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Ich war noch niemals in New York – Dampfer legt in München an

"Ich war noch niemals in New York" steuert nach Berlin als nächsten Tourstop bis Anfang 2016 München an. Das Musical, bei dem man sich mit drei Generationen auf eine turbulente Kreuzfahrt in den Big Apple begibt, lebt zu einem übergroßen Teil von den Liedern Udo Jürgens. Auch auf dem Premierenpublikum im Deutschen Theater lastete durch die Anwesenheit seiner Kinder Jenny und John ein Hauch von Verständnislosigkeit für seinen unerwarteten Tod.

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Ich war noch niemals in New York Matrosen
Ich war noch niemals in New York Matrosen © Stage Entertainment

Eine Kreuzfahrt zu Ehren Udo Jürgens

Der unerwartete Tod von Udo Jürgens im Dezember letzten Jahres hat den ganzen deutschsprachigen Raum in Fassungslosigkeit gestürzt. Das 2007 in Hamburg uraufgeführte Musical “Ich war noch niemals in New York”, dessen Handlung durch gut 20 seiner Lieder bedient wird, ist seit diesem Jahr in einer Tourversion unterwegs und schwimmt auf der “Udo Jürgens Hommage”-Welle. Seine Lieder erzählen Geschichten und jeder Text hat Sinn, was auch dem Musical unwahrscheinlich gut tut. Das Publikum fühlt sich bei ausnahmslos jedem, noch so überraschend in die Handlung einbetteten, Song sofort mitgenommen und summt die Texte mit.

Auch wenn dieses Musical sich von Ohrwurm zu Ohrwurm hangeln könnte, wird zwischen den Liedern eine Handlung erzählt, die zwar etwas an das Traumschiff erinnert, doch dem Zuschauer jeder Generation eine Identifikationsfigur aufzeigt, die zum Nachdenken anregt.

Ausschlaggebend für den Stich in See ist das Rentnerpärchen Otto Staudach und Maria Wartberg, die sich kurzerhand aus ihrem Alterssitz fortstehlen um in New York unter der Freiheitsstatue zu heiraten. Wartbergs Tochter Lisa, eine ehrgeizige Fernsehmoderation, passt dieser Ausflug so gar nicht in den Zeitplan. Doch dann muss sie sich schließlich wiederwillig mit Ottos Sohn und Enkel auf den Weg machen, um das Schiff einzuholen. Erstmal auf hoher See sind zwischenmenschlichen Komplikationen nicht mehr aus dem Weg zu gehen.

Perfekt eingespielte Pärchen punkten

Das Paar, dem der meiste Raum gewidmet wird, sind Axel Staudach (Karim Khawatmi) und Lisa Wartberg (Sarah Schütz). Die beiden stehen sich in perfektem Gesang und Spiel in nichts nach und haben ein ebenso perfektes komödiantisches Timing. Das macht ihren Schlagabtausch im ersten Akt äußerst kurzweilig anzusehen, unterstützt von der Coolness des kleinen Florian (Kinderdarsteller Nahuel). Im zweiten Akt finden die beiden endlich zueinander und ihre Beziehung den Höhepunkt. Das gemeinsame emotionsvolle Duett “Gib mir deine Angst”liefert Gänsehautmomente.

Ein “ganz köstliches” Paar sind auch Andreas Bieber und Gianni Meurer als Fred und Costa, die die Zuschauer während des Stückes über ihre Beziehung und ihr Kennenlernen bei “Griechischem Wein” unterhalten.

Das herzallerliebste Paar des Abends bilden jedoch Otto Staudach, souverän gespielt von Gunter Sonneson und seine Maria Wartberg, die ihr spätes Glück auf hoher See genießen.

Die doppelte Maria

Es war das Comeback des Jahres, als die Zwillinge Alice und Ellen Kessler beim Tourstop in Berlin die Rolle der Maria Wartberg spielten.

Die Kessler Zwillinge vor dem Stage Theater des Westens

© Stage Entertainment

Nun stehen sie auch in ihrem Wohnort München, zumindest im Oktober, abwechselnd auf der Bühne des Deutschen Theaters (wir berichteten). Bei der Premiere spielte Ellen Kessler und da auch am Folgetag die Vorstellung mit Alice besucht wurde, kann eine gerechte Beurteilung zu beider Leistung abgegeben werden. Wobei eine Unterscheidung kaum möglich ist, da sich ihr Spiel wirklich nur in Nuancen unterscheidet. Jedoch scheint es nacheinander betrachtet, dass Ellen in dieser Produktion eher eine Stärke im Gesang hat, Alice wirkt besser in den gesprochenen Szenen. Einen Bekanntheitsbonus muss man beiden nicht unbedingt zugestehen, da es häufiger vorkommt, dass bekanntere Künstler Rollen in Musicalproduktionen übernehmen. Wohl aber verdienen beide einen Altersbonus, wenn die Stimme naturgemäß einfach nicht mehr so kraftvoll ist, eine über zweistündige Liveshow im Bühnenlicht zu verbringen. Dennoch interpretieren sie die Gesangsteile sehr gefühlvoll und sicher. Beide stehen mit fast 80 und vor allem mit großem Spaß auf der Bühne, den man ihnen auch ansieht und der das Publikum ansteckt. Eine Leistung, die zu würdigen ist, vor allem wenn beim Finale mit “Heute beginnt der Rest deines Lebens” jeder Schritt der Choreographie sitzt und jede mit dem Ensemble zu einer großen Familie verschmilzt.

Tourversion mit abgespecktem Kutter

Bei einer Tourversion muss vor allem am Bühnenbild gespart werden, so fällt dieses etwas kleiner aus, als an den anderen deutschen Spielstätten und wurde extra für die Bühne des Deutschen Theaters angepasst. Doch mittels des geschickten Einsatzes von Drehelementen kann dennoch ein guter Eindruck der verschiedenen Schauplätze auf dem Schiff vermittelt werden. Das Ensemble füllt die Bühne mit Leben und tanzt die Choreographie voller Energie. Ein Seemannschor begrüßt alle bei Ankunft auf dem Schiff und mit höllisch schönen Kostümen und Grüßen wird das Publikum in die Pause geschickt. Aus dem Ensemble sticht vor allem Patricia Hodell hervor, die einen herrlich schrägen Auftritt als Reisebüroangestellte Menzel hat und mit ihrem herzlichen Lächeln bei den Ensembleszenen auffällt.

Das Fazit zur Ankunft von “Ich war noch niemals in New York”  in München ist eindeutig: hingehen und Spaß haben! Das Stück ist noch bis zum 03. Januar 2016 am Deutschen Theater zu sehen, im Oktober abwechselnd mit Alice und Ellen Kessler als Maria Wartberg. Ab dem 24. Januar 2016 kehrt die Produktion vorübergehend in das Theaters des Westens in Berlin zurück.

Kategorie: Ich war noch niemals in New York,Kritiken,Tour Musicals

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Autor: N. Kroj (12.10.2015)

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