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Jan Ammann lässt „Wunder gescheh’n“

Zurzeit ist Jan Ammann mit seinem Solo-Programm „Wunder gescheh’n“ unterwegs. Wir haben uns die Konzerte vergangenen Freitag in Filderstadt und am Montag in Wien angesehen. Als Gäste hatte sich Jan Ammann drei Kollegen eingeladen, die auch auf seiner CD zu hören sind: Maya Hakvoort, Eve Rades und Dennis Henschel. Auf dem Programm standen Altbekanntes und auch einige Überraschungen.

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Jan Ammann
Jan Ammann © Stephan Drewianka

Solo-Programm im Doppelpack

Bevor Jan Ammann ab 18. Oktober in Hamburg einmal mehr den Umhang des Grafen von Krolock überwirft, war er jetzt für drei Konzerte in Filderstadt, Oberhausen und Wien zu sehen. Der Auftakt war ein Heimspiel für ihn. In seinem „Wohnzimmer“, der Filharmonie in Flderstadt, wirkte er zu Beginn noch etwas nervös und verhaspelte sich charmant bei seiner ersten Anmoderation. In Wien, dem dritten Konzert (dazwischen lag samstags der Auftritt in Oberhausen), wirkte er  deutlich entspannter. Dennoch: Dieser Mann ist keine „Rampensau“ wie viele seiner Kollegen und wird es vermutlich auch nicht mehr werden. Zumindest nicht, wenn er „nackt“ und ohne Rolle, hinter der er sich verstecken kann, auf der Bühne steht. Seine Fans lieben ihn für diese Natürlichkeit und Authentizität umso mehr. Und auf eine Bühne gehört er ohne Zweifel trotzdem.

Wiener Setliste um zwei Songs kürzer

Spätestens sobald er zu singen anfängt, ist dies eindeutig klar. Die Setliste war erwartungsgemäß in Filderstadt und Wien (fast) identisch. Aufgrund der strengen zeitlichen Auflagen mussten im Wiener Theater Akzent allerdings im ersten und zweiten Teil je ein Stück entfallen. Vor der Pause waren dies die „Geliebte(n) Berge“, am Ende die Solo-Zugabe „Sänger sein“.

Der augenscheinlichste Unterschied zwischen beiden Konzerten ist allerdings ein ganz anderer. Die Akustik ist im Theater Akzent so sensationell gut, dass man wirklich jede Nuance heraushört. Ein wirklicher Traum, das ein auch in der Filharmonie absolut gelungenes Konzert noch einmal um einiges aufwertete und zu einem ganz besonderen Erlebnis machte.

Elisabeth-Block zum Start

Der Abend startet mit Jan Ammanns Stimme aus dem Off bevor er singend auf die Bühne schreitet: „Kein Kommen ohne Gehen“ eröffnet den Elisabeth-Block. Nach einem ersten Duett mit Maya Hakvoort („Wenn ich tanzen will“), hat diese mit „Ich gehör nur mir“ ihren ersten großen Auftritt. Müssten wir unseren persönlichen Favoriten aus diesem Block wählen, wäre dies aber „Die Schatten werden länger“, gemeinsam mit Dennis Henschel.

© Stephan Drewianka

„Die Welt braucht die bunten Vögel“

Nach einer im Vergleich zu Filderstadt leicht geänderten Anmoderation folgt der zweite Block, der mit „Crazy, normal oder NEXT TO NORMAL“ überschrieben war. Genau aus diesem Musical folgen nach der von der „Wunder gescheh’n“-CD bekannten „Leuchtturm“-Version des Wahl-Stuttgarters dann auch zwei Songs. Maya Hakvoort zeigt mit „Mir fehl'n die Berge“ (wie mit eigentlich jeder ihrer Nummern an diesem Abend), warum sie zu den großen Leading-Ladies im deutschsprachigen Musical-Bereich gehört. Eve Rades‘ erster Auftritt des Abends mit „Superboy und seine Schwester aus Glas“ (mit Maya Hakvoort und Dennis Henschel) ist ebenfalls sehr gelungen.

