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LA CAGE AUX FOLLES feiert Premiere in Bonn

Gelungene Premiere von LA CAGE AUX FOLLES in Bonn. Das Theater zeigt noch 18mal den Käfig voller Narren. Ein Stück zum Lachen und auch zum Nachdenken.

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Werbeplakat von "LAa Cage aux folles" in Bonn

Gefeierter Premiere von LA CAGE AUX FOLLES

Am 4.September feierte La cage aux folles (Der Käfig voller Narren) eine umjubelte Premiere im Opernhaus Bonn. 18 weitere Vorstellungen stehen bis Ostern 2015 auf dem Spielplan.

LA CAGE AUX FOLLES im Opernhaus Bonn

LA CAGE AUX FOLLES, der Käfig voller Narren, feierte 1973 in Paris Premiere und konnte seitdem international begeistern. Am 4. September 2014 feierte die Bonner Produktion (wir berichteten) mit ihrer Inszenierung von John Dew eine umjubelte Premiere.

Du bleibst doch immer was du bist

… das erkannte schon Goethe, der es seinem Faust in den Mund legte. In La Cage aux folles erkennt Albin/ Zaza dies am Ende des ersten Akt. „Ich bin, was ich bin, und was ich bin, ist außergewöhnlich“, dies sind wohl die bekanntesten Zeilen aus dem Musical. Dass das Stück aber nicht nur aus diesem Lied besteht, sondern wesentlich tiefgründiger ist, zeigt die Bonner Inszenierung eindrucksvoll.

Homophobie ist aktuell

LA CAGE AUX FOLLES – das ist ein Nachtetablissement in St. Tropez in dem der Travestiekünstler Zaza alias Albin auftritt. Die Lokalität stellt den extravaganten, amüsanten Teil des Musicals dar. Dass es sich beim LA CAGE AUX FOLLES durchaus um ein ernsteres Musical handelt, wird dem Zuschauer schon zu Beginn des Abends dargelegt: Homophobie – Feindseligkeit gegenüber Homosexuellen oder aber verallgemeinert: um Menschenrechte. Um das Recht eines Jeden anerkannt zu werden, Minderheit oder Mehrheit.

Wechsel zwischen zwei Realitäten

Das Stück wechselt hauptsächlich zwischen zwei Bühnenbildern: dem CAGE, bei dem die Darsteller vor einem feuerroten Vorhang agieren und dem Wohnraum von Georges und Albin: ein in blau und pink gehaltener Raum mit extravaganter Wandbemalung, einer männlichen Aktfigur und auffälligem Mobiliar. Die Cagelles begeistern das Publikum: ob Cancan oder Spagat, sie tanzen und singen und man wird in eine Welt der Travestie entführt. Da wird in der Pause teilweise gemunkelt, ob die sechs Herren tatsächlich auch alle Herren sind. Die Kostüme schauen beeindruckend pompös aus. José-Manuel Vasques hat sie aber dennoch so gestalten können, dass sämtliche Kostüme dennoch praktikabel bleiben und die Darsteller mit einer Leichtigkeit die Choreographie von Julio Viera Medina umsetzen können. Ob es der Eifelturm, das Louvre oder das Moulin Rouge waren, die von den weiblichen Cagelles getragen wurden – es harmonierte wunderbar. Wird der Zuschauer direkt zu Beginn also in die glamouröse Welt der Travestie versetzt, so bekommt man direkt danach das „Eheleben“ der beiden Hauptpersonen vor Augen geführt.

