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Interview mit Philipp Dietrich

In der Deutschen Erstaufführung von FLASHDANCE - Das Musical verkörperte Philipp Dietrich das erste Mal Nick Hurley. Auch in der Darmstädter Inszenierung hat er erneut die Rolle des Stahl-Chefs übernommen. Im Musical1 Interview spricht Philipp über sein Berufswunsch als Kind, was ihn an der Rolle reizt und welcher Künstler ihn auf seinen Weg zum Musical-Darsteller inspiriert hat.

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Philipp Dietrich
Philipp Dietrich © Andrea Peller

Für die Musicalbühne entschieden

Philipp Dietrich wurde in Chemnitz geboren. Erste Begegnung mit einer Musicalbühne machte er in seiner Heimatstadt Chemnitz.

Schon während seines Abiturs spielte er im Opernhaus im Ensemble von VICTOR / VICTORIA und DER KLEINE HORRORLADEN. Seit 2009 lebt Philipp in seiner Wahlheimat Hamburg. Im Juni 2012 beendete er erfolgreich seine dreijährige Ausbildung zum Musical-Darsteller an der Joop van den Ende Academy unter der Leitung von Perrin Manzer Allen. Seine ersten Engagements führten ihn ans Theater Bielefeld, wo er in THE WHO'S TOMMY als Tommy und in DIE HEXEN VON EASTWICK als Michael Spofford zu sehen war.

Im Theater des Westens war er in GEFÄHRTEN als Cover Songman und Swing zu sehen. Zuletzt verkörperte er in Chemnitz Nick Hurley in der Deutschen Erstaufführung von FLASHDANCE – Das Musical.

Am Staatstheater Darmstadt spielt Philipp seit Oktober erneut die Rolle des Nick Hurleys in der Deutschen Erstaufführungsproduktion aus Chemnitz.

Seit Oktober spielst du erneut Nick Hurley. Worin liegt der Reiz, diese Rolle zu spielen?

Das Tolle daran war und ist, dass es bis dato ja nicht wirklich FLASHDANCE-Das Musical im deutschsprachigen Raum gab. Man neigt ja immer gern dazu, Dinge, die Kollegen in anderen Produktionen tun, zu übernehmen. Bewusst oder unbewusst. Hier war der Fall ein ganz anderer. Ich hab mir daher absichtlich keine Aufnahmen aus Holland oder den USA angeschaut, ehrlich gesagt kannte ich auch keine. Ich konnte an die Sache also total unbeleckt rangehen und mein eigenes Ding machen und Nick so anlegen, wie ich diese Rolle empfunden habe. Und jetzt mal ehrlich, es gibt echt schlimmeres als Mr. Charming zu spielen.

Was begeistert dich an FLASHDANCE, speziell an Nick Hurley?

Zuerst wollte ich nicht wirklich zum Vorsingen gehen. Ich dachte mir:“Bitte nicht noch so ein Retorten Ding.“ Als ich dann aber das Buch und die Musik das erste Mal in den Händen hielt, hab ich ganz schnell gemerkt, dass hier schon eine gute Story mit richtigen Problemen schwarz auf weiss steht und genau so ist es geworden. Es leidet eigentlich fast jeder Charakter von Anfang bis Ende an menschlicher Überforderung. Das ist doch lustig. Es macht nach wie vor richtig Spaß, das Ding runter zu rocken. Denn mit dem Film kann man das nicht wirklich vergleichen. Nur an die Klamotten der 80iger muss ich mich jede Vorstellung aufs neue gewöhnen. Ich mag nämlich grundsätzlich Sachen, die passen 😉

Momentan bist du in Darmstadt Zuhause. Fühlst du dich dort wohl?

Zuhause bin ich aber nach wie vor in Hamburg. Ich pendel ja immer nur zu den Vorstellungen und da bekommt man nicht so viel mit von der Stadt, außer den Weg vom und zum Bahnhof!

Warum hast du dich für diesen Beruf entschieden – und gab es als Kind einen anderen Berufswunsch?

Ich bin erst recht spät zu dem Entschluss gekommen, Musicaldarsteller zu werden. Ich habe schon immer Musik gemacht, habe Klavier, Gitarre und sogar Akkordeon gespielt, so ist das nicht. Aber erst mit 18 habe ich angefangen mich dafür zu interessieren. Ich bin schon immer davon überzeugt, wenn man etwas
macht, sollte man es mit allem Herzblut und vollster Überzeugung tun. Egal ob man nun Lehrer, Taxifahrer oder eben Musicaldarsteller ist. Und ich habe gespürt, dass ich das nur in diesem Bereich 100prozentig tue. Und es macht ja nun auch einfach eine Menge Spaß.

Welche Rolle würde dich noch reizen? Und warum?

Diese Frage kommt auch immer. Und jedes Mal sucht man nach Antworten. Da gibt es so so viele! Ich würde so gern mal Huey aus Memphis spielen. Das wird aber nie passieren, da das Stück wohl nie nach Deutschland kommen wird.

Gibt es einen Künstler(in), der dich auf deinen Weg besonders inspiriert hat?