LALALAND erstmalig in deutscher Übersetzung

Der dritte Block ist voll und ganz LALALAND gewidmet, das hier als Überraschung erstmalig teilweise mit deutschen Texten versehen worden war. In Wien war die Übersetzerin persönlich anwesend. Ja, natürlich kann man über Übersetzungen immer streiten: Uns hat es gut gefallen. Nach einem Auszug aus der Ouvertüre spielte Eve Rades ihre eigene fantastische (deutsche) Version des “Audition”-Songs und begeisterte damit das Publikum. „City of gold“ wurde im folgenden Duett von Maya Hakvoort und Jan Ammann zu „Glitzer der Stadt“ und hat aus unserer Sicht dadurch in keinster Weise etwas von seinem Charme und seiner Leichtigkeit eingebüßt. Dennis Henschel blieb bei seinem mitreissenden „Start a fire“ beim Originaltext. Passend zum Thema des Blocks steuerte  der Gastgeber das von ihm bereits bekannte “I remember LA” bei, das bei jedem Hören zum Träumen einlädt.

Anekdoten rund um Ludwig²

Vor der Pause gab es noch ein paar witzige Anekdoten zu den diesjährigen LUDWIG²-Proben und in Filderstadt „Geliebte Berge“. Das darauf folgende „In Palästen geboren“ zusammen mit Maya Hakvoort war toll, wurde aber definitiv noch getoppt von einem für Gänsehaut sorgenden, sehr intensiven „Kalte Sterne“, das das Publikum in beiden besuchten Konzerten zu Standing Ovations von den Sitzen riss.

Ein absolutes Highlight: Der Udo Jürgens-Block

Nach der Pause zeigten Jan Ammann und Dennis Henschel mit „Der einfache Weg ist immer verkehrt“ aus MOZART erneut, dass  ihre Stimmen gut harmonieren. Es folgte ein Udo Jürgens-Block der mit dem auch auf der CD zu hörenden „Vater und Sohn“ begann. Dennis Henschel hatte definitiv seinen stärksten Auftritt des Abends mit seiner Version von „Und immer wieder geht die Sonne auf“, während Jan Ammann mit „Der gekaufte Drachen“ tief berührte.

Jan Ammann und Gäste

© Stephan Drewianka

Einmal mehr im Bann von REBECCA

Der letzte und längste Block war REBECCA gewidmet. Er bot allen vier Akteuren nochmals die Möglichkeit sich von ihrer besten Seite zu zeigen. Eve Rades flehte eindringlich, sie möge „Zeit in eine Flasche füllen“ können, während Dennis Henschel mit „Eine Hand wäscht die andre Hand“ zeigte, dass er einen tollen Jack Favell abgeben würde. Mit „Sie ergibt sich nicht“ und natürlich „Rebecca“ begeisterte Maya Hakvoort mit ihrer tiefen, vollen Stimme, die zur Rolle der Mrs. Danvers einfach perfekt passt. Jan Ammann, der den Block mit „Zauberhaft natürlich“ eröffnet hatte, zeigte mit „Kein Lächeln war je so kalt“ einmal mehr, warum neben Graf von Krolock und König Ludwig auch Maxim de Winter zu seinen absoluten Paraderollen gehört.

Die Zuschauer waren sich einig: „Wunder (sind) gescheh’n“

Die Zugabe „Sänger sein“ versah er mit leicht verändertem Text mit aktuellem Bezug zur Bundestagswahl – kein Zweifel, es wäre ein Jammer, wenn dieser Mann irgendetwas anderes als Sänger geworden wäre. Fotograf zum Beispiel. Oder Koch. Für die zweite Zugabe waren im Vorfeld Textblätter verteilt worden, so dass die Zuschauer gemeinsam mit Jan Ammann und seinen Gästen „Wunder gescheh’n“ lassen konnten. Und dies ist an beiden Abenden zweifelsfrei passiert. „Wunder gescheh’n“ ist eine mehr als gelungene Konzertreihe von Sound of Music Concerts. Sie präsentiert vier wunderbare Künstler, denen man den Spaß, den sie selbst an dem Format haben, deutlich anmerkt. Bei der unterhaltsamen und kurzweiligen Songauswahl, die genau das richtige Maß an „Must haves“ und „Wow, das kannte ich so ja noch gar nicht“ findet, ist für jeden was dabei.  Nicht unerwähnt bleiben dürfen die kongenialen fünf Musiker, die maßgeblich zum Erfolg des Abends beigetragen haben:

Marina Kommisartchik am Flügel

Hannes Kühn an der Gitarre

Christian Niehues am Bass

Matthias Plewka an den Drums sowie

Vasile Darnea an der Violine.

Die perfekt auf die Akteure abgestimmten Arrangements stammen von Mario Stork. Applaus!

Kategorie: Galas & Konzerte,Kritiken

Autor: M. Kanz (20.09.2017)

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