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Interview mit Carolin Fortenbacher

Bekanntheit erlangte Carolin vor allen durch ihre Rolle als Donna im ABBA-Musical MAMMA MIA!, in dem sie bis 2001 engagiert war. Aktuell ist sie noch bis zum 21.03.2015 zusammen mit Nik Breidenbach in der Erfolgskomödie "Oh Alpenglühn!" im Schmidt Theater Hamburg zu sehen. Mit ihrem Ehemann Sascha Rotermund konzipierte sie die "Fortenbacher's Intimate Night", welche im Juni 2014 erfolgreich Premiere feierte.

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Carolin Fortenbacher
Carolin Fortenbacher © Sabine Stieger

Vita von Carolin

Die gebürtige Hamburgerin Carolin Fortenbacher wurde vor allem durch die Rolle der Mutter Donna im ABBA-Musical MAMMA MIA! bekannt, in dem sie von 2002 bis 2007 am Hamburger Operettenhaus engagiert war. Danach folgten diverse Auftritte in verschiedenen Musicalproduktionen. Vor dem Engagement bei MIA MAMMA! übernahm sie in Peter Maffays Musical TABALUGA & LILLI die Rolle der schwarzen Spinne, die sie von 1999 bis 2001 verkörperte.

Mit der Musical-Gala “Best of Musical” tourte sie Anfang 2004 durch Deutschland und Österreich. In dem darauffolgenden Jahr erschien ihr mit zwölf Titeln erstes Solo-Album “Zurück zu mir”. Nach ihrer Teilnahme bei der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 2008 folgte die Veröffentlichung ihrer Single und ihres Albums “Drama” sowie eine bundesweite Tournee mit eigenem Live-Programm. Als Gaststar ging sie im Dezember 2008 mit der Popband Gregorian auf ihrer Deutschland-Tournee “Christmas Chants”. Seit 2009 ist sie zudem im Rahmen des italienischen Liederabends “Pasta e Basta” als Katja Wahl-Ente und seit 2012 in “Sylt – Ein Irrtum Gottes?” als Katja Friese in den Hamburger Kammerspielen zu sehen.

Noch im gleichen Jahr folgte ein Solo-Konzert im Oberhausener Ebertbad sowie 2010 ihr Soloprogramm “Unverfroren Aufgetaut” – Ein Konzerttheater in den Fliegenden Bauten Hamburg. Mit dem Entertainer Kay Ray bildete sie noch im selben Jahr das Duo La Fortenbacher und das Kay. Mit ihrem Programm “Heiß in Concert” treten sie regelmäßig im Schmidt Theater Hamburg und wiederkehrend in der Bar jeder Vernunft in Berlin sowie im Theater am Aegi in Hannover auf. Am Schmidt Theater Hamburg agiert sie mit Nik Breidenbach unter der Regie von Corny Littmann in der Erfolgskomödie “Oh Alpenglühn!”, für die sie auch in der Kategorie „Herausragende Darstellerin“ im Oktober 2012 mit dem Rolf-Mares-Preis ausgezeichnet wurde. Seit 2011 verkörpert sie an der Seite von Sascha Rotermund die Titelrolle in der Romanadaption “Das Orangenmädchen” nach Jostein Gaarder am Hamburger Altonaer Theater.
Zusammen mit ihrem Ehemann Sascha Rotermund entstand das Bühnenprogramm “La Fortenbacher & die Carolinger: Ich hab Hunger!”, das im Februar 2013 im Hamburger Schmidts Tivoli erfolgreich Premiere feierte. Mit dem Team von “Ich hab Hunger!” produziert La Fortenbacher derzeit ihr drittes Solo-Album “Kamionka”, welches nach dem Namen ihrer Mutter benannt wurde und im folkloristischen Chanson-Pop-Stil ist. Im letzten Sommer schlüpfte sie in die Rolle der Stiefmutter Dorabella im Musical ASCHENPUTTEL bei den Brüder-Grimm-Märchenfestspiele Hanau.

