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Dernière von JEKYLL & HYDE in Stralsund

Musical1 besuchte noch ein letztes Mal in diesem Sommer (Sommer??) das temporäre Theater-Gelände auf der Wiese vor dem Hansa-Gymnasium. Fasziniert hat uns hier, dass durch die ansteigenden Sitzreihen wirklich von jedem Platz eine optimale Sicht auf die Bühne besteht.

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schlussapplaus jekyll & hyde
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JEKYLL & HYDE, Dernière eines Klassikers des Genres Musical

Am Donnerstag nun ging mit einer wunderbaren Dernièrenshow die Spielzeit von JEKYLL & HYDE in Stralsund zu Ende. Ein letztes Mal versuchte Dr. Henry Jekyll, großartig dargestellt von Chris Murray, seinen wahnsinnigen Wunsch, das Böse im Menschen vom Guten zu trennen, in die Realität umzusetzen.
Musical1 war noch einmal vor Ort dabei. Wir sind wie bei unserem ersten Besuch begeistert von der Leistung des Stadttheaters Vorpommern. Eine sehr gut gelungene Umsetzung auf einer Open Air Bühne.
Ein voll besetztes Orchester von ca. 30 Musikern setzte das Stück ausgezeichnet in Szene, wie man es heute leider selten erleben darf.

Die Cast brillierte mit einzigartiger Stimmgewalt und darstellerischer Überzeugung

Dr. Henry Jekyll, dargestellt vom einzigartigen Chris Murray, überzeugte wie gewohnt durch schauspielerische Höchstleistung und gesanglichen Hochgenuss. Innere Zerrissenheit, das Betteln und Flehen um Anerkennung vor höchsten Gremien, Familie, Freunden, der Kirche und der Gesellschaft… die Darstellung eben jenes unablässigen Ringens fasziniert und läßt an dieser Stelle bereits mit der Hauptfigur mitleiden. Getrieben von Ungläubigkeit, Desinteresse und Unverständniss, ist es unausweichlich und vorprogrammiert: Gänsehaut pur, als Dr. Jekyll den Entschluss des Selbstversuches mit „Dies ist die Stunde…“ einleitete. Stimmlich perfekt und darstellerisch grandios. Der Zuschauer kann das Gefühl förmlich greifen: JETZT muss etwas passieren!

derniere jekyll & hyde

jekyll & hyde @i.marquardt

Als Mr. Hyde konnte man schon manches Mal Angst vor dem perfektionierten Wahnsinn bekommen. In der Konfrontationsszene litt das Publikum mit der zerrissenen Gestalt des Jekyll/Hyde, und man empfand direkt Mitleid.
Aber auch Chris Murrays komödiantisches Talent, das er gekonnt akzentuiert und treffend mit einbrachte, ließ die beiden Charaktere Jekyll und Hyde zu einer einmaligen Höchstform auflaufen. So mancher Lacher im Publikum bestätigte dies.

Man kann der zwiegespaltenen Persönlichkeit, die durch Chris Murray dargestellt wurde, nur Hochachtung zollen. Zwiespältige Charaktere zu spielen verlangt jedem Schauspieler ohnehin schon eine gehörige Portion Können und Perfektion ab. Und diese ständige Veränderung im laufenden Spiel auf der Bühne direkt zum Ausdruck zu bringen, das ist absolut sensationell.

Hamonierende Cast komplettiert das Gesamtbild

Denn was wäre eine Hauptfigur ohne seine Darstellerkollegen. Die Freunde und Widersacher des Jekyll/Hyde, sowie die beiden wichtigsten Menschen in seinem Leben, Lisa und Lucy, waren hervorragend besetzt. Dr. Jekylls Verlobte Lisa, gespielt von Jardena Flückiger, stach durch eine kraftvolle, wunderbare Stimme heraus, die auch in den Duetten hervorragend harmonierte und beeindruckte. Ihre unendliche Liebe zu Henry Jekyll und die teilweise schelmische Vertrautheit zwischen den beiden Liebenden kam überzeugend beim Publikum an.

Ja und dann war da auch noch Lucy Harris (Kristi Anna Isene), die mit der gleichen stimmlichen Präsenz und darstellerischen Überzeugung Hydes Begierde nährte, unterstützte und erfüllte. Kristi Anna als „Gegenpart“, optisch und akustisch – die optimale Besetzung!

Die Mitglieder des Opernchores des Theaters Vorpommern rundeten in einer wunderbaren Harmonie das Gesamtbild und den musikalischen Genuss ab.

Gut gelöste Szenerie

Zu gefallen wußten auch die unaufgeregten Kulissenschiebereien durch einige Ensemblemitglieder. Die Optik veränderte sich nur geringfügig, aber spielortgerecht. Noch netter wäre es gewesen, wenn die professionellen Bühnenarbeiter ebenfalls eine der Zeit des Stückes angepasste Garderobe getragen hätten. Dann hätten sich diese Aktionen noch weit unauffälliger ins Gesamtgefüge der Szenerie eingepasst.

Wahrscheinlich auf Grund der bescheidenen Wetterverhältnisse (15°C) war die Show leider, leider nicht ausverkauft. Die anwesenden Zuschauer allerdings haben das Stück genossen und bejubelt und gaben dies am Ende mit Standing Ovations zum Ausdruck.

Unser Wunsch für die Zukunft

Es ist nur zu hoffen und zu wünschen, dass das hier nun nicht wirklich das Ende des Dr. Jekyll und Mr. Hyde war am gestrigen Abend. Eine so stimmige Cast gehört definitiv weiterhin zusammen auf eine Bühne. Es wäre wunderbar, wenn noch viele Theaterbesucher die Gelegenheit bekämen, sich dieses geniale Schauspiel anzusehen. Vielleicht sogar in einem Theaterhaus, wo die Wetterverhältnisse den Genuss nicht trüben können. Musical1 würde auf jeden Fall wieder vorbei schauen und sich der Mystik des Stückes hingeben.

Kategorie: Kritiken,Open Air,Stadttheater

Autor: I. Marquardt (13.08.2016)

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  • Thomas 16. August 2016 at 18:45 / Antworten

    Im Spielplan der neuen Spielzeit 2016/17 für das Theater Vorpommern steht “Jekyll und Hyde” tatsächlich für Januar drin. Und dann eben auch im Theaterhaus. 😉

    • I. Marquardt 16. August 2016 at 19:51 / Antworten

      So schnell können Wünsche erfüllt werden!

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