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Interview mit Tim Al-Windawe

Der Berliner Tim Al-Windawe spielte in Musicals wie JESUS CHRIST SUPERSTAR, SPRING AWAKENING, INTO THE WOODS oder HAIR. Zurzeit steht er noch bis zum 06. September als Nick Hurley bei den Bad Vilbeler Burgfestspiele in FLASHDANCE auf der Bühne, bevor im Oktober die Rolle des C.C. in der Darmstädter Inszenierung übernehmen wird. Im Musical1 Interview spricht er über seine jetzige Rolle, über sein schönstes Bühnenerlebnis und warum er sich für den Beruf des Musical-Darstellers entschieden hat.

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Tim Al-Windawe
Tim Al-Windawe © Tim Al-Windawe

Seine Vita

In Berlin geboren, begann Tim Al-Windawe 2011 sein Studium an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Seit 2010 ist er Mitglied im Ensemble des Landesjugendjazzchors Brandenburg, mit dem er bereits durch Südafrika und die Vereinigten Staaten tourte.

Unter der Leitung von Jiggs Whigham war er 2012 Teil des Vokalensembles des Bundesjazzorchesters. Bevor er 2011 an die Folkwang Universität der Künste wechselte, begann er seine Musicalausbildung am Institut für Musical und Musiktheater Berlin. Im Rahmen seines Studiums verkörperte er unter der Regie von Gil Mehmert die Rolle des Annas in der konzertanten Aufführung von JESUS CHRIST SUPERSTAR in Gladbeck und wirkte am Aalto Theater Essen bei “Die Fledermaus” mit. 2013 verkörperte er im Musiktheater im Revier den Georg in der Folkwang-Koproduktion SPRING AWAKENING. Als Solist sang er 2013 mit dem WDR Rundfunkorchester bei den Produktionen WDR Sommerklänge und Best of Broadway Radio Show 2014. In der Koproduktion der Folkwang Universität der Künste und des Theaters Oberhausen übernahm Tim 2014 die Rolle des Bäckers in INTO THE WOODS. Außerhalb des Studiums folgten erste Engagements: unter anderem an der Kammeroper Köln in CABARET, wo er als Cliff mit dem Musical auf Tournee war. In dem darauffolgenden Jahr war er als Berger auf der Freilichtbühne Meppen in HAIR zu sehen.

Im Frühjahr 2015 beendete Tim sein Studium an der Folkwang Universität der Künste, die er mit „Bachelor of Arts“ im Studiengang Musical abgeschlossen hat. Seit Juli 2015 spielt er Nick Hurley bei den Bad Vilbeler Burgfestspielen, bevor er im Oktober 2015 die Rolle des C.C. am Stadttheater Darmstadt in FLASHDANCE verkörpern wird.

Warum hast du dich für den Beruf “Musical-Darsteller” entschieden?

Natürlich singe, spiele und tanze ich unheimlich gerne. Aber es gibt kaum was Schöneres, als zu sehen, dass man anderen Menschen mit dem, was man tut, eine Freude machen kann. Wenn ein Publikum lacht, weint oder einfach nur zuhört, dann vergisst es den Alltag und ich habe meinen Job richtig gemacht.

Worin liegt der Reiz, die Rolle des Nick Hurleys zu spielen?

Ich finde Nick ist eine sehr dankbare Rolle. Es steht genügend Material zur Verfügung, um eine deutliche Entwicklung zu durchleben. Man kann verschiedenste Facetten ausspielen – vom Humor, über Kitsch, bis hin zu existenziellen Konflikten. Und dazu hat Nick natürlich noch tolle Songs.

Was macht FLASHDANCE einzigartig?

Ich denke in FLASHDANCE steckt deutlich mehr drin als die meisten denken. Mit FLASHDANCE wird oft eine oberflächliche Handlung mit platten Dialogen assoziiert. Klar kann man darüber streiten, ob Alex’s Traum der Tanzausbildung ein so existenzieller Konflikt ist, aber besonders wir Darsteller müssten besser als jeder andere wissen, wie wichtig das für einen Menschen sein kann. Abgesehen davon haben noch viele andere Charaktere des Stücks ernst zu nehmende Konflikte: Gloria, zum Beispiel, mit Drogenmissbrauch und Prostitution, und auch Harry und Andy plagen große Existenzängste. Die Vorlage bietet also mehr als genug Spielmaterial. Wenn inszenatorisch dann auch noch der Spagat zu den vielen tollen Tanz- und Unterhaltungsnummern geschafft wird, ist es einfach ein ziemlich komplettes Stück.

ene mit Julia Waldmayer und Tim Al-Windawe

© Eugen Sommer

Als Musical-Darsteller bist du auf deine Stimme angewiesen. Wie schützt du sie?

