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Interview mit einem Oger – Andreas Lichtenberger im Interview

Andreas Lichtenberger hat seine Wohnung derzeit in den grünen Oger-Sumpf verlegt und seinen trainierten Oberkörper gegen ein Fett-Suit eingetauscht. Und das alles nur um die Hauptrolle im Musical SHREK zu spielen. Im Interview verrät er uns unter anderem wie lange die Verwandlung von Andreas in SHREK dauert und was er in dieser Rolle so für Peinlichkeiten erleben darf.

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Andreas Lichtenberger als Shrek
Andreas Lichtenbeger als Shrek © Mehr! Entertainment

Andreas Lichtenberger – ein Allround-Künstler

Andreas Lichtenberger absolvierte seine Ausbildung in der Schauspielabteilung der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart. Nach seinem Studium war er sechs Jahre lang festes Ensemblemitglied im Schauspielhaus am Staatstheater Stuttgart.

Die Palette seiner bereits gespielten Produktionen ist lang. So stand er unter anderem bereits in MAMMA MIA!, ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK und derzeit bei SHREK auf der Bühne. Lichtenberger war in Hamburg Teil der Premierencast von Disneys TARZAN. Hier kreierte er die Rolle des Kerchak.

Andreas arbeitet auch als Sprecher für Radio und Dokumentarfilme und war bereits in verschiedenen TV-Produktionen zu sehen.

Musical1 im Interview mit Andreas Lichtenberger

Ihre Ausbildung in der Schauspielabteilung der staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart liegt schon einige Jahre zurück. Gibt es ein markantes Ereignis aus dieser Zeit, an das Sie sich noch besonders gut erinnern?

Ich erinnere mich sehr oft an unseren Schulleiter Prof. Felix Müller. Er sagte uns damals, das Beste was wir auf der Schule lernen könnten, wäre uns richtig einzuschätzen. Zu wissen was wir können und, noch wichtiger, zu wissen was wir nicht können. „Wenn ihr das, was ihr nicht könnt, einfach auf der Bühne weg lasst, werdet ihr nie verloren sein!” Ich versuche bis heute diesem Grundsatz treu zu bleiben.

Im Musicalbusiness haben Sie bisher in vielen der auch heute noch aktuellen Produktionen gespielt. Standen auch oft bei Stage Entertainment für die bekanntesten Produktionen wie unter anderem MAMMA MIA! und TARZAN auf der Bühne. Welche der bereits gespielten Produktionen zählt zu Ihren persönlichen Lieblingen?

Man beschäftigt sich eigentlich immer mit dem jeweiligen Charakter der aktuellen Produktion besonders intensiv und versucht dieser Figur Leben einzuhauchen. Ich muss feststellen, dass ich mich in all meinen Musicalrollen letztendlich sehr wohl gefühlt habe, auch wenn der Weg dorthin oft unterschiedlich schwierig war. Eine dezidierte Lieblingsrolle habe ich nicht. Ich bin auch ständig offen für Neues. Es ist allerdings immer etwas ganz besonderes, wenn man für eine Uraufführung probt und somit einen Bühnencharakter erstmals zum Leben erwecken darf. Das habe ich gerade letzten Sommer, in Erfurt, bei JEDERMANN – DIE ROCKOPER wieder erleben dürfen.

Natürlich gibt es in der beruflichen Laufbahn eines Schauspielers bzw. Musicaldarstellers auch Engagements, die sich letztendlich als Enttäuschung entpuppen. Mussten Sie selbst auch schon solch eine Erfahrung machen?

Nein. Da hatte ich bisher viel Glück und den richtigen Instinkt. Es gab manche Stücke wo ich eine Bewerbung erwog, es dann mit meiner Frau besprach, wir uns dagegen entschieden und im Nachhinein mit dieser Entscheidung sehr zufrieden waren 😉 ; doch ich hatte bis jetzt immer das große Glück bei wirklich guten Projekten dabei sein zu dürfen.

