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Musical PREMIERE – DER HAUPTMANN VON KÖPENICK

Wunderbare Premiere DER HAUPTMANN VON KÖPENICK - Das Musical - in Berlin. Eine super gelungene Premiere mit einer fantastischen Cast am Originalschauplatz im Rathaushof Köpenick unter der Regie von Heiko Stang. Wir von Musical1 waren für Euch dabei und jeder der noch bis August die Gelegenheit hat sollte es sich unbedingt anschauen. Berliner Geschichte mit Herz und Schnauze.

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Geniestreich der Extraklasse

Bekannt wurde der Hauptmann von Köpenick durch die spektakuläre Besetzung des Rathauses der Stadt Cöpenick, am 16. Oktober 1906 durch Friedrich Wilhelm Voigt.

Friedrich Wilhelm Voigt (* 13. Februar 1849 in Tilsit † 3. Januar 1922 in Luxemburg) war ein aus Ostpreußen stammender Schuster, den die Unbilden des Lebens auf eine aberwitzige Idee brachte. Im Jahre 1906 spazierte er als falscher Hauptmann verkleidet und mit einem Gefolge gutgläubiger Soldaten in das Cöpenicker Rathaus. Dort verhaftete er zuerst den Bürgermeister und raubte dann die Stadtkasse zu Cöpenick. Nach heutiger Währung erbeutete Voigt 22.000 Euro. Dieser Coup stieß auf reges Interesse und ging unter dem Wort Köpenickiade in die deutsche Sprache ein. Ganz Deutschland lachte über diesen Geniestreich und selbst den Kaiser belustigte diese Gaunerei so, dass er Friedrich Wilhelm Voigt sogar begnadigte.

Ein Stück Musiktheater – so alt wie das Ereignis selbst

Bereits kurz nach dieser „unglaublichen Posse“ interpretierten kleine Theateraufführungen dieses Ganovenstück und trugen es in die Welt. Carl Zuckmayer begeisterte sich 1930 widerum für dieses Ereignis. Er schrieb und inszenierte das bekannte Theaterstück „Der Hauptmann von Köpenick“.

Am bekanntesten dürfte uns allen die spätere Verfilmung mit Heinz Rühmann sein. Bis heute hat dieser Geniestreich nichts von seiner Faszination verloren.

Zum 100. Jubiläum der Köpenickiade im Jahr 2006 wurde das Zuckmayer-Stück erstmals im Festsaal des Rathauses Köpenick durch das „Stadttheater Cöpenick“ in Szene gesetzt.

Überzeugende und gelungene Umsetzung an historischem Originalschauplatz

Am 24. Juni 2016, dem Jahr des 110. Jubiläum der Köpenickiade, war Musical1 zur Premiere des Musicals DER HAUPTMANN VON KÖPENICK – Regie Heiko Stang – vor Ort und hat sich von dem Geniestreich einfangen lassen – der bis heute wirklich nichts an Aktualität verloren hat.

„Kein Pass? Keine Wohnung! – Keine Wohnung? Kein Pass!“

Eine Cast, die überzeugender nicht sein konnte

Allen voran Maximilian Nowka, welcher bereits im letzten Jahr den Schuster Wilhelm Voigt spielte, überzeugte vollendens darstellerisch und gesanglich. Mit viel Gefühl und Emotionen zog er das Publikum auf seine Seite und ließ es mit Wilhelm Voigt leiden und ihn nicht als Gauner, sondern als bemitleidenswerten Bürger da stehen. Maximillian Nowka macht den Hauptmann von Köpenick alias Wilhelm Voigt zum liebenswerten Helden der Geschichte. Einem Mann aus dem Volke, dem die preußische militärische Pedanterie keinen anderen Ausweg bot, als zum genialen Gauner zu werden.

Schuster Wilhelm Voigt

Maximilian Nowka als Schuster Wilhelm Voigt

Das Stück ist sehr nah an Carl Zuckmayers Tragikkomödie von 1931 angesiedelt.

Die Musik und Liedtexte von Heiko Stang unterstreichen das Gefühl der damaligen Zeit, die sich in Bühnenbild und durch wunderbare Kostüme dem Publikum präsentiert.

Berliner Herz und Schnauze mit preußischer Gehorsamkeit

Mit Berliner Herz und Schnauze wird man in das Alte Berlin um 1900 entführt.

