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NATÜRLICH BLOND: Es wird Pink in Siegen!

Es ist das Stück, das sich dieses Jahr besonderer Beliebtheit erfreut. Das Musical rund um Elle, die auf der Jagd nach ihrem Ex-Freund zu sich selbst findet, war sowohl in Erlangen-Nürnberg als auch in Leverkusen zu sehen. Am Freitag, dem 07. Oktober, feierte NATÜRLICH BLOND nun in einer Produktion von Musical!Kultur Daaden e.V. Premiere im Siegener Apollo-Theater.

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natuerlich-blond-siegen ©Musical!Kultur Daaden e.V.

Von der Vergangenheit in die Gegenwart

Während Musical!Kultur Daaden in den vorausgegangenen Produktionen immer den Schritt in die Vergangenheit gewagt hat, trauen sie sich nun in die rosa Welt von Elle Woods. 18 Monate sind vergangen, in denen sich über 200 Mitwirkende der Umsetzung von NATÜRLICH BLOND gewidmet haben. Eine Produktion, die eine ganz besondere Bedeutung zu haben scheint. „Lange genug war Musical!Kultur komödien-avers und schrieb Etabliertes fort. (…) Nun wird es hell. Die Weichen für eine neue Ära sind gestellt“, so Daniel Imhäuser, 1. Vorsitzender, in seinem Grußwort. Ob der Start in die neue Ära geglückt ist, hat sich Musical1 am 8. Oktober einmal angesehen.

Berühmt durch die Verfilmung

Die Geschichte, die in NATÜRLICH BLOND erzählt wird, dürfte den meisten aus den Verfilmungen mit Reese Witherspoon ein Begriff sein. Elle Woods lebt in ihrer pinken Welt, mit ihren Freundinnen aus der Studentenverbindung Delta Nu, ihrem Hund Brutus und ihrem Freund Warner Huntington III. Diese heile Welt zerbricht, als ihr Freund die Beziehung beendet, da es für ihn mit Beginn seines Jurastudiums Zeit für was Ernsteres wird.

Natürlich Blond Harvard

©Musical!Kultur Daaden e.V.

So beschließt sie Warner nach Harvard zu folgen, um ebenfalls Jura zu studieren – in der Hoffnung ihren Ex-Freund zurück zu gewinnen. Natürlich passt sie mit ihren pinken Outfits nicht in das Bild der Eliteuniversität. Doch nach dem nötigen Tritt in den Hintern durch den Rechtsassessor Emmett Forrest, schafft es Elle, einen der heißbegehrten Praktikumsplätze bei Professor Callahan zu ergattern. Dort entwickelt Elle ein ganz neues Selbstbewusstsein und ihre Vergangenheit als ehemalige Delta Nu kommt ihr dabei auch noch zugute.

Bühne und Kostüm

Betritt man den Saal des Siegener Apollo-Theaters empfängt einen ein Bühnenbild, das stark an Elisabeth erinnert. Statt eines Scherenschnitts, sieht man hier die Umrisse des kleinen Chiwawas Brutus Woods. In diesem Bühnenausschnitt spielen auch die ersten Szenen. Was folgt, ist ein überaus geglückter Wechsel der Szenen – seien es die altehrwürdigen Mauern der Eliteuniversität, das in die verschiedensten Rosa-Töne gehüllte Zimmer von Elle oder auch der Hippiesalon von Paulette. Mit seiner Beschreibung „Es wird hell“ untertreibt Imhäuser. Es wird nicht nur hell, sondern auch bunt. So wird Elles Welt lebendig. Hier hat das Kulissen- und Requisiten-Team rund um Christian Simon ganze Arbeit geleistet. Unterstützt wird das Bühnenbild durch ein fahrbares Bühnenpodest, das ein Spielen auf verschiedenen Bühneneben möglich macht.

Natürlich Blond Irland

©Musical!Kultur Daaden e.V.

