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Interview mit Philipp Büttner

Dass Träume wahr werden können, das beweist Phillipp Büttner. Er kämpfte sich vor über einem Jahr bei den ALADDIN Auditions bis ins Finale. Doch die begehrte Rolle bekam er nicht - nun ist sein Traum wahr geworden, er darf Aladdin spielen. Als alternierender Aladdin und als Walk-in-Cover für Kassar wird er ab November auf der Bühne der Neuen Flora im Hamburger Stage Theater stehen. Im Musical1 Interview spricht Philipp über seinen Traum, der für ihn Wirklichkeit wurde.

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Philipp Büttner
Philipp Büttner © Stage Entertainment / Morris Mac Matzen

Wenn ein Traum wahr wird

Der gebürtige Würzburger Philipp Büttner begann sein Studium 2010 im Fach Musical an der Bayerischen Theaterakademie August Everding. 2013 erhielt er ein Stipendium des Deutschen Bühnenvereins und gewann im gleichen Jahr den Bundesgesangswettbewerb in Berlin in der Kategorie Musical/Chanson. 2014 machte er sein Diplom. Bereits während des Studiums übernahm er zahlreiche Rollen, u. a. die Titelrolle in Philip Glass’ Oper Galileo Galilei in der Münchner Reaktorhalle und die Rolle des Frederick Barrett in der österreichischen Erstaufführung des Musicals TITANIC in Staatz.

Außerdem sah man ihn als Simon in JESUS CHRIST SUPERSTAR im Staatstheater am Gärtnerplatz in München.

2014 stand Philipp in seiner ersten großen Hauptrolle am Theater Bielefeld in der Europapremiere von BONNIE & CLYDE als Erstbesetzung Clyde auf der Bühne und präsentierte darüber hinaus seine One-Man-Show „Comic Hero“. Parallel war er als Che in Oldenburg in EVITA zu sehen. Im Sommer 2015 übernahm er außerdem die Rolle des Tybalt in ROMEO UND JULIA in Thun und sprang dort unerwartet auch als Benvolio ein. Von 2015 – 2016 spielte Philipp die Hauptrolle des Bruno Lubanski im Musical DAS WUNDER.

Zusammen mit Richard-Salvador Wolff und Francisco del Solar stand er 2015 für die Hauptrolle des Straßendiebs Aladdin im gleichnamigen Musical im Finale. Nun bekam auch Philipp seine Chance – ab November wird er als alternierender Aladdin mehrmals in der Woche und als Walk-in-Cover für Kassar in Disneys ALADDIN auf der Bühne stehen.

Vor über einem Jahr standest Du mit Richard-Salvador Wolff und Francisco del Solar im Finale um die Rolle des Aladdin. Damals hat es nicht geklappt – nun darfst Du sie endlich spielen. Wie fühlt sich das an?

Es ist für mich immer noch ganz unwirklich, dass es jetzt geklappt hat und ich mir mit Richard diese traumhafte Rolle teilen darf. Nach den ersten Auditions hatte ich innerlich mit dem Stück und der Rolle abgeschlossen und ich hätte nie gedacht, dass ich überhaupt wieder die Chance bekommen würde Aladdin einmal zu spielen und vor allem nicht schon so bald nach der Premiere. Um so unglaublicher ist es für mich, dass es jetzt doch geklappt hat. Zur Zeit fühlt sich jeder Tag im Theater noch an wie ein Traum, aus dem ich nicht aufwachen möchte, und ich realisiere nur langsam, dass dies alles wirklich passiert.

Du hast es bei den ALADDIN Auditions bis ins Finale geschafft, aber die Rolle beim ersten Mal nicht bekommen. Ging Dir das persönlich sehr nah oder siehst Du das eher locker? Was verbindest Du mit dieser Rolle?

Ausgelöst durch den Kinofilm war ich meine ganze Kindheit lang ein riesengroßer Aladdin-Fan. Ich hatte meinen eigenen fliegenden Teppich, die Videokassette, das zugehörige Buch, meine eigene Lampe, einen kleinen Plüschaffen, ein Aladdin-Brettspiel, mein eigenes Aladdin-Faschingskostüm, eine Aladdin-Bettwäsche und vieles mehr (all diese Erinnerungen haben mir meine Eltern bei ihrem letzten Hamburgbesuch mitgebracht). Aladdin war der erste Kinofilm, den ich in meinem Leben gesehen habe und auch mein erster Kontakt zum Genre Musical. So entwickelte sich schon mit 3 Jahren, ausgelöst durch die wunderschöne Musik meines Lieblingsfilms, meine größte Leidenschaft bis heute: das Singen. Aladdin hat also meine Kindheit und mein ganzes Leben entscheidend geprägt und als ich damals ins Finale für die Rolle kam, war es der größte Wunsch meines Lebens, diese Rolle spielen zu dürfen. Dass dieser Traum dann so kurz vor dem Ende geplatzt ist, war für mich die bitterste Enttäuschung, die ich je als Musicaldarsteller erfahren musste.