Vielen Musicalfans sind Sie aus Disneys TARZAN bekannt. Seit der Premiere 2008 haben Sie in der Rolle des Kerchak auf der Bühne gestanden. Im Frühjahr 2014 feierten Sie, nachdem Sie mit nach Stuttgart gegangen waren, Ihre letzte Vorstellung in dieser Produktionen. Berichten Sie uns ein wenig von Ihrer Zeit bei TARZAN und gehen Sie dabei bitte auf Höhen und Tiefen ein. Gab es für Sie einen bestimmten Grund, warum Sie die Show verlassen haben?

Zuerst einmal muss man wirklich festhalten, dass es nahezu ein Geschenk für einen Künstler ist, Teil einer derart wunderbaren Produktion sein zu dürfen. Die Rolle des Kerchak ist sehr facettenreich und verlangt großes stimmliches und körperliches Engagement. Long run zu spielen ist immer eine immense Herausforderung. Man muss gerade in diesem Genre „frisch” bleiben und so sind neue Angebote immer auch ein nicht unbedeutender Anreiz. Das war ein Grund, warum ich von Tarzan nach dem ersten Hamburger Jahr wegging.

Die Rückkehr zu TARZAN wurde geweckt durch einen Besuch einer Vorstellung gemeinsam mit meiner Frau. Ich wollte ihr die Faszination des Stückes einfach gerne in natura zeigen. Nach dieser Vorstellung hatte ich allerdings auf einmal wieder das Gefühl, dass Kerchak noch so viel mehr zu erzählen hat. Ich hatte mich, fern des Dschungels, menschlich weiterentwickelt und verspürte nun das Bedürfnis, diese neuen Erfahrungen in die Rolle mit einzubauen und so wurde sie abermals eine Herausforderung für mich.

Ich erinnere mich, wie ich 2013 für Kerchak erneut vorsang und Jeff Lee, der Regiesseur, am Ende von „Gar keine Wahl” einfach nur sagte „welcome home.” Es war ein mehr als bewegender Moment, ein knappes halbes Jahr später wieder ein Mitglied der Dschungelfamilie zu werden.

Derzeit stehen Sie als Hauptbesetzung der Titelrolle bei SHREK auf der Bühne. Bei dieser Produktion handelt es sich um ein Tourmusical, welches nach Düsseldorf unter anderem auch in Berlin und Wien zu sehen sein wird. Was bedeutet es für Sie diese Rolle spielen zu dürfen? Wie oft stehen Sie in der Woche auf der Bühne und werden Sie die gesamte Tour über dabei sein?

SHREK ist eine fantastische Rolle, die im Zuge des Stückes eine wunderschöne Wandlung nehmen und eine riesen Palette menschlichster Gefühle erleben darf. Darüber hinaus geht man als Darsteller dieser Rolle absolut an die Grenze der Belastbarkeit.

Zwei Stunden vor der Show beginnt die Maske. Nach der Vorstellung muss man eine halbe Stunde für die Entfernung der Gesichtsmaske einplanen und dann noch duschen etc. Das Spielen in diesem Fettsuit ist ebenfalls eine riesen Herausforderung. Über weite Strecken schlägt der Puls des Shrek-, und auch des Eseldarstellers im absoluten Maximalbelastungsbereich. Man lernt seine Kräfte einzuteilen und muss konditionell einfach top sein, sonst ist es nicht zu schaffen.

Ich bin bis zu sechsmal pro Woche angesetzt und ja, auf die Tour freue ich mich schon sehr. Allein schon deshalb, weil ich zumindest eine Woche in meinem geliebten Wien, wo wir auch nach wie vor wohnen, spielen werde.

Die Tour geht bis Ende März und danach werden wir mal ordentlich Urlaub machen. Die kommenden Projekte kann ich noch nicht bekannt geben, weil ich gerade in Vertragsverhandlungen bin.

Pleiten, Pech und Pannen: Klar gibt es auf den Musicalbühnen auch immer mal irgendwelche Versprecher oder andere peinliche Ausrutscher. Was war das peinlichste was Ihnen bisher auf der Bühne passiert ist?