Nach 20 Jahren des Zusammenlebens fühlt sich Zaza/ Albin (Dirk Weiler) von seinem Georges (Mark Weigel) vernachlässigt, gar betrogen. Den Beiden ist die Spielfreude bereits in dieser ersten gemeinsamen Szene anzumerken. Sie interagieren scheinbar blind miteinander. Dirk Weiler gibt einen zutiefst gekränkten Albin: die Ehefrau, die mühevoll ein Mittagessen für ihren Liebsten zubereitet hat; dieser aber gar nicht zum Essen erschienen ist. Die Darlegung der Zubereitung brachte das Publikum zum ersten Mal zum lauten Lachen. Übertriebene Gestik und Mimik des gekränkten Albin unterstreichen diese Szene. Georges hingegen bemüht sich sofort seinen Albin zu beschwichtigen und aufzubauen, muss Albin doch sofort als Zaza auf der Bühne des LA CAGE erscheinen. Weilers Verwandlung von Albin zu Zaza ist nicht nur eine Äußerliche. Aus dem gekränkten, schwächlich scheinenden Albin wird mittels „Mascara“ die schillernde, ausdrucksstarke und bewundernswerte Zaza. Im weiteren Verlauf tritt der Sohn Georges‘ Jean-Michel auf (Angelo Canonico), der seinem Vater eröffnet, er werde heiraten – und zwar die wunderschöne Anne Dindon (Léonie Thoms). Nach dem ersten Schock, dass sein Sohn eine Frau heiraten will, kommt der Nächste: Die Schwiegereltern in Spe das Ehepaar Marie und Edouard Dindon, äußerst bieder und konservativ dargestellt von Barbara Teuber und Franz Nagler, wollen Jean-Michels Eltern kennenlernen. Wie könnte es anders sein, dass das Leben von Georges und Albin nicht zu den erzkonservativen und sehr moralischen Vorstellungen der Dindons passt. Jean-Michel will Albin ausquartieren und seine leibliche Mutter für das Treffen der Eltern einbestellen. Albin, restpektive der Bühnenstar Zaza, bietet hilfreich seine/ihre Dienste an. Nach großen Wirren und viel Komik bleibt die Frage, wie es zu einem Happy End kommen kann …

Erfolgreiche Premiere

La Cage aux Folles kommt sehr komödiantisch und leicht daher, greift jedoch die Ernsthaftigkeit der Thematik immer wieder auf. Bühnenbild des LA CAGE und die Kostüme der Cagelles erinnern ein wenig an das Moulin Rouge in Paris, aber hier dann dargestellt mit Männern. Die üppige, imposanten Kostüme der Darsteller unterstreichen die Extravaganz und zeitgleich ist man verwundert, wie herrlich leichtfüßig die Choreographie von Statten geht. Das Bühnenbild leistet grandioses. Einmal mehr zeigt sich, dass wenig auch gut sein kann. Ein roter, bzw. im zweiten Teil blau-weiß-roter, Vorhang ist ausreichend um den LA CAGE zu erwecken. Und wie man innerhalb kürzester Zeit aus einer bunten, extravaganten Ausstattung durch Austausch einer Figur, eines Gemäldes sowie der Sitzmöbel den Eindruck eines erzkonservativen, streng religiösen Heimes machen kann, ist bewundernswert.

Dass sechs Tänzerinnen sich im Glitzeranzug auf Stöckelschuhen leichtfüßig bewegen können, ist anzunehmen. Machen sie dies aber ebenso souverän mit dem Louvre, dem Eifelturm oder dem Moulin Rouge auf dem Kopf, kann man sich vorstellen, dass auch Kostüme und Choreografie ausgetüftelt sind. Bei den Cagelles hingegen fragte sich der eine oder andere Zuschauer in der Pause, ob es sich tatsächlich um sechs Herren handelte, die mit Federn ein Herz tanzten, einen Cancan zeigten und in den Spagat sprangen. Was diese Herren auf ihren Stöckelschuhen geleistet haben, hat wohl mancher Dame im Publikum schon beim Zusehen Wadenkrämpfe bereitet.

Höchstes Lob verdienen sich die beidne Hauptdarsteller des abends Mark Weigel und Dirk Weiler. Mehrfach stehen sie alleine auf der Bühne. Emotionen und Intensität der Beiden übertragen sich auf das Publikum. Teilweise war es im Saal mucksmäuschenstill. Vor allem der mehrfache Wechsel Weilers zwischen dem eher feminin-weinerlichen Albin und der extrovertierten, starken Zaza sind beeindruckend.

