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MICHAEL KUNZE – A MUSICAL TRIBUTE in Oberhausen

Der Name Michael Kunze ist seit Jahren ein fester Begriff in der Musik- und Musicalwelt. Ihm zu Ehren veranstaltete Sound of Music (SOM) zusammen mit hochkarätigen Musicaldarstellern und –Darstellerinnen nun zwei Konzert in Oberhausen und in Filderstadt mit seinen größten Bühnen- und Songerfolgen.

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Michael Kunze
Michael Kunze © Alexander Christoph Wulz

Die Person Michael Kunze

Gemeinsam mit großen Komponisten wie Sylvester Levay oder Jim Steinman erschuf er Musicals, die nicht nur in Deutschland, sondern weltweit zu Erfolgen avancierten. Schon früh inszenierte der Sohn eines Journalisten und einer Schauspielerin selbstgeschriebene Stücke für Schulaufführungen. Bereits während seines Jura- und späteren Philosophie- und Geschichtsstudium erschienen die ersten seiner Liedtexte auf Platte. Schon bald wurden der Musikverleger Peter Meisel und der Komponist Ralph Siegel auf den jungen Texter aufmerksam und boten ihm die Zusammenarbeit an.

Der Weg zum Erfolg

Der Erfolg für Kunze stellte sich aber erst ein, als er – zusammen mit seiner Jugendliebe und inzwischen Ehefrau Roswitha – auf die Suche nach Nachwuchskünstlern machte und von nun an seine Songs selbst produzierte. Kunze und seine Ehefrau entdeckten den damals 17-jährigen Peter Maffay. Es folgte die Zusammenarbeit mit vielen weiteren großen Künstlern wie Udo Jürgens, Peter Alexander oder Gitte Heanning. Kunze feierte aber nicht nur in Deutschland Erfolge, sondern wurde auch international zum gesuchten Songschreiber und Producer. Mit der Gruppe Silver Convention erhielt er zusammen mit Sylvester Levay als erster Deutscher einen Grammy für den Song „Fly, Robin, Fly“, der Platz 1 der US-amerikanischen Billboard-Charts erreichte. Auf dem Höhepunkt seines Erfolges zog sich Kunze für einige Zeit zurück – bis er in den 80er Jahren mit der Übersetzung von EVITA für das Theater an der Wien das Musical in den Mittelpunkt seiner Arbeit rückte.

Kunze und das Musical

Was dann kommt, weiß jeder, der sich auch nur annähernd für das Genre Musical interessiert. Viele Musicalübersetzungen – u. a. DAS PHANTOM DER OPER, DER KÖNIG DER LÖWEN, MAMMA MIA! und WICKED – stammen aus der Feder von Michael Kunze. Gemeinsam mit Sylvester Levay schuf er Musicals wie ELISABETH, MOZART! oder aktuell LADY BESS., zusammen mit Jim Steinman und in Kooperation mit Regisseur Roman Polanski brachte er den TANZ DER VAMPIRE auf die Bühne.

Eine Hommage an Micheal Kunze

Mit MICHAEL KUNZE – A MUSICAL TRIBUTE wandelt man gemeinsam mit JAN AMMANN, KERSTIN IBALD, ALEXANDER KLAWS, ROBERTA VALENTINI und dem Special Guest MICHAELA SCHOBER auf den Spuren von Kunzes musikalischem Werdegang. Am Freitag, dem 31. Oktober 2014, war dieses Konzert im Ebertbad in Oberhausen zu sehen.

Im Schwimmbad mit den Stars

Anders als viele kleine Theater bietet das Ebertbad Oberhausen einen ganz besonderen Charme. Das Ebertbad zeigt noch die einstiege Funktion des Stadtbads, etwa mit Schildern, die das Springen vom Beckenrand verbieten. Schade war es, dass eben aufgrund dieser ehemaligen Funktion der Zuschauerraum nicht ansteigend, sondern eben bestuhlt war, was besonders in den hinteren Reihen die Sicht auf die Bühne eingeschränkt hat.