Mit Sascha Rotermund entwarf sie auch die Fortenbacher’s Intimate Night, welche im Juni 2014 im Angie’s (Schmidt Tivoli) Premiere hatte. Seit September 2014 steht sie zudem noch mit Marion Martienzen in der Musikshow Forever Soul in den Hamburger Kammerspielen auf der Bühne.

Mit deiner Rolle als Mutter Donna im ABBA-Musical MAMMA MIA! gelang dir der Durchbruch. Was hat diese Rolle für dich so besonders gemacht?

Die Donna hatte sehr viel mit mir zu tun. Auch ich war damals alleinerziehende Mutter, die ihr Leben zu meistern hatte (und ich glaube, es ist mir mit Herz und Verstand ganz gut gelungen…). Dazu kommt selbstverständlich das Team, die Kolleginnen und Kollegen, dieses phantastische Feelgood-Stück und die sensationelle Musik von Abba! Eine unvergessliche Zeit.

Carolin Fortenbacher im MIA MAMMA!

© Stefan Malzkorn

Warst du schon vorher Fan der ABBA-Musik?

Wer nicht? Aber war immer da und wird immer da sein.

Im letzten Sommer hast du die Rolle der Stiefmutter Dorabella im Musical ASCHENPUTTEL bei den Brüder-Grimm-Märchenfestspiele Hanau gespielt. Die Rolle der Stiefmutter ist ja ein fieser Charakter. War das eine Rolle, in der du dich wohl gefühlt hast?

Jeder Schauspieler liebt die fiesen Charaktere, weil sie oft vielschichtiger und undurchsichtiger, geheimnisvoller sind. Und ganz besonders wenn sie –wie in diesem Fall- so viel komödiantisches Potential bieten. Da kann man sich herrlich austoben und „dem Affen Zucker geben“.

Was macht für dich der Reiz aus, eine Rolle zu spielen?

Es ein kindlicher Spieltrieb, der uns Schauspielern eigen ist. Ich habe einfach Spaß daran. Dazu kommt die Experimentierfreude, das Ausprobieren. Das ist auf der einen Seite natürlich disziplinierte Arbeit, aber auf der anderen Seite ist die Bühne ein großer Spielplatz für Erwachsene. Darüber hinaus ist es natürlich spannend auszuloten, wie weit ich mich von mir selbst entfernen kann.

Welchen Beruf hättest du gewählt, wenn du dich nicht für die Bühne entschieden hättest?

Ich bin nach einer Vorstellung einmal gefragt worden, wo ich eigentlich tagsüber arbeite. Da habe ich geantwortet „Auf’m Bau.“ In Wirklichkeit wäre das aber wohl nichts für mich. Ich glaube, ich hätte Spaß an Innenarchitektur.

Dein Repertoire an unterschiedlichen Stilrichtungen ist sehr vielfältig: Von White Soul über Jazz, Pop, Rock und Heavy Metal bis hin zum klassischen Operngesang sind fast alle Stilrichtungen vertreten. Welche Stilrichtung bevorzugst du?

So vielfältig die Genres sind die ich bediene, so vielfältig ist auch mein Geschmack. Musik muß für mich zwei Stellen meines Körpers erreichen: Das Herz oder die Beine, im besten Fall beides. In letzter Zeit umgebe ich mich mit Vorliebe mit musikalischer Melancholie, nicht weil ich traurig wäre, sondern weil man sich so wunderbar darin verlieren kann.

In Oh Alpenglühn! zeigst du dich zusammen mit Nik Breidenbach von deiner komödiantischen Seite. Bist du general ein humorvoller Typ, oder doch eher ruhig und nachdenklich?

Das Lachen spielt in meinem und im Leben meiner Familie und Freunde die Hauptrolle, so etwas kann man jedem Menschen nur wünschen. Ich habe das Glück in einer von Grund auf positiven und lebensbejahenden Umgebung aufgewachsen zu sein und zu leben. Das schließt aber Nachdenklichkeit, Ernsthaftigkeit und stille Momente nicht aus. Alles hat seine zwei Seiten und die eine Seite bedingt und erlaubt die andere.