Was hat es in Dir ausgelöst, dass Du die Rolle nach ca. einem Jahr doch noch bekommen hast? Welche Hoffnungen / Wünsche hast Du da rein gesetzt?

Im zweiten Anlauf war ich bei den Auditions eher skeptisch und hatte nicht die Euphorie wie im Jahr davor. Natürlich spürte ich auch wieder ein Gefühl der Hoffnung, aber um nicht wieder enttäuscht zu werden, versuchte ich mich nicht mehr zu sehr in die Sache rein zu steigern. Um so unbeschreiblicher war es, als ich den Anruf bekam, dass sie mich gerne als Aladdin hätten. Mit einem Schlag waren alle Wünsche und Träume, die ein Jahr vorher geplatzt sind, in Erfüllung gegangen und ich bin grenzenlos dankbar dafür.

Ab November stehst Du als alternierender Aladdin und als Walk-in-Cover für Kassar auf der Bühne. Worauf freust Du Dich ganz besonders? Wie oft wirst Du als Kassar auf der Bühne stehen?

Am meisten freue ich mich darauf, die wunderschöne oscarprämierte Musik von Alan Menken singen zu dürfen. In den meisten Stücken hatte ich bisher eher rockige Partien zu singen und so freue ich mich bei ALADDIN besonders auf die großen Balladen und natürlich auf den fliegenden Teppich. Aladdin werde ich mindestens 2-3 mal pro Woche übernehmen und Kassar immer, wenn ich gebraucht werde.

Als Aladdin wirst Du permanent auf der Bühne sein. Was glaubst Du, wann kommt man da an seine körperlichen Grenzen?

Ich habe das große Glück, schon mehrere Partien gespielt zu haben, die das ganze Stück pausenlos auf der Bühne verbrachten (z. B.: Che in Oldenburg und Clyde in Bielefeld). Dies bedarf einer extremen Konzentration und Ausdauer. Bei ALADDIN kommt darüber hinaus durch die vielen Tanznummern eine extreme körperliche Belastung dazu. Ich treibe in meiner Freizeit schon immer viel Sport und habe jetzt mein Training für ALADDIN noch erhöht, um der Herausforderung gewachsen zu sein.

Was macht für Dich den Reiz aus, diese Figur zu spielen?

Den größten Reiz sehe ich darin, diese zweidimensionale Zeichentrickfigur, die mich schon mein ganzes Leben begleitet, mit Leben zu füllen und diese mit viel Spaß und Hingabe zu spielen. Aladdin ist ein Charakter, der schon viel in seinem jungen Leben erlebt hat und trotzdem voller Optimismus und Lebenslust steckt. Er lebt als Bettler auf der Straße und hat seine Eltern schon früh verloren, er lässt sich davon jedoch nicht unterkriegen und nimmt sein Leben selbst in die Hand.

Neue Rolle, neue Kollegen, neue Produktion: Mit welchen Erwartungen gehst Du dahin?

Ich erwarte viel Spaß, harte Arbeit und Schweiß, wunderschöne Musik und unglaubliche Kostüme. Es ist immer aufregend, wenn man ein neues Stück anfängt und ich freue mich darauf, viele neue Kollegen und Freunde kennenzulernen.

Warst Du an Deinem ersten Probetag sehr nervös?

Ich war sehr gespannt auf das Theater und vor allem auf meine neuen Arbeitskollegen. Unüblicherweise kannte ich wirklich niemanden aus der Cast und dem Theater, was die ersten Wochen umso aufregender macht.

Wie lange brauchst Du um einen Text auswendig zu lernen?

Darin bin ich sehr schnell. Ich konnte 3 Wochen vor Probenbeginn schon alle Lieder und Szenen auswendig. Ich habe in einem Zeitraum von c.a. 2,5 Wochen alles auswendig gelernt. Da ich aber nicht kontinuierlich lerne, sondern immer wenn ich Lust habe, ist es schwer für mich genau zu sagen, wie viel Zeit es genau in Anspruch genommen hat.

