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Interview mit Goele de Raedt

Gestartet hat Goele de Raedt ihre Musicallaufbahn mit der Produktion ROMEO UND JULIET. Deutschlandweit bekannt wurde sie durch die Rolle der Magda in DER TANZ DER VAMPIRE am Theater des Westens in Berlin. Im Musical1 Interview spricht sie über die Erfahrungen in den verschiedenen Produktionen und berichtet über ihre Mitarbeit am Musical BURN OUT.

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Goele de Raedt
Goele de Raedt © Selina De Maeyer

Belgische Musicaldarstellerin auf der Überholspur in Deutschland

Die Belgierin absolvierte ihre Ausbildung in den Bereichen Gesang, Musical und Schauspiel an den Königlichen Musikkonservatorien in Gent und Brüssel. Goele blickt bereits auf ein großes Rollenrepertoire zurück, spielte z.B. in ANATEVKA, SHOW WHITE, MAMMA MIA! Und TANZ DER VAMPIRE. In Belgien ist sie unter anderem als Dozentin am Konservatorium Brüssel tätig.

In Deutschland wurde sie vor allem durch die Rolle der Magda im TANZ DER VAMPIRE bekannt. Binnen kurzer Zeit eignete sich die junge Frau die deutsche Sprache an und beherrscht sie mittlerweile sehr gut. Goele de Raedt hat in Deutschland ihr neues Zuhause gefunden.

Musical1 im Interview mit Goele de Raedt

Sie sind gebürtige Belgierin. Erzählen Sie unseren Hörern doch bitte ein wenig über Ihre Kindheit und Jugend. Gehen Sie dabei bitte auch auf Ihre Berufswünsche als kleines Mädchen ein.

Ich wollte schon als kleines Mädchen unbedingt auf der Bühne stehen. Meine Mama hat mir immer erzählt, dass ich schon im Alter von zwei Jahren gesungen habe. Ich weiß noch, dass ich sogar den Küchentisch als Klavier benutzt habe :). Meine Neffen habe ich immer mit einbezogen, die mussten immer in meinen „Shows“ mitspielen. Eines Nachts hatte ich sogar den Traum, dass ich Marilyn Monroe bin und meine Neffen dazu Background tanzen mussten. Man merkt also, bei mir hat sich schon als kleines Kind alles um die Bühnenkarriere gedreht.

Im Laufe Ihrer Bühnenkarriere durften Sie bisher schon ein breites Spektrum an Shows und Musicals spielen. Nennen Sie uns bitte die Top3 Ihrer Lieblingsproduktionen und gehen Sie bitte auf die jeweilige Produktion kurz ein.

Eine meiner Lieblingsproduktionen ist ROMEO UND JULIET. Es war die erste Produktion, die ich spielen durfte und in der ich so viel gelernt habe. Zuerst war ich dort als Cover zu sehen und in der darauffolgenden Saison durfte ich die Rolle von Romeos Mutter verkörpern. Dort habe ich dann sogar meinen ersten Award bekommen.

Weiter ging es mit TANZ DER VAMPIRE. Für mich war damals alles neu: erste Produktion in Deutschland und eine für mich neue Sprache. Das gesamte Team und auch die Rolle der Magda, die ich spielen durfte, waren erstklassig für mich. Ich bin unsagbar dankbar für diese tolle Erfahrung.

Als ich damals nach Deutschland kam, konnte ich kein Wort Deutsch, außer eben meine Songs, die ich singen musste. So ganz alleine mit einem Kind war das ein großes Abenteuer für mich.

Die dritte Produktion, die mir sehr am Herzen liegt, ist WE WILL ROCK YOU. Dort die Killer Queen zu spielen, macht unglaublich Spaß und die Songs sind einfach geil :). Auch das Team von WE WILL ROCK YOU ist mindestens genau genial wie das Stück selber.

TANZ DER VAMPIRE. Eine Spitzen-Produktion. Im Theater des Westens in Berlin haben Sie die Magda gespielt. Welche Szene in diesem Stück hat Ihnen am meisten Spaß gemacht? Was hat es für Sie bedeutet, in diesem Musical engagiert zu sein? Und wie Sie sind auf die Rolle damals aufmerksam geworden?

Mir hat am meisten die Szene in der Gruft Spaß gemacht. Magda ist dort im zweiten Teil Vampir. Das fand ich besonders reizend, auch mal die dunkle Seite zu zeigen. Es war immer sehr toll zu spielen. Auch das Singen durfte an dieser Stelle ein wenig rockig sein, das mag ich sehr. Natürlich war es auch sehr cool mit Chagal im Sarg zu liegen 🙂

TANZ DER VAMPIRE war für mich etwas ganz besonderes, weil alle Menschen im Theater eine tolle Verbindung zueinander hatten. Die Kollegen waren aus ganz Europa, also total verschieden. Da kann man echt viel von einander lernen. Nicht unerwähnt sollen auch die Fans bleiben. Sie waren immer sehr nett und dankbar. Jeder Tag in dieser Produktion war für mich ein Geschenk.

Bereits nach meiner Ausbildung wurde zu mir gesagt, dass ich ein Magda-Typ sei. Als ich im vierten Monat schwanger war, bin ich beim belgischen Regisseur Cornelius Baltus zur Audition gegangen, um für die belgische Produktion von TANZ DER VAMPIRE vorzusingen, und ich bekam die Rolle. Das war der erste Kontakt zu dieser Show.

Auch für das ABBA-Musical MAMMA MIA! standen Sie auf der Bühne als Tanja. Beschreiben Sie MAMMA MIA! mit nur wenigen Worten!