Die Stimme ist ein sehr kompliziertes und empfindliches System, daher bin ich da besonders vorsichtig. Ich denke, jeder hat da seine eigenen Regeln und Methoden. Meine Stimme braucht Pausen zur Erholung, viel Schlaf, ein gründliches Einsingen vor jeder Vorstellung und natürlich nach Möglichkeit regelmäßigen Gesangsunterricht.

Was bringt dich an deine körperlichen Grenzen?

Ich versuche immer viel Sport zu machen und meine Grenzen immer weiter auszureizen. Das mache ich hauptsächlich beim Joggen oder im Fitnessstudio.

Deine peinlichste Situation auf der Bühne war:

Das war ein saftiger Texthänger bei einem Konzert mit meinem früheren Chor in Berlin. Mir ist erst ganz klassisch der Text nicht eingefallen und in der Aufregung habe ich dann auch noch an der falschen Stelle wieder eingesetzt. Das ganze natürlich vor laufenden Fernsehkameras.

Wie gehst du mit Kritik um?

Ich höre sie mir immer gerne an. Wenn es dann auch noch konstruktive Kritik ist, freue ich mich sogar sehr drüber und versuche sie natürlich auch umzusetzen.

Was war dein schönstes Bühnenerlebnis?

Gleicher Chor, gleicher Song wie das peinlichste Bühnenerlebnis, allerdings bei einem anderen Konzert. Wir waren auf einem Chorfestival in den Staaten und haben da ein Konzert gespielt. Am Ende meines Songs war der Saal sekundenlang still. Mein Chorleiter drehte sich um und sagte „That’s it!“, daraufhin sprangen alle auf und jubelten, wie ich es noch nicht erlebt hatte.

Gab es mal einen Moment, wo du es bereut hast diesen Beruf gewählt zu haben?

Nein.

Wie gestaltest du am liebsten deine Freizeit?

Das ist ganz unterschiedlich und hängt vor allem davon ab, wie viel ich davon habe. Ich entspanne gern zu Hause auf der Couch und gucke Serien, Filme oder Fußball. Ich versuche natürlich so oft wie möglich Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden zu verbringen. Und wenn ich ganz viel Zeit habe, gehe ich auch mal Paintball spielen, in Kletterparks oder andere Sachen, die man sonst nicht so oft macht.

Wenn du einen Wunsch frei hättest: Was würdest du dir wünschen?

Ich glaube, ich würde mir wünschen fliegen zu können.

Wo siehst du dich in 10 Jahren?

Auf der Bühne der Tony Awards bei meiner Dankesrede. Spaß bei Seite… Mein Leben ist momentan so schnelllebig, dass ich nicht die geringste Ahnung habe, was in 10 Jahren sein könnte. Im Moment versuche ich mein Leben zu genießen und das zu tun, was ich gerade für richtig halte. Es kommt doch ohnehin immer anders als man denkt, deshalb mache ich mir nicht die Mühe, irgendwelche langfristigen Pläne zu machen.

Könntest du dir vorstellen, irgendwann mal in einem völlig anderen Beruf zu arbeiten?

Auf jeden Fall, aber dafür müsste ich wahrscheinlich nochmal studieren und das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Gibt es noch ein Ziel in deinem Leben, was du erreichen möchtest?

Kein bestimmtes. Es gibt viele Sachen, die ich noch erleben und sehen möchte. Das sind alle möglichen Dinge, von Theater, Stücken und Rollen über Orte und Menschen. Ich könnte natürlich auch nochmal den Tony anbringen, aber ob das so realistisch ist…

Hast du eine Botschaft an unsere Musical1-Leser?

Ich weiß nicht so genau. Ich glaube jeder muss selbst herausfinden, wie das Leben funktioniert. Das macht einen stark. Wenn ich die vielen Fehler in meinem Leben nicht gemacht hätte, wär ich nicht da, wo ich jetzt bin. Seid aufmerksam, seid fleißig, seid selbstständig und denkt lieber einmal zu viel nach, über die richtigen UND die falschen Entscheidungen.

Kategorie: Interviews

Autor: N. Hofmann (26.08.2015)

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