Tickets für die besten Musicals sichern: Jetzt Tickets kaufen

Interview mit Musical-Darsteller Friedrich Rau

Im letzten Jahr stand Friedrich Rau bei den Br. Grimm Märchenfestspiele auf der Bühne, bis er die Hauptrolle in dem Musical THE WHO'S TOMMY übernahm. Noch bis Dezember 2014 ist er dort als Tommy am Pforzheimer Theater zu sehen. Ab Juli 2015 übernimmt er die Hauptrolle des Autoren Robert Louis Stevenson in dem Musical DIE SCHATZINSEL beim 2. Musical Sommer in Fulda.

Teile diesen Beitrag

Friedrich Rau
Friedrich Rau © Ralf Rühmeier

Vita von Friedrich

In Jena geboren, absolvierte Friedrich Rau von 2002-2008 an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar ein klassisches, Jazz/Rock/Pop Gesang und Schlagzeug Studium, welches er 2008 mit dem Staatsexamen beendete. Noch im gleichen Jahr nahm er an der Sat.1 Castingshow” Du Tarzan, Ich Jane“ teil und kam bis ins Finale. Im Rahmen der Show belegte er zusätzlich Workshops mit Pia Douwes. Dies war der Anfang in Richtung Musical-Karriere – es folgten Engagements bei verschiedenen Musicalproduktionen. Von der Alten Oper Erfurt in Comedian Harmonists, in der er die Rolle „Harry Frommermann“ spielte, über die Musicalfieber Tour bis zu den Br. Grimm Märchenfestspiele Hanau, wo er 2013 das Musical „Schneeweißchen und Rosenrot“ komponierte.

Bei den Br. Grimm Märchenfestspiele spielte er von 2010 – 2013 größtenteils Hauptrollen, unter anderem den Prinz bei Schneewittchen sowie auch „Ali Baba“ in „ Ali Baba und die 40 Räuber“. Ebenfalls im Jahr 2013 bewarb er sich um die Hauptrolle “Jesus” in dem Musical Jesus – ganz.nah.dran, die er auch bekam. Seit Juni 2014 ist er als “Tommy” in dem Rock-Musical „The Who’s Tommy“ am Theater Pforzheim zu sehen.

Du warst wie dein Musical-Kollege Riccardo Greco auch Kandidat bei der Castingshow “Du Tarzan, Ich Jane“ und hast es bis ins Finale geschafft. Hast du damit gerechnet, so weit zu kommen?

Nein, auf keinen Fall! Ich habe mitgemacht, weil ich mir von der Jury ein fachliches Urteil erhoffte, anders als bei Dieter Bohlen beispielsweise. Ich wollte eine Antwort auf die Frage: Bin ich wirklich Lehrer oder Sänger. Die Antwort habe ich bekommen und ab dem Moment habe ich an mich als Sänger geglaubt.

Nach deiner Teilnahme bei „Du Tarzan, Ich Jane“ folgte eine Karriere beim Musical. Warum hast du dich für diesen Beruf entschieden?

Das ist nicht ganz richtig. Ich wollte nie Musicaldarsteller werden, sondern Sänger. Im Musical gibt es viel Oberflächlichkeit, die ich unmöglich täglich ertragen könnte. Deshalb spiele ich Musical, singe aber auch in der A Cappella Band tonalrausch, in der ich mich künstlerisch als Sänger und Arrangeur entfalten kann. Darüber hinaus schreibe ich meine eigenen Songs und der Auftrag, bei den Brüder Grimm Märchenfestspielen 2013 das Musical Schneeweißchen und Rosenrot zu komponieren war mein bisher größter künstlerischer Erfolg.

Du hast schon bei etlichen Produktionen mitgewirkt. Zuvor warst du auch als Schauspieler aktiv. Was macht dir persönlich mehr Spaß, nur Schauspiel oder Musical?

Ganz klar Musical, weil das Singen meine Stärke ist. Schauspiel gehört dazu, aber wirklich berühren kann ich die Menschen mit meinem Gesang.

Stell dir vor, du müsstest dich entschieden: Du hast an einer Audition teilgenommen und bekommst nun die Chance in einem bekannten Broadway-Musical in Ensemble dabei zu sein, doch du spielst bereits eine Hauptrolle in deinem Lieblingsmusical. Wie würdest du dich entschieden?

Ich würde in jedem Fall die Hauptrolle in meinem Lieblingsmusical bevorzugen. Ich spiele lieber eine Hauptrolle in einer kleinen Produktion, in der ich künstlerische Freiheiten habe, als irgendeine Rolle in einer Großproduktion. Während der Sat.1 Show „Ich Tarzan, du Jane!“ habe ich immer wieder gehört: „Sing so wie der Tarzan vom Broadway“. Ich bin aber kein Dienstleister, der versucht so zu klingen wie es die Schublade verlangt, sondern ein kreativer Künstler, der sich in den Gestaltungsprozess mit seinen individuellen Fähigkeiten einbringen möchte.

Von 2010 – 2013 hast du bei den Br. Grimm Märchenfestspiele größtenteils Hauptrollen gespielt. Welche Rollen waren das?

Du hast zwei Rollen, nämlich Schneewittchens Prinz und Ali Baba bereits eingangs erwähnt. 2012 erhielt ich endlich einmal die Chance einen Bösewicht zu spielen. Sein Name war Quentin und er war der Handlanger des bösen Zauberers, der die Prinzessinnen Nacht für Nacht zu sich lockte. Das hat Spaß gemacht, weil mich der ewige Sunny Boy dann auch irgendwann langweilt.

Du warst bei den Br. Grimm Märchenfestspiele nicht nur auf der Bühne, sondern du hast auch das Musical ” Schneeweißchen und Rosenrot“ komponiert. Wie kam es dazu?

