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Interview mit Julia Raich

Die gebürtige Österreicherin Julia Raich machte ihre Musicalausbildung an der Performing Academie. Raich war bisher mit einigen Musicalproduktionen erfolgreich auf Tournee, unter anderem mit DIE NACHT DER MUSICALS. Derzeit tourt sie mit SISSI – MACHT, LIEBE UND LEIDENSCHAFT durch die Lande. Im Musical1-Interview spricht Julia unter anderem über die Zeit bei SISSI und ihre Arbeit als Leiterin der Youth-Company im Performing Center Austria.

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Julia Raich
Julia Raich © Julia Raich

Derzeit tourst du mit SISSI – MACHT, LIEBE UND LEIDENSCHAFT durch Deutschland. Du spielst in der Produktion die Rolle von Néle, der Schwester von SISSI. Was gefällt dir an deiner Rolle und der Produktion besonders gut? Gibt es für dich eine Lieblingsszene im Stück?

Besonders gut an der Produktion gefällt mir die Tatsache, dass ich die Möglichkeit habe mit wirklich tollen Kollegen zusammenzuarbeiten. Ich bin außerdem ein absoluter „Tourmensch“ und genieße das Unterwegssein sehr. Meine Lieblingsszene ist definitiv das Duett Erste Liebe mit Franz Joseph. Ich spiele mit beiden Besetzungen total gerne zusammen und es sehr genieße sehr, wenn die Stimmen so toll miteinander harmonieren.

Gestartet ist die Tour bereits im Januar und geht noch bis zum 15. März 2015. Begleitest du die gesamte Tour oder nur einen Teil?

Es war eigentlich geplant, dass ich eine längere Pause von insgesamt 3 Wochen während der Tour habe. Da eine Kollegin krank wurde, musste ich innerhalb eines Tages wieder anreisen. Zum Glück bin ich schon geübt im Koffer packen, sonst kann einen das schon manchmal aus der Fassung bringen, wenn man innerhalb von ein paar Stunden wieder von zu Hause weg sein muss.

Im Februar wart ihr ja unter anderem auch im thüringischen Weimar zu Gast. Wie empfandest du das Publikum dort?

Ich war davor schon mit einigen anderen Produktionen in Weimar und mag die Stadt sehr. Als Österreicherin empfinde ich das deutsche Publikum generell emotionaler. Die Österreicher sind da leider manchmal etwas zurückhaltender.

Weimar – die Stadt wo einst Goethe und Schiller am Werke waren. Ihr seid immer mit dem Tourbus unterwegs und wechselt die Spielstätten täglich. Bleibt da eigentlich Zeit, sich mal die Städte, in denen man gerade spielt, ein wenig anzuschauen? Wenn ja, was hast du dir von Weimar angesehen?

Am Nachmittag stehen meist 2-3h Zeit zur Verfügung, in denen wir etwas auf eigene Faust unternehmen können. Viele Kollegen fallen dann erstmal in ihr Hotelbett, weil auch das tägliche Busfahren und der Ortswechsel sehr anstrengend sind. Wenn sich die Möglichkeit bietet, versuche ich etwas zu sehen bzw. zumindest einmal in die Stadt zu fahren. Mir ist es aber meist wichtiger, ein bisschen in die Natur zu kommen. In Weimar hatten wir direkt neben unserem Hotel einen großen Wald, in dem ich eine Joggingrunde gedreht habe. Das ist für mich die beste Möglichkeit, Energie zu tanken und meinen Gedanken zuzuhören. Ein sehr wichtiger Aspekt, wenn man so lange Zeit mit einer großen Gruppe unterwegs ist.

Julia Raich

© Julia Raich

Gibt es eine Stadt, die du während der Tour besuchen wirst oder auch schon besucht hast, auf die du dich besonders freust bzw. gefreut hast?