Zuletzt konnte man Dich als Bruno Lubanski im DAS WUNDER sehen. Fiel Dir der Abschied von der Cast sehr schwer?

Der Abschied von der Wunder-Cast fiel mir sehr schwer. Die Arbeit auf der Bühne verbindet ungemein, vor allem wenn man ein so emotionales Stück wie das Wunder spielt. Am meisten vermisse ich dabei meine Wunder-Familie. Aber das Schöne im Musical-Business ist, dass man sich auf jeden Fall wieder sieht.

Woher kommt Deine Leidenschaft für die Bühne und wann hast Du sie entdeckt?

Woher sie kommt, kann ich nicht genau sagen. Die Leidenschaft zu singen, zu tanzen, und auf der Bühne zu spielen ist schon immer da seit ich denken kann.

Könntest Du Dir vorstellen, irgendwann mal in einen völlig anderen Beruf zu arbeiten?

Zurzeit nicht. Die Bühne ist mein Lebenstraum und es ist genau so, wie ich es möchte. Ich habe das Ziel, in Zukunft nebenbei Gesangsunterricht zu geben, aber das ist ja kein völlig anderer Beruf und lässt sich mit der Arbeit auf der Bühne gut vereinen.

Was wäre für Dich eine peinliche Situation auf der Bühne?

Peinlich wird es nur dann, wenn das Publikum merkt, dass da ein großer Fehler passiert. Die meisten Fehler auf der Bühne bekommt das Publikum gar nicht mit, solange man sie nur so verkauft, als würde es genau so gehören.

Gab es mal eine peinliche Situation, an die Du Dich noch erinnern kannst?

Als ich 2015 in Thun ROMEO UND JULIA gespielt habe, musste ich in meinem großen Solo aus Wut auf ein Autowrack einschlagen. Bei einer der Vorstellungen traf ich aus Versehen die Fensterscheibe der Beifahrertür und schlug diese ein. Ich habe vor Schreck erst mal weiter gesungen und gespielt und merkte plötzlich am Ende des Liedes, wie mit etwas den rechten Arm runter läuft. Im Nachhinein ist nichts Schlimmes passiert und ich habe nur leicht geblutet und wir konnten die Vorstellung ohne Unterbrechung weiterspielen, aber in dem Moment auf der Bühne war mir das extrem peinlich. Das Lustige daran ist, dass mein Besuch, der an diesem Tag die Show angeschaut hat, dachte, dass es einfach zur Inszenierung gehört.

Wer spielt(e) und warum in Deinem Leben die wichtigste Rolle?

Meine Eltern haben mir mein Leben lang Liebe und Sicherheit geschenkt und mich in meinem ganzen Leben bis heute bedingungslos unterstützt. Sie sind die besten Eltern, die man sich wünschen kann und haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin, und dafür bin ich unendlich dankbar.

Wie verbringst Du am liebsten Deine freie Zeit?

Ich treibe viel Sport, verbringe die Zeit mit Freunden und ich nutze jede freie Minute, um nach Hause zu fahren. Darüber hinaus singe ich den ganzen Tag. Egal ob zu Hause auf dem Fahrrad oder bei der Arbeit.

Nenne uns drei Dinge, die Du immer bei Dir hast:

  • Die Noten und das Textbuch von ALADDIN.
  • Meine gepackte Sporttasche.
  • Eine volle Wasserflasche (denn als Sänger ist es wichtig den Tag über immer genug getrunken zu haben, und nicht erst kurz vor dem Auftritt)

Gibt es noch ein Ziel in Deinem Leben, welches Du noch erreichen möchtest?

Das größte Ziel meines Lebens habe ich schon erreicht: Ich habe es geschafft in dem Beruf arbeiten zu können, von dem ich mein ganzes Leben schon geträumt habe und kann davon leben. Ich habe noch dazu das Glück, die Rollen spielen zu dürfen, von denen ich immer geträumt habe. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass es beruflich weiter bergauf geht wie bisher und ich die Chance bekomme, noch viele tolle Rollen spielen zu dürfen.

Hast Du eine Botschaft an unsere Musical1-Leser?

Hört nie auf zu träumen, oder wie Walt Disney gesagt hat: „If you can dream it, you can do it.“ Ich würde mich freuen, wenn Ihr bei ALADDIN vorbeikommt und Euch von der Show verzaubern lasst, denn hier wird mein Traum für mich Wirklichkeit.

Kategorie: Aladdin,Interviews

Autor: N. Hofmann (23.10.2016)

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