Wenn du mal nicht auf der Bühne stehst, wie verbringst du dann deine Freizeit?

Die meiste Zeit verbringe ich mit meiner Familie, und mein Mann und ich reise, so viel wir können. Aber wenn ich ganz ehrlich bin: In unserer Freizeit brüten wir meistens schon die nächsten Ideen fürs kommende Bühnenprogramm aus. Ganz abstellen können und wollen wir das nie…

Die meisten deiner Songs sind ja sehr persönlich. Helfen dir die Songs gewisse Ereignisse zu verarbeiten?

Die einen schreiben Tagebuch, die anderen ihre eigene Biographie, und ich singe eben über Geschichten, die mir nahe sind. Da fühle ich mich gut aufgehoben, weil ich authentisch sein kann. Aber als Eigentherapie sind sie nicht gemeint.

Wie ist die Idee entstanden, mit dem Entertainer Kay Ray ein gemeinsames Bühnenprogramm zu starten?

„La Fortenbacher und das Kay“ haben wir dem Programmchef des Schmidt Theaters Mirko Bott zu verdanken. Der kannte uns beide, ehe Kay Ray und ich uns kannten, und hat uns zusammengeführt. Wir mußten uns erst ein wenig „beschnuppern“, aber wir wußten schnell: Das ist eine wunderbare und hochexplosive Mischung!

Nach dem deutschen Deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 2008, hast du noch im gleichen Jahr deine erste Single und dein erstes Album ” Drama” veröffentlicht. Weshalb hast du dein erstes Album “Drama” genannt?

Wir lieben das Leben, wenn es bunt, glamourös und prall gefüllt ist! Das Leben kann ein gehöriges Gewitter sein. Es ist wild und emotional, es hat Grandezza und Eleganz, es ist unvorhersehbar und chaotisch, voller Energie aber auch filigran und zerbrechlich. Und natürlich spielt es scherzhaft mit dem Image der Diva (Drama, Baby!). All das betrifft mich und die Songs auf „Drama“.

Carolin Fortenbacher und Sascha Rotermund

© Carolin Fortenbacher

Wie bist du auf den Namen “Fortenbacher’s Intimate Night” gekommen?

„Fortenbacher’s Intimate Night“ sollte ein konkretes Gegenstück zu den Konzerten mit voller Bandbesetzung sein: die Musik deutlich ruhiger und die Theater kleiner. Eine intime Clubatmosphäre hat uns gereizt, und da kam mein Mann auf die Idee: „Es könnte „An intimate Night“ heißen. Natürlich mußte da noch das Erkennungsschild dran, und dann hieß es „Fortenbacher’s Intimate Night“.

Seit September 2014 stehst du auch mit Marion Martienzen in der Musikshow “Forever Soul” in den Hamburger Kammerspielen auf der Bühne. Was genau kann man sich unter ” Forever Soul” vorstellen?

Zwei Bühnen-Ladies, die Lust auf Soul haben, ihren musikalischen Göttern huldigen wollen und sich selbst dabei kräftig auf die Schippe nehmen. Zusammen mit vier hervorragenden Soul-Musikern lassen sie’ ne Party steigen.

Du bist mit deinen Soloprogrammen sehr erfolgreich. Schreibst du die Texte zu deinen Bühnenprogrammen selbst?

Die Moderationen bei den Shows und Konzerten kommen von mir. An den Songtexten arbeite ich mit: Von mir gehen in den meisten Fällen die Ideen aus, und mein Team beginnt dann, diese textlich und musikalisch umzusetzen.

Mit deinem Ehemann Sascha Rotermund hast du die “Fortenbacher’s Intimate Night” ins Leben gerufen. Wie ist die Idee dazu entstehen? Magst du uns ein bisschen über “Fortenbacher’s Intimate Night” erzählen?

