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Interview mit Mark van Beelen

Seine Leidenschaft für die Bühne erwachte bei den gebürtigen Niederländer Mark van Beelen schon sehr früh. Bereits in seiner Heimat wirkte van Beelen in verschiedenen niederländischen Produktionen mit. Zudem gehörte er zu der Originalbesetzung von MAMMA MIA und war Kandidat bei der Castingshow „Ich Tarzan, Du Jane". Seit Dezember 2015 steht der Niederländer im Hamburger Stage Theater Neue Flora als Cover Babkak im Disney Musical ALADDIN auf der Bühne. Im Musical1 Interview spricht Mark darüber, warum er den Beruf des Musicaldarstellers gewählt hat, was er für eine Rolle niemals tun würde und verrät uns wie es nach dem Castwechsel bei ALADDIN für ihn weitergeht.

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Mark van Beelen
Mark van Beelen © Tanja Hall

Mit CATS fing alles an

Der in Steenwijk geborene Niederländer Mark van Beelen absolvierte seine Ausbildung an der internationalen „Fontys Dansacademie“ in Tilburg (Niederlande), die er im Schwerpunkt Musicaltheater erfolgreich beendete.

Bereits während seiner Ausbildung war er unter anderem als Doody in GREASE, Eric de Vene in A SLICE OF SATURDAY NIGHT und als Chuck Cranston in FOOTLOOSE zu sehen. Kurz darauf nahm er zwei Jahre lang am Actorstraining-Kurs von KEMNA Casting in Amsterdam teil. In den Niederlanden war er Teil der Originalbesetzung von MAMMA MIA! und Cover Eddie im Beatrix Theater, Utrecht.

Außerdem tourte er mit dem Gershwin-Musical CRAZY FOR YOU, in dem er die Chance hatte, als Swing die Originalchoreografie von Susan Stroman zu tanzen und auch die Hauptrolle des Bobby Child zu covern.

Im Anschluss daran wirkte er in der von Paul Eenens inszenierten Tour-Fassung von JESUS CHRIST SUPERSTAR als Cover Anas und im Ensemble mit. Auf der niederländischen National-Tour des Musicals CATS stand er als Erstbesetzung des Mungojerrie auf der Bühne und war dort auch als Cover Munkustrap zu sehen.

Am Theater de Efteling in Kaatsheuvel spielte er in Rodgers & Hammersteins CINDERELLA die Rolle des Prince Christian/Steward Lionel als Cover. Als Zweitbesetzung verkörperte er die Titelrolle in dem gleichnamigen Disney-Musical TARZAN im Hamburger Stage Theater Neue Flora, wo er auch im Ensemble und als Gesangs-Swing zu sehen war.

Für AIDA Entertainment war Mark häufig als Tenor und Bariton mit einem breiten Repertoire an Pop, Rock, Schlager, Jazz und Musical auf den AIDA- Kreuzfahrtschiffen unterwegs.

Im Fernsehen ist er vor allem durch seine Teilnahme an der niederländischen Talentshow „WIE WORDT TARZAN?“ und an der deutschen Castingshow „Ich Tarzan, Du Jane“ bekannt geworden.

Zudem studierte Mark „Komplette Gesangstechnik“ am Complete Vocal Institute in Kopenhagen und hat sich jetzt als Vocal-Coach spezialisiert. Zwischendurch arbeitete er als Regisseur bei verschiedenen kleinen Produktionen und inszenierte dort unter anderem Musicals wie INTO THE WOODS und JOSEPH AND THE AMAZING TECHNICOLOR DREAMCOAT.

Seit Dezember 2015 steht Mark im Hamburger Stage Theater Neue Flora als Cover Babkak im Disney-Musical ALADDIN auf der Bühne und ist Teil des Ensembles.

In ALADDIN bist Du Cover Babkak. Wie bereitest Du Dich auf Deine Rolle vor?

Ich bin eine der beiden Zweitbesetzungen für diese Rolle. Das bedeutet für mich, dass die Rolle des Babkak keine tägliche Routine beinhaltet, weil ich sie nur bei Abwesenheit der Erstbesetzung spiele. Manchmal spreche ich vor der Show nochmal laut durch die Dialoge und alles, was Babkak sagt und singt auf der Bühne. Obwohl ich schon einige Jahre Erfahrung mit der deutschen Sprache habe, muss ich oft noch ein wenig auf die richtige Grammatik achten. Da kann man sich auf der Bühne schnell verhaspeln.

