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JEKYLL & HYDE – Premiere am Stadttheater in Baden

Nicht nur das ohnehin schon sehr warme Theater heizte dem Premierenpublikum von Frank Wildhorns Musical JEKYLL & HYDE am 29. Juli 2016 im Stadttheater Baden bei Wien ordentlich ein, sondern auch die starke Inszenierung von Regisseur Thomas Enzinger und das ausdrucksstarke Spiel von Hauptdarsteller Darius Merstein-MacLeod brachten die Stimmung zum Kochen.

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Dr. Henry Jekyll
Darius Merstein-MacLeod als Dr. Henry Jekyll © Christian Husar

Gut und Böse sind unzertrennlich

London 1886: der ambitionierte Arzt Dr. Henry Jekyll (Darius Merstein-MacLeod) möchte die Menschheit vor dem Bösen retten und erforscht wie man das Gute im Menschen vom Bösen trennen kann. Doch der Krankenhausvorstand stoppt seine Pläne und darum entschließt sich Jekyll notgedrungen zu dem riskanten Schritt des Selbstversuchs. Durch sein entwickeltes Präparat, welches er sich selbst spritzt, verwandelt er sich in den monsterhaften Mr. Hyde. Als das wahrhaft Böse zieht Mr. Hyde umher und ermordet die Vorstandsmitglieder des Krankenhauses und versetzt London in Angst und Schrecken. Dabei macht er auch vor Menschen, für die Dr. Jekyll Gefühle empfindet, nicht halt. Im Mittelpunkt der Handlung stehen zudem Jekylls Verlobte Lisa Carew (Iréna Flury) die selbstbewusst hinter ihrem Zukunftigen steht, die Dirne Lucy Harris (Dorina Garuci) die von einem besseren Leben träumt. Nachdem Dr. Jekyll erkannt hat welches Monster er mit Mr. Hyde heraufbeschworen hat, setzt er alles daran den Versuch rückgängig zu machen. Am Hochzeitstag kommt es dann zum finalen Showdown.

Brilliant gespielt

Edward Hyde

© Christian Husar

Zu Beginn spielt Merstein-MacLeod seiner Rolle sehr akkurat mit Anzug und zu einem Zopf zusammengebundenen Haar. Er verkörpert authentisch einen Mann der an seine Forschungen und Überzeugungen glaubt. Das kommt sehr gut im Song „Dies ist die Stunde“ zum Ausdruck, bei dem die Bühne fast leer bleibt und Merstein-MacLeod den Raum nur mit seiner kräftigen Stimme und seiner Persönlichkeit füllt. Bei der anschließenden Verwandlung zu Mr. Edward Hyde öffnet er sein Haar, verändert seine Stimme in eine tiefere und verückt wirkende Lage und bringt von nun an perfekt zwei verschiedene Persönlichkeiten auf die Bühne. Iréna Flury zeigt in ihrem Spiel eine für die damalige Zeit moderne und selbstbewusste junge Dame der Oberschicht die hinter ihrem Zukünftigen steht, egal was andere sagen. Dorina Garuci spielt die Prostituierte Lucy Harris taff, sexy und lasziv. Ihre teils rauchige Stimme passt bei ihren Songs sehr gut zur Rolle. Sie bringt aber auch die träumerischen und sehnsuchtsvollen Momente gekonnt auf die Bühne. In ihrem gemeinsamen Duett „Nur sein Blick“ zeigen die beiden Damen was stimmlich in ihnen steckt.  Im Song „Konfrontation“ kurz vor dem Finale, bei dem Jekyll und Hyde sich immer abwechseln kommt das ganze Können von Merstein-MacLeod zum Vorschein. Er wechselt die Rollen von Satz zu Satz, was er auch stimmlich perfekt meistert und wird dabei mit verschiedenfarbigem Licht unterstützt.

