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Interview mit Alvin Le-Bass

Alvin Le-Bass stand schon am Broadway als Musical-Darsteller auf der Bühne. Aktuell spielt er am Staatstheater Braunschweig in RAGTIME, einem Musical mit Musik von Stephen Flaherty, Liedtexten von Lynn Ahrens und einem Buch von Terrence McNally. Mit Musical 1 spricht Alvin Le-Bass über die besonderen Herausforderungen seiner Rolle als Coalhouse Walker Jr. und die Unterschiede zwischen dem deutschen und dem New Yorker Publikum.

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Alvin Le-Bass
Alvin Le-Bass © Fotos by Paul Andresen

Biographie Alvin Le-Bass

Alvin Le-Bass stammt aus New York. Seine Ausbildung zum Sänger, Schauspieler und Tänzer absolvierte er an der Syracuse University. Am Broadway spielte er unter anderem in dem Musical THE IRVING BERLIN RAGTIME REVUE und ging mit der Broadway-Produktion RAISIN auf Tournee. Alvin Le-Bass stand mit Musikern wie Peabo Bryson, Jeffrey Osborn, JT Taylor von Cool & The Gang, Howard Hewitt und Philip Bailey von Earth Wind and Fire auf der Bühne. Danach kam er für das Musical GAUDI nach Deutschland, in dem er die Rolle des Mark Winner spielte. Anschließend spielte er den Hud in HAIR in Kassel, Mannheim, Bonn und Augsburg, war in Hamburg in BUDDY – DIE BUDDY HOLLY STORY zu sehen und spielte Louis Armstrong in KING OF JAZZ – SATCHMO – THE LOUIE ARMSTRONG STORY auf der Bühne und im TV. Für diese Produktion erhielt er 2004 den Best Actor Award. In Österreich spielte er unter anderem bei AIN'T MISBEHAVIN', CARMEN CUBANA und LA CAGE AUX FOLLES. Alvin Le-Bass veröffentlichte zwei Solo-Alben, „A Man Like Me“ und „I Thought About IT“. Aktuell steht er noch bis Februar 2016 in Braunschweig für RAGTIME als Coalhouse Walker Jr. auf der Bühne.

Aktuell spielen Sie in Braunschweig im Musical RAGTIME. Was ist denn für Sie das Besondere an diesem Musical?

Die Geschichte ist genial. Alle können sie verstehen, denn sie hat mit Liebe zu tun, und auch mit Rassismus. Alle Personen in dieser Geschichte haben etwas verloren oder mussten etwas zurücklassen. Das ist etwas, mit dem sich viele identifizieren können.

Sie spielen den Ragtime-Pianisten Coalhouse Walker Jr. Was zeichnet diese Rolle aus?

Das ist ein bisschen kompliziert. Coalhouse Walker Jr. verliert sehr viel – am Ende sein Leben, zuvor sein Auto, seine Frau. Die schauspielerische Bandbreite, die diese zweieinhalb Stunden jeden Abend fordern, ist unglaublich. Es geht von großem Glück zu Traurigkeit und zu Wut. Es ist das härteste, was ich je gemacht habe!

Wie reagiert denn das Braunschweiger Publikum auf die Geschichte?

Sie lieben es! Jeden Abend gibt es Standing Ovations und es ist immer ausverkauft.

Wann wussten Sie eigentlich, dass Sie beruflich auf der Bühne stehen möchten?

Schon mit 12 oder 13 Jahren. Ich bin aufgewachsen mit der Musik von Michael Jackson und ähnlichen Sängern. Die waren meine Vorbilder. Ich wollte immer singen und tanzen. Das Schauspielern war eher nebensächlich, das kam dann halt dazu.

1996 kamen Sie für das Musical GAUDI nach Deutschland. Wie war Ihr erster Eindruck?

Ich war schockiert! (lacht) Nicht vom Musical GAUDI, das war ein gutes Stück. Ich war schockiert vom Hotelzimmer. Ich hatte so etwas zuvor noch nie gesehen für einen Erwachsenen. Das Bett war so klein. Es war schön, aber es war eben auch wirklich klein.

Was empfanden Sie als größte Herausforderung, als Sie nach Deutschland gekommen sind?

Die Sprache!