Ich sorge immer dafür, dass ich anderthalb Stunden vor Showbeginn im Theater bin und erst mal mein Warm-up mache, damit mein Körper auf alle Situationen vorbereitet ist, die während der Show auf mich zukommen. Außerdem wird meine Stimme mit mir warm und ist somit fit genug, die ganze Vorstellung zu singen. Alle Männer machen noch einen sogenannten „Fight-Call“, in dem wir die Schwertkämpfe von „Allerhöchste Spannung“ nochmal proben. Es ist wichtig, das jeden Tag zu machen, damit jeder weiß, mit wem er an dem Tag kämpfen wird.

Ich werde erst wirklich zu Babkak, wenn ich das Kostüm anziehe. Es macht mich ein bisschen pummelig und schwer und ich mag es, meinem Babkak ein bisschen Bodenständigkeit mitzugeben. Babkak ist der erwachsenste von den vier Kumpels. Er ist klug und er sieht die Sache ganz klar und deutlich. Das macht meinen Babkak ziemlich trocken und es ist sehr lustig, ihn so zu spielen. Kurz bevor wir Jungs dann auf die Bühne gehen, drücken wir uns nochmal und dann geht’s los!

Gibt es noch eine Rolle, die Du gerne bei ALADDIN spielen würdest?

Eigentlich würde ich fast alle Rollen gerne mal spielen, aber man muss natürlich auch vom Typ her gut in die Rolle passen. Also, der Dschinni wäre schon eine richtig tolle Rolle, der von seiner Persönlichkeit auch gut zu mir passt. Ich glaube, wir haben beide einen kleinen Dachschaden und ich stehe voll auf seinen Sinn für Humor. Für Iago bin ich leider zu groß und für Jafar vielleicht noch etwas zu jung, aber ich könnte mir vorstellen, dass es ganz viel Spaß macht, diese beiden Bösewichte zu verkörpern. Und wer weiß, ob ich vor zehn Jahren vielleicht ein Aladdin gewesen wäre.

Mark van Beelen

© Tanja Hall

Was macht dieses Musical so einzigartig?

Ich glaube, Aladdin kombiniert das Beste von Disney mit dem Besten vom Broadway. Es verwendet viele Elemente aus klassischer, amerikanischer Musical-Comedy, aber verbindet das alles auch mit einer großen Portion Disney-Magie. Es ist dazu eine zauberhafte, hinreißende und hoffnungsvolle Geschichte: Aladdin, der als kleiner Gassen-Dieb wirklich nicht mehr tiefer auf der Leiter des Lebens sinken kann, bekommt durch Zufall eine einzigartige Chance sein Leben zu ändern: der Dschinni wird ihm drei magische Wünsche erfüllen. Mit dieser großen Macht hat er aber auch eine große Verantwortung. Und so wird Aladdin am Ende nicht nur ein Sultan, sondern auch erwachsen und bekommt seine große Liebe Jasmin, weil er ihr, seinen Freunden und vor allem sich selbst treu geblieben ist. Jeder kann sich selbst in dieser Geschichte erkennen und sich damit identifizieren. Das alles hat Disney mit einer gehörigen Portion Humor, einem phantasievollen Bühnenbild, aufwändigen Kostümen und swingender, unvergesslicher Musik gespickt. Tja, und es hat eben einen echten fliegenden Teppich.

Du bist diplomierter Musicaldarsteller. Warum wolltest Du Musicaldarsteller werden?

Ich war schon als Kind immer etwas dramatisch. Ich habe oft unser Wohnzimmer oder unseren Garten in ein Theater verwandelt und dort ganze Geschichten gespielt – allein oder auch mit anderen Kindern. Ich baute mir dann ein Bühnenbild und bastelte Kostüme – aus allem was ich finden konnte, und habe dann damit andere Kinder unterhalten. Außerdem hatte meine Oma eine Orgel, auf der ich spielen konnte, mein Vater konnte sehr gut vor Gruppen sprechen und meine Mutter hat Amateur-Theater gemacht.

Vielleicht wusste ich schon immer, dass ich mal auf einer richtigen Bühne stehen wollte, aber erst als meine Mutter mich 1992 mit 10 Jahren mit zu CATS nach Amsterdam nahm, hat sich das bestätigt. Alles, was ich dort innerhalb dieser zwei Stunden sah, übertraf meine wildesten Träume und öffnete mir die Augen. Seit diesem Moment wusste ich, dass auch ich dahin gehöre – und somit begann meine Leidenschaft für das Musical-Theater.

