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Interview mit Tetje Mierendorf

Das Multitalent Tetje Mierendorf wirkte schon in vielen Musical - und Fernsehproduktionen mit. Durch die Dokusoap "Mein großer, dicker, peinlicher Verlobter" wurde der gebürtige Hamburger auch deutschlandweit bekannt. Zurzeit ist er als Pfarrers Keuchel im Musical DAS WUNDER VON BERN am Hamburger Stage Theater an der Elbe zu sehen. Im Musical1 Interview verrät Tetje, worauf er besonders stolz ist, wie er Weihnachten verbringt, und welche neue Projekte für 2016 anstehen.

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Tetje Mierendorf
Tetje Mierendorf © Oliver Betke

In allen Bereichen fühle ich mich wohl

Bis heute lebt der gebürtige Hamburger Tetje Mierendorf mit seiner Familie in seiner Heimatstadt. Schon seiner Jungendzeit sammelte er Bühnenerfahrung als Mitglied der Hamburger Band „In Vain”. Nach seinem Abitur begann er zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann, die er erfolgreich beendete. Danach entschied er sich jedoch für eine Karriere als Schauspieler. Ab 1995 war Tetje erstmals in Theater – Musicalproduktionen zu sehen. Im Hamburger Imperial Theater spielte er in GREASE die Rollen Vince Fontaine & Teen Angel. Aufgrund seiner Ausbildung in Gesang für Musical, Rock und Pop, wirkte er größtenteils in Musicals mit.

Von 1997 bis 2001 verkörperte Tetje in BUDDY – Das Musical im Neuen Metropol Theater Hamburg die Rolle des Big Bopper. 1998 wirkte er in DER KLEINE HORRORLADEN mit,wo er in die Rolle des Mr. Mushnik schlüpfte. Noch im selben Jahr stellte er den Löwen in DER ZAUBERER VON OZ dar. In dem darauffolgenden Jahr übernahm er die Rollen Eddie & Dr. Scott in der ROCKY HORROR SHOW – ebenfalls im Hamburger Imperial Theater. Als “Scholz” stand Tetje in SING, WENN DU KANNST im Schmidt Theater Hamburg auf der Bühne. Von 2009 – 2010 folgte ein Engagement in HAIRSPRAY im Musical Dome Köln, in der Rolle der Edna Turnblad.

Anschließend schlüpfte er von 2010 – 2012 in die Rolle Bones in SISTER ACT im Stage Operettenhaus Hamburg, bevor er als Heinz Wäscher in KEIN PARDON im Capitol Theater Düsseldorf zu sehen war. 2004 startete Tetje Mierendorf neben dem Theater auch eine Fernsehkarriere. Er spielte Rollen in verschiedenen TV-Klassikern wie “Der Landarzt”, “Großstadtrevier”, “Marienhof” oder “Tatort”.

Doch erst durch seine Rolle des Gunnar Jannßen in der Dokusoap “Mein großer, dicker, peinlicher Verlobter”, wurde er deutschlandweit bekannt. In dieser Rolle konnte Tetje Mierendorf besonders sein komödiantisches Talent unter Beweis stellen, wodurch er wiederkehrende Comedyrollen (z.B. in den Improvisationsformaten “Schillerstraße” oder in “Frei Schnauze XXL”) bekam. 2005 verkörperte Mierendorf die Rolle des “Seele-Fant” in einer Neufassung des Kinderbuchklassikers “Urmel aus dem Eis”.

Neben seinen Tätigkeiten im Theater, Musical und Fernsehen ist er auch als Synchronsprecher für diverse Kino- und TV-Produktionen (z.B. “Der kleineEisbär 2”, “King of Queens”, “Sopranos”, “Sesamstraße”), als Sprecher in Hörspielen und in der Werbung sowie als Moderator tätig. 2013 nahm er an der Tanz-Show “Let's Dance 2013” teil, wo er den 9. Platz belegte.

Zudem erhielt Tetje Mierendorf 2007 den Deutschen Comedypreis als Ensemblemitglied von “Frei Schnauze XXL” in der Kategorie “Beste Comedy- Show”.  Seit November 2014 steht er in der Rolle des Pfarrers Keuchel, am Stage Theater an der Elbe im DAS WUNDER von BERN auf der Bühne.

