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Kult-Musical LA CAGE AUX FOLLES feiert glanzvolle Premiere in Wien

Das Kult-Musical LA CAGE AUX FOLLES hat in den Kammerspielen der Josefstadt eine eindrucksvolle Premierenvorstellung gefeiert. Die Travestie-Komödie von Jerry Herman (Songs und Texte) und Harvey Fierstein (Buch) besticht durch die komische, aber gleichzeitig gesellschaftskritische Story und vor allem durch die eingängigen Kompositionen, die noch lange im Kopf bleiben. Das Premierenpublikum belohnte die gelungen Inszenierung mit langanhaltendem Applaus und feierte die Darsteller gebührend mit Standing Ovations.

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Michael Dangl und Herbert Föttinger
La Cage aux Folles – Michael Dangl & Herbert Föttinger © Jan Frankl

Gelungene Einstimmung

Der Abend in den Kammerspielen der Josefstadt beginnt schon mit der passenden Beleuchtung. Das Foyer erstrahlt in einem glamourösen pinkfarbenen Lichterglanz und stimmt die Premierengäste auf die kultige Musical-Show ein. Auch im Theatersaal ist das Bühnenportal in einem satten Pink gehalten und der La Cage aux Folles-Schriftzug ziert den Eiserenen Vorhang. Zu den ersten Klängen der Band verschwindet dieser rasch von oben nach unten im Bühnenboden und die Show beginnt.

Drama Baby Drama

Der homosexuelle Nachtclubbesitzer Georges und sein Lebensgefährte Albin, der Nacht für Nacht als Drag-Queen Zaza die Zuschauer im „La Cage aux Folles“ begeistert, führen fast eine bürgerliche Beziehung. Doch als Georges' Sohn Jean-Michel plötzlich ein Mädchen heiraten will, gerät ihre Welt aus den Fugen. Zu allem Übel kündigen sich schließlich noch die erzkonservativen Schwiegereltern in Spe an – damit ist das Chaos ist perfekt….

© Rita Newman

© Rita Newman

Beschwingt frivol

Die Inszenierung von Regisseur Werner Sobotka kommt sehr leichtfüßig und mit viel Witz daher. Sie verzichtet darauf, die im Stück sowieso enthaltene Botschaft der Akzeptanz aller Lebensweisen mit dem Vorschlaghammer zu präsentieren. Besonders gut demonstrieren die zwei Hauptdarsteller (Michael Dangl als Albin und Herbert Föttinger als Georges), dass Gefühle in langjährigen Beziehungen immer wieder aufs Neue gehegt und gepflegt werden müssen – ihr gemeinsames Schauspiel überzeugt. Herbert Föttinger, der Direktor des Theaters in der Josefstadt, beweist überragende Entertainer-Qualitäten und sorgt für viele Lacher durch die doppelte Theaterdirektion. Michael Dangl zeigt gekonnt die zwei Seiten seiner Rolle. Er switcht einwandfrei zwischen Albins Zerbrechlichkeit und Zazas selbstbewusster Bühnenpersönlichkeit hin und her. Gesanglich liefern beide eine solide Leistung.

 

 

© Rita Newman

© Rita Newman

Ein Kessel buntes

Überzeugt hat auch das sechsköpfige Männerensemble. Die sogenannten „Les Chagelles“ begeistern mit sehr starken und gut durchdachten Choreografien von Simon Eichenberger, extrem intensiver Mimik und lustig frivolen Bewegungen. Egal ob in Lackschuhen, im Bikini oder Paillettenkleid: die sechs falschen Damen machen immer eine gute Figur. Dabei hat sich Kostümbildnerin Elisabeth Gressel einiges einfallen lassen und überrascht mit zahlreichen Kostümwechseln. Von bunten Federn, über Can-Can-Röcke bis hin zur Peitsche ist alles dabei. In einer Szene treten die Nachtclub-Girls sogar als Conchita-Wurst-Doubles auf. Ein paar Takte aus „Rise like a phoenix“ lassen im goldenen Licht Songcontest-Erinnerungen wach werden. Als weiteres Highlight ist Martin Niedermair als Zofe Jacob zu nennen. Mit russischem Akzent sorgt der quirlig, tuntige Butler in sehr knappen Kostümen für zahlreiche Lacher im Publikum.