Der damalige Festspielleiter Dieter Gring kannte mich als Darsteller und als der Komponist für das neue Musical gesucht wurde, habe ich mich beworben. Da ich nichts vorzuweisen hatte, habe ich Texte aus abgespielten Märchenmusicals neu vertont und ihm präsentiert. Das hat ihm wohl gefallen und er bot mir an, sein Stück zu vertonen. Die Liedtexte schrieb Edith Jeske, mit der ich perfekt harmonierte.

Könntest du dir verstellen, noch ein weiteres Musical zu komponieren?

Auf jeden Fall! Ich arbeite bereits gemeinsam mit einer Kollegin an einem musikalischen Theaterstück im Rahmen meiner Tätigkeit beim Deutschen Nationaltheater Weimar. Dort leiten wir gemeinsam den Studentenclub.

Friedrich Rau

© Ralf Rühmeier

Deine CD „Schneeweißchen und Rosenrot“ wurde 2013 veröffentlicht. Wird es demnächst wieder eine CD von dir geben?

Erst vor wenigen Wochen ist unsere neue tonalrausch CD „on vocation“ erschienen. Sie ist im online shop acappellazone.com erhältlich. Von dem Musical „Jesus – ganz.nah.dran“ ist ebenfalls eine CD erschienen. Im Sommer nächsten Jahres wird die CD „Schatzinsel – Das Musical“ erscheinen. Dort wurde ich für die männliche Hauptrolle verpflichtet.

Im letzten Jahr hast du die Rolle “Jesus” in dem Musical Jesus – ganz.nah.dran gespielt. Wie hast du dich auf diese Rolle vorbereitet? Und wie ist deine Beziehung zu Jesus?

Ich bin mit dem evangelischen Glauben aufgewachsen und habe mich oft mit der Frage auseinandergesetzt, wer Jesus eigentlich war. Ich war immer davon überzeugt, dass Jesus kein Wunderheiler war, sondern ein Mensch wie wir, der die Vision eines friedlichen, rücksichtsvollen Zusammenlebens hatte. In dem Musical kommt das wunderbar zum Ausdruck. Jesus hatte Fehler wie wir und hat an sich und seiner Vision gezweifelt. Deshalb kam er den Menschen nah und sie folgten ihm und seiner Lehre. Es fiel mir nicht schwer, in diese Rolle zu schlüpfen, weil ich ebenfalls ein Idealist bin, der an Frieden und Gerechtigkeit glaubt. In der Rolle kann ich diese Botschaft vielen Menschen nahe bringen, ohne Kanzel und erhobenen Zeigefinger.

In welchem Musical würdest du gerne spielen und welche Charaktere?

Ich würde gern einmal das Phantom in Love Never Dies, der Fortsetzung des Musicals Phantom der Oper von Webber spielen.

Wie entspannst du dich an deinem freien Tag?

Ich schlafe aus, gehe mit Freunden lecker essen, hüpfe abends in die Badewanne und höre ein Hörbuch.

Zurzeit spielst du „Tommy“ in dem Rock-Musical „The Who’s Tommy“. Wie würdest du deine Rolle beschreiben?

Irgendwie steckt viel von Jesus in Tommy, aber er kommt auf andere Weise zu seiner Erkenntnis. Tommy wird als Kind traumatisiert und immer wieder misshandelt. Erst als junger Erwachsener kann er sich aus seinem Gefängnis befreien und sieht, hört und fühlt die Welt zum ersten Mal. Er möchte der ganzen Welt klar machen, dass alles, was uns umgibt ein Geschenk ist. Die Menschen aber wollen einfach nur so sein wie Tommy, anstatt selbst die Augen aufzumachen. Sie wenden sich von ihm ab und Tommy bleibt allein mit seiner Weltanschauung. In gewisser Weise wird er auf ähnliche Weise vernichtet, wie Jesus am Kreuz. Visionäre haben und hatten es nun einmal schwer in der Gesellschaft.

Bis Dezember 2014 bist du noch als “Tommy” zu sehen. Gibt es danach schon weitere Projekte?

Mit meiner A Cappella Band tonalrausch werde ich im Frühjahr zum zweiten Mal in Taiwan auf Tour sein. Danach dreht sich alles um den Musical Sommer Fulda, wo ich die männliche Hauptrolle im Musical „Schatzinsel“ übernehme. Darauf freue ich mich sehr, weil es bisher kaum „Abenteuermusicals“ gibt und ich gleich in mehrere Rollen schlüpfen darf. Zum einen wird die Entstehungsgeschichte des Romans erzählt, in welcher ich dessen Autor Louis Stevenson verkörpere. Der verliebt sich unsterblich in die Mutter von Louis, der in inspiriert, die Schatzinsel zu schreiben. Zum anderen gehe als Schiffsarzt Dr. Livsey auf die Suche nach Kapitän Flints Schatz und kämpfe gegen die meuternden Piraten.

Kategorie: Interviews

Autor: N. Hofmann (04.11.2014)

Teile diesen Beitrag

Monatlicher Musical-Newsletter

Erhalten Sie einmal im Monat kostenlos die wichtigsten Musical-News im Überblick: Welche neuen Musicals laufen wo? Welche tollen Musical-Angebote gibt es? Verpassen Sie keine Hinweise mehr!

Die Abmeldung von dem Newsletter ist jederzeit möglich.

Kommentar hinterlassen

Newsletter abonnieren (Jederzeit wieder abbestellbar)
Musical1 Newsletter
Zusammengefasste Musical-News
Hinweise auf gute Musical-Angebote
Regelmäßige Ticketverlosungen
Musical-Neuerscheinungen