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Interview mit Julia Waldmayer

Zuletzt stand Julia Waldmayer als Alex Owens in FLASHDANCE bei den Bad Vilbeler Burgfestspielen auf der Bühne. Sie spielte unter anderem in WE WILL ROCK YOU, HAIRSPRAY und KEIN PARDON. Anfang Dezember ist sie als Minnie in der WEST SIDE STORY an der Oper Wuppertal zu sehen. Im Musical1 Interview spricht Julia über ihre Zeit bei den Bad Vilbeler Burgfestspielen, was sie mit Alex Owens verbindet und welche Rolle für sie die größte Herausforderung war.

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Julia Waldmayer
Julia Waldmayer © Claudia Hauf

Ein Wiedersehen bei der WEST SIDE STORY

Julia Waldmayer absolvierte ihre künstlerische Ausbildung an den Performing Arts Studios Vienna. Direkt nach ihrer Diplomprüfung spielte sie die Francisca in der WEST SIDE STORY bei den Ostseefestspielen. Es folgten Engagements in WE WILL ROCK YOU im Kölner Musical Dome, am Stage Apollo Theater Stuttgart sowie am Theater des Westens in Berlin, u.a. in den Hauptrollen Scaramouche und Ozzy, in der deutschsprachigen Erstaufführung von HAIRSPRAY am Theater St.Gallen, als Kit-Kat Girl in CABARET und in der Welturaufführung von Hape Kerkelings KEIN PARDON im Capitol Theater Düsseldorf, wo sie in den Rollen der Ulla und der Doris zu sehen war. Für das Musical DIE SCHWARZEN BRÜDER wurde Julia für die Rolle der Katze engagiert und arbeitete zudem als Dance Captain. Auf der Europa-Tournee von DIRTY DANCING war sie als Tänzerin und Leadsängerin zu sehen. Zuletzt stand sie in der Hauptrolle der Alex Owens in FLASHDANCE bei den Bad Vilbeler Burgfestspiele auf der Bühne. Anfang Dezember feiert die WEST SIDE STORY an der Oper Wuppertal Premiere – und auch Julia ist Teil der Besetzung.

Zuletzt hast du Alex Owens in FLASHDANCE gespielt. Konntest du dich mit Alex identifizieren?

Ja, sehr. Wir möchten immer alles alleine schaffen und bewältigen. Geprägt durch den frühen Tod ihrer Mutter und ihrem Vater, der als Alkoholiker nie wirklich anwesend war, musste Alex sich schon sehr früh um sich selbst kümmern. (ich muss gerade schmunzeln, denn im Stück sage ich tatsächlich diesen Satz zu meinem Boss im Stahlwerk: “Ich muss mich schon sehr lange um mich selbst kümmern.”) Bei mir entstand dies durch die Tatsache, dass meine Eltern sich nicht mit meinem Berufswunsch anfreunden konnten. Erstmal. So ging ich fort, um alleine meinen Traum zu verwirklichen. Durch die Liebe zu Nick lernt Alex, dass es schön und vor allem ok ist, Hilfe anzunehmen und sie zuzulassen. So ähnlich habe ich das auch erfahren. Heute reisen meine Eltern zu vielen meiner Vorstellungen aus Wien an und der schönste Moment für mich ist, wenn mein Vater mir einen Blumenstrauß zum Schlussapplaus auf die Bühne wirft.

FLASHDANCE Sprungszene

© Eugen Sommer

Wie war für dich die Zeit bei den Bad Vilbeler Burgfestspiele?

Sehr schön, jedoch anfangs ein bisschen stressig. Jeder Darsteller spielt in zwei Stücken mit. Das ist zuerst ungewohnt und eine große Herausforderung, vor allem für die Personen, die den Probenplan schreiben. Doch man gewöhnt sich schnell daran und es ist sehr interessant zwischen verschiedenen Stilen und Charakteren umzuschalten. Außerdem hatten wir dieses Jahr einen wunderschönen und heißen Sommer. Die Bad Vilbeler Burgfestspiele waren eine tolle Erfahrung für mich!