Doch nicht nur das Bühnenbild überzeugt mit Kreativität und Farbenpracht, auch die Kostüme schließen sich dem an. Von Anfang an ist klar zu erkennen, wer zu den Schwestern von Delta Nu gehört. Auch der griechische Chor lässt sich mit seinen goldenen Hot-Pants und den weißen Tuniken sofort erkennen. Dabei ist Elles Lieblingsfarbe nie weit weg – Pink. Immer wieder findet sich diese Farbe in den Kostümen wieder. Elfrun Becker und ihr Team haben sich ins Detail verliebt.

Die Darsteller

Hier stehen eine Vielzahl an Darstellern auf der Bühne, ob nun an Solisten, Tänzern oder auch im Ensemble. Sei es nun Elle, Emmet, Paulette oder auch Warner – Alle Hauptrollen sind mit tollen Stimmen besetzt. Was bei dieser Produktion nicht außer Acht gelassen werden sollte, ist, dass es sich hier nicht um professionelle Darsteller handelt. Nach unzähligen Proben im Westerwald, sind die Darsteller zusammengewachsen. Diesen Eindruck gewinnt man, wenn man das Zusammenspiel beobachtet.

Natürlich Blond so viel besser

©Musical!Kultur Daaden e.V.

Marina Rossol, die an diesem Abend die Rolle der Elle Woods verkörpert, hat ihre Stimme unter Kontrolle. Sie weiß sie in allen Stimmlagen richtig einzusetzten. Aber auch Jasmin Eisert (Paulette), Lucia Pfeifer (Vivienne), Fiona Hensel (Enid) und Madeleine Seither (Brooke) zeigen welche Stimmgewalt in ihnen steckt. Auch die Männer brauchen sich nicht verstecken. Sowohl Florian Henseling (Warner) als auch Erik Aepfelbach (Emmett) können mit ihren klaren und vor allem festen, sicheren Stimmen überzeugen.

Ensemble und Choreographie

Die Choreographien rund um das Team von Elisa Martini sind wirklich anspruchsvoll und gut durchdacht. Leider saß an diesem Abend noch nicht jeder Schritt. Oft waren die Choreographien nicht synchron. Gerade wenn man die Tanzszenen für Irland und Natürlich Blond – Remix an Lord of the Dance anlehnt – wie es ja auch in Wien choreografiert war – stört es den Blick, wenn nicht alles synchron ist. Der Chorklang ist sonor und homogen, kleinere Soloparts sind leider nicht laut genug und gehen so schnell unter. Aus diesem Grund wird es oft schwierig, den Text zu verstehen.

Das Orchester

Natürlich Blond im Gefängnis

©Musical!Kultur Daaden e.V.

Das, was an diesem Abend auf dem Orchestergraben schallt, ist wirklich aller Ehren wert. Aufgeführt sind im Programmheft 27 Musiker (inkl. Dirigent) und das spiegelt sich auch im Klangerlebnis wider. Schon bei der Overtüre wird klar, dass nicht nur die Darsteller, sondern auch die Musiker viel Zeit in die Proben gesteckt haben. Es macht Spaß, diesem voll besetzten Orchester zuzuhören. Gegen diesen satten Klang anzukommen, könnte auch der Grund dafür sein, warum der ein oder andere Solopart nicht deutlich durch kommt.

Fazit

Mit dieser Produktion wollte Musical!Kultur eine neue Ära anbrechen. Auch wenn die Produktion leichte Schwächen in der Synchronität aufweist, und die ein oder andere Figurenentwicklung deutlicher herausgearbeitet werden könnte, kann man Musical!Kultur nur gratulieren. Der Chor ist gut aufeinander abgestimmt, die Solisten beweisen Stimmgewalt und die Choreografien sind anspruchsvoll.

Noch acht weitere Male ist diese Produktion im Siegener Apollo-Theater zu sehen. Auch wenn nicht alles perfekt ist, lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall.

Natürlich Blond vor Gericht

©Musical!Kultur Daaden e.V.

Kategorie: Kritiken

Autor: K. Heinen (10.10.2016)

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