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Märchenhaftes Musical in eindrucksvollem Theaterhaus

Das magische Auto TSCHITTI TSCHITTI BÄNG BÄNG ist wieder in der bayrischen Landeshauptstadt geflogen. Die Geschichte rund um das phantastische Wunderauto bezaubert Groß und Klein im Münchner Prinzregententheater. Das Musical basiert auf dem gleichnamigen MGM-Film (1968) und besticht durch die Musik und Gesangstexte der Brüder Richard M. und Robert B. Sherman. Musical1 war live vor Ort.

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Tschitti-Tschitti-Bäng-Bäng1 © Thomas Dashuber

Ein Abenteuer der magischen Art

© Christian POGO Zach

© Christian POGO Zach

Im Mittelpunkt des Musicals steht das schwimmende und fliegende Wunderauto “Tschitti Tschitti Bäng Bäng”, welches von allen begehrt wird und so die Geschichte ins Rollen bringt. Der verwitwete Erfinder mit dem klangvollen Namen Caractacus Potts hat bisher keinen Erfolg – keine seiner Erfindungen lässt sich zu Geld machen. Kurz gibt es die Hoffnung, dass sich Flöten aus Bonbon-Masse vermarkten lassen – doch da auch Hunde den Tönen folgen, gerät die Präsentation beim Bonbon-Fabrikanten zum Fiasko. Auf Wunsch seiner Kinder Jeremy und Jemima kauft Potts ein altes Rennauto beim Schrotthändler Coggins und bringt es wieder auf Vordermann. Auch der spielzeugverrückte Baron Bomburst aus Vulgarien ist hinter dem Wagen her und seine Frau schickt die Spione Boris und Goran los: sie sollen das Auto zum Geburtstag des Barons beschaffen. Versehentlich wird Großvater Potts entführt. Gemeinsam mit der reizenden Truly Scrumptious – der Tochter des Bonbon-Fabrikanten – begibt sich Familie Potts natürlich in Wunderauto Tschitti auf Verfolgungsjagd nach Vulgarien, um den Großvater zu befreien. Ein großes Abenteuer beginnt.

Überraschend starke Besetzung

© Thomas Dashuber

© Thomas Dashuber

Das Stück hat nicht nur eine fantasievolle Handlung, sondern auch tolle Charaktere, die alle erstklassig besetzt sind. Peter Lesiak überzeugt als verrückter Erfinder und gleichzeitig liebevoller Vater Caractacus Potts. Seine warme Stimme passt einwandfrei zu der Rolle, sowohl bei der Gute-Nacht-Ballade „Sandmännchens Berge“ als auch beim rasanten Tanz mit dem Bambusstock. Stimmlich stark ist auch seine Bühnenpartnerin Katja Reichert als Truly Scrumptious. Die beiden Kinderdarsteller Amelie Spielmann und Marinus Hohmann – zwei Namen die man sich merken sollte – sind äußert talentiert. Sie überzeugen durch fehlerfreien Gesang und sehr authentische Spielfreude. Sigrid Hauser spielt die üppig gestylte Kinderhasserin Baronin Bomburst schön-schrill und mit viel Witz, was beim Publikum gut ankommt. Zum Running Gag mutieren die beiden tollpatschigen vulgarischen Spione Boris (Patrick A. Stamme) und Goran (Hannes Muik). Sie sorgen für sehr viele Lacher bei den Zuschauern. Heimlicher Star der Inszenierung ist aber das Wunder Auto Tschitti, welches perfekt durch die bewegten Hintergrund-Projektionen in Szene gesetzt wird. Die Fahrten und Flüge wirken sehr realistisch und sorgen für die meisten Wow-Effekte. Auch das restliche Bühnenbild und die Kulissen sind bis ins kleinste Detail durchdacht. Die Erfindungsmaschinen von Caractacus sind wirklich spezielle Bühnenelemente. Aufwendige Kostüme runden das stimmige Gesamtbild ab. Bei den Ensemble-Szenen ist die Bühne teilweise etwas überbevölkert. Es gibt ein großes Aufgebot an Personal: Chor, Kinderchor, Ballett und Statisterie des Staatstheaters am Gärtnerplatz wirken mit. Der Kinderchor bekommt besonders großen Applaus.