@Ines Marquardt #Hauptmann von Köpenick

@Ines Marquardt #Hauptmann von Köpenick

Eine wunderbar ausgewählte, 15 Mann starke Cast charakterisierte die Unterschiede des Standes der damaligen Zeit. Preußisches militärisches Beamtentum trifft auf den kleinen Mann im Volk. Mit frechem Wortwitz, koketten Berliner Mädels, preußischer Gehorsamkeit, aber auch leisen nachdenklichen Tönen ein rundum gelungenes Werk.

@Ines Marquardt #Hauptmann von Köpenick

@Ines Marquardt #Hauptmann von Köpenick

Die Darsteller agierten nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Publikum und so bekam gleich zu Beginn der eine oder andere Zuschauer eine Ahnung davon, was preußisch militärische Gefolgsamkeit bedeutet hat.

Musikalisch begleiteten die acht Musiker des Symphonic Pop Orchestra unter Leitung von Frank Hollmann den Abend.

Schuster Wilhelm Voigt (Maximilian Nowka) ist kein unbeschriebenes Blatt. Er ist im Laufe seiner 36 Lebensjahre schon häufig mit dem Gesetz kollidiert. Gerade wieder auf freiem Fuß in Berlin angekommen, ist es sein fester Vorsatz, nun ein ehrbarer, ehrlich arbeitender Mensch zu werden. Dazu benötigt er eine Aufenthaltgenehmigung von der Berliner Kommandantur, welche ihm vom Oberwachtmeister (Jörg Zuch) aufgrund fehlender Papiere und vor allem der anstehenden 12 Uhr Mittagspause (welche einem deutschen Beamten damals schon heilig war) verweigert wird.

Wilhelm versucht in Berlin trotzdem Arbeit zu finden, allerdings erfolglos.

Ohne Papiere keine Arbeit, ohne Arbeit keine Wohnung und ohne Wohnung keine Papiere. Ein scheinbar nicht zu überwindender Teufelskreis.

Wilhelm bleibt keine andere Möglichkeit als bei seiner Schwester Marie Hoprecht (Ina Wagler Fendrich) und seinem Schwager Friedrich Hoprecht (Jörg Zuch) Unterschlupf zu finden. Dort trifft Wilhelm auf Liesken (Juliane Maria Wolff).

Das Mädchen wohnt bei Wilhelms Schwester zur Untermiete. Sie ist Waise und ist sehr krank. Wilhelm wird für Liesken zum Wegbegleiter bis zu Ihrer letzten Stunde. Lieskens Tod ist einfühlsam und beeindruckend in einem wunderschönen Duett der beiden umgesetzt.

In Wilhelm, der inzwischen die Ausweisung erhalten hat, reift ein genialer Plan. Ihm ist bewußt „Kleider und Ansehen machen einen Menschen in dieser pedantisch militärisch geprägten Zeit aus“.

In seiner Zeit im Gefängnis hatte er viel über militärische Ordnung und strategische Kriegsführung gelernt. Dies sollte ihm nun dienlich werden.

Von einem Trödler kauft er sich einen alten ausgedienten Hauptmannsmantel, Mütze und Degengürtel. Der Hauptmann von Köpenick war erschaffen. Wilhelm machte sich auf den Weg nach Berlin-Köpenick. Dank der Uniform war er nun jemand.

Mit einer kleinen Anzahl von preußischen Soldaten marschierte er ins Rathaus, verhaftete den Bürgermeister und beschlagnahmte die Stadtkasse von Köpenick. Die langersehnte Aufenthaltsgenehmigung und den damit verbundenen Pass konnte er allerdings nicht ergaunern. Aber die Aufmerksamkeit der Bevölkerung hat er sich geholt und dies bis heute.

Es war eine gelungene super Premiere, die richtig Spass gemacht hat. Dank der tollen Darsteller, die mit Herzblut und viel Berliner Charme und Schnauze in diesem Stück agieren und der unvergleichlichen Umgebung des Originalschauplatzes ist diese Alt-Berliner Geschichte nicht nur ein MUSS für Berliner sondern auch für Berlin Besucher jeden Alters. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich unbedingt Karten sichern und dieses Musical in seine Planung aufnehmen. Noch bis zum 28. August immer Freitag bis Sonntag.

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Hier wurde wieder einmal gezeigt, dass Musical nicht nur auf den „großen“ Bühnen seinen Platz hat, sondern mit dem entsprechenden Enthusiasmus einer spielfreudigen und gesangsstarken Truppe, die komplett live daherkommt, überall begeistern kann.

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Kategorie: Open Air

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Autor: I. Marquardt (26.06.2016)

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