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In den Katakomben der Pariser Oper: DAS PHANTOM DER OPER in Oberhausen

Bereits im November des vergangenen Jahres feierte DAS PHANTOM DER OPER seine Galapremiere im Stage Metronom Theater Oberhausen. Am 04. September verlässt diese Produktion das Ruhrgebiet und macht Platz für das Disney Musical Tarzan, das im November Premiere feiern wird. Bevor Christine und das Phantom die Pariser Oper Oberhausen jedoch verlassen, hat Musical1 die Chance ergriffen und sich die Show für Sie angesehen.

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Das Phantom der Oper Logo
Das Phantom der Oper Logo Phantom Keyvisual © Stage Entertainment

Erfolgsgeschichte PHANTOM DER OPER

Der Roman „Le Fantôme de l’Opéra“ von Gaston Leroux, einem französischen Journalisten und Autor, der mit diesem Werk weltweit bekannt wurde, diente schon oft als Grundlage für zahlreiche
Verfilmungen.

Doch nicht nur die Filmindustrie sah in der Geschichte rund um den mystischen Geist der Oper Potenzial. Im Jahr 1986 feierte die Musicaladaption von Sir Andrew Lloyd Webber und Richard Stilgoe Uraufführung in London.

Inzwischen haben mehr als 140 Millionen Menschen das Musical gesehen. Es wurde in über 20 Ländern auf die Bühne gebracht und erhielt zahlreiche internationale Theaterpreise. Damit gehört es zu den erfolgreichsten Musicals aller Zeiten.

Das Phantom und sein deutsches Publikum

1990 kam das PHANTOM DER OPER erstmals in Deutschland auf die Bühne des extra dafür erbauten Theaters Neue Flora in Hamburg und war dort bis 2001 zu sehen. Inzwischen fasziniert das Musical, um die Geschichte des geheimnisvollen Mannes mit der Maske seit 25 Jahren, mit Unterbrechungen, das deutschsprachige Publikum.

Unglücklich verliebt in Oberhausen

Empfangen wird der Zuschauer im Saal des Metronom Theaters von einem prunkvollen, goldenen Portal, dass sich jeder auch im Palais Garnier – dem Originalschauplatz – vorstellen könnte. Insgesamt sind sowohl die Kostüme als auch die Kulissen farbenfroh, abwechslungsreich und sorgen für eine perfekte Illusion, wie die Oper gegen Ende des 19. Jahrhunderts ausgesehen haben könnte.

© Stage Entertainment

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Durch moderne Technik wird der schnelle Wechsel der einzelnen Bühnenbilder möglich, ob über den Dächern von Paris, auf dem Friedhof, in der Oper oder im düsteren Reich des Phantoms. Moderne Technik trifft auf die Illusion des Opernbetriebs ab dem Jahre 1870, was der Stimmung damit aber keinen Abbruch verleiht. Im Gegenteil: Man ist froh, dass hier bei der Originalinszenierung geblieben wurde und nicht der Versuch gestartet wurde das Stück in sich zu modernisieren.

Ein unangenehmes Gefühl rufen gerade auf den hinteren Plätzen die beiden Scheinwerfer auf, die rechts und links neben der Bühne, für die Blitze verantwortlich sind und den Zuschauer ein wenig blenden.

Raoul, Christine und das Phantom

In die Rolle des sagenumwobenen und mystischen Phantoms schlüpft Nicky Wuchinger und überzeugt auf ganzer Linie. Die Rolle des Phantoms ist vielschichtig und nicht leicht zu definieren.Einerseits erpresst er die Menschen in “seinem“ Theater, wird sogar zum Mörder und doch verspürt man Mitleid mit dem Mann, der sich im Dunkeln verstecken muss und sein Gesicht hinter einer Maske verbirgt. Er liebt Christine und doch ist es eine unerfüllte Liebe.

So verkörpert Wuchinger das Phantom als stolz und selbstsicher – solange er seine Maske trägt. Er braucht die Gewissheit, die Kontrolle über das Geschehen zu haben. Verliert er die Kontrolle oder seine Maske, dann wirkt er zerbrechlich und wird aus purem Selbstschutz zornig. Besonders in den tiefen Tönen, bekommt die Interpretation des gebürtigen Berliners etwas sehr mystisches und sorgt für Gänsehautmomente.

Im Duett klingen Nicky Wuchinger und Elizabeth Welch – welche an diesem Abend die Christine Daaé gibt – überaus überzeugend. So wird das Lied „Das Phantom der Oper“ zum Highlight. Problemlos trifft Elizabeth Welch die Spitzentöne und zeigt hier, dass ihre Wurzeln im Opernbereich liegen. Durch die Sprachbarriere der sich die gebürtige Amerikanerin tapfer stellt, fehlt es in den Soli an Leichtigkeit, obwohl sie die Rolle musikalisch und stimmlich voll und ganz ausfüllen kann.

Frei nach dem Motto: Last but not least kommt Tobias Joch als Raoul Vicomte de Chagny ins Spiel. Ist er zu Beginn nur ein Freund, der Christine noch aus Kindertagen kennt, wird er immer mehr zu dem Mann an ihrer Seite, der versucht ihr Mut zu machen und sie vor dem Operngeist zu schützen. Joch füllt die Rolle sowohl stimmlich als auch schauspielerisch aus und so bereitet es viel Freude die Rolle des Raoul durch seine Interpretation zu erleben.

© Stage Entertainment

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Stimmgewaltiges Ensemble

Das Ensemble an diesem Abend kann durch seinen vollen Klang überzeugen, auch wenn man bei einigen Darstellern einen Akzent hört, leidet die Verständlichkeit kaum darunter.

Trotz des durchaus homogenen Klangs sticht immer wieder die Stimme von Susan Gouthro heraus, welche an diesem Abend die Operndiva Carlotta verkörpert. Ihre Versiertheit im Opernbereich kann man der gebürtigen Kanadierin nicht absprechen, daher kauft man ihr die Rolle voll und ganz ab. Besonders in ihren Soloparts kann die Sopranistin ihr Talent zeigen. Im Duett mit anderen wie z.B. in den beiden Liedern „Briefe…“ und „Primadonna“ übertönt sie ihre Kollegen leider und daher wird es schwer, sich auf einen anderen Darsteller zu konzentrieren.

Guido Gottenbos und Anton Rattinger in den Rollen der neuen Eigentümer der Pariser Oper geben ein gutes Gespann und wirken eingespielt – waren sie doch schon in Hamburg in diesen Rollen zu sehen. Sie füllen die Rollen mit Leben und sorgen beim Publikum für den ein oder anderen Schmunzler oder gar einigen Lachen.

Fazit

Viele der Darsteller bringen Erfahrungen und einen gewissen Erfahrungsschatz im Bereich Oper mit, was für eine solche Produktion von Vorteil ist. Dennoch sollte man sich bewusst sein, worauf man sich einlässt, denn das PHANTOM DER OPER wagt den Spagat zwischen den Genres Oper und Musical. Insgesamt war der Saal weniger gut besucht, besonders was Plätze im Hochparkett anbelangt. Leider fiel der Schlussapplaus etwas geringfügig aus, was aber sicherlich nicht der Leistung der Darsteller geschuldet war.

© Stage Entertainment

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Kategorie: Das Phantom der Oper,Kritiken

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Autor: K. Heinen (14.05.2016)

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