Auch dieses Projekt ist ein echtes Herzensprojekt. Normalerweise liebe ich es, auf der großen Bühne zu stehen und vor allem, mich zu bewegen. Hier sind wir zu dritt auf der Bühne und sitzen nebeneinander auf Barhockern, die Konzentration liegt ganz bei der Musik. Ich muß gestehen, dass mir diese Idee anfangs etwas fremd war. Sascha war derjenige, der das Konzept schon sehr konkret im Kopf hatte. Er ist seit frühester Jungend ein großer Fan der „Unplugged“-Idee, wo alles auf (oft nur wenige) akustische Instrumente reduziert und damit konzentriert wird, und man es sich in einem kleinen Club zusammen mit seinem Publikum gemütlich macht. Zunächst wollten wir das Programm sogar nur zu zweit spielen, Gitarre und zweistimmiger Gesang. Doch beim Spielen kam uns die Idee, noch ein Cello dazuzuholen. Mein Mann und ich haben uns im Jahr 2011 in der Theaterproduktion „Das Orangenmädchen“ in Hamburg kennen gelernt, die Instrumentierung auf der Bühne bestand hier aus Klavier und Cello. Und da war der Weg nicht weit, die Cellistin Pirkko Langer zu fragen, ob sie Lust hätte ein solches Programm mit uns zu spielen, und sie war mit Freude dabei. Wunderbarerweise ergaben sich früh mehrere Anfragen für „Fortenbacher’s Intimate Night“, und schnell wurde klar, dass noch eine alternierende Cellistin mit ins Boot geholt werden müßte, und so kam Ania Strass zu uns. Mit beiden zu arbeiten ist ein echtes Geschenk! Sascha und ich haben dann Songs ausgesucht und ausprobiert, Sascha hat arrangiert und Stephan Sieveking (musikalischer Leiter beim „Orangenmädchen“ und auch bei „Forever Soul“) hat die Cellostimmen komponiert. Inzwischen eins unserer meistgespielten Konzerte! In diesem Jahr folgen noch viele Gastspiele und die Premiere des neuen Programms am 8. September im neueröffneten „Schmidtchen“!

Zusammen mit Nik Breidenbach stehst du noch bis zum 21.03.2015 in der Erfolgskomödie Oh Alpenglühn! auf der Bühne und bist zudem noch mit weiteren Solo-Programmen im Hamburger Schmidt Theater zu sehen. Wie verbunden bist du mit dem Schmidt Theater und was macht es so besonders dort zu spielen?

Zunächst mal ist das Schmidt Theater ein wunderbarer Raum, ein hochmodernes Theater, das aber trotzdem plüschig und kuschelig wirkt und eine phantastische Atmosphäre hat. Das Team und die Kolleginnen und Kollegen des Hauses arbeiten in besonderer Weise familiär zusammen. Man fühlt sich dort wirklich „zu Hause“, kann sich total fallen lassen. Nur in einer solchen Umgebung kann so ein unkonventioneller und zügelloser Humor entstehen wie in „Oh Alpenglühn“.

Du stehst ja schon sehr lange auf der Bühne. Hast du noch Lampenfieber? Wenn ja, was tust du dagegen?

Das Lampenfieber ist der Geist einer guten Vorstellung! Das vergeht nie und das darf es auch nicht. Jede Vorstellung ist anders, jedes Publikum ist anders, jeder Tag ist anders und gerade das macht es so spannend und ist wunderbar aufregend. Lampenfieber ist natürlich nicht zu verwechseln mit Angst und Unsicherheit. Lampenfieber ist etwas sehr Positives, das jeder Vorstellung seinen ganz individuellen Kick gibt.


Sehen wir dich demnächst wieder in einem Musical?

Das ist durchaus möglich …Laßt Euch überraschen!

Hast du noch eine Botschaft an unsere Musical1-Leser?

Danke, dass Ihr da seid! Ich freu mich auf viele Konzert- und Theaterabende mit Euch!

Kategorie: Interviews

Autor: N. Hofmann (20.03.2015)

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