Tickets für die besten Musicals sichern: Jetzt Tickets kaufen

Milan van Waardenburg – im Interview

Trotz eines engen Terminplanes und einer gleich stattfindenden Show von DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME hat sich Milan van Waardenburg die Zeit genommen, uns, wie im Mai versprochen, eine noch offene Frage zu beantworten. Natürlich haben wir die Gelegenheit genutzt, ihm gleich noch ein paar Fragen zu seinen derzeitigen Rollen im GLÖCKNER VON NOTRE DAME und den bevorstehenden Konzerten zu stellen. Milan hat uns auch verraten, was es heute zu Essen geben wird und ob er kochen kann.

Teile diesen Beitrag


Milan van Waardenburg ©Milan van Waardenburg

Lieber Milan, schön dass wir unser Versprechen, uns noch einmal zu einem Gespräch zu treffen, heute verwirklichen können. Danke, dass Du Dir vor der Show die Zeit nimmst, ein paar Fragen zu beantworten. Seit unserem letzten Treffen in diesem Jahr ist ja nun einige Zeit vergangen! DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME läuft hier in Berlin sehr erfolgreich und Du bist uns aus dem letzten Interview noch die Antwort auf eine Frage schuldig. Aber dazu später mehr.  Zu allererst ein paar Fragen, die mir Deine Fans mitgegeben haben.

Wie war es zu Anfang für Dich, in einem Musical zu spielen, dessen Sprache man nicht spricht oder nur wenig? Zum Beispiel TANZ DER VAMPIRE und dann DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME. Was war für Dich schwieriger: TANZ DER VAMPIRE, weil es neu war, oder der GLÖCKNER, weil es einfach mehr Text ist?

Ich denke, schwieriger der Glöckner. Bei den Vampiren war es nicht so viel, das war überschaubarer. Natürlich war das damals auch sehr spannend und aufregend. Ich habe aber schon in der Ausbildung auch deutsche Texte gesungen. Der Glöckner war jetzt viel schwieriger, weil es insgesamt viel mehr Text ist. Eine weitere Schwierigkeit war und ist, dass die Sprache beim Glöckner vom Ausdruck her eine “alte” Sprache ist. Man hat damals einfach anders gesprochen. Ich empfinde es für mich auch schwieriger im Ensemble zu sprechen. Als Quasimodo ist es etwas einfacher, da kann ich mich hinter Quasimodo verstecken, bei ihm ist nicht alles perfekt. Es fällt dort nicht auf, wenn ich nicht ganz perfekt bin in der Aussprache. Im Ensemble ist es mir dann schon unangenehmer, wenn es nicht 100% stimmt.

Welchen Musicalstar oder welche Persönlichkeit würdest Du wählen, wenn Du für einen Tag die Körper oder auch nur die Rolle tauschen könntest?

Da muss ich nicht lange nachdenken. Drew Sarich! Er ist für mich schon seit vielen Jahren ein Vorbild. Ich bewundere, was er bisher alles erreicht hat. Seine Karriere hier in Deutschland, in Wien, in London, in New York und was er mit seiner Stimme kann, das ist einfach phänomenal. Drew Sarich ist für mich einfach nur der Wahnsinn als Künstler, und er wird immer noch besser, je länger er auf der Bühne ist.

Er hat ja genau in dem Alter, in dem ich jetzt bin, damals auch den Quasimodo gespielt und er war toll. Ja ich würde gerne einmal mit Drew tauschen.

Was ist das Schwierigste und was das Schönste an der Rolle des Quasimodo?

Oh, das ist keine leichte Frage. Am Anfang waren es die Bewegungen von Quasimodo. Es war anstrengender als heute. Nach den ersten Quasimodo Shows, die ich gespielt habe, konnte ich am nächsten  Tag kaum laufen. Das geht jetzt über die Zeit aber schon besser. Der Körper hat sich daran gewöhnt, aber für mich ist diese körperliche Anspannung über eine ganze Show hinweg immer noch das Schwierigste.

Das Schönste ist, dass Quasimodo so eine komplette und komplexe Story spielt. Ich weiß nicht, ob es eine weitere Rolle gibt, die das so toll vereint. Als Quasimodo kann man alles vereinen. Er ist ein Kind, er ist naiv und zum Ende hin wird er auch gefährlich. Das finde ich so toll, wie er sich verändert. Ganz zum Schluss wird er das “Monster”, was Frollo ihm schon die ganze Zeit immer wieder gesagt hat. Für einen Schauspieler ist diese Rolle wunderbar und einzigartig. Die Rolle hat so viele Facetten und man kann darin so viel zeigen.