Ab diesem Tag habe ich mir fast jedes Cast-Album gekauft, dem ich im Laden begegnet bin. Ich glaube, dass ich zur selben Zeit auch verstanden habe, dass Disney Filme wie „The Little Mermaid“, „Beauty and the Beast“ oder „Aladdin“ eigentlich auch Musicals sind – und habe die natürlich auch alle gesammelt.

Meine Eltern wussten am Anfang nicht so richtig, wie sie das alles einrichten sollten. Wir wohnten in einem kleinen Dorf und da gab’s nur Fußball. Zum Glück gab es irgendwann das Jugendschauspiel und später auch einen Amateur-Musical-Verein. Dort habe ich viele Jahre verbracht, bis ich dann im Jahr 2000 wirklich Musical-Theater studieren durfte. Und ungefähr 15 Jahre nachdem ich als kleiner Junge das Musical CATS sah, durfte ich es im selben Theater selber spielen!

Wenn Du nicht den Weg des Musicaldarstellers eingeschlagen hättest, wo würdest Du heute arbeiten?

Ich hatte immer großes Interesse daran, zu unterrichten oder Menschen zu helfen. Also ich denke, dass ich auf jeden Fall Lehrer an einer Grundschule oder vielleicht Psychologe geworden wäre.

Gibt es eine Person oder einen Künstler(in), der/die Dich auf Deinem Weg besonders inspiriert hat?

Da gibt es sogar sehr viele – zu viele, um alle aufzuzählen. Und da kommen auch immer mehr dazu. Das Lustige ist, dass sie dem breiten Publikum überhaupt nicht so bekannt sind. Aber in den letzten Jahren haben mich Schreiber und Komponisten wie Stephen Sondheim, Alan Menken, Jason Robert Brown, Andrew Lloyd Webber und Alain Boublil & Claude-Michel Schönberg immer begleitet, inspiriert und motiviert. Vor allem durch Stephen Sondheims Repertoire ist mir die Kunst des Musical-Theaters sehr klar geworden. Seine Musik und Texte sind vielleicht oft etwas kompliziert, aber er schreibt so intelligent und wahrhaft, dass es für uns Schauspieler und Sänger ein Genuss ist, damit zu arbeiten.

Es liegt nicht so unbedingt in meiner Natur, ein Fan von einem großen Künstler zu sein – obwohl ich es mir nicht verkneifen konnte, nach einem Autogramm von Bernadette Peters zu fragen, als ich sie endlich live in einen Musical am Broadway sah. Auch hat Hugh Jackman mich während seiner „Back on Broadway“-Show aus dem Publikum geholt. Davon war ich mehrere Tage richtig angetan.

In meinen jüngeren Jahren war ich sehr beeindruckt von den niederländischen Musical-Darstellern wie zum Beispiel Pia Douwes. Mittlerweile hatte ich auch schon die große Ehre, mit ihr zu arbeiten und sie kennen zu lernen.

Bevor Du nach Deutschland gekommen bist, hast Du in niederländischen Musicalproduktionen gespielt. Gibt es Unterschiede zwischen deutschen und niederländischen Musicals?

Oh ja, definitiv. Touring zum Beispiel läuft komplett anders in den Niederlanden. Deutschland ist sehr groß und deshalb zieht die Cast & Crew mit um, wenn die Show in eine andere Stadt zieht. In den Niederlanden fährt man jeden Tag hin und zurück in einem Tourbus von Amsterdam in die jeweilige Stadt, in der man gerade spielt – es sei denn, das Theater befindet sich zu weit weg, um hin und her zu fahren. In dem Fall übernachtet die Cast und Crew dann in Hotels oder in Bungalow- Parks. Diese Art von Touring raubt dir schon einiges an Zeit am Tag, aber sorgt gleichzeitig dafür, dass eine Cast zu einer großen Familie wird. Es gibt in den Niederlanden leider nur drei En-Suite-Theater, in denen eine Musicalproduktion für längere Zeit spielen kann. Das ist im Vergleich zu Deutschland natürlich sehr wenig.

Auch die Kulturunterschiede zwischen beiden Ländern findet man auf der Bühne im Schauspiel oder der Gesangsart. So ist der niederländische Humor viel härter, trockener und ausgeprägter in einer Komödie, als der deutsche. Es gibt eine große Cabaret- und Komödie Tradition in den Niederlanden, was man auch in den Musicals wiedererkennt.

