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Patricia Hodell Interview – Musical1 Podcast 32

Ab dem 25. März 2015 spielt Patricia Hodell im Stage Theater des Westens in ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK. Genau das kann die Musical-Darstellerin allerdings von sich selbst nicht behaupten, denn im Big Apple absolvierte sie ihr Musical-Studium. Die Wahlberlinerin berichtet, wie sie zum Musical kam und welche Rollen ihr am meisten am Herzen liegen.

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Patricia Hodell
Patricia Hodell © Stage Entertainment

Von der Schweiz nach New York

Die gebürtige Schweizerin Patricia Hodell spielte schon in DER BESUCH DER ALTEN DAME, in CATS, CABARET und MAMMA MIA! Seit vielen Jahren lebt sie in Berlin. Wie hat sie ihre Jugend in der Schweiz verbracht und warum hat sie ihre Heimat in Richtung Deutschland verlassen? Geboren ist Patricia in Bern, anschließend wuchs sie in einem kleinen Städtchen zwischen Bern und Thun auf. In ihrer Jugend fing sie schon mit sieben Jahren an zu tanzen, mit 13 wechselte sie vom Ballett zum Jazztanz. Ihr Klassenlehrer, ein ehemaliger Schauspieler, begeisterte sie auch für Gesang und Schauspiel. Auch ein Nachbarsehepaar, Schauspieler aus Berlin, weckte Patricias Interesse am Schauspielerberuf. Vom direkten Besuch einer Musical-Schule riet ihr das Ehepaar allerdings ab. Und so machte Patricia erst einmal eine Ausbildung zur Damenschneiderin. Nach der Ausbildung ging sie als Au Pair nach Seattle – und sah sich während dieser Zeit in New York nach einer geeigneten Musical-Schule um. Die fand sie auch, die Audition verlief erfolgreich: „Zack, war ich in New York an der Schule,“ berichtet Patricia.

Nachdem sie ihr erstes Long Run Musical in der Schweiz spielte, die Show DEEP in Zürich, hatte sie das Gefühl, in ihrer Heimat nichts ähnliches mehr finden zu können, was sie weiterbringt. Daher zog es sie zu Auditions nach Deutschland. Dort klappte es auch mit den Engagements. So kommt es, dass Patricia seit 2003 vor allem auf deutschen Bühnen zu sehen ist.

Auf die Frage nach ihrem Lieblings-Musical hin kommt Patricia ins Grübeln: „Das ist wirklich schwierig zu sagen, weil jedes Stück hat eine ganz eigene Art und eigene tolle Höhepunkte.“ CATS war allerdings das erste Musical, das sie mit 16 gesehen hat, und ist mit dafür verantwortlich, dass sie Musical-Darstellerin und Tänzerin werden wollte. 20 Jahre später stand sie dann selber als Katze auf der Bühne und hat gemerkt: Sie hat ihren Berufswunsch erfüllt. Die Sally Bowles in CABARET war eine weitere Traumrolle für sie, mit der sie Tanz, Gesang und Schauspiel verbinden konnte. Für MAMMA MIA! spielte Patricia sowohl die Donna als auch die Tanja und die Rosie sowie im Ensemble – jeweils eine ganz eigene Herausforderung. Ihre Rolle für DER BESUCH DER ALTEN DAME war ein weiterer Höhepunkt für sie.

Erinnerungen an MAMMA MIA!

Patricia Hodell in ihren Mamma Mia!-Rollen

© Stage Entertainment

Einer von Patricias großen Fans wollte im Vorfeld wissen, welche der drei Rollen in MAMMA MIA! ihr denn am liebsten ist. So genau kann Patricia das gar nicht sagen, da jede Rolle ihre Vorzüge mitbringt: Donna hat am meisten zu tun und die meiste Präsenz, ist authentisch, powervoll, kraftvoll. Tanja ist Patricia selbst am ähnlichsten, stilvoll und elegant. Die Rosie muss sie dagegen ganz anders spielen, Patricia mag aber die Bodenständigkeit der Rolle. „Jede Rolle hat eine ganz eigene Eigenschaft und ein eigenes Temperament. Ich habe mir den Kopf zermatert: Was spiele ich am liebsten? Ich kann es nicht sagen,“ schließt Patricia.

Patricias erster Auftritt bei MAMMA MIA! hat eine kleine Vorgeschichte: Sie ist beim Musical in Hamburg eingestiegen, als sie gerade von einer dreimonatigen Kreuzfahrt zurückkehrte. Mit frischem Jetleg stand sie am nächsten Tag um 10 Uhr bei den Proben und konnte sich zunächst nichts von den Choreografien merken. Die erste Woche wurde so zur „totalen Katastrophe“, wie sich Patricia mit einem Lachen erinnert. Nach nur zwei Wochen stand dann schon die Premiere an. „Ich war wahnsinnig aufgeregt, das erste Mal auf der Bühne zu stehen für diese tolle Show, vor allem mit einer Carolin Fortenbacher, die ich verehrt habe.“ Als sie zum ersten Mal als Rosie auf die Bühne musste, sei sie vor Angst fast gestorben, berichtet Patricia. Es ging dann aber doch alles gut. Am Ende der Show ging ihr meistens durch den Kopf: „Ja, jetzt haben wir die Bude wieder zum Kochen gebrach!“ Für sie ist es das allabendliche Ziel, das Publikum zum Tanzen und zu Standing Ovations zu bringen – und das hat bei MAMMA MIA! bis jetzt auch jeden Abend geklappt.