Als ich in Wien war, war mein Deutsch wesentlich besser. Ich hatte keine andere Wahl, wo ich gewohnt habe, musste ich mit den Menschen Deutsch sprechen. In Deutschland möchten die meisten ihr Englisch üben, wenn sie mit mir reden. Auf der Bühne muss das Deutsch perfekt sein, aber privat ist es etwas schwieriger.

Was hat Sie zum Musical GAUDI und damit nach Deutschland geführt?

Ich war damals auf einer Broadway-Tournee mit RAISIN und wir hatten ein paar Wochen Pause. In der Zeitschrift „Backstage“ habe ich eine Audition Ausschreibung von GAUDI gelesen und gedacht: Das will ich machen! Die Produktion hat ein Vorsingen in New York veranstaltet, dort habe ich teilgenommen – und der Rest ist Geschichte.

Nach GAUDI folgten zahlreiche weitere Musical-Rollen auf deutschen Bühnen. Welches waren denn Ihre Highlights?

Alvin Le-Bass

© Fotos by Paul Andresen

Dazu gehört Louis Armstrong in KING OF JAZZ – SATCHMO. Aber auch meine Rolle in der BUDDY HOLLY STORY in Hamburg, sowie die Rolle des Arbiter in CHESS, Sergeant Cooper in CARMEN CUBANA (München), James Brown in GODFATHER OF SOUL, Papa Ge in ONCE ON THIS ISLAND, Chi in THE TINA TURNER STORY-QUEEN OF ROCK, Hud in HAIR, Zack in MOTOWN – DIE LEGENDE und natürlich meine jetzige Rolle als Coalhouse Walker jr.

2008 gingen Sie nach Österreich und standen dort in Wien auf der Bühne. Berichten Sie doch einmal über diese Zeit.

Wien – das war eine ganz andere Geschichte (lacht). Ich habe zuerst in AIN'T MISBEHAVIN' an der Wiener Kammeroper mitgespielt. In diesem Musical stehen nur fünf Leute auf der Bühne. Das Theater hat erzählt, das das Stück die berühmteste Produktion in der Geschichte an der Wiener Kammeroper gewesen sei.

Darauf folgte CARMEN CUBANA in Amstetten. Außerdem habe ich in A GOOD MAN an der Kammeroper gespielt. Das war keine ganz so tolle Erfahrung. Das Stück war in Ordnung. Aber wenn jemand eine Produktion macht, muss alles eine Linie haben. Der Regisseur muss etwas von den Leuten verstehen, mit denen er ein Stück macht. Das war hier leider nicht so. Es war schwer.

Sie haben nun am Broadway, in Deutschland und in Österreich gespielt. Wie unterscheidet sich Ihrer Meinung nach das Publikum in den drei Ländern?

In New York sind die Leute mehr „vocal“ und frei und nicht so zurückhaltend wie das deutsche Publikum manchmal: Sie schreien oft, wenn man auf der Bühne steht, „Ja, das hast du gut gemacht!“ In Österreich habe ich bei LA CAGE AUX FOLLES mitgespielt, das war eine sehr schöne Produktion. Da hat das Publikum ähnlich reagiert. Ansonsten gehen die Zuschauer vielleicht noch bei Shows wie HAIR ähnlich mit. Aber eher hören sie zu. Das habe ich auch gelernt: Es liegt nicht daran, dass die Zuschauer das Stück nicht mögen. Sie wollen nicht stören, sie wollen zuhören und genießen. Am Anfang dachte ich, dem Publikum würde das Stück nicht gefallen. Aber am Ende sind alle aufgesprungen und haben geklatscht.

Dürfen Sie uns schon verraten, welche Projekte in Zukunft anstehen?

Parallel zu Ragtime, bin ich außerdem in Kassel mit DISCO IN CONCERT, noch bis zum 24. Juni 2016. Im Sommer 2016 spiele ich dann HUD in HAIR in Braunschweig. Und Anfang 2017 geht RAGTIME nach Kassel, das ist bereits offiziell.

Zum Schluss noch ein kleiner Ausblick auf das kommende Fest: Wie feiern Sie Weihnachten?

Ich habe dieses Jahr keine Zeit, um nach Amerika zurückzugehen. Ich habe am 20. und am 29. Dezember noch Vorstellungen, da ist die Zeit natürlich zu knapp. Daher feiere ich in Deutschland.

Kategorie: Interviews

Autor: S. Gerdesmeier (03.12.2015)

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