Weniger ist mehr

© Rita Newman

© Rita Newman

Das Bühnenbild ist einfach, aber leistet viel. Den Mittelpunkt des Nachtclubs „La Cage aux folles“ – dem Käfig voller Narren – bilden die sechs großen beleuchteten Buchstaben L A C A G E. Diese werden vielfältig eingesetzt und dienen in den Szenen von Georges und Albins Wohnung als Einrichtung. Liegend, umgedreht oder umgekippt dienen sie unauffällig als Sitzgelegenheit, Schminktisch und Regal. Selbst wenn Sohn Jean-Michel (gespielt von Niklas Abel) mit Hilfe der Zofe (Martin Niedermair) umdekoriert hat, bleiben die Buchstaben – diesmal in der wesentlich konservativeren Nussbaumoptik erhalten. Mit wenigen Handgriffen verwandelt sich so die bunte Inneneinrichtung in ein streng religiöses Eigenheim aus dunklen Holzmöbeln. Vielfältig werden auch die fünf Treppenstufen eingesetzt, die durchgängig über die gesamte Bühnenlänge im hinteren Teil sind. Sie dienen nicht nur im Nachtclub als Showtreppe, sondern werden auch in fast allen anderen Szenen gekonnt bespielt. Durch geschickten Lichteinsatz von Michael Grundner werden die verschiedenen Schauplätze geschickt ausgeleuchtet und die jeweiligen Stimmungen gut transportiert. So wurden nicht nur die Showsternchen, sondern auch alle anderen Protagonisten ins rechte Licht gerückt. Im Finale des ersten Aktes wird besonders gut die innere Entwicklung von Albin im Song „Ich bin was ich bin“ verdeutlicht. Ist er zu Beginn des Songs noch in einer niedergeschlagenen Dunkelheit, erstrahlt nicht nur Albin, sondern der ganze Raum zum Ende des weltbbekannten Liedes in einem leuchtenden Weiß.

Altbewährtes für die Fans

Eingefleischte La Cage Fans kommen auch in der Wiener Inszenierung voll auf ihre Kosten. Neben den Hits „Ich bin was ich bin“ und „Die schönste Zeit“ fehlen auch andere All-Time-Highlights nicht. Es kommen sowohl der berühmte „geraffte Bühnenvorhang“ im Nachtclub, als auch das überdimensionale Kruzifix in Albins und Georges Wohnung vor. Auch die häufigen Kostümwechsel von Zaza dürfen natürlich nicht fehlen. Allerdings bleibt unsicher, ob die Kostüme der alternden Drag-Queen bewusst etwas abgetragen aussehen sollten. Da wäre an Glamour-Faktor sicher etwas mehr möglich gewesen.

Neuer Sound

Eine wahre Neuerung findet sich im Musikalischen. Die vier Musiker schaffen unter der Leitung von Christian Frank, der zusätzlich selbst am Klavier sitzt und so das Quintett vervollständigt, einen beschwingten und neuen Big-Band-Sound, der sogar manche Frankophone-Romantiker über den Verlust der Akkordeon-Passagen hinwegkommen lässt. Auch textlich hat sich viel getan: viele Passagen sind präzisiert, wurden verschärft und erhalten mehr Dynamik, ohne das der Humor verloren geht oder sie La Cage-Fans nicht mitsingen könnten.

Der Musical-Klassiker schafft auch in Wien vor allem eines: gute Unterhaltung. Es wurde viel gelacht und alle Zuschauer verlassen beschwingt mit mindestens einem kleinen Ohrwurm das Theater. Karten gibt es beim Theater in der Josefstadt online. Die amüsante Travestie-Show ist noch bis 28. März 2016 in den Kammerspielen der Josefstadt zu sehen.

Besetzung

  • Georges: Herbert Föttinger
  • Albin/Zaza: Michael Dangl
  • Jacob: Martin Niedermair
  • Jean-Michel: Niklas Abel
  • Anne Dindon: Sarah Baum
  • Edouard Dindon: Peter Scholz
  • Marie Dindon: Alexandra Krismer
  • Jacqueline: Susa Meyer
  • Francis: Ljubiša Lupo Grujčić

Les Cagelles:

  • Dermah: Stefan Mosonyi
  • Chantal: Christian Louis-James
  • Hanna: Niran Straub
  • Mercédes: Nicola Gravante
  • Phaedra: Timo Radünz
  • Monique: Arthur Büscher
  • Swing: Steven Seale

Kreative-Team

  • Regie & Fassung: Werner Sobotka
  • Bühnenbild: Stephan Prattes
  • Kostüme: Elisabeth Gressel
  • Choreografie: Simon Eichenberger
  • Choreografische Assistenz: Steven Seale
  • Licht: Michael Grundner
  • Dramaturgie: Silke Ofner
  • Musikalische Leitung/Klavier: Christian Frank
  • Schlagzeug: Klaus Pérez-Salado; Bass: Andy Mayerl; Gitarre: Rens Newland; Reeds: Herbert Berger

Kammerspiele der Josefstadt

Kammerspiele, Rotenturmstraße, Wien, Österreich

Kategorie: La Cage Aux Folles

Tags:

Autor: M. Sommerfeld (11.09.2015)

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