Beeindruckende Musikvielfalt

© Thomas Dashuber

© Thomas Dashuber

Musikalisch ist TSCHITTI TSCHITTI BÄNG BÄNG ein abwechslungsreiches Werk. Von Balladen über schnellere Ensemble Nummern bis hin zu Samba-Rhythmen bleiben keine Wünsche offen. Das große Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz spielt eindrucksvoll die von John Owen Edwards extra für die deutschsprachige Erstaufführung erweiterte Orchesterfassung. Einzelne Motive in mehreren Songs erinnern an andere Stücke von den Sherman-Brüdern. Besonders MARY POPPINS-Elemente sind immer wieder zu erkennen, zum Beispiel in: „Sandmännchens Bergen“ oder „Stil“. Letzteres lässt sehr an „Mit nem Teelöffel Zucker“ denken. Besonders die Songs „Tschitti Tschitti Bäng Bäng“, „Mein Bambusstock“ und „Teamwork“ gehen ins Ohr.

Mehr als reine Unterhaltung

Doch nicht nur die Unterhaltung steht im Vordergrund. Die Geschichte bietet genug Potential und streift viele Themen: Die Verantwortung der Generationen für einander und die Aufgabe der Gesellschaft für die Kinder, den Zukunftsoptimismus und die Technikbegeisterung vom Ende der 60er Jahre, die positive Lebenseinstellung, das Verständnis der einzelnen Figuren, aber auch die Beziehung untereinander und das Umgehen mit einer Patch-Work-Familie.

Musical in besonderem Ambiente

Schon allein der Theatersaal des Prinzregententheaters in München ist ein Besuch wert. Die imposante Architektur des Theaters beeindruckt und ist mit seinen antiken Säulen und dem amphitheatrischen Zuschauerraum an das Richard Wagner Festspielhaus in Bayreuth angelehnt. Die Sitzreihen sind ansteigend und die Sitzplätze versetzt, was auch den Kleinsten einen erstklassigen Blick auf die Bühne gewährt. Das märchenahafte Musical verspricht Unterhaltung für die ganze Familie, entführt in eine Fantasiewelt aber lehrt auch wichtige Tugenden wie „bitte“ zu sagen oder das Zusammenhalt wichtig ist.

Kreativteam:

  • Regie: Josef E. Köpplinger
  • Choreographie: Ricarda Regina Ludigkeit
  • Bühne: Judith Leikauf, Karl Fehringer
  • Kostüme: Alfred Mayerhofer
  • Licht: Michael Heidinger
  • Dramaturgie: Michael Otto

Besetzung:

  • Caractacus Potts: Peter Lesiak
  • Truly Scrumptious: Katja Reichert
  • Großvater Potts: Frank Berg
  • Baron Bombrust: Erwind Windegger
  • Baronin Bombrust: Sigrid Hauser
  • Der Kinderfänger/Lord Scruptious/u.a.: Alexander Franzen
  • Jeremy Potts: Marinus Hohmann
  • Jemima Potts: Amelie Spielmann
  • Boris: Patrick A. Stamme
  • Goran: Hannes Muik

Ensemble in alphabetischer Reihenfolge:

Corinna Ellwanger, Andreas Goebel, Nicola Gravante, Thomas Hohenberger, Evita Komp, Peter Neustifter, Christian Schleinzer, Susanne Seimel, Stephanie Signer, Andreas Wanasek, Carl von Wegberg

 

 

 

Kategorie: Kritiken,Stadttheater

Tags:

Autor: M. Sommerfeld (09.11.2015)

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