Liest man deine Vita, dann fällt auf dass du sehr vielfältig bist: von Schauspieler über Musical-Darsteller, Synchronsprecher, Moderator, bis hin zum Sprecher für Hörspiele zeigst du mehrere Seiten von Dir. In welchem Bereich fühlst Du Dich am wohlsten?

Ich fühle mich zum Glück in allen Bereichen wohl. Es ist gerade die Abwechslung, die diesen Beruf dazu macht, dass er sich nicht anfühlt wie Arbeit. Ich gehe meinem Hobby nach und bekomme auch noch Geld dafür. Auch en suite zu spielen, was für viele ja der Horror ist, macht mir nichts. Ich gehe immer noch gern zum WUNDER VON BERN und spiele dort meine 8 Shows. Es macht einfach Spaß. Wenn ich aber auf etwas verzichten müsste, dann wäre es das Synchronsprechen, da ist gerade bei den Kinderserien viel Schrott dabei. Dokus dagegen kann ich gar nicht genug sprechen!

Du bist gelernter Bankkaufmann. Was war für Dich der ausschlagende Punkt, dass Du Dich für eine Karriere auf der Bühne und im Fernsehen entschieden hast?

Dass ich nicht in der Bank bleiben würde, war schon vor der Banklehre klar, nicht aber, dass ich einen künstlerischen Weg als Hauptberuf einschlagen würde. Ich bin relativ früh mit Darstellern in Berührung gekommen, die mir sehr schnell ein realistisches Bild vom Beruf vermittelt haben. Eine kaufmännische Ausbildung, die dann auch nur 2 Jahre dauerte, konnte in meinen Augen nicht schaden. Und während der Banklehre kam mit Grease dann ja auch schon das erste Engagement. Das hieß, den Urlaub für die Proben nehmen, dann tagsüber Ausbildung und 5 Shows die Woche spielen. Es war anstrengend, hat mir aber gezeigt, dass einiges geht, wenn man will. Die Lehre habe ich dann auch als Jahrgangsbester abgeschlossen, was insofern völlig bekloppt ist, weil ich in Mathe immer nur Fünfen hatte!

In der Dokusoap “Mein großer, dicker, peinlicher Verlobter” konntest Du Dein komödiantisches Talent unter Beweis stellen. Bist Du auch privat ein lustiger Typ?

Ich würde sagen, ich bin ein ziemlich ernster Mensch, der in allem etwas Lustiges sieht. Komik hat eigentlich überall ihren Platz, solange sie niemanden verletzt oder herabwürdigt. Früher war ich da noch schmerzfreier. Viele Sachen, die ich früher gemacht habe, würde ich heute nicht mehr machen. Das Fernsehen wurde auch immer extremer und ich finde mich in vielen Sachen nicht wieder. Das ist völlig in Ordnung so. Ich will mich nicht mehr verstellen müssen, sondern das machen können, was ich selbst auch gut und lustig finde. Ich habe aber auch einen sehr speziellen Humor.  Jeder, wie er mag.

Du bist auch als Synchronsprecher für diverse Kino- und TV-Produktionen tätig. Gibt es eine Figur, die Du noch synchronisieren möchtest?

Norbert Gastell, der Sprecher von Homer Simpson ist ja leider kürzlich verstorben, da würde ich mich gern ins Rennen bringen. 🙂

Als Musical-Darsteller hast Du schon in zahlreichen Musicals gespielt. Welches Musical war Dein persönlicher Favorit?

Das kann ich ganz klar beantworten: Edna Turnblag in HAIRSPRAY. Eine ganz tolle Rolle mit vielen Facetten und Emotionen und ein Stück mit einer tollen Message.  Als die Anfrage kam, habe ich mir den alten Film mit Divine angesehen und dachte „was für ein Trash! Nie im Leben werde ich das spielen!“. Aber Edna war eine wirklich tolle Rolle! Leider lief das Stück nicht so lange …

Wie würdest Du den Unterschied zwischen Theater und Film beschreiben?

Im Theater muss man für alle spielen, auch für die letzte Reihe, im Film darf man maximal 10% dessen machen, weil die Kamera direkt in Deine Augen sieht. Dort ist alles reduziert. Wenn man längere Zeit nur auf der Bühne stand und dann wieder dreht, kommt einem alles so wahnsinnig minimalistisch vor als wäre man eine echte Dampflok auf einer Modellbahn.