In Deutschland kann man als Niederländer, der deutsch spricht, viel Arbeit finden. Man merkt hier oft, dass der eine oder andere Darsteller vielleicht einen kleinen ausländischen Akzent hat. Dafür gibt es in den deutschen Theatern einen Phonetiker, der mit dir daran arbeitet, um dich akzentfrei auf die Bühne zu schicken. In den Niederlanden ist es eher unwahrscheinlich, dass jemand mit einem leichten Akzent einen Job auf der Bühne angeboten bekommt. Da sind sie doch noch immer sehr streng. Man muss als Niederländer schon dialektfrei niederländisch sprechen können und das ist auch für viele Niederländer nicht einfach. Das macht den Musical-Markt in Deutschland im Vergleich aber viel internationaler. Ich finde das interessant, weil man dann mit so vielen unterschiedlichen Talenten aus aller Welt zusammenarbeiten kann, und somit viel voneinander lernen kann.

In den Niederlanden wird vergleichsweise oft ein Prominenter in eine Hauptrolle gecastet, um mit seinem oder ihrem Promi-Status die Produktion zu promoten. In Deutschland kommt das relativ seltener vor.

Und zum Schluss: Da die Niederlande natürlich sehr klein sind und der Großteil der Musical-Gemeinschaft in Amsterdam wohnt, hat man einen viel engeren Bezug zueinander. Wir sind praktisch alle Nachbarn. Jeder kennt jeden und man trifft seine Kollegen aus anderen Produktionen immer und überall. Das hat man in Deutschland dann doch nicht so häufig – in Hamburg vielleicht noch am meisten. Doch wenn man dann eine Rolle in einer anderen Stadt bekommt, muss man dorthin umziehen. Und so ist die ganze Musical-Gemeinschaft im Vergleich zu den Niederlanden ziemlich weit im Land verbreitet.

Wie lange brauchst Du, um einen Song für ein Musical einzustudieren?

Das hängt wirklich vom Song und den eventuellen Schwierigkeiten ab. Aber noch lerne ich ziemlich schnell. Also brauche ich nicht viel Zeit. Wenn ich etwas gelernt habe, muss ich erstmal am nächsten Tag schauen wie viel mir davon noch hängen geblieben ist. Und dann muss ich es einfach sehr oft singen, um es zu verinnerlichen.

Kannst Du Dich noch an Deinen allerersten Musicalbesuch erinnern?

Ja, wie vorher schon erwähnt, war das CATS in Amsterdam. Danach habe ich THE PHANTOM OF THE OPERA und MISS SAIGON in Scheveningen gesehen und LES MISERABLES in Antwerpen. Witzigerweise war mein erstes deutsches Musical, das ich live gesehen habe, keine Mega-Produktion, sondern das ganz klein produzierte, aber sehr lustige „Pinkelstadt“ in Berlin.

Gab es manchmal Momente, in denen Dir die Arbeit als Musicaldarsteller keinen Spaß gemacht hat?

Ich möchte so gerne sagen, dass es mir immer Spaß macht, aber dann würde ich lügen. Ich glaube, dass es in jedem Job mal Momente gibt, in denen die Routine überhand nimmt und der Spaß etwas darunter leidet. Aber ich fordere mich selbst gerne heraus, immer wieder etwas Neues zu finden oder zu kreieren, was mir Spaß macht. Dabei spielen meine Kollegen auch eine große Rolle. Und ich kann dir sagen, dass es bei acht Shows in der Woche sehr wichtig ist, eine gute, kollegiale und vor allem lustige Atmosphäre im Theater zu haben. Da bin ich bei ALADDIN in der Neuen Flora momentan wirklich sehr gut aufgehoben. Wir haben eine wundervolle Clique, mit der wir die Geschichte jeden Tag aufs Neue erleben. Und manchmal geht es hinter der Bühne so richtig ab, dass wir uns gar nicht mehr zusammen reißen können. Ich glaube, diese Freude überträgt sich auch auf das Publikum.

Was würdest Du für eine Rolle niemals tun?

Uh, das finde ich, ist eine knifflige Frage! Man hört ab und zu, dass die Hollywood Stars sich für eine Rolle manchmal richtig transformieren lassen: abnehmen bis zur Magersucht oder extrem zunehmen zum Beispiel. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass Johnny Depp sich für „Fluch der Karibik“ goldene Zähne hat einsetzen lassen. Ich finde das ziemlich heftig, aber ich bin auch kein Hollywood-Star und kann mir solche verrückten Sachen deshalb auch gar nicht leisten. Ich hab’s mir noch nie so richtig überlegt, aber ich glaube, dass ich Probleme hätte, extrem zuzunehmen oder wenn ich meinen Körper ein Jahr lang völlig enthaaren müsste. Ich hab sehr behaarte Beine und eine sehr behaarte Brust. Wenn ich das nicht richtig mache – und ich bin nun mal nicht so erfahren damit – dann sehe ich vielleicht aus wie eine gerupfte Pute vom Metzger.

