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Interview mit Alex Avenell

Dieses mal ist Powerfrau und Allroundtalent Alex Avenell bei uns zu Gast. Zur Zeit spielt Alex die Rolle der Gloria in dem Musical ROCKY in Hamburg. Was sie nach über 30 Jahren auf der Bühne und davon 10 Jahren am Operettenhaus in Hamburg zu berichten hat, könnt ihr hier erfahren.

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Alex Avenell
Alex Avenell © Stefanie Müller

Über Alex Avenell

Alex Avenell ist ein wahres Allroundtalent. Sie steht nicht nur als Musical-Darstellerin auf der Bühne, sondern schreibt nebenbei noch Liedtexte, ist Synchronsprecherin, unterrichtet und organisiert Veranstaltungen.
Alex ist in England geboren und aufgewachsen. Dort hat sie am Doreen Bird College of Performing Arts ihren Abschluss als Musical-Darstellerin und Tanzpädagogin absolviert. Das erste Mal stand sie aber schon als Dreijährige auf der Bühne. Seitdem hat sie schon auf einigen Bühnen in England und Deutschland mitgewirkt. Unter anderem hat sie Cinderella in dem gleichnamigen Musical gespielt, so wie Sheila in Hair, Maria in West Side Story und Eliza in My Fair Lady. Dem Operettenhaus ist Alex schon seit über 10 Jahren treu. Angefangen hat es mit MAMMA MIA. Die Nachfolger waren ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK, SISTER ACT und nun ROCKY. ROCKY – Das Musical startete am 18. November 2012 und wird am 19. August 2015 die letzte Vorstellung in Hamburg spielen.

Wir haben Alex Avenell zu einem Interview getroffen und ihr einige Fragen gestellt.

 

Wie würdest du dich selbst in wenigen Worten beschreiben?

Anstrengend, lustig, lieb, manchmal doof, loyal und ehrlich.

Wann stand für dich fest, dass du Musicaldarstellerin werden möchtest?

Eigentlich mit 3 Jahren. Da war schon klar, dass ich auf der Bühne stehen möchte. Das ist das, was ich machen möchte. Ich hatte eine kurze Phase, mit 5 ½ für 2 Wochen, wo ich das nicht mehr wollte. Aber danach wieder. Ich habe immer getanzt, geschauspielert und gesungen. Mir war klar, dass es das ist, was ich werden möchte.

Was fasziniert dich an deinem Beruf?

Vielfalt. Wir können tausend verschiedene Leute sein, ohne dass wir uns selbst verändern müssen. Wir können Leute zum weinen und zum lachen bringen. Die Fähigkeit, Leute zu bewegen. Das ist das, was mich fasziniert.

Was machst du gerne in deiner Freizeit?

Meine Zeit mit meinem Sohn verbringen. Lesen. Schlafen, wenn ich dazu komme. Mit meinen Freunden treffen, Kaffee trinken. Eigentlich Zeit mit meinen Freunden und meiner Familie verbringen. Das ist mir am Wichtigsten außerhalb des Theaters.

Was für Musik hörst du privat?
Alles. Sehr gerne Opern. Rock, Pop, Jazz, Klassik. Alles querbeet. Es kommt auf meine Stimmung an.

Deine Lieblingssänger?

Das ist auch immer phasenabhängig: Maria Callas, Ed Sheeran, Kate Bush… so viele.

Was wolltest du schon immer mal machen?

Ich wollte tatsächlich nach Australien zu dem Ayers Rock. Zu diesem großen roten Stein, den sie da haben. 1901 ist eine Gruppe von Mädels dort verschwunden und als ich klein war, habe ich diesen Film gesehen. Dann wollte ich unbedingt dort hin fahren und diese Mädels suchen. Wir haben jetzt 2014, das war 1901. Wird jetzt ein bisschen schwierig. Aber das war mein größter Traum. Jetzt würde ich sagen, dass ich mit meinem Sohn nach New York möchte. Ich möchte ihm die Stadt zeigen.

Hast du einen Tick?

*lacht* Ja, habe ich. Ganz schlimm. Alles muss auf seinem Platz sein. Ich werde wahnsinnig, wenn ich nach Hause komme und irgendwas verschoben ist. Dann schiebe ich es wieder dort hin und dann ist alles wieder gut. Ganz ganz schlimm, aber alles muss seinen Platz haben.

Hast du ein Vorbild?