MAMMA MIA! ist einfach eine große Party. Die Musik ist so fröhlich, die Show einfach unwahrscheinlich witzig. Und da das ganze Publikum mitsingt, bekommt man jedes Mal neue Energie. Deswegen war ich nach der Show auch nie müde. Gerne möchte ich bei MAMMA MIA! auch noch einmal die Rolle der Donna spielen.

Sie stehen aber nicht nur für Musicals und Konzerte mit anderen Musical-Kollegen auf der Bühne! Als Dozentin am Konservatorium der Stadt Brüssel unterrichten Sie angehende Musicaldarsteller. Was bedeutet es für Sie, den Studenten dieses Wissen zu vermitteln?

Das ist in der Tat ein sehr wichtiger Teil für mich. Es ist interessant Menschen zu motivieren und heraus zu finden, was sie genau auf der Bühne machen wollen. Mir bereitet es Freude, das Wissen mit anderen zu teilen und die Studenten eben zu inspirieren.

Ich frage die Studenten häufig, was sie für Träume haben. Für die meisten ist es schwierig das zu beantworten, so wie für mich früher auch. Ich gebe Ihnen dann mit auf den Weg, dass kein Traum zu groß ist, alles ist möglich und man sollte jeden noch so kleinen Erfolg genießen.

Wenn die Studenten mich dann später anrufen und mir berichten, dass sie eine Audition erfolgreich geschafft haben und eine Rolle bekommen haben, berührt mich das immer sehr.

Goele de Raedt

© Karim Kawathmi

Wo kann man Sie derzeit auf der Bühne erleben?

Im Februar bin ich in Wien als Killer Queen in WE WILL ROCK YOU zu sehen. Auch im März darf ich dann in Hamburg nochmals diese tolle Rolle spielen.

Ich mache aber auch noch in Belgien Kinder-Theater. Das macht mir auch sehr viel Spaß. Die Kinder reagieren so ehrlich, rufen einfach oder lachen laut. Das liebe ich.

Jedoch widmen Sie sich derzeit auch noch anderen Projekten. So sind Sie Teil des Musical-Projektes BURN OUT – DAS MUSICAL unter der Leitung von Sabine Haydn. Berichten Sie unseren Hörern, wie Sie darauf aufmerksam wurden und was es für die Bedeutung daran teilzunehmen? Was macht für Sie den Unterschied zwischen eine Show, die bereits produziert wurde und einer, die sich noch in der Entstehungsphase befindet?

Auf BURN OUT bin ich durch Veit Schäfermeier aufmerksam geworden. Veit und ich waren schon bei TANZ DER VAMPIRE ein gutes Team. Er hat mir damals von einem tollen Projekt erzählt und mich gefragt, ob ich daran interessiert wäre die weibliche Hauptrolle zu spielen. Und als ich dann die Geschichte und Musik gehört habe, war mir klar, dass ich sehr gerne daran teilnehmen würde.

Ein Stück wo man die Rolle von Grund auf selbst kreieren kann, ist einfach ein Traum. Man entscheidet selbst, wie man die Rolle spielt und singt, kann verschiedene Sachen ausprobieren zusammen mit den anderen und Vorschläge zum Ändern der Szenen und Songs mit einbringen. Das ist ein kompletter Prozess und das ist sehr interessant. Ein neues Stück gibt viel Freiheit her, was bei einer bereits produzierten Show eben nicht ganz so ist. Man muss die Rollen dort zum Teil zu hinnehmen wie sie sind.

Mittlerweile ist das Crowdfunding für BURN OUT – DAS MUSICAL gestartet und es konnte auch schon eine beträchtliche Summe Geld dafür erzielt werden. Wenn alles gut geht, kommt das Stück dann in diesem Jahr auf die Bühne. Wäre es ein Wunsch für Sie, dann fest für das Stück angestellt zu werden?

Da wir das zusammen von Anfang an auf die Beine gestellt haben, wäre es eine große Ehre für mich, fest für diese Produktion engagiert zu werden. Die Energie zwischen den Kollegen und dem Kreativteam stimmt einfach.

Als Musical-Darstellerin muss man gut mit Kollegen zusammenarbeiten. Man spricht hier von einem absoluten Team-Working. Nichts desto trotz gibt es auch in diesem Berufsfeld Konflikte und Meinungsverschiedenheiten. Wie gehen Sie damit um?

Bisher hatte ich immer sehr viel Glück. Wir arbeiten viele Stunden sehr intensiv zusammen und das schweißt meist zusammen wie eine Familie. Das heißt, dass der Kontakt schon sehr eng ist. Im Theater sind so viele Leute und ich gebe zu, dass man nicht mit jedem befreundet sein muss. Das funktioniert bei eine solchen Menge an Menschen natürlich auch nicht. Konflikte habe ich bis jetzt eher selten erlebt. Ich denke das ist nicht anders, als in jeder anderen Firma.

Leben Sie eigentlich in Deutschland oder in Belgien? Was gefällt Ihnen an Deutschland besser als an Belgien und umgekehrt?

Derzeit lebe ich in Deutschland. Was mir hier sehr gefällt sind die Jobs. Die Engagements sind hier länger als in Belgien. Deutschland ist eben ein größeres Land und bietet somit auch mehr Chancen.

Berlin ist eine wunderschöne Stadt, in der ich mich sehr schnell zu Hause gefühlt habe. Die Deutschen machen sehr gutes Frühstück. Wir aus Belgien sind im allgemeinen „Bourdondier“, das heißt wir essen sehr lecker und sehr gerne.

Kategorie: Interviews

Autor: C. Demme (14.01.2015)

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