Die Rolle des Quasimodo ist sehr anstrengend, da ja auch sehr viel körperlicher Einsatz gefordert ist. Wie hältst Du Dich fit?

Den Quasimodo ein- bis zweimal die Woche zu spielen ist schon Fitness genug. Das reicht aus. Wenn man es allerdings öfter spielt, benötigt man schon mehr Kondition und intensive physiotherapeutische Unterstützung. Ganz am Anfang war diese Anstrengung für meinen Körper auch noch sehr ungewohnt und ich brauchte auch mehr physiotherapeutische Hilfe. Jetzt, bei ein-, zweimal die Woche, geht das meist. Ich habe auch gelernt, mich innerhalb der Show auf der Bühne zu entspannen oder zu entlasten. Ich weiß, was sehr anstrengend ist und wie man es mindert. Zum Beispiel mit bestimmten Bewegungen, welche man mit einfließen lassen kann.

Ist es entspannter im Ensemble zu spielen? Ist das im Vergleich eher langweilig?

Natürlich wird nach einiger Zeit immer Routine aufkommen. Da ich die meisten Tage der Woche im Ensemble spiele, ist da die Routine etwas größer, als wenn ich Quasimodo spiele. Allerdings kann ich auch sagen, dass im Ensemble zu spielen anstrengender ist. Man ist dort fast die ganze Zeit auf der Bühne und hat auch fast immer eine Aufgabe. Etwas umräumen, jemanden Hilfestellung geben, seine eigentliche Rolle umsetzen. Man muss schon sehr konzentriert sein, um nicht etwas zu vergessen, oder zu spät an einem bestimmten Platz zu sein. Das kostet sehr viel Energie. Mehr geistige Aufmerksamkeit und Energie, als wenn ich als Quasimodo irgendwo hinaufklettere oder hin und her renne. Somit wird es eigentlich nie langweilig.

In der Regel spielst Du den Quasimodo zwei- bis dreimal die Woche. Würdest Du ihn gerne noch öfter spielen?

Ja, natürlich. Es ist eine phantastische Rolle. Wir haben hier in diesem Stück das Glück, dass die Cover auch regelmäßig mal die Rolle spielen. Das ist so eigentlich nicht üblich. Die First Cast spielt sonst schon auch an sechs Tagen alle acht Shows. Als Quasimodo ist das aber zu anstrengend für einen Darsteller alleine. Körperlich wie auch psychisch. Ich bin sehr dankbar, dass wir hier öfter die Gelegenheit haben, als es sonst die Cover haben. Es ist phantastisch und macht immer wieder sehr viel Spaß.

Was denkst Du oder was empfindest Du, wenn Deine Kollegen den Quasimodo spielen und Du es aus dem Ensemble verfolgst? Ist man da sehr kritisch? Schaut man sich noch was für seine eigene Interpretation ab?

Ja, man schaut schon, denn alle Darsteller, die Quasimodo spielen, sind so unterschiedlich. Das ist auch so schon während der Proben erlaubt und gewollt gewesen. Jeder hat eine eigene Interpretation und das ist auch so einzigartig in diesem Stück in dieser Rolle. Natürlich schaut man dann, wie es der andere macht, und manchmal entdeckt man etwas, wo man sich sagt: “oh, das war toll, das könnte ich auch so mit einsetzen”. Aber selbst dann wird es wieder ganz anders wahrgenommen werden, weil jeder von uns so individuell darin ist. Das ist so schön und macht Spaß. Ich würde nicht sagen, dass ich es kritisch betrachte. Eher, dass ich mich inspirieren lasse für meine eigene Interpretation. Keiner kann und sollte versuchen, einen anderen zu kopieren, das ist nicht authentisch.

Gab es in der bisherigen Berliner Spielzeit eine lustige oder kuriose Begebenheit auf der Bühne oder auch backstage, die Du unseren Lesern verraten möchtest?

