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Musicaltage 2016 St. Gallen III – DON CAMILLO & PEPPONE

Das neue Musical DON CAMILLO & PEPPONE von Michael Kunze und Dario Farina feierte am 30. April 2016 in St. Gallen Weltpremiere. Wenige Tage später war die Inszenierung, welche auf den Geschichten von Giovannino Guareschi basiert, Höhepunkt der Musicaltage 2016. Die berühmten Schwarz-Weiß-Filme mit den Streithähnen aus den 50er Jahren dienten als Vorlage für das Musical, das in Zusammenarbeit mit den Vereinigten Bühnen Wien entstanden ist.

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Andreas Lichtenberger und Frank Winkels © Andreas J. Etter

Story mit vielen Handlungssträngen

© Andreas J. Etter

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Die Handlung ist ähnlich wie im Film: Kurz nach dem zweiten Weltkrieg in Italien. Dorfpfarrer Don Camillo (Andreas Lichtenberger) ist empört: Wahlsieg für die Kommunisten in seiner Gemeinde. Ausgerechnet sein Erzrivale Peppone (Frank Winkels) wurde zum Bürgermeister gewählt. Da sind natürlich sowohl persönliche als auch politische Konflikte vorprogrammiert. Vor allem aber stört ihn, dass seine Kirche aufgrund der Bolschewisten von nun an so gut wie leer bleibt. Der Konflikt zwischen den Katholiken und den Kommunisten, in den zahlreiche Dorfbewohner verwoben sind, sorgt in verschiedenen Handlungssträngen und kleinen Episoden immer wieder für Zündstoff.  Auf der einen Seite steht die katholische Familie des Gutsbesitzers Filotti (Reinhard Brussmann) auf der anderen Seite Kommunist und Bauer Brusco (Thorsten Tinney). Ausgerechnet deren Kinder Gina (Jaqueline Reinhold) und Mariolino (Kurosch Abbasi) treffen sich heimlich und verlieben sich ineinander, was das Verhältnis der beiden verfeindeten Väter noch verschlimmert. Auch Ginas Großvater Nonno (Walter Andreas Müller) ist „frisch“ verliebt. Die reizende Lehrerin Laura Castelli (Femke Soetenga)  hat in ihm neue Lebenslust geweckt. Nonno flirtet mit der Kommunistin was das Zeug hält und kauft ihr buchstäblich ihre Seele ab.  Weitere Katastrophen wie die große Flut, das wiedergefundene Nazi-Geld oder Peppones nachgeholter Schulabschluss sorgen für reichlich Abwechslung. Zum Schluss müssen Don Camillo und Peppone sogar zusammenarbeiten, um das Schlimmste zu verhindern.

Einzigartige Momente

© Andreas J. Etter

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Das Leading Team um Autor Michael Kunze und Regisseur Andreas Gergen hat sich sehr viele Details einfallen lassen. Durch die vielschichtige Handlung führt rückblickend die „Alte Gina“ als Erzählerin. Sie berichtet von Ihrem ereignisreichen Leben in ihrem Heimatort. Maya Hakvoort spielt die alte Dame grandios und sehr realistisch. Dies gelingt natürlich auch Dank der fantastischen Leistung von Maske und Kostüm. Besonders beeindruckend sind auch die sehr beweglichen Tierpuppen von Stefan Fichert. Die drei Katzen und der Hund werden von den Darstellern per Hand bespielt. Bei der großen Flut regnet es minutenlang auf der Bühne und auch der Fluss ist mittels einer Wasserfläche im Bereich des Orchestergrabens dauerhaft ins Bühnenbild integriert.

Humor steht im Vordergrund

© Andreas J. Etter

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Die nicht immer ganz christlichen Methoden des Gottesdieners Don Camillo verleihen der Geschichte, wie schon in der Filmvorlage, den außergewöhnlichen Humor. Andreas Lichtenberger und Frank Winkels sind ein starkes Duo. Sie harmonieren perfekt im Zusammenspiel und liefern gesanglich sehr gut ab.  Auch Don Camillos Zwiegespräche mit der Stimme Jesu (Marlon Wehmeier) sind äußerst amüsant. Lichtenberger beweist besonders hier sein Talent für Komik. Die meisten Lacher zieht an diesem Abend aber Walter Andreas Müller als Großvater Nonno auf sich, weil er gleich zwei Mal von den Toten wieder aufersteht.