Was wirst du am meisten vermissen?

Die Rolle der Alex Owens zu spielen. Was für eine Herausforderung! Du bist permanent auf der Bühne und musst in Tanz, Gesang und Schauspiel brillieren. Und dann brauchst du noch die Kraft für das große Tanzsolo ganz am Ende, auf das jeder Zuschauer wartet. What a feeling!

Ist schon ein neuer Job in Aussicht? Wenn ja, kannst du uns ein bisschen darüber erzählen?

Ich werde in WEST SIDE STORY an der Oper Wuppertal spielen. Ich freue mich schon sehr darauf, weil ich dieses Stück einfach liebe. Ich hatte schon einmal die Ehre, in der WEST SIDE STORY zu spielen, um genau zu sein war das mein erster Job nach meinem Diplom. Damals spielte ich die Francisca bei den Sharks und heute spiele ich bei den Jets. Ich hab sozusagen die Seiten der Gangs gewechselt, was wahnsinnig spannend für mich ist.

Wolltest du schon immer diesen Beruf ergreifen?

Immer. Keine Diskussion. Ich weiß noch, als meine Klavierlehrerin nach meiner letzten bestandenen Abiprüfung zum mir sagte: “Jetzt bist du endlich frei”. Sie drehte sich wortlos um und ging.

FLASHDANCE Duschszene mit Julia Waldmayer

© Eugen Sommer

Neues Engagement, neue Stadt und eine neue Cast. Mit welchen Erwartungen gehst du dahin?

Ich versuche immer, ohne große Erwartungen an eine neue Produktion heranzugehen. Ich bin ein Mensch, der sich langsam und vorsichtig an eine neue Umgebung und an neue Menschen herantastet. Aber wenn ich angekommen bin, dann spürt das jeder.

Worauf freust du dich da ganz besonders?

Auf den Song “Cool”, in dem die Jets tanzen. Diese Nummer hat eine besondere Energie und eine schöne Aussage, nämlich: In der Ruhe liegt die Kraft.

Wie bereitest du dich auf eine Rolle vor?

So wie auf viele Situationen auch. Vorsichtig herantasten und dann mit Ruhe, Zeit und Disziplin.

Hast du eine Traumrolle?

Ich habe keine Traumrolle. Ich schätze es sehr, dass ich schon viele Traumrollen spielen durfte.

In welchem Musical würdest du noch gerne spielen?

Da gibt es noch so einige!

Du warst schon in mehreren Musicalproduktionen zu sehen. Welche Rolle war deine größte Herausforderung?

Jede Rolle hatte ihre Herausforderung für sich. Doch die größte war bis jetzt mit Sicherheit die Rolle der Alex Owens.

Welches Musical hast du zuletzt besucht?

JESUS CHRIST SUPERSTAR in Wien.

Gibt es neben”Musical” eine weitere Leidenschaft?

Zeit für mich. Ich kann durchaus sehr “knatschig” und unausgeglichen werden, wenn ich nicht die Zeit bekomme, in der ich Dokumentationen gucke, oder in die Luft starre und träume, nachdenke, stricke oder Klavier spiele. Meine Zeit in Einsamkeit ist eine weitere große Leidenschaft von mir.

Welchen Traum möchtest du dir noch erfüllen?

Ich möchte sehr gerne in Bars oder Clubs spielen. Nicht als Julia Waldmayer spielt die Rolle der…oder in…sondern Julia Waldmayer ist Julia Waldmayer. Nur ich und das Klavier. Ich arbeite daran, aber es wird noch eine Weile dauern, denn gleichzeitig spielen und singen ist eine Disziplin für sich.

Hast du eine Botschaft an unsere Musical1-Leser?

Immer Mensch bleiben!

Kategorie: Interviews

Autor: N. Hofmann (24.09.2015)

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  • Franz Reiter 17. November 2015 at 10:14 / Antworten

    Gefällt mir, alles Gute, Julia. Franz Reiter

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