Die peinlichsten Dinge, die ich je auf einer Bühne veranstaltet habe, sind mit Sicherheit die aktuellen allabendlichen, inszenierten! SHREKmomente, die Andreas Gergen da von mir gefordert hat. Schauen Sie sich die Show an, ich denke nicht, dass man diese diversen Peinlichkeiten so schnell toppen kann! Allerdings geben sie auch allabendlich Anlass zu großer, teilweise nahezu ungläubiger Begeisterung im Publikum 😉

Andreas Lichtenberger

© Martin Siebenbrunner

Als Musicaldarsteller steht man oft im Licht der Öffentlichkeit und wird nicht selten zum Mittelpunkt der Presse. Waren Sie selbst schon einmal in einer solchen Situation und wie sind Sie damit umgegangen?

Sobald man diesen Beruf wählt, muss man auch damit rechnen, Projektionsfläche für andere Menschen zu werden. Man setzt sein berufliches Schaffen der Öffentlichkeit aus und in der Kritik oder Diskussion über dieses Schaffen werden immer wieder Grenzen ins Private überschritten. Das ist nicht schön, aber, bis zu einem gewissen Maß, quasi Berufsrisiko.

Zur Presse an sich ist zu sagen, dass man da wirklich ganz groß differenzieren muss. Seriöse Zeitungen mit einem niveauvollen Journalismus werden leider immer rarer und für mich persönlich ist die Boulevardpresse eine Geißel unserer Zeit. Ich lehne die Schreiber, die auf solche Art für diese Blätter arbeiten genauso ab, wie jene, die alles tun, um darin vorzukommen.

Im Oktober 2014 wurden die ersten Castmitglieder für die neue Spotlight Produktion DIE SCHATZINSEL, welche im Sommer  startet, bekanntgegeben. Unter anderem sollen Sie dort gewesen sein, doch ein aktuelles Feedback, ob Sie einer der Hauptdarsteller sein werden, gab es nicht. Verraten Sie uns doch bitte ob sich die Besucher des diesjährigen Musicalsommers auf Sie in einer der Hauptrollen freuen dürfen?

Bei DIE SCHATZINSEL handelt es sich um ein ganz tolles Projekt, bei dem ich mich sehr freuen würde, wenn ich als Darsteller dabei sein darf.

Weihnachten und die Adventszeit liegt ja schon schon ein paar Tage hinter uns, das neue Jahr hat bereits begonnen. Denken wir nochmal an die letzten Wochen des Jahres 2014 zurück. Wie empfinden Sie die Vorweihnachtszeit und was mögen Sie besonders daran? Besuchen Sie gern mal einen der vielen Weihnachtsmärkte oder sind Sie eher ein Weihnachtsmarkt-Muffel? Wie wurde Weihnachten bei den Lichtenbergers verbracht? Gibt es bestimmte Traditionen an denen Sie festhalten?

Nein, Weihnachtsmärkte sind für mich kein Ort, wo weihnachtliche Vorfreude aufkommt. Möglicherweise auch deshalb, weil meine Frau und ich keinen Alkohol trinken und deshalb der Glühwein für uns kein Vorweihnachtsfaktor ist.

Doch auch wenn wir fern von Zuhause sind, versuchen wir ein bisschen Weihnachtsatmosphäre in die jeweiligen Gastspielwohnung zu bringen und dann gibt es immer Momente wo Weihnachtsstimmung entsteht. Nein ich bin kein Weihnachtsmuffel.

Unser Hochzeitstag ist der 23. Dezember. Dadurch haben die Festtage für uns einen noch viel ideelleren Wert erhalten. So es die Engagements erlauben, sind wir an Weihnachten nie daheim, sondern an irgendeinem Wohlfühlort, wo weder Stress noch sonst irgendeine Hektik diese Tage trüben können. Auf jeden Fall ist es aber immer eine sehr besinnliche Zeit, wo wir, so es möglich ist, auch die Christmette besuchen.

Kategorie: Interviews

Autor: C. Demme (07.01.2015)

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