Ohne Peinlichkeiten und Versprecher ging es natürlich auch bei Patricia Hodell nicht ab: Vor allem Versprecher hatte sie viele. Sie erinnert sich noch an einen Blackout in Berlin, wo sie als Donna auf der Bühne stand. Der Satz, den sie eigentlich zu Sky sagen sollte, kam ihr einfach nicht mehr in den Sinn, auch nicht nach gefühlten zehn Minuten. Bei einer Autoshow passierte eine weitere Panne: Patricia tanzte in einem Showkostüm mit Haken vor einem Vorhang, der das zu präsentierende Auto verhüllte. Bei einer ihrer Drehungen blieb sie mit den Haken am Vorhang hängen – worauf ihr das gesamte Ding entgegenkam. Die Enthüllung war damit natürlich dahin.

Ab März in ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK

Letztes Jahr gab Patricia ihr Bühnendebüt in Wien, mit der Rolle der Claire Zachanassian in DER BESUCH DER ALTEN DAME. Zu ihrer Schulzeit war das Dürrenmatt-Stück in der Schweiz, der Heimat des Schriftstellers, natürlich Pflichtlektüre. Patricia hatte entsprechend großen Respekt vor der Rolle, die sie immer schon faszinierend fand. Sie findet vor allem die Zwiespältigkeit der Rolle spannend: Eine Grand Dame, totz Verletzung eine starke Persönlichkeit, zielstrebig und abgebrüht, kann über Leichen gehen. „Auf der anderen Seite ist sie sehr, sehr verletzlich, wie ein Kind, träumt, hat auch eine sehr warme und liebende Seite,“ beschreibt Patricia die Rolle der Claire. Für einen Schauspieler sei diese Zwiespältigkeit ein gefundenes Fressen. Sie schätzte auch die Zusammenarbeit mit Andreas Gergen (hier im Interview), der sich sehr mit der Rolle auseinandergesetzt hatte. „Die Zusammenarbeit mit Andreas finde ich immer sehr spannend, denn er ist wie ein erwachsenes Kind,“ erklärt Patricia. „Er hat diese große Gabe, locker zu lassen und Dinge entstehen zu lassen.“

Für Patricia steht jetzt als nächstes ihre Rolle in ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK im Berliner Stage Theater des Westens an. Dort spielt sie die Frau Menzel, die Reisebürofachfrau, die Maria Wartberg und Otto Staudach die Reise nach New York verkauft. Außerdem ist sie die Zweitbesetzung für die Rolle der Lisa Wartberg. Auf das Musical freut sie sich besonders, da sie 1999 Background-Tänzerin für ein Video von Udo Jürgens war – und jetzt seine Songs und seine Geschichte auf der Bühne weiterführen darf. Fans dürfen Patricia nach den Vorstellungen natürlich gerne an der Stage Door ansprechen.

Patricia Hodells Tipps für ihre Wahlheimat Berlin

Patricia Hodell lebt heute in Berlin. Die Stadt ist für sie der Inbegriff des europäischen New Yorks: „Sehr multikulturell, manchmal wahnsinnig chaotisch, hat aber einen gewissen Style, es ist rebellisch und eben kulturell sehr, sehr aufstrebend,“ beschreibt die Musical-Darstellerin ihre Wahlheimat. Neben den Stage-Produktionen ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK und HINTERM HORIZONT schätzt Patricia die Komische Oper und das Chamäleon, ein Theater in den Hackeschen Höfen, die Bar jeder Vernunft und das Tipi am Kanzleramt mit eher speziellen Produktionen. Zu ihren Lieblingsplätzen gehört das Literaturcafé in der Nähe des Theater des Westens, außerdem das Café am See im Tiergarten, wo es im Winter richtig romantisch wird. Gästen, die nach Berlin kommen, empfiehlt sie, sich nicht in einem Hotel, sondern lieber in einer kleinen Pension einzumieten, um das Berliner Flair kennen zu lernen.

Zum Schluss noch eine Frage in eigener Sache: Liebe Musical1 Podcast-Hörer, welchen Musical-Darsteller oder welche Darstellerin würden Sie denn gerne noch im Interview hören? Teilen Sie uns Ihre Wünsche gerne mit, wir versuchen, die entsprechenden Darsteller vor’s Mikrophon zu bringen.

Kategorie: Podcast

Autor: C. Demme (15.02.2015)

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