Da passieren schon Dinge. Ich finde es sehr witzig, was allerdings auch irgendwie gemein ist, wenn jemand anderem was passiert. Es kommt ja doch ab und an vor, dass jemand stolpert oder sogar fällt. Also nicht das er sich dabei weh tut, oh nein, sondern einfach das Missgeschick an sich. Mir ist auch schon öfter mal was passiert. Ach ja, und dann gab es wirklich mal eine sehr witzige Sache. Es war an einem Samstag. Ich habe in der Mittagsshow Quasimodo gespielt und war danach sehr müde. Habe sogar zwischen den beiden Shows etwas geschlafen. Als wir dann in der Abendshow die Szene hatten, wo ich im Ensemble die Bank anhebe, damit Quasimodo darunter springen kann, während er “draußen” singt, passierte mir etwas wirklich Witziges. Ich sitze dort bis zu meinem Einsatz auf der linken Seite und tue nichts. Nichts tun, wenn man müde ist, ist sehr gefährlich. So bin ich doch tatsächlich kurz eingeschlafen. Zum Glück war mein Banknachbar wach und aufmerksam. Er hat mir seinen Ellenbogen in die Seite gestoßen, sodass ich noch rechtzeitig zu meinem Auftritt kam und die Show ohne Probleme weiterlaufen konnte. Aber der Schreck, wenn dich jemand anschubst und du aus einem Sekundenschlaf hochschreckst – oh nein. In diesem Moment war mir zwar nicht zum Lachen, aber kurz danach, als alles gut funktioniert hatte, mussten wir doch lachen. Das ist mir allerdings nur einmal passiert.

Das Stück läuft nun bereits fünf Monate sehr erfolgreich in Berlin. Ihr steht an sechs Tagen in acht Vorstellungen auf der Bühne, ist das nun Routine oder ist es auch immer noch eine Herausforderung?

Ich sage da immer: Dienstag bis Freitag ist es mein Hobby und Samstag und Sonntag mein Job. Es ist in der Tat eine große Herausforderung, es zehrt an den Kräften und kostet viel Energie. Die Doppelshows am Wochenende sind nach einer gespielten Woche dann schon hart. Man muss da gut darauf achten, dass man seine Energien einteilt, wie man sie einteilt und worauf man den Fokus legt. Aber es mach halt auch Spaß.

Nun noch unsere offene Frage vom letzten Mal. Würden sich Herbert und Quasimodo verstehen? Könnten Sie Freunde werden? Haben sie Gemeinsamkeiten und wo unterscheiden sie sich ganz extrem? Bei unserem letzten Gespräch konntest Du dazu noch nichts sagen. Wie sieht es heute aus?

Herbert und Quasimodo! Oh ja, ich denke die beiden könnten Freunde sein, denn sie haben doch auch eine Menge Gemeinsamkeiten. Erst einmal sind beide Menschen, wenn auch anders als die anderen. Herbert ist schon seit vielen Jahren tot und Quasimodo ist durch sein Aussehen auch anders. Allerdings suchen beide genau das Gleiche. Freundschaft, Liebe, Gesellschaft, Anerkennung! Und das macht die beiden so menschlich – so einfach. Ist es nicht genau das, was jeder Mensch sucht –  Freundschaft, Liebe? Ich glaube, die zwei haben mehr Gemeinsamkeiten, als man im ersten Moment glaubt. Herbert und Quasimodo wären sicher gute Freunde, denn Herbert kann Quasimodo nicht beißen, weil dieser zu stark ist. Somit besteht also keine Gefahr. *lacht*

Und wen hättest du gerne als Freund, Quasimodo oder doch eher Herbert?

Ich denke Quasimodo. Von ihm kann man sicher mehr lernen. Herbert ist doch sehr oberflächlich  und verfolgt nur seine eigenen Ziele und Interessen.

Noch eine Frage zu Milan privat. Wenn man Deinem Instagram-Account verfolgt, kann man sehen, dass Du Sushi, Pizza und deftige Burger liebst. Geht Milan immer auswärts essen? Oder kochst Du auch zu Hause ab und an für Dich oder auch für/mit Freunden? Kann Milan kochen?