Eine rührende Botschaft

Das Konzert nennt sich MICHAEL KUNZE – A MUSICAL TRIBUTE. Natürlich rechnet man da mit seinen größten Erfolgen. Bereits im Vorfeld gab SOM bekannt, welche Musicals thematisiert werden würden. Aber mit einer persönlichen Nachricht von Kunze hatten wohl die wenigsten gerechnet. Der 70-Jährige zeigte sich sichtlich gerührt, dass er mit einem solchen Konzert geehrt wird, und bedauerte es sehr, dass er nicht persönlich da sein konnte.

Stimmgewalt pur in Oberhausen

Mit Marina Komissartchik saß ein – in Musicalkreisen – bekanntes Gesicht am Flügel und begleitete die Darsteller und Darstellerinnen in gewohnter Perfektion. Die fünf Musicaldarsteller fühlten sich mit den Kunze Texten sichtlich wohl.

REBECCA

Der ganze Abend gliederte sich in Blöcke und begann mit REBECCA. Jan Ammann startete mit dem Solo „Zauberhaft Natürlich“ und schaffte es gleich, Erinnerungen an die Stuttgarter Produktion wachzurufen. Dazu tragen auch Kerstin Ibald und Michaela Schobel bei, die an der Seite von Jan Ammann auch in der Stuttgarter Produktion zu sehen waren. Roberta Valentini schlüpfte für den Song “Zeit in einer Flasche” in die Rolle der Ich.

LADY BESS– Erste Aufführung auf einer deutschen Bühne

Eigens für den Gala-Abend haben Sylvester Levay und Michael Kunze zum ersten Mal drei Song aus LADY BESS zur Aufführung auf einer deutschen Bühne freigegeben. Man kann nur sagen: Zum Glück. LADY BESS feierte am 13. April diesen Jahres Premiere in Japan und setzt sich mit der Jungend und dem Erwachsenwerden von Lady Bess (Elisabeth I. von England) auseinander. Roberta Valentini, Jan Ammann und Kerstin Ibald wurde die Ehre zu Teil, diese Songs zu präsentieren. In den Solotiteln schafften die drei Darsteller es, die Bühne ganz einzunehmen und weckten den Wunsch, dass diese Produktion auch bald im deutschsprachigen Raum zu sehen ist.

Pop-Schlager – Block1

Natürlich kamen auch die Schlager von Kunze nicht zu kurz. Diesen Block eröffnete ALEXANDER KLAWS und hatte somit auch seinen ersten musikalischen Auftritt des Abends. Klaws sang “Du”, das erste Lied, was Michael Kunze mit dem damals 17-jährigen Peter Maffay aufgenommen hatte. Auch Kerstin Ibald und Michaela Schober gaben mit “Freu dich bloß nicht zu früh” und “Ein rätselhaftes Lied” zwei bekannte Songs zum Besten.

ELISABETH

Mit sieben Songs kam ELISABETH einer der größten Blöcke des Abends zu, was keinesfalls negativ zu werten ist. Die Hoffnung, Roberta Valentini als Elisabeth erstmals live zu hören, wurde erfüllt – und sie brillierte in dieser Rolle. Gemeinsam im Duett sang sie mit Jan Ammann „Wenn ich tanzen will“ und an der Seite von Alexander Klaws „Wenn ich dein Spiegel wäre“. Valentini stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass sie der Wandlung von Mädchen zur Frau gewachsen ist. Auch die beiden Solostücke „Nichts, Nichts, Garnichts“ und „Ich gehör nur mir“ unterstrichen den Eindruck, dass Roberta Valentini die Rolle liebt und lebt. Für „Ich gehör nur mir“ bekam sie die ersten Standing Ovations des Abends. Alexander Klaws der im Rahmen des Konzert in die Rolle des Rudolfs schlüpfte, singt seinen Part so überzeugend, dass man sich glatt fragt, warum er diese Rolle noch nie übernommen hat. Ähnlich wie bei Klaws verhält es sich mit Kerstin Ibald, die eine mehr als eindrucksvolle Sophie gab. Jan Amman war gewohnt stimmgewaltig und konnte besonders in den Duetten „Wenn ich tanzen will“ und „Die Schatten werden länger“ das Publikum verzaubern und in den Bann des Tods ziehen.