Auf der Bühne nicht. Es gibt so viele Leute, die ich bewundere, aber mein Vorbild wäre meine Mama. Vor allem für das, was im Leben ist. Wie sie ihr Leben gemeistert hat und mich und meine Geschwister groß gezogen hat. Die Werte, die sie mir beigebracht hat und denen sie folgt. Sie ist im Endeffekt mein Vorbild.

Mit wem würdest du gerne mal einen Tag das Leben tauschen?

Angela Merkel. Ich würde schon gerne wissen, was diese arme Frau alles so tun muss. Ich wäre auch sehr gespannt, da sie ja auch die Haarfarbe hat,  ob sie Gloria spielen könnte. Das wäre schon lustig. Aber ja, sie ist halt die mächtigste Frau in Deutschland und vielleicht die dritt platzierteste weltweit. Das was sie alles kann, wie intelligent sie ist und so weiter. Ich würde schon gerne für einen Tag sehen, wie ihr Leben ist.

Hast du ein Lebensmotto?

This is my life. Das ist mein Leben. Das bedeutet im Endeffekt für mich, solange ich keinem weh tue, solange ich respektvoll mit allen umgehe, kann ich mit meinem Leben machen was ich will. Da ist keiner, der mir zu sagen hat: “Wieso machst du nicht das und wieso machst du dies?” Und ich glaube ich mach das schon ziemlich gut und ich habe genug Verantwortung. Das ist mein Leben und ich muss das so meistern, wie ich es kann.

Was war das Verrückteste, das du jemals gemacht hast?

Oh mein Gott, ich glaube es gibt nichts… . Ich glaube, ich war immer so vernünftig, dass es nichts gibt. Ich habe einmal ein Mikrofon in meinen Mund gesteckt und habe es fast nicht mehr raus gekriegt. Aber da war ich 18. Das war auf einem Schiff und das war ein sehr feuchtfröhlicher Abend. Als wir zurück kamen, haben wir so getan, als ob wir singen. Da kam die Frage, da mein Mund so groß ist, ob ich ein Mikrofon rein kriege. Und da habe ich gesagt, natürlich! Und ich habe es reingekriegt und fast nicht wieder raus. Somit ist das, glaube ich, das Verrückteste, dass ich jemals gemacht habe.

Wir haben Alex nach einigen ihrer Lieblingsdingen gefragt.

Deine Lieblingsjahrezeit: Ich glaube, ich bin eher ein Frühlingsmensch. Ich mag es nicht zu heiß, nicht zu kalt. Frühling und Herbst tatsächlich. Frühling am meisten.

Deine Lieblingsstadt: Hamburg. Hamburg gefolgt von Rom und dann Florenze und New York.

Deine Lieblingsfarbe: Rot, Schwarz.

Dein Lieblingsgetränk: Kaffee. Ich liebe Kaffee.

Dein Lieblingsfilm: Room with a view. Das heißt auf Deutsch Zimmer mit Aussicht, glaube ich. Und Sleepless in Seattle.

Dein Lieblingsmusical: Das ist schwierig. Ein altes Musical wäre West Side Story. Neues wäre Rocky.

Würdest du gerne mal ein Konzert geben?
Da ich das schon mehrmals gemacht habe, ja. Ich gebe gerne Konzerte.

Du bist ja schon lange im Operettenhaus und hast schon einige Rollen gespielt. Welche hat dir davon am besten gefallen?

Die waren alle so unterschiedlich. Ich glaube, das Einfachste und Schwierigste zugleich ist Gloria. Weil sie mir einfach sehr ähnlich ist und sie vorher nicht existierte. Somit war ich frei mit ihr zu machen, was ich wollte. Was dann umso schwieriger ist, weil man dann aufpassen muss, dass sie noch eine Rolle bleibt und nicht 100% so wie ich wird. Sonst hat Rosie mir echt viel Spaß gemacht. Das war echt cool, die war lustig. Alle haben Rosie geliebt, ich auch.

Hast du neben dem Musical noch andere Projekte?
Ich hatte früher eine Band. Dann mache ich Synchronarbeit schon seit 13 Jahren. Ich schreibe auch für verschiedene Bands. Z.B. für Starsplash, Technikgruppe. Ich habe für Mireille Mathieu gesungen. Mache viel im Studio. Schreibe Schlagerlieder. Ich unterrichte. Ich organisiere Veranstaltungen. Das ist es erstmal.

Wie viel Gloria steckt in dir?

Wie gesagt, weil sie nicht existierte, hieß es einfach: Du bist es. Sei einfach Gloria. Im Endeffekt, zu 90 Prozent bin ich Gloria und Gloria ist ich.