Dein schönstes Bühnenerlebnis war:

Es gibt viele schöne Erlebnisse, die ich immer noch tief im Herzen trage: MAMMA MIA! war zum Beispiel meine erste offizielle große Premiere mit einer Star-Besetzung. Mit CATS wurde ein Traum wahr und als meine Eltern dann endlich im Saal saßen, hab ich während des Jellicle-Balls geweint vor Glück. Aber ein unvergessliches Erlebnis war auch meine erste Vorstellung als Tarzan.

Als ich mich das erste Mal von der Bühne abstieß und in den Saal flog, konnte ich das Publikum atmen hören. Ich hatte sofort überall Gänsehaut. Wie schön es ist, das Publikum so berühren zu können. Meine Lieblingsszenen in TARZAN, auf die ich mich während den Vorstellungen immer sehr gefreut habe, waren die beiden Abschiedsszenen – einmal mit meiner Gorilla-Mutter Kala und dann die allerletzte Szene mit Jane. Die sind so emotional und geladen mit komplexen Gefühlen, die wir alle kennen. Das sind auch Momente, die man mit den Schauspielkollegen und Kolleginnen zusammen kreiert und in denen wir nicht nur das Publikum berühren – es bewegt uns auch zutiefst selbst.

Nach der Vorstellung: Triffst Du Dich auch privat mit Deinen Kollegen?

Ja, sehr oft sogar. Wir sind eine sehr coole und verrückte Truppe bei ALADDIN. Es ist bei jeder Produktion immer wieder spannend zu sehen, was für eine Gruppendynamik entsteht. Bei ALADDIN ist das richtig lässig und lustig. Wie schon erwähnt, braucht man einander, um durch acht Shows pro Woche mit Spaß und Spielfreude zu kommen. Dann darf man oft auch mal schön zusammen feiern gehen.

Mark van Beelen

© Tanja Hall

Was glaubst Du, welche Eigenschaft(en) schätzen Deine Kollegen an Dir und welche mögen sie eher nicht?

Haha! Na, vielleicht solltest du das besser mal meine Kollegen fragen. Ich glaube, dass ich manchmal ein bisschen viel rede. Oder wenn ich mal ein wenig schlecht gelaunt bin, kann ich ziemlich doof herummotzen über alles, was mich stört. Ich bin auch schon mehr als einmal eine Diva genannt worden. Aber dann wird oft noch hinzugefügt, dass ich eine lustige Diva bin und dass man das nicht so ernst nehmen soll. Haha! Ich glaube, dass meine Kollegen es schätzen, dass ich meinem Beruf sehr ernst nehme und dass ich immer hilfsbereit bin und mitdenke.

Ich unterrichte ein paar Kollegen von mir schon eine Weile in Gesangstechnik und ich bekomme immer ein positives Feedback. Es scheint denen also gut zu gefallen.

Ich weiß, dass viele meiner Kollegen es ziemlich lustig finden, dass ich oft Sarkasmus nicht direkt verstehe – nicht so schlimm wie bei Sheldon aus „The Big Bang Theory“, aber ähnlich. Wenn jemand mir sarkastisch begegnet und ich voller Ernst darauf einsteige, merke ich das oft erst, wenn alle um mich herum ihr Lachen nicht mehr unterdrücken können. BAZINGA!

Wie sieht bei Dir ein perfekter (freier) Tag aus?

Erst mal ausschlafen! Und wenn ich klug bin nicht zu lange, sonst verschlafe ich den halben Tag . Ich liebe es, ausführlich zu frühstücken. Damit fängt der Tag schon richtig gut an. Ich mache gerne einen Ausflug, falls ich die Energie dafür habe. Dann gehe ich gerne zum Strand, in den Park oder sogar in einen Freizeitpark, wenn ich das schaffe. Ich liebe es nämlich, Achterbahn zu fahren!

Doch meistens bleibe ich in der Stadt und treffe mich mit Freunden außerhalb des Theaters. Dann gehen wir Kaffee trinken bei Due Baristi (meiner Meinung nach der beste Espresso in Hamburg!) oder gehen shoppen in der Innenstadt. Letztens bin ich mit einer Freundin eine ordentliche Strecke durch Hamburg Fahrrad gefahren. Das war ein großartiger, sonniger Tag und da haben wir viele, uns noch unbekannte, Ecken entdeckt.