Tetje Mierendorf

© Oliver Betke

Bist Du selbstkritisch?

Ich bin super selbstkritisch und halte das auch für eine wichtige Eigenschaft in diesem Beruf. Trotzdem sollte man sich grundsätzlich mögen mit dem, was man fürs Publikum tut. Man darf das nicht verwechseln mit Unsicherheit. Wer aufhört besser werden zu wollen, hat aufgehört gut zu sein.

Wie wichtig sind Dir Leidenschaft und Enthusiasmus?

Wenn man etwas gern tut, kommt das ja automatisch. Natürlich gibt es auch Tage, an denen ich mal schlapp bin und lieber auf dem Sofa wäre, aber dann mache ich mir wieder klar, wie viele Menschen alles dafür tun würden, um diesen Beruf machen zu dürfen. Es gibt so unfassbar viele arbeitslose Schauspieler. Ich bin privilegiert und weiß das auch zu schätzen!

Was macht Dich ganz besonders stolz?

Ich bin Vater einer wundervollen Tochter! Und sowas von verliebt!

Drei Dinge, die Dich glücklich machen:

  • Gesund und in Frieden leben zu dürfen
  • Eine tolle Familie zu haben
  • Ein schöner Beruf

In wenigen Tagen ist Weihnachten. Wie verbringst Du diese besinnliche Zeit und worüber freust Du Dich am meisten?

Wir fahren zu meinen Schwiegereltern und feiern dort Heiligabend. Am ersten Weihnachtstag spiele ich schon wieder im WUNDER VON BERN und versuche, Teil eines gelungenen Weihnachtsfestes für die Zuschauer zu werden. Natürlich würde ich gern mehr Zeit mit der Familie haben, aber ich versuche immer, das Positive zu sehen. Und es macht ja auch Spaß, zumal die Weihnachtsshows unter den Kollegen wie auch seitens des Publikums immer was ganz Besonderes sind!

Du schreibst einen Wunschzettel. Was würde darauf stehen?

An immateriellen Dingen: Toleranz und gelebte Nächstenliebe, die sich nicht darin ausdrücken muss, nur Geld zu spenden. Es geht nicht darum einmal im Jahr zu Weihnachten etwas in eine Sammelbüchse zu werfen, sondern immer und überall einfach mal links und rechts Augen und Ohren offen zu halten und zu gucken, was mein persönliches Verhalten in allen Dingen für Auswirkungen auf andere hat. Wenn das alles so handhaben würden, wäre allen schon mal ein großes Stück geholfen.

Wo siehst Du Dich in ein paar Jahren, weiterhin auf der Bühne oder doch eher im Fernsehen?

Ich hoffe, ich kann es weiterhin so handhaben, dass ich mich auf alle Bereiche verteilen kann. Auf jeden Fall wird in Zukunft die Musik eine immer wichtigere und größere Rolle einnehmen.

Wie geht es für Dich 2016 weiter? Gibt es schon neue Projekte, über die Du sprechen darfst?

Ich werde bis zum Herbst auf jeden Fall noch beim WUNDER VON BERN bleiben, fühle mich da auch sehr wohl. Wie oben schon erwähnt, wird Musik eine größere Rolle spielen, wie und wann, weiß ich aber noch nicht, das sind ungelegte Eier.

Hast Du eine Botschaft an unsere Musical1-Leser?

Bleibt uns weiterhin treu! Musical ist eine wundervolle Sache, die leider in weiten Teilen der Bevölkerung noch immer einen merkwürdigen Anstrich hat. Oft höre ich von Leuten „Musical ist nicht mein Ding!“. Das ist Quatsch, weil es nicht DAS Musical gibt! Es sagt doch auch niemand „ Filme sind nicht so mein Ding!“

Und: Ich kenne kein Genre mit engagierteren Fans! Es ist außerdem immer gut, Rückmeldungen zu bekommen! Schließlich seid Ihr die Leute, für die wir das Ganze da machen. Die Shows sollen gefallen und da ist guter Rat immer willkommen! Darüber hinaus wünsche ich Euch und Euren Lieben ein tolles Weihnachtsfest (oder wenn Ihr anderen Glaubens seid, einfach schöne letzte Tage des alten Jahres) und ein gesundes, erfolgreiches und glückliches 2016!

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Kategorie: Interviews

Autor: N. Hofmann (23.12.2015)

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