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Neues Familienmusical in Baden, Österreich – IN 80 TAGEN UM DIE WELT

Das Musical IN 80 TAGEN UM DIE WELT, von Beppo Binder als Bühnenversion frei nach Jules Vernes Roman erzählt, feierte am Stadttheater Baden Premiere. Am Samstag, dem 14. November 2015, wurde das Familienmusical mit der Musik von Pavel Singer uraufgeführt. Die schöne Geschichte rund um die Weltreise schafft keine Begeisterung, aber sorgt für gute Unterhaltung.

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In 80 Tagen um die Welt Beppo Binder & René Rumpold © Christian Husar /Bühne Baden

Musicals bei der Bühne Baden

Das Theater der Biedermeier-Kurstadt Baden bei Wien hat sich neben Oper und Operette auch Musical auf die eigene Fahne geschrieben. Im vergangenen Sommer lief schon HAIRSPRAY mit den Kranner-Brüdern Gernot und Reinwald, im Februar und März 2015 war Musicalstar Lukas Permann in Sondheims DAS LÄCHELN EINER SOMMERNACHT zu sehen. Mit IN 80 TAGEN UM DIE WELT gab es nun die Uraufführung des neuen Familienmusicals. Der Originalroman von Jules Verne wurde schon mehrfach verfilmt, unter anderem mit Pierce Brosnan (1989 als Phileas Fogg) und Jacky Chan (2004 als Passepartout/Lau Xing). Bereits 2012 gab es eine erste Bühnenadaption, die als Familienmusical bei den Freilichtspielen Tecklenburg gezeigt wurde.

Bekannte Geschichte

© Christian Husar /Bühne Baden

© Christian Husar /Bühne Baden

In 80 Tagen um die Welt zu reisen, das ist in Zeiten von Autos, Schnellzügen und Flugzeugen kein Problem. Zur Zeit des Autors Jules Verne (1828-1905) war es hingegen ein großes Wagnis. In fremden Ländern auf unbekannte Kulturen zu treffen versprach in jedem Fall ein Abenteuer zu werden. Es war daher auch eine mutige Wette, die der Edelmann Phileas Fogg einging, wenn er in elfeinhalb Wochen mit Ballon, Zug, Kutsche und Schiff einmal den Erdball umrunden wollte. Irrtümlich wird der Reisende auch noch für einen Bankräuber gehalten und so wird der Wettlauf gegen die Zeit zur spannenden Verfolgungsjagd.

Tolle Kostüme und starke Hauptdarsteller

© Christian Husar /Bühne Baden

© Christian Husar /Bühne Baden

Besonders gut verkörpert René Rumpold die Hauptfigur des Phileas Fogg. Großgewachsen bewegt er sich mit der nötigen Würde, damit das Publikum ihm den peniblen Aristokraten abnimmt. Schon durch die im ganzen Stück hervorragende Kostümarbeit von Markus Windberger wird deutlich, dass Fogg sich von den anderen unterscheidet. Er trägt nicht wie die übrigen Mitglieder des „Fortschrittsclubs“ einen schwarzen Cut mit weißer Fliege, sondern glänzt im Dreiteiler mit vornehmem Halstuch und Gehstock. Auch sonst haben sich die Kostümwerkstätten große Mühe gegeben, die einzelnen Stationen der Reise farbenfroh, detailverliebt und authentisch auszustatten. Der gedankenlose Diener Passpartout, gespielt mit französischem Dialekt von Beppo Binder (Buch und Regie), zeigt Fogg, dass es im Leben auch auf andere Dinge ankommt. Mit seiner Hilfe gelingt der Wandel vom übertrieben korrekten Sonderling zum Abenteurer mit Improvisationstalent.

Verpasste Chancen

Mit diesem hohen Standard der Kostümausstatter kann das Bühnenbild, das hauptsächlich mit Prospekten arbeitet, nicht ganz mithalten. Auch die Chance, die Reise für die Zuschauer mit kleinen Effekten aufzupeppen, wird nicht genutzt. Ebenso verpasst es das Buch, stellenweise genügend Spannung aufzubauen oder für mehr komische Momente zu sorgen. Umbauarbeiten wurden nur durch eine projizierte Weltkarte vom Publikum abgeschirmt. Hier wäre es schön gewesen, beispielsweise die zurückgelegte Strecke auf der Karte zu markieren oder dem Zuschauer durch eine Uhr oder ein Kalenderblatt die verbleibende Zeit anzuzeigen.

Gute Unterhaltung ohne Wow-Effekt

© Christian Husar /Bühne Baden

© Christian Husar /Bühne Baden

Insgesamt wirkt die Inszenierung bemüht und nett, bleibt aber manchmal hinter ihren eigenen Möglichkeiten. Auch schöne Ideen – Martin Fischerauer zupft als Billy the Kid im Wilden Westen selbst das Banjo – werden nur in einzelnen Szenen eingesetzt. Die Inszenierung ohne wirkliche Überraschungsmomente oder Besonderheiten hätte genau so auch schon vor 20 oder 30 Jahren laufen können. Am eindrucksvollsten umgesetzt sind sicher die exotischen Reisestationen Suez, Indien, Japan und Nordamerika. Die Musik von Pavel Singer unterstreicht die Geschichte und entführt auch musikalisch in ferne Länder. Das Orchester der Bühne Baden spielt einwandfrei, richtige Ohrwürmer fehlen aber leider.

Kreativteam:

  • Buch und Inszenierung: Beppo Binder
  • Musik: Pavel Singer
  • Musikalische Leitung: Oliver Ostermann
  • Ausstattung: Markus Windberger
  • Choreographie: Bohdana Svivacz

Besetzung:

  • Phileas Fogg: René Rumpold
  • Jean Passepartout: Beppo Binder
  • Aouda: Maria Mucha
  • Inspektor Fix: Artur Ortens
  • Major General Chromarty: Franz Födinger
  • Chiho: Christa Ertl
  • Detektiv Fox: Lorin Wey
  • Detektiv Knox: Horst Schirmbrand
  • Jodler/Ranjid/”Billy the Kid”: Martin Fischerauer
  • Lord Sullivan/Schaffner/Sheriff/Captain: Daniel Ferlin
  • James/Konsul Chippendale/Mr. Needle: Robert Sadil
  • Mr. Stuart: Thomas Nestler
  • Mr. Vallentine: Mario Fancovic
  • Indischer Oberpriester/Wilder Büffel: Ovidiu Cozma

Weitere Termine:

  • 21. November 2015
  • 29. November 2015
  • 5. Dezember 2015
  • 6. Dezember 2015
  • 8. Dezember 2015
  • 13. Dezember 2015
  • 19. Dezember 2015
  • 27. Dezember 2015
  • 3. Januar 2015

Vorstellungsbeginn ist jeweils um 15 Uhr.

Karten gibt es auf der Homepage der Bühne Baden.

Stadttheater Baden, Theaterplatz, Baden, Österreich

Kategorie: Kritiken,Stadttheater

Tags:

Autor: M. Sommerfeld (15.11.2015)

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