Natürlich dürfen auch die übrigen Darsteller nicht unerwähnt bleiben, bilden sie doch quasi den Stein des Anstoßes für das Stück. Barbara Teuber und Franz Nagler als Ehepaar Dindon sowie Anglo Canonico und Léonie Thoms als Marie Dindon ergänzen das Stück. Ihre Leistung soll in keiner Weise geschmälert werden. Auch diese Vier sind gut aufeinander eingespielt und tragen zum LA CAGE bei. Insbesondere Nagler besticht immer wieder durch seine gnadenlose Gestik und Mimik.

Das Bonner Team hat es geschafft, pure Lebensfreude zu vermitteln und trotzdem bleibt hoffentlich der eine Augenblick, in dem man darüber nachdenken kann und soll, wie tolerant man selber gegenüber „anderen“ ist…

Besuchen sie den LA CAGE

Noch bis Ostern 2015 in Bonn Bis zum April nächsten Jahres verwandelt sich das Opernhaus noch 18-mal zum Travestie-Etablissement. Lassen sie sich die Chance nicht entgehen mitgerissen zu werden und entdecken auch sei „den Gedanken hinter dem Hühnchen“…

Karten gibt es im Vorverkauf

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Termine in Bonn

  • Sa, 13.09.2014 – 16:00 Uhr
  • So, 05.10.2014 – 19:30 Uhr
  • Fr, 17.10.2014 – 19:30 Uhr
  • Fr, 14.11.2014 – 19:30 Uhr
  • Sa, 15.11.2014 – 19:30 Uhr
  • Sa, 20.12.2014 – 19:30 Uhr
  • Mi, 31.12.2014 – 15:00 Uhr
  • Mi, 31.12.2014 – 19:30 Uhr
  • Sa, 03.01.2015 – 19:30 Uhr
  • Di, 06.01.2015 – 19:30 Uhr
  • Fr, 16.01.2015 – 19:30 Uhr
  • Fr, 06.02.2015 – 19:30 Uhr
  • Sa, 07.02.2015 – 16:00 Uhr
  • Fr, 27.02.2015 – 19:30 Uhr
  • Fr, 06.03.2015 – 19:30 Uhr
  • So, 22.03.2015 – 18:00 Uhr
  • Do, 02.04.2015 – 19:30 Uhr
  • Do, 09.04.2015 – 19:30Uhr

Besetzung

  • Dirk Weiler – Zaza/ Albin
  • Mark Weigel – Georges
  • Angelo Canonico – Jean-Michel
  • Léonie Thoms – Anne
  • Franz Nagler – Edouard Dindon
  • Barbara Teuber – Mdme Dindon
  • Inken Lorenzen – Jacqueline

Cagelles:
Sara Blasco Gutiérrez, Rachel Colley, Eveline Gorter, Marleen Jakob, Lisenka Kirkcaldy, Regina Kletinitch, Rebecca Meyer, Johannes Blattner, Brady Harrison, David Hernandez, Fausto Israel,  Marcelo Marinho,  Jan-W. Schäfer, Michael Schnizler, Markus Wegner

Kreativteam

  • Musikalische Leitung: Jürgen Grimm / Christopher Sprenger
  • Inszenierung: John Dew
  • Choreographie: Julio Viera Medina
  • Bühnenbild: Heinz Balthes
  • Kostüme: José-Manuel Vázquez
  • Licht: Max Karbe
  • Regieassistenz: Margarethe Nießen
  • Dance Captain: Rachel Colley
  • Assistenz Dance Captain: Sara Blasco Gutiérrez
  • Musikalische Assistenz: Christopher Sprenger
  • Musikalische Einstudierung: Markus Schinkel, Christopher Sprenger
  • Inspizienz: Karsten Sandleben / Tilla Foljanty
  • Soufflage: Johannes Ipfelkofer
  • Bühnenbildassistenz: Ansgar Baradoy
  • Kostümassistenz: Dieter Hauber
  • Bühnenbildpraktikant: Johannes Ipfelkofer
  • Kostümhospitanz: Aileen Koch

Kategorie: Kritiken,La Cage Aux Folles

Tags:

Autor: R. Imping (05.09.2014)

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