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Interview mit Aisata Blackman

Bekannt wurde die aus den Niederlanden stammende Aisata Blackman durch ihre Teilnahme an der Casting-Show "The Voice of Germany". Ihre Leidenschaft für die Musik führte sie auf die Showbühne - und schließlich zum Musical. Zuletzt stand sie Apollo Girl und Shirley im Musical ROCKY auf der Bühne. Ab Mitte Oktober wird Aisata die Hauptrolle der Deloris van Cartier in dem Musical SISTER ACT in Berlin übernehmen. Im Musical1 Interview spricht die ehemalige KLM-Angestellte über ihre Leidenschaft zur Musik und verrät, warum sie sich für die Bühne entschieden hat.

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Aisata Blackman
Aisata Blackman © Nico van der Valk

Aus Leidenschaft zur Musik

Die 36-jährige Aisata Blackman hat karibischen Wurzel, ist aber in Amsterdam geboren. 2012 wurde sie durch ihre Teilnahme an der TV-Castingshow„The Voice of Germany“ in Deutschland bekannt. Mit ihrer kraftvollen Stimme überzeugte Aisata nicht nur die Jury, sondern auch das Publikum. Mit ihrer Cover-Version von „Take on me“ landete sie einen Hit. Ihre Leidenschaft für die Musik entdeckte sie bereits in den 90ern. Daraufhin gründete Aisata zusammen mit drei Freunden ihre erste Band und tourte mit R&B Songs durch die Niederlande. Schon während der Tour hatte die Band einen TVAuftritt in der „De Soundmix Show“.

Aisata liebt neben R&B und Soul auch südamerikanische und karibische Musik. In verschiedenen Gruppen lebte sie ihre Leidenschaft aus und trat als Tänzerin in Holland, Frankreich, Deutschland und Großbritannien auf. Nach sechs Jahren in ihrer Vocal Group verließ sie die Band und machte als Solokünstlerin weiter, wo sie unter anderem die Background Vocals für verschiedene Künstler sang. Zudem nahm Aisasta Werbejingles auf. An der Lion King Academy nahm sie Unterricht in Tanz, Schauspiel und Gesang.

2005 war sie Teilnehmerin in der Castingshow „Dutch Idols“. Am Nederlands Zang College ist sie Dozentin für Backing Vocal Workshops. Im Jahr 2013 stand Aisata als Musical-Darstellerin für SHOW BOAT in Bad Hersfeld auf der Bühne. Erste Erfahrungen mit SISTER ACT sammelte sie als Leadsängerin bei „Songs from the Movie SISTER ACT“.

Vor ihrer Musikkarriere war sie für die Fluggesellschaft KLM tätig.

Ab dem 16. Oktober 2016 spielt Aisata die Hauptrolle der Deloris van Cartier im Musical SISTER ACT im Berliner Stage Theater des Westens, zuvor war sie als Apollo Girl und Shirley im Boxer-Musical ROCKY zu sehen.

Bevor wir mit dem Interview beginnen, möchte ich Dir erstmal zu Deiner Engagement bei  SISTER ACT gratulieren. Ab dem 16. Oktober bist Du dort als Deloris van Cartier zu sehen.

Vielen Dank! Ja, so ist das.

Worauf freust du Dich ganz besonders?

Da das meine erste Hauptrolle ist, freue ich mich am meisten darauf, als Schauspielerin und Künstlerin zu wachsen. Ich habe den Film schon immer sehr gemocht und mich irgendwie sehr verbunden damit gefühlt. Die Show habe ich allerdings noch nicht gesehen und das ist auch gut so. Denn so kann ich die Show Stück für Stück für mich selbst entdecken. Während ich das Skript einstudiert habe, merkte ich bereits, wie besonders und wie schön das Stück ist. Bei den Proben war dieses Gefühl noch viel stärker, denn dabei wurde das Skript so zu sagen lebendig. Ich fühle mich sehr privilegiert, ein Teil dessen sein zu dürfen. Ich freue mich momentan auf viele Dinge. (Lacht)

Was ist Dir im ersten Moment durch den Kopf gegangen, als Du erfahren hast, dass Du die Rolle spielen wirst?

Ich erhielt einen Anruf, in dem es hieß, dass ich die Rolle der Deloris spielen sollte. Ich konnte meinen Ohren nicht trauen, ich dachte ich höre nicht richtig.

Neben Deinem Leben auf der Bühne gingst Du auch noch einer normalen Tätigkeit nach. Wie schaffst Du es, beide Jobs unter einen Hut zu bringen? Wird es auf Dauer nicht etwas schwierig?

