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Interview mit Musical-Darsteller Riccardo Greco

Der im Westerwald geborene Riccardo Greco war Kandidat in der SAT.1 Casting-Show „Ich Tarzan, Du Jane“ und spielte in verschiedenen Musicalproduktionen. Vom 06.08 bis zum 30.08.2014 wird er als Nick in FLASHDANCE beim Musicalsommer in Amstetten sowie ab September 2014 am Landestheater Linz in diversen Stücken zu sehen sein.

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© Juliane Bischoff
Riccardo Greco © Juliane Bischoff

Vita von Riccardo

Riccardos Leidenschaft für die Musik erwachte schon im Kindesalter. Er nahm Privatunterricht in Gesang, Schauspiel und Tanz. Während seiner Schulzeit sang er in einer Rockband, im Chor und war Frontmann in einer Big Band. Schon als Teenager wurde er Mitglied im Musicalverein und spielte in den Stücken, Grease und Dirty Dancing. Er besuchte die Rheinlandpfälzischen Akademie für Musik,Tanz und Theater in Mendig. Dort machte er eine Grundausbildung zum Musicaldarsteller, wo er nach Abschluss ein Zertifikat erhielt. Im Jahr 2002 war er Solist bei einer Musicalgala und ging mit dieser auf Tour durch Paris, Brüssel, London und Irland. Seine Ausbildung zum geprüften Musicaldarsteller absolvierte Riccardo, an der renommierten Joop van den Ende Academy in Hamburg. Von 2007 – 2008 spielte er in Mamma Mia! und gehörte auch zu Premierencast in Berlin. In der Uraufführung des Musicals Nostradamus – le mystique in Bendorf, begeisterte er das Publikum in der Rolle des Geheimnisvollen. 2007 war er Finalist beim Bundeswettbewerbs Gesang in Berlin und sang auch im Zürcher Hallenstadion beim Finale des 57. FIFA Worldcup-Congresses. Nach Mamma Mia! folgten weitere Engagements, u.a. in “Tanz der Vampire”, “Grease”, “Sister Act”, “Jesus Christ Superstar”, “Elisabeth”, “Xanadu und bei der Inszenierung “Der Besuch der alten Dame” im Ronacher, Wien. Im Juli feierte er mit dem Stück ” Endlich Montag” Premiere. Bekannt wurde Riccardo auch durch die Teilnahme an der SAT.1 Casting-Show „Ich Tarzan, Du Jane“, wo er unter die letzten fünf Bewerbern kam. Vom 06.08 bis zum 30.08. 2014 ist er in der Rolle als Nick in dem Musical “Flashance” in Amstetten sowie ab September am Landestheater Linz in diversen Stücken zu sehen.

Sie haben ja schon sehr früh mit der Ausbildung zum Musicaldarsteller begonnen. Warum sollte es unbedingt dieser Beruf sein?

Ich habe damals in einem Musicalverein mitgewirkt und da durfte ich zum ersten mal Theaterluft schnappen. Damals war ich 11 Jahre alt. Ich habe dann irgendwann mein erstes Musical gesehen und dann war für mich klar, das ich den Beruf des Musicaldarstellers lernen möchte. Ich war Monate lang gefesselt. Für mich war es unfassbar, das alles Live gesungen wurde. Ich konnte das gar nicht glauben. Das wollte ich lernen! 🙂

Riccardo Greco

© Juliane Bischoff

Für Ihre Ausbildung sind Sie nach Hamburg gezogen. Wie war die erste Zeit an der Joop van den Ende Academy?

