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ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK ist zurück am Theater des Westens

Seit gestern, dem 24. Januar 2016, liegt das Udo-Jürgens-Musical ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK wieder im Stage Theater des Westens in Berlin vor Anker. Stage läutete die zweite Spielzeit mit einer Doppelvorstellung am Nachmittag und am Abend ein. Wir waren am Abend mit dabei.

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Ich war noch niemals in New York in Berlin
Ich war noch niemals in New York in Berlin © Stage Entertainment

Ein eingespieltes Team ist zurück in Berlin

Es war die routinierte Leistung eines perfekt eingespielten Teams, die am Sonntagabend auf der Bühne des Stage Theater des Westens zu sehen war. Immerhin waren die meisten der Darsteller schon bei der vergangenen Spielzeit des Musicals in Berlin und in den letzten Monaten im Deutschen Theater München mit dabei. ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK bescherte Stage Entertainment 2014/15 die erfolgreichste Theatersaison am Theater des Westens seit zehn Jahren. Grund genug, das Musical mit den großen Hits von Udo Jürgens wieder zurückzuholen, bevor es zur großen Tour durch Deutschland und Österreich aufbricht.

Die Handlung folgt rund 20 Songs des im Dezember 2014 unerwartet verstorbenen Udo Jürgens. Die Lieder, gewohnt schmissig gespielt vom Orchester des Stage Theater des Westens unter Leitung von Robert Paul, sind manchmal überraschend, aber doch immer sinnvoll in die Geschichte eingebettet. Das Berliner Publikum kennt die Ohrwürmer und klatscht vor allem bei Gassenhauern wie „Griechischer Wein“, “17 Jahr, blondes Haar” oder „Aber bitte mit Sahne“ kräftig mit. ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK lebt aber nicht nur durch seine Lieder, sondern auch durch die Geschichte, die alle Generationen anspricht: Während Moderatorin Lisa Wartberg auf den Deutschen Fernsehpreis hofft, sitzt ihre Mutter Maria im Altenheim. Zusammen mit ihrer neuen Liebe Otto Staudach beschließt Maria, aus dem eintönigen und einsamen Alltag auszubrechen und eine Kreuzfahrt nach New York zu unternehmen. Unter der Freiheitsstatue wollen die beiden Senioren sich das Ja-Wort geben. Das passt weder Lisa noch Ottos Sohn Axel Staudach. Widerwillig machen sich Lisa und Axel zusammen mit Axels Sohn Florian auf den Weg, um ihre Eltern vom Kreuzfahrtschiff zu holen. Dabei kommen sich Lisa und Axel langsam näher…

Sarah Schütz brilliert als Lisa Wartberg

Sarah Schütz

© Sarah Schütz

ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK ist eine bunte Revue in aufwendiger Drehbühne, die mit viel Humor und ab und an etwas klamaukig daherkommt, aber auch Raum für ernsthafte und nachdenkliche Momente lässt. Die Inszenierung hat keine Angst vor Kitsch und großen Gefühlen, zeigt aber bisweilen auch die nötige Ironie: Maria und Otto haben ihre Kinder zu genau den Menschen erzogen, die sie heute sind, und ihre Härte und Selbstgerechtigkeit mit verantwortet. Doch selbstverständlich findet die Geschichte ein versöhnliches Ende.

Als Lisa und Axel ist ein eingespieltes Duo zu sehen: Sarah Schütz gibt wie schon zur Spielzeit 2015 die Lisa Wartberg und überzeugt als zunächst knallharte und eiskalte Talkshow-Moderatorin, die nach und nach doch weiche Seiten und Emotionen zeigt. Mit ihrer Leistung kann sich Schütz noch einmal von den anderen, ebenfalls sehr guten Darstellern abheben. Karim Khawatmi gehört schon seit der Stuttgarter Produktion 2010 als Axel Staudach zur Besetzung. Die beiden liefern sich einen amüsanten Schlagabtausch und harmonieren schauspielerisch wie gesanglich sehr gut. Andreas Bieber und Gianni Meurer brillieren abermals als „Freddie-Bär“ Fred und Ehemann Costa und gewinnen spätestens mit der gemeinsamen Interpretation von „Griechischer Wein“ die Herzen der Zuschauer. Publikumsliebling Nummer 1 an diesem Abend ist aber ohne Frage der kleine Florian, gespielt von Kinder-Darsteller Jan, der lässig und mit viel Spielfreude das Beziehungsleben der Erwachsenen kommentiert.

Schwungvolle Inszenierung

Als Maria Wartberg steht an diesem Abend Regina Venus auf der Bühne, die darstellerisch überzeugt, gesanglich aber etwas hinter Gunther Sonneson als Otto Wartberg zurückbleibt. Kai Peterson gibt den souveränen Kapitän, Daniel Rakasz spielt den übereifrigen Stewart mit breitem Zahnpastalächeln. Neben den Hauptdarstellern überzeugen auch Karin Seyfried als herrlich unfreundliche Altenheimleiterin Frau Dünnebügel und Patricia Hodell als schräge Reisebüroangestellte Frau Menzel. Mit viel Schwung bringt das Ensemble die Tanznummern von Kim Duddy auf die Bühne. Da sitzt jede Bewegung, ob beim Showstopper „Schöne Grüße aus der Hölle“ zur Pause oder bei „Aber bitte mit Sahne“ im zweiten Akt.

Fazit: Leicht, aber nicht oberflächlich und mit viel „Traumschiff“-Flair zeigt ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK eine Familiengeschichte, mit der sich bei allen Klischees sicher viele Zuschauer identifizieren können. Noch bis zum 10. April 2016 ist das Musical am Stage Theater des Westens zu sehen.

Die Besetzung am 24. Januar 2016:

  • Sarah Schütz – Lisa Wartberg
  • Karim Khawatmi – Axel Staudach
  • Regina Venus – Maria Wartberg
  • Gunther Sonneson – Otto Staudach
  • Andreas Bieber – Fred
  • Gianni Meurer – Costa
  • Karin Seyfried – Frau Dünnbügel
  • Patricia Hodell – Frau Menzel
  • Kai Peterson – Kapitän
  • Daniel Rakasz – Stewart
  • Jan – Florian Staudach

Ensemble: Morten Daugaard, Nico Schweers, Olivia Kate Ward, Damian Czarnecki, Karina Rapley, Claire Brazier, Matteo Vigna, Saskia Asseier, Salvatore Maione, Michael Fernandez

Kategorie: Ich war noch niemals in New York,Kritiken

Tags:

Autor: S. Gerdesmeier (25.01.2016)

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