwärmt heimlich für Audrey, die jedoch mit dem sadistischen Zahnarzt Dr. Orin Scrivello liiert ist. Da in Mushniks Laden die Geschäfte nicht gut laufen, stellt Seymour als Rettungsversuch eine seltene Pflanze, die er kürzlich erworben hat, ins Schaufenster. Die “Audrey II” getaufte Pflanze lockt tatsächlich viele Kunden an. Um sie vor dem Verwelken zu schützen, bleibt Seymour nichts anderes übrig, als sie mit ein paar Tropfen seines Blutes zu füttern. Dieses bekommt Audrey II sehr gut und sie wächst und gedeiht.

Große Bühne für eine Pflanze

Heiko Mönnich hat Bühnenbild und Kostüme für diese Inszenierung gelungen entworfen. Da sich der Großteil der Geschichte in Mushniks Blumenladen abspielt, wurde an der Größe dieses Spielortes nicht gespart und er nimmt die gesamte Bühnentiefe ein. Das Wachsen der Audrey II wirkt in der Proportion zur großen Bühne sehr gelungen. Das Pfalztheater geht auch bei dieser Inszenierung in Kostüm und Ausstattung keine Experimente ein und bleibt in diesen Punkten werktreu, was zuletzt auch bei MY FAIR LADY vom Publikum sehr geschätzt wurde.

Audrey II wächst auf der Bühne des Pfalztheaters Kaiserslautern

© Hans-Jürgen Brehm-Seufert

Denis M. Rudisch gibt der Rolle des Seymour ein großes Herz und berührt so die Herzen der Zuschauer. Seine Schwärmereien für Audrey sind herrlich unbeholfen. Sein innerer Konflikt mit den Verpflichtungen, die mit dem Wachstum und der Popularität der Audrey II einhergehen, spielt er eindrucksvoll. Auch bleibt seine passende, naive Stimme lange im Gedächtnis. Die in Kaiserslautern aufgewachsene Adrienn Čunka gehört zum festen Ensemble des Pfalztheaters und verkörpert die Rolle der quirligen Audrey. Blond und groß und nicht auf den Mund gefallen, ist sie der perfekte Gegenpart zu Seymour. Čunka hat ein Musicalstudium in München absolviert, dennoch wirkt ihre Stimme in manchen Gesangspartien etwas zu hoch. Das Gefühl, dass Stimme und Text nicht ganz passen kann jedoch auch den teils sehr platten Reimen in den Liedtexten (im Original Howard Ashmen, deutsch von Michael Kunze) geschuldet sein wie “Er mäht vorm Haus das Gras, das macht er gern allein und ich steh in der Küche und schneide Zwiebeln klein”.

Peter Floch als Zahnarzt und Denis M. Rudisch als Seymour im kleinen Horrorladen Kaiserslautern

© Hans-Jürgen Brehm-Seufert

Peter Floch spielt den Zahnarzt mit Elvis-Presley-Frisur, den auf der Bühne alle fürchten, der dafür aber bei den Zuschauern sehr gut ankommt. Die Rolle des Blumenbesitzers Mr. Mushnik übernimmt Alexis Wagner, der diese Rolle souverän ausfüllt, jedoch vergisst man sie eben so schnell wie Audrey II ihn aufgefressen hat. Die drei Mädchen von der Straße Crystal (Henriette Schreiner), Chiffon (Nina Bülles) und Ronnette (Jeanette Claßen) kommentieren die Handlung des Stückes. Dies kann durch die fast durchgehende Präsenz der drei am linken oder rechten Bühnenrand manchmal etwas zu sehr vom mittigen Bühnengeschehen ablenken. Positiv sticht Nina Bülles in Gesang und einem nicht übertrieben aufgesetzten Spiel hervor.

In der Audrey II steckt Stephan Müller als Puppenspieler und die Stimme von Astrid Vosberg. Vosberg variiert mit Stimmfarben und Lautstärke und haucht der Pflanze ein unheimliches Leben ein. Höhepunkt der Show ist das Stück “Essenszeit” dank ihrer kraftvollen Stimme.

Ende gut alles gut?

Die Inszenierung von Christopher Tölle nimmt in Kaiserslautern ein unerwartetes Ende. Fans anderer Produktionen wird dieses sauer aufstoßen, da sie die Warnung des Stückes missverstanden sehen. Doch dem gelegentlichen Theatergänger und auch dem Premierenpublikum gefällt dieses Happy-End. Für weitere acht Vorstellungen steht DER KLEINE HORRORLADEN auf dem Spielplan des Pfalztheaters Kaiserslautern.

Kategorie: Der kleine Horrorladen,Stadttheater

Autor: N. Kroj (10.05.2016)

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