Vorher war ich noch an einer Schauspielschule in Frankfurt am Main. Damals habe ich dann durch einen Freund von der Joop van den Ende Academy in Hamburg erfahren. Ich habe dann dort die Aufnahmeprüfung gemacht. Allerdings gab es damals noch nicht so viele Stipendien und obwohl meine Eltern mich immer unterstützt haben, konnten wir uns 900 Euro im Monat einfach nicht leisten. Ich mein, wer kann das schon? haha…Ich war also auf eines von 2 Stipendien, die vergeben wurden, angewiesen. So war die Wahrscheinlichkeit aufgenommen zu werden noch geringer. Letztendlich hat es dann aber geklappt. Perrin Manzer Allen hat mir sein Stipendium gegeben. Nach meiner Bühnenzwischenprüfung in Frankfurt bin ich dann direkt nach Hamburg gezogen und habe an der Jvdea begonnen. Die Ausbildung war sehr hart. Nicht nur psychisch sondern auch physisch. Viele von uns haben neben der Ausbildung auch noch am Abend gearbeitet. Das war manchmal nicht leicht. Man lernt sehr viel über sich selbst und seine Mitmenschen. Man muss auch lernen das „Fehler machen“ zu so einer Ausbildung dazugehört. Das muss man erstmal akzeptieren. Und von diesen „Fehlern“ habe ich einige gemacht. Aber das war auch gut so und sollte so sein. Wenn ich jetzt an die Ausbildung zurückdenke, bin ich einfach dankbar. Dankbar für die Menschen die etwas in mir gesehen haben und ihr Bestes gegeben haben, um das zu fördern. Diese Ausbildung war für mich die beste Vorbereitung auf das was danach alles kommen sollte.

 

Wie ist die Ausbildung an der Joop van den Ende Academy aufgegliedert?

Die Ausbildung ist in 3 Sparten aufgegliedert. Gesang, Tanz und Schauspiel. Diese Sparten sind dann nochmal aufgegliedert .z.b. hat man dann Lied Interpretation, Gesangsunterricht (2 mal die Woche eine Stunde),Chor, Ensemblegesang, Ballett, Jazz, Modern Dance, Steppen, Schauspiel, Einzelunterricht,Gruppenunterricht, Sprecherziehung, Theatergeschichte, Musiktheorie u.s.w. jeden Samstag hatten wir dann noch einen Workshop, welcher jede Woche ein anderer war. Auditiontraining, African Dance, Ernährung, Anatomie u.s.w. alles aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Auf jeden Fall war es sehr vielseitig 🙂

Als Musicaldarsteller muss man oft für ein Engagement umziehen. Fällt es Ihnen schwer, immer für eine Rolle umziehen zu müssen?

Man sagt so schön-man gewöhnt sich an alles. Das trifft was das umziehen angeht leider nicht zu. Man muss immer wieder geliebte Menschen hinter sich lassen. Der Umzug nach Linz war für mich bis jetzt der schwierigste. Linz-Wien ist zwar nicht so weit, aber ich habe in Wien einfach mein Zuhause gefunden und mir dort ein Leben aufgebaut.

Was war Ihr erstes Musical, was Sie gespielt haben?

Das war 2007 Mamma Mia in Berlin. Ich hatte ein Angebot für Ensemble/Cover Sky. Damals ging alles furchtbar schnell. Ich hatte gerade die Prüfungen für’s 4.Semester erfolgreich absolviert. In dieser Prüfungswoche hatte ich auch meine Audition für Mamma Mia. Freitags war die erste Runde und den Montag darauf das Finale. Dienstags bin ich mit Freunden nach Sizilien zu meinen Verwandten geflogen und dann kam auch schon der Anruf vom Theater das ich den Job bekommen habe. Ich habe geheult wie ein Schlosshund und konnte mein Glück kaum fassen. Die Schulleiterin Constanze Klostermann hat damals alles für mich möglich gemacht und mir sehr geholfen. Ich hatte die Möglichkeit das dritte Ausbildungsjahr über den Sommer nachzuholen und eine Prüfung zu absolvieren. Ich hatte auch nur diesen einen Monat da die Proben für Mamma Mia im September 2007 begonnen haben. Ich habe dann gelernt wie ein Wahnsinniger und konnte die Jury überzeugen. Und dann ging es auch schon mit dem Zertifikat zum Musicaldarsteller in der Tasche zu meinem ersten Job 🙂

Sie haben schon in einigen Musicalproduktionen mitgewirkt. Gab es eine Rolle, die Sie besonders gerne gespielt haben? Und warum?