Ach da gibt es einige. Lustig wird es dann, wenn man plötzlich mit denen auf einer Bühne steht oder im selben Raum. So war zum Beispiel auf einmal Ethan Freeman mein Lehrer oder ich hatte mit Drew Sarich einen Gig.

Bist du selbstkritisch?

Selbstkritisch? Ich? Ständig! Nur! Ich glaub das ist ganz ganz wichtig in unserem Job. Sich selbst zu reflektieren oder jemand haben der es macht, ist wichtig um an sich zu arbeiten.

Philipp Dietrich als Nick Hurley in FLASHDANCE

© Michael Hudler

Was wäre für dich eine peinliche Situation auf der Bühne?

Oh da hat ich erst letztens bei FLASHDANCE eine. Nach unserem Duett küssen wir uns und das dürfen wir so lange tun, bis die Wände zufahren und uns verdecken. Das passierte aber nicht. Da standen wir nun. Ich dachte, ich rette die Situation und renne mit Nadja ab. Ich nahm sie, drehte mich und schon stoppten mich zwei Bühnenarbeiter und deuteten mir an, hier kannst du nicht lang. Also drehten wir uns wieder rum und rannten zu anderen Seite ab. Das waren gefühlt Stunden. Muss lustig ausgesehen haben.

Im letzten Jahr warst du in der deutschen Erstaufführung von FLASHDANCE-Das Musical in Chemnitz zu sehen und in diesem Jahr in Darmstadt. Gibt es Unterschiede zwischen der Chemnitzer Inszenierung?

Die Inszenierung ist dieselbe, aber die Bühne ist eine andere. Das klingt leichter, als es ist. Wir haben ja links und rechts kleine Seitenbühnen, Alex`s Apartment und meine Büro. Die waren auf einmal gut doppelt so groß, wobei die Bühne in Chemnitz größer war. Das ändert doch schon ein paar Ding. Was aber die Sache anders macht, sind die Darsteller. Wenn ich jetzt richtig zähle, haben wir acht neue. Jeder spielt anders, obwohl das Ziel dasselbe ist. Da muss man sich erst einmal auf einander einstellen und vielleicht sogar seinen eigenen alten Gedanken neu denken.

Du warst ein Jahr am Opernhaus in Chemnitz. Wie hast du die Zeit dort empfunden? Was ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Das Beste daran war es ja, dass es Chemnitz war! Ich bin ja gebürtiger Chemnitzer und ich glaube, es ist der Wunsch von vielen Darstellern, dort zu spielen, wo man herkommt und wo vielleicht das Träumen vom Wunsch Darsteller zu werden begonnen hat. Zumindest war es bei mir so. Ich kannte so viele Gesichter. Sei es der Inspizient, die Dramaturgin oder der Pförtner. Schön war auch zu sehen, dass viele meiner FLASHDANCE-Kollegen sich im Opernhaus und in der Stadt richtig gut aufgenommen gefühlt haben. Besonders ist mir die Spielzeiteröffnung auf dem Theaterplatz in Erinnerung geblieben. Wir hatten das Glück zusammen mit der Philharmonie zu singen und Teil dieser Eröffnung zu sein. Ist schon cool auf dem heimischen Theaterplatz vor ein paar tausend Menschen zu singen.

Mit dem größten Teil der Cast hast du schon in Chemnitz gespielt. Ist dadurch alles etwas vertrauter?

Eigentlich war es in Chemnitz vertrauter, da man als Cast zusammen kam, um etwas Neues zu kreieren, und die Proben ja auch viel länger waren. In Darmstadt dagegen stand das Stück ja schon und es kamen dann doch fast die Hälfte neu dazu. Da muss man sich in sehr kurzer Zeit, wir hatten ja nur vier Wochen, relativ schnell zusammenraufen.

Bei einer Audition wurdest du abgelehnt. Wie gehst du mit einer Niederlage um?

Das ist unterschiedlich. Das kommt immer ein wenig auf das Stück an, für das man sich beworben hat. Man muss lernen, das nicht als persönliche Kritik zu werten, sondern das einfach als Job zu sehen. Ich mach gern Sport, um mir den Kopf frei zu blasen.

Du hast deinen freien Tag. Wie verbringst du ihn?

Wie gesagt, ich mach total gern Sport. Ich geh mindestens drei Mal die Woche ins Fitnessstudio. Ich fahr auch leidenschaftlich gern Motorrad. Sonst verbringe ich viel Zeit mit meiner Freundin, wenn wir mal zur selben Zeit am selben Ort sind. Das schreit dann oft nach Elbstrand.

Welches Ziel möchtest du noch erreichen?

Wenn man mit so einem tollen Beruf weiterhin sein Geld verdienen kann, ist das schon Ziel genug. Einen Wunsch hab ich aber schon noch, den ich mir erfüllen will. Das verrat ich jetzt noch nicht. Das werdet ihr sehen, wenn es an der Zeit ist.

Kategorie: Interviews,Stadttheater

Autor: N. Hofmann (07.11.2015)

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