Starker Gesamteindruck

© Andreas J. Etter

© Andreas J. Etter

Die Musik von Dario Farina, der durch den Welthit „Felicita“ bekannt wurde, ist vor allem eines: abwechslungsreich. Dafür bedient sich der in Kairo geborene Musiker diverser Genres und Stile. Neben Pop- und Schlagermelodien ist auch etwas Italo-Sound zu hören und natürlich diverse Kirchenklänge, wie zum Beispiel Chorgesang oder Glockengeläut. So gelingt es zwar verschiedene Geschmäcker zu bedienen, aber beim ersten Mal hören bleibt kein Song als wirklicher Ohrwurm im Kopf. Trotzdem singen alle Akteure einwandfrei und die Musiker, welche auf der Bühne im 1. Stock unter den Arkaden sitzen, spielen die variantenreiche Orchestrierung (Koen Schoots) unter der Leitung von Dirigent Robert Paul so dynamisch, dass ein voller Sound im Theater entsteht. Herausragend ist die Gesamtleistung sowohl auf als auch hinter der Bühne. Auch das als italienische Piazza angelegte Bühnenbild (Peter J. Davison) trägt seinen Teil dazu bei. Der Dorfplatz mit seinen Rundbögen wirkt authentisch und lässt sich schnell mit wenigen Handgriffen in diverse andere Schauplätze umbauen.

Versteckte Aktualität

Das Happy End von DON CAMILLO & PEPPONE hat auch einen ernsten und stark aktuellen Bezug: Trotz unterschiedlichster Ansichten, Überzeugungen und auch politischer Meinungen kann ein Miteinander Grenzen überwinden und so das Beste für die Gesamtheit erreicht werden. Für das abwechslungsreiche und amüsante Musical gab es von den Zuschauern zu Recht minutenlang Standing Ovations. St. Gallen schafft es erneut ein sehenswertes Musical zu zeigen und etabliert sich weiter als Nr.1 der Musicalszene in der Schweiz.

Kreativ Team:

  • Buch und Liedtexte: Michael Kunze
  • Musik: Dario Farina
  • Musical Supervision & Orchestrierung: Koen Schoots
  • Musikalische Leitung: Robert Paul
  • Inszenierung: Andreas Gergen
  • Bühne: Peter J. Davison
  • Kostüme: Yan Tax
  • Choreografie: Dennis Callahan
  • Licht:Michael Grundner

Besetzung:

  • Die alte Gina; Erzählerin: Maya Hakvoort
  • Don Camillo: Andreas Lichtenberger
  • Peppone: Frank Winkels
  • Gina: Jaqueline Reinhold
  • Mariolino: Kurosch Abbasi
  • Filotti: Reinhard Brussmann
  • Nonno: Walter Andreas Müller
  • Brusco: Thorsten Tinney
  • Laura Castelli: Femke Soetenga
  • Maria: Patricia Hodell
  • Cecilia: Marja Hennicke
  • Dottore; Dorfarzt: Dean Welterlen
  • Jesus; Stimme des Gewissens: Marlon Wehmeier

Ensemble:

André Bauer, Colleen Besett, Florian Fetterle, Marja Hennicke, Patricia Hodell, Franziska Kemna, Gabriela Ryffel, Stéphanie Signer, Michael Souschek, Marco Toth, Matthias Trattner, Marlon Wehmeier, Dean Welterlen

Swings: Anna Carina Buchegger, Wolfgang Postlbauer, Arthur Büscher

Weitere Vorstellungen:

  • Do. 12. Mai 2016, 19.30 Uhr
  • Mo. 16. Mai 2016, 17.00 Uhr
  • Mi. 18. Mai 2016, 19.30 Uhr
  • Fr. 20. Mai 2016, 19.30 Uhr
  • Sa. 4. Juni 2016, 14.30 Uhr und 19.30 Uhr
  • So. 5. Juni 2016 14.30 Uhr
  • Di. 7. Juni 2016, 19.30 Uhr
  • Sa. 11. Juni  2016 19.30 Uhr
  • So. 12. Juni  2016 14.30 Uhr und 19.30 Uhr

Karten gibt es auf der Homepage des Theater St. Gallen.

Wer es nicht rechtzeitig nach St. Gallen schafft, hat die Chance das Musical mit den altbekannten Charakteren ab Frühjahr 2017 im Wiener Ronacher zu sehen.

Kategorie: Don Camillo & Peppone,Kritiken

Tags:

Autor: M. Sommerfeld (11.05.2016)

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