Beindruckendes Gesamterlebnis

Ensemble Jekyll & Hyde

© Christian Husar

Die Inszenierung von Thomas Enzinger wirkt durch das meist reduzierte Bühnenbild (Dietmar Solt) sehr modern. Mit wenigen Elementen werden verscheiden Räume geschaffen die auch gut zur schaurig schönen Stimmung beitragen. Schon der Szenenaufbau zu Beginn im Krankenhaus ist stark. Im kalten Backsteinbau mit hohen Fenstern steht ein einzelnes Gitterbett – sicher ein Krankenhaus in dem man nicht liegen will. Im Hintergrund als Kontrastpunkt zu den gebildeten Ärzten ein Verrückter in Zwangsjacke. Das beinahe durchkomponierte Musical trägt dazu bei, dass keine unnötigen Pausen für Umbauten entstehen.  Die großen Ensemblenummern „Fassade“ und „Mörder, Mörder“ sind opulent, stark umgesetzt und von Choreograph Michael Kropf perfekt einstudiert. Die Kostüme von Hanna Solt sind zeitgemäß ans Ende des 19. Jahrhunderts angelehnt. Sowohl die opulenten Kostüme der Oberschicht mit Zylinder und Frack, als auch die heruntergekommen Röcke der Prostituierten wirken authentisch. Der volle und kräftige Sound aus dem Orchestergraben ist eine interessante Mischung aus mysteriösen, rockigen aber auch klassischen Klängen

Weiter auf Erfolgskurs

Gabriel John Utterson

© Christian Husar

Die Bühne Baden setzt verstärkt auf Musicals und etabliert sich langsam aber sicher zu einer festen Musicalgröße in Österreich. Mit JEKYLL & HYDE ist dem Stadttheater eine sehr niveauvolle und runde Inszenierungen gelungen, mit der die Bühne Baden nicht mehr nur noch als Geheimtipp in Sachen Musical gilt. Dies ist der durchweg guten Besetzung und der pfiffigen Inszenierung zu verdanken. Auch die kleineren Rollen sind erstklassig besetzt. Reinwald Kranner -zuletzt als Geroge Banks in MARY POPPINS im Wiener Ronacher zu sehen –  spielt Jekylls loyalen Freund Gabriel John Uttreson. Positiv aufgefallen ist auch Stefan Poslovski als Sir Archibald Proops der bis März noch bei MOZART! in Wien auf der Bühne stand. Beide werden am Herbst in der Uraufführung von SCHIKANEDER im Raimund Theater zu sehen sein. Für Musicalfans ist das spannende Musical JEKYLL & HYDE, welches auf der Romanvorlage von Robert Louis Stevenson basiert, auf jeden Fall ein Reise nach Baden und in die heißen und mysteriösen Abgründe der eigenen Seele wert.

Kreativteam:

  • Musik: Frank Wildhorn
  • Buch und Liedtexte: Leslie Bricusse
  • Regie: Thomas Enzinger
  • Musikalische Leitung: Oliver Ostermann
  • Choreographie: Michael Kropf
  • Bühne: Dietmar Solt
  • Kostüme: Hanna Solt

Besetzung:

  • Dr. Henry Jekyll / Edward Hyde: Darius Merstein-MacLeod
  • Lisa Carew: Iréna Flury
  • Lucy Harris: Dorina Garuci
  • Gabriel John Uttreson: Reinwald Kranner
  • Sir Danvers Carew: Karsten Kammeier
  • Mr. Spider: Artur Ortens
  • Mr. Pole: Florian Fetterle
  • Nelly: Ariana Swoboda
  • Simon Stride: Stefan Bleiberschnig
  • Sir Archibald Proops: Stefan Poslovski
  • Bischof von Basingstoke / Ensemble: Richard Schmetterer
  • General Lord Glossop: Christof Messner
  • Lady Beaconsfield: Susanna Hirschler
  • Lord Savage: Beppo Binder
  • Bissett/Apothekerin: Kerstin Raunig
  • Tanzgirl: Barbara Castka
  • Tanzgirl: Doris Lang
  • Zeitungsjunge: Stanislaus Steinbichler
  • Zeitungsjunge: Moriz Jeitler

Termine:

  • Donnerstag 4. August 2016, 19:30 Uhr
  • Sonntag 7. August 2016, 19:30 Uhr
  • Samstag 13. August 2016, 19:30 Uhr
  • Sonntag 21. August 2016, 19:30 Uhr
  • Mittwoch 24. August 2016, 19:30 Uhr
  • Freitag 26. August 2016, 19:30 Uhr
  • Donnerstag 1. September 2016, 18:00 Uhr
  • Freitag 2. September 2016, 19:30 Uhr

 

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Kategorie: Kritiken

Tags:

Autor: M. Sommerfeld (31.07.2016)

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