Welche ist deine Lieblingsszene in Rocky?

Ich schwanke da gerade… Wahres Glück. Ich mag gerne die Weihnachtsszene. Ich mag es, wo Adrian endlich mal erkennt, wie stark sie ist. Das finde ich eigentlich ganz süß. Und, dass die beiden merken, egal was ist, sie haben einander. Die komplette Szene. Wahres Glück, Vorbei, die Szene davor und dazwischen. Das finde ich am besten.

Erzähle uns doch mal von einer lustigen Panne.

Ich habe bei Rocky in dieser Tür festgesteckt und mich in diesem Fadenvorhang verheddert. Ich kam nicht drunter her. Oder meine allererste Rosie auf der Bühne bei Mamma Mia. Da gab es diese Wände, die sich bewegt haben. Und ich war so aufgeregt. Es gibt einen Cue wenn du gehen sollst. Und ich dachte es wäre ein musikalischer Cue, war es aber nicht. Ich bin los gelaufen und landete zwischen den Wänden, die sich dann bewegt haben. Und ich hör nur, wie die Jungs hinter mir gerufen haben. Erst Rosie, Rosie. Und irgendwann mal ALEX. Und ich so: “Oh fuck. Wenn ich zurück gehe, sterbe ich. Ich gehe einfach weiter.” Gott sei Dank ist nichts passiert. Und Stage Management hat gesagt, die sind um ungefähr 20 Jahre gealtert. Das war meine schlimmste Panne, glaube ich. Oh ne, es gibt noch ein paar andere, aber das lassen wir glaube ich. *lacht*

Was macht Rocky so besonders?

Rocky hat etwas für jeden Menschen. Kinder vielleicht etwas weniger, obwohl es schon Spaß macht und etwas lustig ist. Aber da ist eine Liebesgeschichte. Jeder Mensch sieht, dass du das erreichen kannst, was du möchtest, wenn du nur daran arbeitest. Ein bisschen Rocky steckt in jedem von uns. Ich glaube, das macht es zu etwas besonderem. Es erreicht einfach jeden Menschen in einer Form. Und es ist einfach ein ganz tolles Stück.

Welche Rolle würdest du gerne mal spielen?

Christine wollte ich schon immer mal spielen. Aber ich war in London als ich 16 war und da haben die gesagt, dass ich zu jung bin. Ich solle 2 Jahre später vorbei kommen. Aber da habe ich dann was anderes gemacht. Jetzt bin ich zu alt. Donna möchte ich noch machen. Jetzt bin ich gerade richtig, da war ich früher auch zu jung. Ich möchte gerne Ursula spielen in ‘die kleine Meerjungfrau’. Das Lied von ihr, welches es leider nicht mehr gibt, finde ich auch sehr toll.

Wenn du einen Wunsch frei hättest, was würdest du dir wünschen?

Dass ich 100% Sicher gehen könnte, dass mein Sohn glücklich wird. Einen tollen Job hätte, eine Familie gründen würde und gesund bleibt bis ganz ganz lange.

Nun bist du ja schon einige Jahre in Folge am Operettenhaus. Was verbindest du mit dem Theater?

Es ist mein Zuhause. Nach 10 ½ Jahren ist es tatsächlich ein Zuhause. Mein Sohn ist hier auch groß geworden. Es ist nicht zu groß, nicht zu klein. Es ist sehr familiär, es ist freundlich.

Wo siehst du dich in 5 Jahren?
Was das betrifft bin ich immer sehr realistisch. Ich bin nie davon ausgegangen, dass ich immer bleibe. Ich bin nie davon ausgegangen, dass ich jedes Jahr einen neuen Job habe. Deswegen mache ich so viel nebenbei. Ich habe mir immer versprochen, als ich klein war, dass ich in diesem Beruf alt werde. Dieser Beruf beinhaltet für mich alles. Ob es jetzt Regie ist, oder Kostüme oder Maske. Oder Bühnentechnik oder auf der Bühne stehen. Singen oder Tanzen oder Stücke schreiben. Die Hauptsache ist, ich habe etwas mit diesem Beruf zu tun. Somit hoffe ich, dass ich in 5 Jahren noch auf der Bühne stehe. Aber wenn nicht, dass ich dann immernoch etwas mit diesem Beruf zu tun habe.

Kategorie: Interviews

Tags:

Autor: S. Müller (06.03.2015)

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