Ich gehe auch sehr gerne essen – Tapas oder Burger zum Beispiel, und danach ins Kino (am liebsten Filme in Originalsprache). Oder ich bleibe zu Hause und suche mir einen Film auf Netflix oder iTunes aus, um dann gemütlich mit einem Glas Wein und selbstgemachtem Popcorn auf meinem Sofa abzuhängen.

Gibt es noch ein Ziel in Deinem Leben, was Du erreichen möchtest?

Ich bin sehr dankbar für das, was ich bisher in meinem Leben und meiner Karriere erreicht habe. Ich muss mich selbst öfter mal daran erinnern, wie viel Glück ich hatte und noch immer habe, dass ich meinen großen Traum leben und in so vielen fantastischen Shows spielen darf.

Doch noch ist das Hauptziel nicht erreicht! Es gibt Rollen und Stücke, die ich so gerne spielen möchte. LES MISERABLES und MISS SAIGON stehen schon seit Jahren auf meine Liste. Ich weiß nicht, ob ich das jemals schaffen werde, aber ich werde es immer wieder versuchen. Auch Rollen wie das Phantom, Sweeney Todd, George aus SUNDAY IN THE PARK WITH GEORGE, Bobby aus COMPANY, Jamie aus THE LAST FIVE YEARS, Leo Frank aus PARADE, Che aus EVITA und Jesus oder Judas aus JESUS CHRIST SUPERSTAR sind noch immer große Ambitionen von mir. Und das ist nur eine kleine Selektion aus meiner Wunschliste. Da gibt’s noch unzählige andere Rollen, die ich gerne spielen möchte. Und irgendwann möchte ich gerne den Sprung zum Regisseur machen. Aber dafür gebe ich mir selbst noch ein bisschen Zeit und das möchte ich vielleicht auch erst mal studieren.

Abgesehen vom Theater und Musical würde ich gerne demnächst mal meinen Führerschein machen. Das Ziel habe ich bisher noch nie geschafft!

Im Herbst gibt es einen Castwechsel bei ALADDIN. Bist Du weiterhin dabei?

Yo! Ich werde voraussichtlich noch bis Oktober 2017 im Theater Neue Flora bei Aladdin im Ensemble und als Babkak zu sehen sein. Währenddessen habe ich genügend Zeit, um mein Studium „Komplette Gesangstechnik“ am „Complete Vocal Institute“ in Kopenhagen zu beenden. Das lässt sich sehr gut mit ALADDIN kombinieren. Ich hoffe, es dort nächstes Jahr zu abzuschließen.

Hast Du eine Botschaft an unsere Musical1-Leser?

Hmmm… Es gibt da so ein paar Sprüche, die ich gerne verwende, wie zum Beispiel: „Sei immer du selbst, es gibt schon so viele andere“. Den Spruch habe ich auf einer Kaffeetasse stehen, die ich während meines Studiums an der Tanzakademie von meinem WG-Partner bekommen habe. Auch „Leben und leben lassen“ kann man in dieser Zeit nicht oft genug sagen.

Doch ich selber sage immer sehr gerne, wenn man etwas nettes zu jemandem sagen kann – wenn jemand ein Kompliment oder ein paar liebe Worte verdient – dann sag es einfach! Behalt es nicht für dich, sondern sprich es aus. Teil es und schenk jemandem das bisschen Positivität. Schlechtes und Negatives hört, sieht und liest man schon mehr als genug. Irgendwie haben wir Menschen immer die Neigung, uns eher negativ zu äußern und auch nur das Negative zu bemerken. Das ist doch völlig irre, wenn man bedenkt, dass keiner eigentlich selbst so behandelt werden möchte.

Also – wie sagte Bambi’s Klopfer? „Wenn man nichts Nettes zu sagen hat, soll man denn Mund halten!“ Und selbst dann ist es noch immer „der Ton der die Musik macht.“

Oh ja, und hängt nicht alle so lange vor euren Bildschirmen rum, sondern kommt ins Theater und zeigt euren Kindern, was für eine fantastische Welt dort auf sie wartet! Ich schwöre euch, das kann ein Smartphone, Computer oder Fernseher niemals ersetzen.

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Kategorie: Aladdin,Interviews

Tags:

Autor: N. Hofmann (10.08.2016)

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