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Mozart! 2.0 – glanzvolle Premiere der Neuinszenierung

Die Neuinszenierung von MOZART! feierte am 24. September 2015 eine fulminante und einzigartige Premiere im Wiener Raimund Theater. Das Musical-Drama rund ums Erwachsenwerden von Wolfgang Amadeus Mozart beindruckt durch eine neuartige Form der Musicalinszenierung. Vor allem die Reduktion auf das Wesentliche, die starken Darsteller und die grandiose Musik machen diesen Musicalabend der Vereinigten Bühnen Wien (VBW) unvergesslich. Die Inszenierung kommt gut beim Wiener Premieren-Publikum an, regt zum Nachdenken an und wird mit langen Standing Ovations gefeiert.

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Mozart! Sujet
Mozart! Sujet © Vereinigte Bühnen Wien

Die innere Zerreißprobe

Im Fokus des Musicals steht natürlich der Komponist Mozart (Oedo Kuipers), der sich von seinem Übervater Leopold (Thomas Borchert) und den gesellschaftlichen Zwängen befreien will. Hauptsächlich geht es ihm darum, sich als Mensch und Musiker frei entfalten zu können. Auf der Bühne ist Mozart in doppelter Ausführung zu sehen. Zum einen als Mensch Wolfgang, zum anderen als Genie und Porzellankind Amadé (Sophie Wilfert), welches auch noch den erwachsenen Mozart wie einen Schatten verfolgt. Baronin von Waldstätten (Ana Milva Gomes) nimmt Mozart mit nach Wien, wo er sein Talent vor dem Kaiser beweisen soll. Jedoch verbringt er seine Zeit lieber auf dem Wiener Prater und mit Constanze Weber (Franziska Schuster), was seinem Geldgeber Fürsterzbischof Colloredo (Mark Seibert) gehörig gegen den Strich geht. Der Skandal ist perfekt als Graf Arco (Jon Geoffrey Goldsworthy) das Musikgenie im Auftrag von Colloredo mit dem berühmten Fußtritt vor die Tür setzt.

Mit Bewährtem Neues schaffen

Für die Neuauflage des VBW-Musicals konnte das Original-Leading-Team von 1999 um Micheal Kunze (Buch und Texte), Sylvester Levay (Musik) und Harry Kupfer (Regie) gewonnen werden. Durch die jahrelange Erfahrung mit MOZART! auch im Ausland ist es jetzt möglich die besten Elemente aus den verschiedenen Inszenierungen auszuwählen. Doch trotzdem sollte auf jeden Fall etwas Neues kreiert werden. Ein für Musicals ungewohnter Inszenierungsstil, neues Bühnenkonzept, modernere Kostüme. Auch ein extra komponiertes Duett rundet das frische Gesamtpaket ab. Die Choreografien von Dennis Callahan sind gut durchdacht, wirken aber teilweise wie alte Bekannte aus ELISABTEH oder TANZ DER VAMPIRE.

Stimmgewaltige Besetzung

© VBW/Deen van Meer 2015

© VBW/Deen van Meer 2015

Den VBW hat mit der Cast erneut ein gutes Händchen bewiesen. Die Mischung aus bekannten Musicalstars und einigen relativ unbekannten Talenten macht Spass und sorgt sicher für ein volles Haus. Oedo Kuipers feiert als Wolfgang Mozart sein VBW-Debüt und könnte einer der neuen Lieblinge des Wiener Publikums werden. Bei „Ich bin Musik“ und „Wie wird man seinen Schatten los“ beweist der junge Niederländer sein Können und zeigt dass er sowohl Power als auch viel Gefühl in der Stimme hat. Für den Gänsehaut-Moment des Abends sorgt VBW-Star Ana Milva Gomes. Bei ihrem „Gold von den Sternen“ steht sie einfach nur da und sorgt alleine durch ihre Ausstrahlung und ihre klare gefühlvolle Stimme für einen Showstopper. Als Baronin von Waldstätten hat sie eine gewisse Sonderstellung im Musical und spielt sozusagen in ihrer eigenen Liga. Thomas Borchert, der auch schon 1999 bei der Uraufführung dabei war, spielt und singt den liebenden und gleichzeitig tyrannischen Vater Leopold Mozart überzeugend. Die markante Stimme des Musicals-Stars ist gewohnt souverän und erinnert an den Sound von einer geliebten Hörspielkassette aus vergangen Kindertagen die in Dauerschleife angehört wurde. Die relativ unbekannte Franziska Schuster verkörpert die Constanze Weber mit viel Charme und Pfiff und kann bei „Irgendwo wird immer getanzt“ auch stimmlich von sich überzeugen. Auch Mark Seibert als Colloredo, Barbara Obermeier als Nannerl und Brigitte Oelke als Cäcilia Weber zeigen was sie mit ihrer Stimme können und runden die Riege der namhaften Hauptdarsteller ab.

