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NEXT TO NORMAL (FAST NORMAL) – Theater Dortmund

Am 11.03.2016 zeigte das Theater Dortmund die zweite Vorstellung des Musicals NEXT TO NORMAL in der aktuellen Spielzeit – mit einer Starbesetzung rund um Maya Hakvoort und Rob Fowler. Musical1 war für Euch vor Ort und hat sich diese Produktion angeschaut.

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Next to Normal Dortmund © Opernhaus Dortmund

Von der Abschlussarbeit zum abendfüllenden Musical

Seinen Ursprung hat das Musical NEXT TO NORMAL in einem zehnminütigen Kurzmusical, das die Autoren Brian Yorkey und Tom Kitt am Ende eines Autoren-Workshops präsentierten. Knapp zehn Jahre später wurde aus der Abschlussarbeit FEELING ELECTRIC ein abendfüllendes Musical, das neben drei Tony Awards – 2009: Best Original Score (Tom Kitt und Brian Yorkey), Best Orchestration (Michael Starobin und Tom Kitt) und Best Performance by a Leading Actress in a Musical (Alice Ripley) – auch mit einem Pulitzer Preis ausgezeichnet wurde.

Der Anschein einer ganz normalen Familie

©Björn Hickmann (Stage Picture GmbH)

©Björn Hickmann (Stage Picture GmbH)

Das Musical handelt von den Goodmans, einer gutbürgerlichen amerikanischen Familie: Vater Architekt, Tochter überaus intelligent mit musikalischer Begabung, ein Sohn, der kurz vor einem achtzehnten Geburtstag seine Grenzen auslotet, und eine Mutter, die für ihre Kinder den Beruf aufgeben hat und sich um die Familie kümmert. Eben eine ganz normale Familie – na ja, fast. Dem ein oder anderen kommt es sicher bekannt vor, wie die Mutter Diana bis in die frühen Morgenstunden in der Küche sitzt und auf ihren 17-jährigen Sohn wartet, der mal wieder zu spät nach Hause kommt. Doch wenn sie ihrer Tochter Natalie – die früh um Vier schon über Schularbeiten sitzt – erzählt, dass Sie nun hinaufgeht, um mit ihrem Mann Dan Sex zu haben, beginnt der Zuschauer so langsam daran zu zweifeln, dass hier wirklich alles so normal ist, wie es scheint. Spätestens, als Diana am nächsten Morgen beginnt Pausenbrote auf Vorrat zu machen, und das auch noch auf dem Boden, wird auch dem Letzten im Publikum klar: Hier stimmt was nicht!

Eine Mutter mit einer bipolare Störung

Der Grund für Dianas komisches Verhalten wird klar, als Dan sie zu ihrem Arzt Dr. Fine bringt. Eine bipolare Störung sorgt dafür, dass die Stimmung von Diana immer wieder zwischen manischen und depressiven Phasen schwankt. Jetzt wird deutlich, dass ihre Krankheit den gesamten Alltag ihrer Familie bestimmt. Dabei stehen ihr Mann und ihr Sohn Gabe immer an Dianas Seite. Natalie geht in all den Problemen vollkommen unter – bis sie ihren Mitschüler Henry kennen lernt, der langsam zu ihr durchdringt.
Die Medikamente, die Dr. Fine Diana verschreibt und die ihr helfen sollen, stabilisieren sie zwar, hindern sie aber auch daran, Gefühle zu empfinden. Dem will die Mutter entkommen und spült in einem Akt der Selbstbefreiung die Pillen im Klo herunter. Erst scheint alles besser zu werden, doch dann folgt der Zusammenbruch. Eine Schlüsselszene für das Stück. Dan wendet sich in seiner Verzweiflung an einen neuen Arzt: Dr. Madden. Als auch dessen Hypnosetherapie nicht anschlägt, bleibt laut dem Doktor nur noch die Elektokonvulsionstherapie.