Auch wenn kleinere Städte ihren ganz eigenen Reiz haben, freut man sich natürlich auf die größeren Städte besonders. Hamburg ist immer ein Highlight für mich. Ich habe schon viel Zeit in Hamburg verbracht, durch Produktionen und Proben und es ist immer wieder schön zurückzukommen.

Gibt es derzeit noch andere Projekte, an denen du mitwirkst oder liegt dein Fokus voll und ganz auf SISSI?

In meinen Pausen bin ich viel mit meiner Band unterwegs und habe auch diverse Musicalgalas in Wien und Umgebung gesungen. Für mich ist es immer wichtig, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Selbst die schönste Produktion der Welt wird irgendwann, naja, ich will nicht sagen langweilig, aber doch ein bisschen monoton. Deswegen ist es für mich ganz wichtig dazwischen andere Dinge zu tun, die frischen Wind reinbringen.

Aber du stehst nicht nur auf den Bühnen in Deutschland und Österreich, sondern machst auch seit einigen Jahren durch Engagements in Musical- und Operettenprogrammen auf verschiedenen Kreuzfahrtschiffen die Weltmeere unsicher. Sprich doch bitte mal ein wenig über diese Erfahrung. Was macht dir daran am meisten Spaß?

Man sagst so schön: Entweder man verliebt sich bei seiner ersten Kreuzfahrt in das Leben auf dem Schiff oder man hasst es. Bei mir war es Liebe auf den ersten Seegang. Ich denke, dass sich diese Faszination auch für immer halten wird. Es ist einfach wunderschön, das, was man am Liebsten tut (auf der Bühne stehen), mit der Tatsache, dass man an den schönsten Orten der Welt ist, kombinieren zu können. Ich mag es auch, die Freiheit zu haben, meine Programme selbst gestalten zu können und die Möglichkeit zu haben das Publikum einzubeziehen. Das hat man ja auf einer großen Musicalbühne nicht.

Somit bist du ja auch schon viel umher gekommen. Was war bisher dein schönstes Ziel? Gibt es ein Land, eine Stadt, eine Region oder einen Kontinent, wo du unbedingt mal einen Urlaub verbringen möchtest? Wenn ja, warum?

Einer der eindrucksvollsten Orte, an denen ich war, ist die Ils de Pins (die Pinieninsel) in der Südsee. Für mich ist es das Paradies auf Erden. Natürlich ist es nicht immer einfach so viel unterwegs zu sein. Ich bin meist 8 Monate im Jahr unterwegs. Das macht auch die Zeit zu Hause immer sehr besonders. Und so banal sich das anhört: Genau aus diesem Grund verbringe ich meinen Urlaub am liebsten zu Hause in Wien mit meinen Freunden und meiner Familie 😉

Seit 2011 bist du Leiterin der Youth Company im Performing Center Austria. Berichte unseren Lesern bitte ein wenig von der Youth Company und was deine Aufgabenbereiche dort sind.

Ich bin dort für Vocalcoaching und musikalische Einstudierung verantwortlich. Während des Jahres finden Unterrichtseinheiten in diversen Fächern (Tanz, Gesang, Schauspiel, Akrobatik) statt. Am Ende des Jahres gibt es eine große Show, wo die Fortschritte präsentiert werden. Ich versuche den Jugendlichen direkt das weiterzugeben, was mir im täglichen Dasein als Sängerin hilft. In diesem Alter machen sich die Kids oft große Illusionen darüber, wie es im Musicalbusiness abläuft. Natürlich versuche ich ihre Motivation und Hoffnung zu unterstützen, kläre sie aber auch schnell darüber auf, dass es kein Zuckerschlecken ist, sondern ein harter Job, für den es Disziplin, Durchhaltevermögen und Hingabe braucht. Jemand, der sich nicht zu 1000 Prozent sicher ist, dass er diesen Weg gehen will, sollte es lieber lassen. Auf der Bühne zu stehen ist nicht nur ein Beruf für den man sich entscheidet, sondern ein Leben.

Kategorie: Interviews

Autor: C. Demme (27.02.2015)

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