Bis vor einem Jahr habe ich noch beim Bodenpersonal einer großen holländischen Fluggesellschaft gearbeitet. Da ich meinen Job sehr liebte, war es nicht so schwierig die Musik und den Job zu vereinen, denn ich war bis dahin noch davon überzeugt, dass ich keine Zukunft in der Musikbranche haben werde. Also auch wenn meine musikalischen Erlebnisse auf einer professionellen Ebene stattfanden, habe ich es “nur ” als Hobby empfunden. Aber als ich 2010 für Soul of Motown gecasted wurde, hat sich etwas verändert. Diese Erfahrung hat einen Funken in mir entfacht, der mich dazu brachte mein Leben nochmal zu überdenken. Ob ich wirklich bereit war meinen sicheren Job aufzugeben, um in der Unsicherheit eines Künstlers zu leben. Ich habe zunächst weniger gearbeitet und zu meinem Glück hatte ich bei meinem Job die Möglichkeit ein paar Monate im Jahr frei zu nehmen, in denen ich dann mit der Show getourt bin. Ich wusste ja, dass zu Hause mein sicherer Job auf mich wartet. In der Zeit habe ich auch meinen jetzigen Manager und Coach kennengelernt. Er hat mich in Soul of Motown gesehen und sprach mit mir, da wir einen gemeinsamen Freund in der Show hatten. Im Laufe des Gesprächs erzählte ich ihm, dass ich in der Show nur als Nebenjob auftrete, da Musik meine Leidenschaft ist. Er konnte mir das nicht glauben. Ich werde nie vergessen, dass er mir an diesem Tag sagte: “Ich verstehe dass du einen Job brauchst um dein Leben zu finanzieren aber Schatz, du gehörst einfach auf die Bühne!” Er hat an mich geglaubt. Aber ich war noch nicht so weit, also machte ich nur nebenbei kleinere Projekte und blieb mit ihm in Kontakt. Er hat mich immer unterstützt und das bildete die Grundlage für unser Vertrauen und die freundschaftliche Beziehung, die wir heute haben. Ich habe ganze fünf Jahre gebraucht, um da anzukommen, wo ich jetzt bin. Ich habe realisiert, dass wenn ich nur 50% meiner Leidenschaft investiere, auch nur 50% zurück kriege. Ich habe dann bei vielen neuen Projekten mitgemacht, wie zum Beispiel bei “The Voice” oder “Soul of Motown”, und mein Vater hat immer schon gesagt: “Mach es einfach, was kann denn schon passieren?” Das gab mir unglaublich viel Kraft und Mut, meinen Träumen zu folgen. Und jetzt bin ich endlich Vollzeit-Künstlerin!

Von der KLM-Angestellten auf die Showbühne. Wolltest Du schon immer diesen Weg einschlagen?

Nein, ehrlich gesagt war ich sehr zufrieden mit meinem Job. Auch wenn ich mir unterbewusst immer gewünscht habe ein Popstar zu werden, gab ich diesen Traum bereits als Jugendliche auf. Ich habe es aber nicht übers Herz gebracht, die Musik ganz aufzugeben; ich habe in verschiedenen Bands gesungen und kleinere Projekte nebenbei als Hobby gehabt. Wie gesagt, beim Casting von Motown ist meine Leidenschaft für Musik wieder so aufgeblüht, dass ich entschied mich dem wieder mehr zu widmen.

In Deutschland wurdest Du vor allem durch Deine Teilnahme an der TV-Casting-Show “The Voice of Germany” bekannt. Was hat sich seitdem für Dich verändert?

Die Teilnahme bei “The Voice of Germany” gab mir mehr Selbstbewusstsein und half mir, als Künstlerin an mich zu glauben. Durch die Show habe ich wieder angefangen zu träumen und neue Motivation gefunden, nach meinen Träumen zu streben.

Wie kam es, dass Du Dich letztendlich für das Genre Musical entschieden hast?

Das würde ich so nicht sagen. Ich sehe es eher als ein Projekt, das mich bewegt. Wenn ich denke, dass ich das Zeug habe, um Teil eines Projektes zu sein, dann bewerbe ich mich, sei es ein Musical, ein Konzert oder Theaterstück. Ich würde mich nicht als Musicaldarstellerin bezeichnen, ich sehe mich als Künstlerin und ich denke, dass es so viele verschiedene Möglichkeiten gibt sich kreativ auszudrücken. Das Musical ist nur ein kleiner Teil davon.