Diese Frage wird mir sehr oft gestellt 🙂 Ich sage an dieser Stelle immer wieder gerne Alfred in Tanz der Vampire, weil es das erste Musical war welches ich gesehen hatte und Sonny Malone in Xanadu, weil ich unglaublich viel Spass hatte diese Rolle mit dem Regisseur zu kreieren.

Was waren Ihre schönsten oder peinlichsten Momente auf der Bühne?

Mein schönster Moment war bei „Der Besuch der alten Dame“ weil ich mit 2 engen Freunden, Gernot Romic und Lisa Habermann jeden Abend auf der Bühne stehen konnte, mit Gernot unsere Freundschaft besungen habe und mit Lisa verliebt durch den Wald laufen konnte 🙂 In diesem Beruf hat man sehr viele schöne Momente. Das war jetzt ein aktuelles Beispiel von sehr vielen. Mein peinlichster Moment – schwierig. Da gibt es einfach zu viele…haha. Nein, im Ernst. Ich weiss es nicht. Ich musste mal rülpsen beim Singen, weil ich zu tief eingeatmet habe. Und ein paar Mal bin ich auch schon, dank Bühnennebel, auf meinem Po gefallen. Also, da gibt es wirklich ein paar peinliche Situationen.

Für die Rolle des Tarzans in dem gleichnamigen Musical, haben Sie 2008 an der SAT.1 Casting-Show „Ich Tarzan, Du Jane“ teilgenommen und sind unter die letzten fünf Bewerber gekommen. Würden Sie nochmal bei einer solchen Casting-Show mitmachen, um eine Rolle zu bekommen?

Vor ein paar Jahren hätte ich auf diese Frage noch mit Nein geantwortet. Aber jetzt bin ich reifer als damals und würde vieles anders machen. Es kommt vor allem auf die Rolle an. Wenn es eine Rolle ist die ich unbedingt spielen will, dann würde ich auch wieder bei einer Casting Show mitmachen. Also JA 🙂

Im Juli haben Sie mit “Endlich Montag” Premiere gefeiert. Worüber handelt dieses Stück?

Es geht vor allem um Freundschaft. Wir sind eine fiktive WG mit 5 Musicaldarstellern, die befreundet sind. Es geht um Enttäuschungen, Liebe, Herzschmerz, Spass. Wir entscheiden uns im Laufe des Abends, ein eigenes Programm auf die Beine zu stellen. So entsteht das Stück im Stück 🙂

Ab dem 06.08 sind Sie als Nick in dem Musical Flashdance zu sehen. Wie haben Sie sich auf diese Rolle vorbereitet?

Ehrlich gesagt habe ich mich gar nicht darauf vorbereitet. Das Drehbuch haben wir am ersten Probentag bekommen und den Film habe ich irgendwann einmal als Kind gesehen. Ich kann mich fast gar nicht daran erinnern. Vor allem nicht an Nick. Das Musical ist komplett anders. Das Musical hat Tempo und fetzige Musiknummern. Und auch die Rolle des Nick hat schwere Entscheidungen zu treffen. Von Tag eins hat mit der Regisseur Werner Sobotka, die Möglichkeit gegeben die Rolle „Nick“ für mich neu zu erfinden. Er hat mir da sehr geholfen, da ich bis dahin noch nie so eine Rolle gespielt habe. Guy next door, Konservativ, Bürohengst, organisiert – alles was ich eben nicht bin…haha..die Arbeit daran hat mir sehr viel Spass gemacht und ich durfte wieder viel über mich lernen.

Im September spielen Sie am Landestheater in Linz. In welchen Stücken sind Sie dort zu sehen?

Ich werde Enjorlas in Les Miserables spielen und auch in „And the world goes round“, „Company“ und „Tommy“ zu sehen sein.

Gibt es schon weitere Projekte nach Flashdance und nach dem Engagement in Linz?

Im Moment nicht. In Linz bin ich erstmal bis Sommer 2015. Bis jetzt steht nur fest das „ Endlich Montag“ immer wieder auf dem Programm stehen wird. Und darauf freue ich mich sehr!

Kategorie: Interviews

Autor: N. Hofmann (25.08.2014)

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