Weniger ist mehr

Statt mit Prunk und viel Getöse ist die Inszenierung eher reduziert. Sie wirkt fast wie eine Operninszenierung und konzentriert sich auf das Wesentliche. Kupfer setzt auf kleine Aktionen, auf Mimik und Gestik. Auch das Ensemble kommt nur begrenzt zum Einsatz und taucht häufig nur schwarz im Hintergrund auf oder wurde eingebaut, um die wenigen Requisiten auf die richtigen Positionen zu verschieben. Das Gegenstück zur minimalistischen Inszenierung bildet das klanggewaltige, 27-köpfige VBW-Orchester, das die einzigartige Musik von Sylvester Levay imposant vorträgt. Hier ist definitiv mehr mehr.

Ganz in Weiß

© VBW/Deen van Meer 2015

© VBW/Deen van Meer 2015

Kostümbildner Yan Tax hat sich für die Neuinszenierung einen Mix aus modernen Kleidern und historischen Gewändern geschaffen. Die ältere Generation rund um Leopold Mozart und Hieronymus Colloredo stecken in alten Zwängen fest und tragen vorwiegend historische Kostüme. Die jüngere Generation hingegen hat aus heutiger Sicht eher einen zeitgemäßen Kleidungsstil. Mozart tritt mit Parker und Stiefeln auf. Da er von Kopf bis Fuß in Weiß gekleidet ist, hebt er sich optisch gut von den anderen Figuren ab. Eine Sonderstellung hat auch hier die Baronin von Waldstätten. Sie trägt ein blaues Seidenkleid und symbolisiert als Gönnerin Mozarts das göttliche überirdische.

 

Projizierte Bühne

© VBW/Deen van Meer 2015

© VBW/Deen van Meer 2015

Auch das Bühnenbild wirkt stark reduziert. Es gibt kaum Bühnenelemente und nur wenige Requisiten. Mit insgesamt vier neuen Hochleistungsprojektoren werden verschiedenste dreidimensionale Räume und Schauplätze geschaffen. Die projizierten Räume wirken sehr real, sind jedoch wie auch die ganze Bühne nie im rechten Winkel angeordnet. Eine tragende Rolle nehmen sowohl der schwarze Konzert-Flügel, der quasi ständig auf der Bühne bespielt wird, als auch zahlreiche samtbezogenen Stühle ein mit denen das hochkarätig besetzte Ensemble über weite Strecken agieren muss. Ein Highlight ist die Fahrt von Wolfgang und Constanze im Kettenkarussell auf dem Wiener Prater.

 

Die gelungen Neuinszenierung verdient auf jeden Fall das Prädikat sehenswert und wird in Wien sicher für ein volles Haus sorgen.

Leading Team:

  • Buch & Liedtexte: Michael Kunze
  • Musik: Sylvester Levay
  • Regie: Harry Kupfer
  • Choreografie: Dennis Callahan
  • Musikalische Leitung: Koen Schoots
  • Bühnenbild: Hans Schavernoch
  • Kostümbild: Yan Tax
  • Lichtdesign: Jürgen Hoffmann
  • Sounddesign: Thomas Strebel
  • Videodesign: Thomas Reimer

Besetzung:

  • Wolfgang Mozart: Oedo Kuipers
  • Leopold Mozart: Thomas Borchert
  • Hieronymus Colloredo: Mark Seibert
  • Constanze Weber / Nissen: Franziska Schuster
  • Nannerl Mozart: Barbara Obermeier
  • Baronin von Waldstätten: Ana Milva Gomes
  • Cäcilia Weber: Brigitte Oelke
  • Amadé, Das Porzellankind: Ilia Hollweg, Sophie Wilfert, Max Dörflinger, Lucas MacGregor

Ensemble: Abla Alaoui, André Bauer, Dorothea Baumann, Sebastian Brandmeir, Nicolas Boris Christahl, Johannes Glück, Jon Geoffrey Goldsworthy, Judith Jandl, Jessica Kessler, Maximilian Klakow, Karolin Konert, susanna Panzner, Martin Pasching, Florian Peters, Sina Pirouzi, Stefan Poslovski, Jennifer Siemann, Rebecca Soumagné, Anne-Mirijn Smulders, Thorsten Tinney, Linda Veenhuizen, Lucius Wolter

Swings: Jil Clesse, Floor Krijnen, Raphaela Pekovsek, Gernot Romic, Jakob Semotan, Carl van Wegberg

Karten gibt es aus der Homepage der VBW oder bei wien-ticket.at

Raimund Theater Wien

RAIMUND THEATER, Wallgasse, Wien, Österreich

 

 

Kategorie: Kritiken,Mozart!

Tags:

Autor: M. Sommerfeld (25.09.2015)

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