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Im kleinen Horrorladen Buxtehude …

Die Produktion von Serr Showservice Int. ist seit dem letzten Jahr auf Europatournee und wurde in den lokalen Medien stets positiv erwähnt. Für die Wiederaufnahme am 26.Februar 2015, wurden Kleinigkeiten der Show geändert und es kam zu Darstellerwechseln. Unsere Redakteurin hat den Weg in Mr. Mushnik‘s Blumenladen gefunden und sich am Sonntag in Buxtehude begeistern lassen.

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Gesamtensem - Der kleine Horrorladen
Der kleine Horrorladen ©Frank Serr Showservice Int.

Eine Pflanze will die Weltmacht erlangen

Eine groteske Pflanze mit Namen Audery II, die mit menschlichem Blut genährt werden muss. Dazu noch ein verklemmter Floristikgehilfe, der sich von seinem Arbeitgeber ausnutzen lässt und ein wasserstoffblondes Naivchen, das in einer Beziehung mit einem sadistischen Zahnarzt steckt. So skurril es klingt, aber das ist die Kurzfassung des Kultstücks „Der kleine Horrorladen“.

Besonderer Liebesbeweis

Fiktiver Spielort des Ganzen ist die heruntergekommene Skid Row irgendeiner Großstadt. In einem Blumenladen arbeitet Gehilfe Seymour (Christopher Ryan). Seine neue Pflanze AudreyII droht zu verwelken. Da nützt auch Seymours Flehen „Sei gut, wachs für mich“ zunächst nichts. Als er herausfindet, dass die Pflanze menschliches Blut benötigt, werden seine Nöte nicht geringer… Christopher Ryan präsentiert einen äußerst introvertierten und tollpatschigen Gehilfen, über den man schmunzelt und mit dem man einfach mitfühlen muss. Seine Bühnenpartnerin ist Audrey (Nadine Kühn), nach der er die Pflanze benannt hat. Wie sich erahnen lässt, ist Seymour in sie verliebt aber viel zu schüchtern, dies auch auszusprechen. Audrey wiederum ist bereits mit einem Sadisten liiert und läuft im ersten Akt mit blauem Auge oder auch Arm in Schlinge über die Bühne. Herrlich naiv, lispelnd und stückelnd interpretiert Nadine Kühn ihre Audrey. Ihre Träume von Spießigkeit, einem Reihenhäuschen neben der Autobahn und Wachstischdecken besingt sie im ihrem äußerst gelungenen Sole „Im Grünen irgendwo“.

Geführt wird der Blumenladen vom geldgierigen Mr. Mushnik (Mario Zuber). Seymour zunächst ausnutzend, erkennt er den potentiellen Reichtum, der sich durch Audrey II einstellen kann. Mit der Aussicht auf „Mushnik und Sohn“ soll Seymour von der Gutherzigkeit des Mr Mushnik überzeugt werden – eine herrliche Tango-Choreografie folgt.

Für noch mehr Skurrilität sorgt Orin Scrivello, der gewalttätige Zahnarzt, der sich häufig mit Lachgas aufheitert. Michael Müller begeisterte das Publikum mit seinem Zahnarzt-Song und vor allem mit seinem abgedrehten Lachen.

Bereichert wird die Darstellung noch von Kerstin Ried, Georgia M.Reh und Sinodie Smith, die in diversen Szenen die Mädchen-Clique darstellen, die schon in der 5ten Klasse vom Rektor höchstpersönlich vom Schulunterricht befreit wurden.

Helen Senaya verleiht Audrey II eine Stimme, die kraftvoll frisches Fleisch fordert und Seymour immer wieder in Stresssituationen bringt. Mathias Klein sorgte für die beinahe synchronen Bewegungen der Pflanze zu Senayas Gesang, sodass der Zuschauer glauben konnte, Audrey II lebt.  „Ohs“ und „Ahs“ erklangen an diesem Abend immer dann, wenn Audrey II weiter wuchs. Aus der zierlichen Topfpflanze wurde nämlich einen Bühnenbestimmendes Gewächs. Selbstverständlich erkennt Seymour im Laufe des zweiten Teils die eigentliche Absicht der Pflanze. Als ein pfiffiger Gartenbaubesitzer Ableger der Pflanze haben möchte, um sie weltweit zu vermarkten, versucht Seymour die Pflanze zu zerstören. Allerdings bleibt am Ende nur eine Axt zurück auf der Bühne. Das Finale macht dann die Botschaft deutlich. Farblich unterstrichen von den Kostümen der Beteiligten, die nun alle in grünen Hemden respektive Kleidern auf der Bühne erscheinen.

Ohrwurmmelodien

Die Liveband sitzt halb versteckt am linken Bühnenrand und unterstreicht die bizarre Handlung musikalisch. Sowohl die gefühlvollen Lieder wie „Jetzt hast du Seymour“ als auch den fetzigen „Zahnarzt“ oder Audrey II forderndes „Gibs mir“, wurden wunderbar präsentiert und zeigten deutlich, wie eingespielt Darsteller und Musiker inzwischen sind. Einziger kleiner grauer Fleck des Abends war ein defektes Mikrofon. Christopher Ryan’s Mikrofon war sofort zu Beginn des zweiten Teils defekt. Nach den ersten Zeilen bekam er ein Handmikrofon. Mit diesem bestritt er dann auch den gesamten zweiten Teil bis zum Ende. Ein Techniker verschwand mehrfach am rechten Bühnenrand hinter der Bühne und kam wieder hervor, ohne dass sich das Tonproblem erledigte. Für die Zuschauer war dies leicht störend, da das Stück weitergespielt wurde und der Techniker immer wieder am Rand der Szenen auftauchte. Eine kurze Unterbrechung wäre hier wünschenswert gewesen.

Trotz dieser kleinen Panne war der Abend äußerst gelungen, das Publikum lachte mit, klatschte mit und spendete allen Beteiligten am Ende langanhaltenden Applaus.

Noch bis Ende des Monats macht der Horrorladen in verschiedenen Städten in Österreich, Italien und Deutschland halt.

 Besetzung am 15.03.2015

  • Seymour – Christopher Ryan
  • Audrey – Nadine Kühn
  • Mushnik – Mario Zuber
  • Orin, Penner, Kunden, Geschäftsleute – Michael Müller
  • Chrystal – Kerstin Ried
  • Ronnette – Georgia-M. Reh
  • Chiffon – Sidonie Smith
  • Audrey II (Vocal) – Helen Senaya
  • Audrey II (Bewegung) – Mathias Klein
  • Drums – Sascha Waak
  • Gitarre – Slawek Pogoda
  • Bass – Michal Budnik
  • Musikalischer Leiter , Klavier/ Keyboard – Pete Lee
  • Choreograohie/ Regie – Nadine Kühn
  • Bühne – Dieter Prass
  • Ton – Gerhard Magin
  • Licht – Armin Emser

Kategorie: Das Wunder,Der kleine Horrorladen,Kritiken,Tour Musicals

Autor: R. Imping (18.03.2015)

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