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LINIE 1 in Gelsenkirchen begeistert empfangen

In Berlin wird die LINIE 1 seit 1986 aufgeführt. Bis heute wurde das Stück in mehr als 15 Ländern weltweit auf die Bühne gebracht und zählt damit zu einem der meistgespielten Musicals weltweit. Das Vorwende Stück von Birger Heymann, der Rockband No Ticket (Musik) und Volker Ludwig (Liedtexte, Buch) thematisiert die Suche eines Provinzmädchens nach dem Rockmusiker Johnnie in Ostberlin des Jahres 1986, von dem sie womöglich schwanger ist. Quer durch die Stadt U-Bahn fahrend, sucht sie ihre große Liebe und lernt dabei die unterschiedlichsten Berliner Charaktere mit ihren eigenen Sorgen und Nöten kennen. Am letzten Samstag, 11.03.2017, fand die Premiere des Stücks im Gelsenkirchener Musiktheater statt.

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Das Mädchen (c) Pedro Malinowski

Zwischen Ruhleben und Schlesisches Tor

Ensemble LINIE 1

(c) Pedro Malinowski

Bahnhof Zoo, 6Uhr14. Sunnie ist in Berlin angekommen und will nur noch ihre vermeintlich große Liebe Johnnie finden. Dies erweist sich nicht als so einfach, wie gedacht. Doch kurz nach ihrer Ankunft trifft sie auf den „Drogenberater“ Bambi, der Hilfe verspricht. Während ihrer U-Bahn Fahrt mit der LINIE 1 zurück zum Bahnhof Zoo kreuzt sie in der Bahn dann die Wege der verschiedensten Leute, die ganz andere Probleme mit sich herumtragen. Da ist beispielsweise die als Kind vergewaltigte Maria, der Rentner Hermann, dem pro Tag nur 6 DM zum Leben zur Verfügung stehen, der drogenabhängige Lumpie, ein lebensfrohes Punkerpäarchen u.v.m.

Kurzweiliger Einakter

(c) Pedro Malinowski

Carsten Kirchmeier (Inszenierung) hat den Musicalstoff auf 105 Minuten gekürzt und einen unterhaltsamen, spannenden Einakter auf die Bühne gebracht. Im Zentrum des Bühnenbildes (Katrin Hieronimus) stehen vier bewegliche Metall-Großbuchstaben, die das Wort EXIT (engl: „Ausgang“; frei übersetzt „ich will hier raus“) auf der Bühne stets präsent halten. Im Inneren sind die Buchstaben mit LED-Röhren versehen, die eine bunte Untermalung des Geschehens ermöglichen (Licht: Mariella von Vequel-Westernach). Spätestens anhand der Kostüme (Teresa Grosser) wurde klar, dass man in den 1980er gelandet ist: Jeansoutfit mit Buttons, Schulterpolster, Karohose,… die Mode des Jahrzehnts lebte auf. Heribert Feckler leitete das „United Rock Orchestra“ (Keyboard, Schlagzeug, Gitarre, Bass & Saxophon) von einem erhöhten Podest auf der linken Bühnenseite. Der Ton (Dirk Lansing) war gut abgemischt, sodass eine kontinuierliche, gute Textverständlichkeit gewährleistet war. Paul Kribbe zeigt sich für die Choreographie verantwortlich.

„Hast mal ‚ne Mark“

(c) Pedro Malinowski

Die elf Darsteller schlüpfen während der 105 Minuten in zahllose Einzelrollen. Sämtliche Klischees werden dabei bedient: Obdachlose, Rocker, Drogenabhängige, Hausfrau, Arbeiter und Angestellte, bis hin zur den Rentnerinnen der alten Wohlstandsschicht und der Bouletten -Trude. Hinter der Bühne bedeutet dies vielfach äußerst schnelle Wechsel. Nichtsdestotrotz kann der Zuschauer diesen Stress nicht spüren. Die Darsteller harmonieren und zeigen durchweg eine phänomenale Leistung.  Jeder einzelne bleibt dem Publikum ohne weiteres mit mindestens einer Rolle im Gedächtnis:

(c) Pedro Malinowski

Yvonne Forster überzeugt vor allem mit der dargestellten Naivität der Sunnie, die im Laufe des Stücks zunehmend desillusioniert wird. Jeanette Claßen brilliert v.a. als Maria; ihr „Marias Lied“ blieb dem Publikum wohl noch lange im Ohr präsent. Ihre  einprägsame Darstellung die traurige Sunnie aufzuheitern und die eigene Geschichte zu erzählen, berührte zutiefst. Gleiches gilt für Joachim Gabriel Maaß, dessen Song „Herrlich zu leben“ das Publikum durchweg begeisterte. Hervorzuheben ist auch das Zusammenspiel von Annika Firley und Seabstian Schiller als tragisches Punkerpärchen und Benjamin Oeser als Dealer Bambi, der Johnnie sucht. Gudrun Schade als u.a. skurrile Geschäftsfrau, Jacoub Eiser als der Junge im Mantel und Christa Platzer als Bulleten-Trude, der guten Seele des Imbiss am Bahnhof Zoo ergänzen die Darstellerriege. Letztlich nicht unterwähnt bleiben soll Dirk Weiler, der mit Chantal, einem ehemaligen Tänzerin und ihrem ausgestopften Hündchen Bijou, das Publikum zum Schmunzeln brachte. Unvergesslich bleiben auch die Wilmersdorfer Witwen (Oeser, Maaß, Weiler und Lee), die höchst unterhaltsam von ihrer elitären Stellung berichten. Diesen Vieren verzeiht man dann eher gerne die rechte Gesinnung.

Chantal (Weiler) & Bulettentrude (Platzer)

(c) Pedro Malinowski

Was am Ende bleibt ist die Hoffnung, dass alles geschen kann: „Hoffnung ist ewig und kann immer in Erfüllung geh’n“. Das Publikum feierte die Cast beim Schlussapplaus laut und langanhaltend. Ein Besuch des Musiktheaters ist schon aufgrund der äußerst spielfreudigen Cast allemal zu empfehlen. Bis zum 7. Juli 2017 stehen weitere 15 Vorstellungen auf dem Spielplan.

Cast & Creatives

  • Kleister, Erich u.a. – Sebastian Schiller
  • Mondo, Witwe Lotti, Johnnie u.a. – Edward Lee
  • Bambi, Witwe Kriemhild, u.a. – Benjamin Oeser
  • Hermann, Witwe Agathe, Mücke, u.a. – Joachim Gabriel Maaß
  • Junge im Mantel, Referent Zielinski, u.a. Jacoub Eisa
  • Lady, Rita, u.a. – Gudrun Schade
  • Das Mädchen – Yvonne Forster
  • Lola, Bouletten-Trude, u.a. – Christa Platzer
  • Maria, Risi, u.a. – Jeanette Claßen
  • Schlucki, Witwe Martha, Dieter, u.a. – Dirk Weiler
  • Bisi, Lumpi, u.a. – Annika Firley
  • Musikalische Leitung – Heribert Feckler
  • Inszinierung – Carten Kirchmeier
  • Choreographie – Paul Kribbe
  • Bühne – Katrin Hieronimus
  • Dramaturgie – Anna Grundmeier
  • Kostüme – Teresa Grosser
  • Licht – Marielle von Vequel.Westernach
  • Ton – Dirk Lansing

Kategorie: Kritiken,Stadttheater

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Autor: R. Imping (13.03.2017)

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