Oh weh, ja das stimmt und ja ich kann kochen. Leider mache ich es aber viel zu selten. Witziger Weise habe ich ausgerechnet heute gekocht und habe es sogar dabei. Ich habe einen, bei mir zu Hause nennt man das Mahlzeitsalat, gekocht. Das ist Cous-Cous gekocht in Brühe, damit es mehr Geschmack bekommt, mit gegrillten Nektarinen und Auberginen, weißem Fenchel, Frühlingszwiebeln, einem Dressing aus Olivenöl mit Limonen und dem Abrieb von Limonenschale, Pfeffer und Salz. Das ist ein Rezept von meiner Mama. Es ist soooo lecker. Man kann es warm oder kalt essen. Aber wie schon gesagt, leider koche ich viel zu selten, denn ehrlich gesagt es macht mir nicht so viel Spaß, für mich alleine zu kochen. Wenn Freunde da sind schon eher, aber es ist auch soviel einfacher einfacher direkt nach draußen zu gehen und sich etwas auszusuchen. Es ist aber richtig, ich müsste es viel öfter selber machen, weil es auch viel leckerer und auch gesünder ist.

Im Oktober und Dezember werden wir Dich und Kollegen”In Concert” erleben dürfen. Darauf freuen sich alle schon sehr. Kannst Du uns dazu bereits schon etwas verraten? Und was wird die Besucher des Konzertes auf der Con in Bonn erwarten?

In Bonn werden es Musikstücke aus Musicals sein, die etwas mit düsteren Geschichten und Figuren zu tun haben. Ich werde dort etwas aus ELISABETH, aus dem GLÖCKNER, der ROCKY HORROR SHOW und, worauf ich mich ganz besonders freue, aus TANZ DER VAMPRE singen. Ich werde dort das allererste Mal etwas vom Krolock singen. Eine Premiere für mich als Krolock. Ich freue mich sehr darauf.

Und dann das besondere Weihnachtsgeschenk an die Fans am 11. Dezember im Friedrichsbau in Stuttgart. Mit dem Konzert CHRISTMAS DELIGHT, mit Dir, Tom van der Ven, Heidi Josephine Karlson und Denise Jastrauing, macht ihr einen großen Wunsch vieler unserer Leser wahr. Was dürfen wir dort erwarten, Weihnachtslieder, Musicalsongs?

Das wird großartig. Es wird ein Mix aus Musicalsongs und Weihnachtsliedern werden. Wir werden auch Geschichten erzählen, wie wir zu Hause Weihnachten feiern, von Bräuche und Sitten. Es wird ein wirklich wunderschöner Abend werden. Welche Lieder wir ganz genau singen, kann ich allerdings noch nicht sagen, da sind wir noch in der Auswahl und Vorbereitung. Lasst Euch überraschen!

Werden die Besucher des Konzertes im Anschluss noch auf ein Treffen mit Euch zählen können?

Ja, aber selbstverständlich werden wir im Anschluss noch Gelegenheit in netter Runde zum Reden haben. Wir freuen uns auf unsere Gäste. Es wird ein zauberhafter Abend werden, im Stuttgarter Friedrichsbau. Ich hoffe viele Leser von Musical1 dort zu treffen.

Auch wir freuen uns auf dieses vorweihnachtliche Event und werden dann natürlich darüber berichten. Lieber Milan, damit sind wir auch schon am Ende unseres heutigen Gespräches angelangt. Sicher wird dies nicht unser letztes Interview mit Dir gewesen sein. Ich danke Dir von Herzen für Deine Zeit, und wünsche Dir dann gleich eine wunderbare Show heute Abend beim DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME hier im Theater des Westens in Berlin. Wer Dich und deine Kollegen in diesem wunderbaren Stück sehen möchte, kann gleich hier seine Tickets buchen.

Tickets für Berlin kaufen
Tickets für Berlin kaufen

Kategorie: Der Glöckner von Notre Dame,Interviews

Tags: ,,

Autor: I. Marquardt (07.10.2017)

Teile diesen Beitrag

Monatlicher Musical-Newsletter

Erhalten Sie einmal im Monat kostenlos die wichtigsten Musical-News im Überblick: Welche neuen Musicals laufen wo? Welche tollen Musical-Angebote gibt es? Verpassen Sie keine Hinweise mehr!

Die Abmeldung von dem Newsletter ist jederzeit möglich.

Kommentar hinterlassen

Newsletter abonnieren (Jederzeit wieder abbestellbar)
Musical1 Newsletter
Zusammengefasste Musical-News
Hinweise auf gute Musical-Angebote
Regelmäßige Ticketverlosungen
Musical-Neuerscheinungen