Keine leichte Kost

©Björn Hickmann (Stage Picture GmbH)

©Björn Hickmann (Stage Picture GmbH)

NEXT TO NORMAL ist sicherlich keines dieser Musicals, die einen zwar gut unterhalten, die einem aber nach Verlassen des Saales ehr kalt lassen. In Dortmund ist dies vor allen Dingen einer wirklich gut aufeinander eingespielten Cast zu verdanken. Maja Hakvoort als Diana schwankt das ganze Stück über zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt. Sowohl gesanglich als auch schauspielerisch ist sie dieser Rolle voll und ganz gewachsen. Ebenso auch Rob Fowler, der in die Rolle ihres Mannes Dan schlüpft. Auch er holt aus seiner Rolle alles heraus und überzeugt nicht nur stimmlich. Besonders in dem Moment, als sich seine Frau von ihm trennt, um ihren eigenen Weg zu gehen, leidet man mit ihm mit. Eve Rades und Dustin Smailes als Natalie und Henry ergänzen als junges Liebespaar die Cast perfekt. Smailes bringt den Zuschauer dazu, mit ihm zu hoffen, dass Natalie ihren Schutzpanzer endlich einreist. Jörg Neubauer, der sowohl Dr. Fine als auch Dr. Madden besetzt, schafft es problemlos die beiden Arzte charakterlich voneinander zu trennen. Zwischen all dem geistert Johannes Huth als Gabe umher. Leider geht er in den gemeinsamen Nummern mit den Kollegen ein wenig unter, kann aber bei seinem Solo „Ich lebe“ voll und ganz überzeugen.

Die Umsetzung in Dortmund

Mit der Produktion NEXT TO NORMAL bringt das Theater wieder eine sehr gute Musical-Inszenierung auf die Bühne. Das Bühnenbild ist schlicht, fast schon minimalistisch und legt das Augenmerk voll und ganz auf die Darsteller und ihre tadellose Leistung. Damit wird auch der durchaus – für ein Musical – ungewöhnlichen Thematik genug Raum gegeben, auf die Zuschauer zu wirken. Besonders toll ist es, dass die NEXT TO NORMAL Band sichtbar auf der Bühne sitz und nicht in einem Orchestergraben ‚versteckt‘ wird.

Der Schlussapplaus

Leider war an diesem Abend der Saal nicht gut besucht und viele Plätze noch frei. Dennoch stand nur wenige Sekunden nach Beginn des Schlussapplauses der ganze Saal und feierte die Cast und das Orchester. Diese Produktion und die tolle Besetzung verdient es gesehen zu werden.

Weitere Termine

NEXT TO NORMAL ist noch bis Juni an folgenden Terminen im Theater Dortmund zu sehen:

  • Do, 17. März 2016
  • Sa, 02. April 2016
  • Fr, 08. April 2016
  • So, 10. April 2016
  • Mi, 13. April 2016
  • Do, 21. April 2016
  • Fr, 29. April 2016
  • So, 08. Mai 2016
  • Fr, 13. Mai 2016
  • Sa, 28. Mai 2016
  • Fr, 03. Juni 2016
  • Sa, 11. Juni 2016

Die Besetzung

Musikalische Leitung: Kai Tietje
Regie: Stefan Huber
Bühne: Timo Dentler, Okarina Peter
Kostüme: Susanne Hubrich
Choreografie: Danny Costello

Diana: Maya Hakvoort
Dan: Rob Fowler
Gabe: Johannes Huth
Natalie: Eve Rades
Henry: Dustin Smailes
Dr. Fine/Madden: Jörg Neubauer
Mit der: Next to Normal-Band

Tickets

Für alle Shows gibt es noch Tickets zu kaufen. Buchbar sind Karten über die Internetseite des Theater, an der Theaterkasse oder direkt bei uns.

Kategorie: Kritiken

Tags:

Autor: K. Heinen (15.03.2016)

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