Du wirst zu einer Audition eingeladen. Wie bereitest Du Dich darauf vor?

Ich lerne das Auditionmaterial auswendig, bis ich es im Schlaf aufsagen kann. Und je nachdem, wofür die Audition ist, übe ich noch mit einem Schauspiel- oder Gesangslehrer die Szenen oder die Musik.

Wie intensiv und wie lange hast Du an Dir selber gearbeitet, generell im Bereich Schauspiel?

Vor allem im Bereich Schauspiel arbeite ich seit ca. 5 Monaten sehr intensiv an mir. Ich flog so oft ich konnte zu meinem Manager/Coach und es war toll, die Deloris in mir zu wecken. Den Humor von Deloris, die tiefgründigen Momente, ihre musikalische Seite und ihre Träume in meinen eigenen zu entdecken. Eines Tages sagte mein Coach nach einer Probe zu mir: “Ich habe dich gerade als Deloris vor mir gesehen. Ich glaube, du solltest wirklich darüber nachdenken, dich ernsthaft als Kandidatin für die Rolle zu sehen.” Ich wollte das zuerst nicht glauben – aber hey, hier sitze ich jetzt! (lach).

Du bist kurz vor Deinem Auftritt: Wie sieht es bei Dir mit der Nervosität aus und was tust Du dagegen?

Normalerweise bin ich nicht nervös aber wenn es etwas ganz Neues ist, dann bin ich schon sehr aufgeregt. Ich versuche mich dann von Menschenmassen fernzuhalten, ruhig zu atmen und mich daran zu erinnern, dass ich gut vorbereitet bin und es keinen Grund zur Aufregung gibt. Normalerweise vergeht die Aufregung, sobald ich die Bühne betrete. Und in dem jetzigen Fall wecke ich einfach die Deloris in mir, denn wenn sie dann da ist, dann gibt es nur noch sie und mich und wir erzählen unsere Geschichte.

Was war die größte Herausforderung auf dem Weg, Deinen Traum zu realisieren?

Die größte Herausforderung ist die Angst. Angst den sicheren Job zu verlieren, Angst vor den eigenen Fähigkeiten, Angst zu scheitern usw. Es ist schwer, sich von der Angst und den negativen Geschichten, die sich im Kopf abspielen, zu befreien.

Wusstest Du schon damals, was Du machen willst oder was Dein Ding ist?

Als ich jung war, dachte ich nicht viel darüber nach, was ich mal machen würde. Irgendwann wollte ich als Interior Designer arbeiten, nicht etwa weil ich besonders viel Talent darin hatte, sondern weil ich schöne und gut gestylte Häuser einfach gerne mag. Musik und die Bühne haben mich zwar immer schon angezogen, aber mein Talent habe ich erst als Teenager entdeckt und dann entschied ich auch, dass ich Künstlerin werden will.

Könntest Du Dir vorstellen, längerfristig beim Musical zu arbeiten?

Das wäre toll! Solange es Rollen gibt, die zu mir passen kann ich mir auf jeden Fall vorstellen, dass ich noch lange beim Musical bleibe.

Bist du ein Optimist, Pessimist oder Realist?

Ich denke ich habe ein bisschen von Allem. Aber ich versuche die Dinge immer in einem positiven Licht zu sehen.

Wie gestaltest Du am liebsten Deine Freizeit?

Abendessen mit Freunden, im Internet surfen, Musik hören und Serien oder Filme schauen.

Gibt es noch etwas in Deinem Leben was Du erreichen möchtest?

Ja, so vieles! (Lach). Mich zu entwickeln ist und wird immer sehr wichtig für mich sein. Ich möchte als Schauspielerin wachsen, ein Instrument lernen, eine bessere Sängerin werden, und außerdem würde ich gerne eine Show moderieren. Vielleicht auch in einem Film mitspielen, ein Album aufnehmen oder das Gesicht einer Modemarke werden, warum nicht! 😀

Hast Du eine Botschaft an unsere Musical1-Leser?

Ja, es ist ein Zitat von C. Assaad, das ich liebe und wovon ich absolut überzeugt bin. Es lautet: “Schließe deine Augen und stelle dir die beste Version deiner Selbst vor. Das ist, wer du wirklich bist, lasse jeden Teil in dir los, der nicht daran glaubt.” – C. Assaad

Karten für SISTER ACT Berlin
Karten für SISTER ACT Berlin

Kategorie: Interviews,Sister Act

Autor: N. Hofmann (01.10.2016)

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