Nach der Pause begrüßt uns MOZART! im Wien 18. Jahrhunderts

Mit „Gold von den Sternen“ (Kerstin Ibald), „Irgendwo wird immer getanzt“ (Michaela Schober) und „Wie wird man seinen Schatten los“ (Alexander Klaws) wurden wohl die mit Abstand bekanntesten Lieder präsentiert. Leider wirkte Alexander Klaws bei den hohen Tönen ein wenig unsicher, was aber sicherlich der Erkältung geschuldet war, mit der der Darsteller vor kurzem zu kämpfen hatte.

Situationskomik im zweiten Pop-Schlager Block

Im zweiten Pop-Schlager Block fand dann auch endlich MARIE ANTOINETTE ihren Platz, auch wenn as Musical nicht als Schlager zu werten ist. Mit „Blind vom Licht der vielen Kerzen“ sorgte Roberta für einen echten Gänsehautmoment. Leider haben nicht mehr Lieder aus MARIE ANTONIETTE Platz im Programm gefunden. Das eigentliche Highlight dieses Blocks war aber Alexander Klaws mit „Die kleine Kneipe“ – im Original gesungen von Peter Alexander. Seine Stimme passte wunderbar in den Song. Was diesen Song aber zum Highlight machte, war die damit verbundene Situationskomik. Für einen Darsteller ist es sicher nicht leicht, vor einem ausverkauften Ebertbad den Songtext zu vergessen, aber Klaws ging damit sehr locker um und kassierte einen Lacher nach dem anderen. Dies ging soweit, dass selbst Jan Ammann sich kaum mehr einkriegte und leichte Startschwierigkeiten hatte, im Programm weiter zu machen.

Auf nach Transilvanien – Graf von Krolock lässt bitten

Viele Fans waren traurig, als der TANZ DER VAMPIRE die deutschen Bühnen verließ. Bei A MUSICAL TRIBUTE kehrte das Musical zurück, wenn auch nur in kurzen Auszügen. Jan Ammann stand als Graf von Krolock auf der Bühne, Alexander Klaws in der Rolle des Alfreds, Michaela Schober als Magda und Roberta Valentini schlüpfte in die Figur der Sarah. Gemeinsam zauberten sie das Musicals auch ohne Kostüme und ohne entsprechende Kulisse wieder auf die Bühne.

Ein neues Stück aus der Feder von Michael Kunze gemeinsam mit Dario Farina

Das einzige Lied, das alle Fünf gemeinsam sangen, war „Ohne dich schlaf ich heut Nacht nicht ein“ der Pop-Gruppe Münchener Freiheit. Alle Solisten harmonierten perfekt und holten das Publikum gänzlich ab. Der ganze Saal stand und feierte die Darsteller.

Zum krönenden Abschluss durften Jan Ammann, Kerstin Ibald, Alexander Klaws und Roberta Valentini noch zwei Duette aus dem neuen Werk DON CAMILLO & PEPPONE von Michael Kunze und Dario Farina zum Besten geben.

Ein Abend, der Michael Kunze gerecht wird

Mit diesem Konzert hat es SOM-Concerts geschafft, dem großen Bühnenautor, Songwriter, Schriftsteller und Dramatiker Michael Kunze gerecht zu werden. Mit den fünf Künstler Jan Ammann, Kerstin Ibald, Alexander Klaws, Roberta Valentini und dem Special Guest Michaela Schober standen Darsteller auf der Bühne, die es verstehen, die Bühne ganz einzunehmen – ob nun im Duett oder allein – und das Publikum ganz in ihren Bann zu ziehen. Alles in allem war das ein wirklich runder Abend.

Kategorie: Kritiken

Tags:

Autor: K. Heinen (02.11.2014)

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