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HERMANN DER MATROSE – Auf großer Fahrt in der Ballery Berlin

Muskulöse Kerle in Seemannsuniform: Knackige Matrosen begeistern nicht nur die Frauenwelt, sondern können auch so manches Männerherz erweichen. Peter will aber nicht irgendeinen, er will Hermann. Vom 1. bis zum 3. April 2017 stellten Michael Bellmann und Ralf Rühmeier ihr Comedy-Musical HERMANN DER MATROSE vor. Ob sich Peter und Hermann am Ende kriegen, haben wir uns am Samstag angesehen.

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Hermann der Matrose und Peter
Hermann der Matrose und Peter © Musical1/Gerdesmeier

Von wegen Reading: HERMANN überrascht mit Tanz

Ein Reading hatten Michael Bellmann und Ralf Rühmeier angekündigt. Zu Beginn sitzt das Ensemble denn auch ganz gesittet auf den Stühlen auf der abgeklebten Bühne in der Ballery am Nollendorfplatz, Aktenordner in der Hand und augenscheinlich bereit zum Lesen. Zunächst betritt jedoch Manuela (Arne David) die Bühne und schlüpft erst einmal in ihren Fischschwanz. Manuela ist nämlich Meerjungfrau, mütterlicherseits zumindest. Kurz führt sie in die Geschichte ein und erzählt vom Bürogehilfen Peter (Mathias Reiser), der sich in den feschen Matrosen Hermann (Christian Fröhlich) verguckt hat. Doch Hermann ist schon wieder auf großer Fahrt, Peter blieb allein zurück…

Ralf Rühmeier und Michael Bellmann

© Musical1/Gerdesmeier

Da fliegen auf der Bühne die Stühle in die Ecke und das „Reading“ verwandelt sich in eine lebhafte Kneipenszene. Stattliche Matrosen suchen nach einem Abenteuer für eine Nacht. Doch Peter kann all die geballte Männlichkeit nicht trösten, er sehnt sich nach seinem Hermann. Der taucht bald darauf tatsächlich auf – allerdings nur, um auf der „Schönen Judith“ anzuheuern, dem Schiff des Alten Walters. Peters Beteuerungen – „Ich liebe dich und ich möchte immer mit dir zusammen sein“ – prallen auf taube Ohren. Peter ist jedoch ebenso verliebt wie stur und schleicht sich kurzerhand als blinder Passagier an Bord. Nur bleibt er da nicht lange: Walter lässt ihn über die Planke gehen. Da bekommt Hermann doch Mitleid und springt hinterher… Der turbulente Start ist erst der Auftakt zu allerlei Abenteuern auf See und in einem fernen, exotischen Land. Ein Sklavenhändler, ein Emir und eine gewisse Heike sollen auch noch eine Rolle spielen. Der 2. Akt wartet mit einigen Überraschungen auf – doch die sollen an dieser Stelle noch nicht verraten werden.

Energiegeladene Tanzeinlagen überraschen das Publikum

HERMANN DER MATROSE ist das erste Musical, dass Michael Bellmann (Musik) und Ralf Rühmeier (Buch & Text) zusammen geschrieben haben. Lange Zeit lag die Geschichte jedoch in der Schublade. Bis die beiden sie wieder auskramten und auf einem zweiwöchigen Workshop kräftig umschrieben. Während dieses Workshops arbeitete auch das Ensemble intensiv. Bei der ersten Vorstellung am 1. April waren Texthilfen nicht mehr notwendig, zudem überraschten die Darsteller mit energiegeladenen Tanzeinlagen. „Es ist ein Tanzmusical, da dachten wir uns, es sollte auch getanzt werden,“ erklärte Ralf Rühmeier, der auch Regie führte, nach dem langen Schlussapplaus. Dominik Büttner entwickelte die Choreografien, die der Cast eine gute Kondition abverlangen. In vielen Szenen ist das gesamte Ensemble in Bewegung, die Energie überträgt sich an diesem Abend auf das Publikum.

HERMANN DER MATROSE ist ein Comedy-Musical. Der Humor auf See ist oft derb, selten subtil, aber die Gags zünden. Die Songs bieten eine gelungene Abwechslung aus Seemannsweisen wie „Hey Ho Hey“, Uptempo-Nummern wie „Doppelpack“ oder „In einem Land/Das Paradies der Paradiese“ und gefühlvollen Balladen wie dem von Mathias Reiser sehnsuchtsvoll vorgetragenem „Ein Häuschen am Meer“ oder Christian Fröhlichs nachdenklichem „Auf welchem Kurs“. Vor allem bei „Doppelpack“ zu Ende des 1. Aktes dürfen sich Christian Fröhlich und Mathias Reiser so richtig verausgaben und reißen das Publikum mit. Mathias Weibrich, musikalischer Leiter, begleitet die Stücke am Klavier.

Die Darsteller zeigen ansteckende Spielfreude

Hermann der Matrose und Walter

© Musical1/Gerdesmeier

Die Besetzung ist ein echter Glücksgriff und könnte passender kaum sein. Mathias Reiser als „halbe Portion“ Peter hat blinkende Herzchen in den Augen, wenn er vor seinem Hermann steht. Christian Fröhlich ist natürlich ein sehr nett anzusehender Mann und die ideale Verkörperung von „tall, dark and handsome“ Hermann. Arne David überzeugt als Meerjungfrau Manuela mit viel Attitüde. Lucy Scherer darf als Heike herrlich albern sein und mischt die männliche Cast ordentlich auf. Axel E. Weidemann braucht kein großartiges Kostüm, seine Haltung allein zeichnet ihn als Emir aus. Rainer Sellien gibt den Alten Walter als testosterongeladenen Kapitän, Michael Chadim überzeugt sowohl als Barmann Jan wie auch als schmieriger Sklavenhändler im Batikhemd. Das Ensemble, bestehend aus John Baldoz, Nikko Forteza, Pablo Martinez Garcia, Jan Rogler, Nico Stank und Samuel Turksoy, ist mit großer Spielfreude und viel Enthusiasmus bei der Sache.

Für das dreitägige Try-Out in der Ballery stehen alle Darsteller unentgeltlich auf der Bühne. Der Eintritt ist frei, zum Austritt sind die Zuschauer jedoch zum Spenden aufgerufen. Auch Feedback ist zum Schluss gefragt; nach den Gesprächen in der Pause und dem begeisterten Schlussapplaus zu schließen, dürfte das am Samstag überwiegend positiv ausgefallen sein.

In genau dieser Besetzung soll HERMANN DER MATROSE auch den Weg auf eine „richtige“ Bühne finden. Zu wünschen ist es dem Team, das mit so viel Leidenschaft und Begeisterung bei der Sache ist.

Am heutigen Montag, dem 3. April, können sich Kurzentschlossene um 19:30 Uhr in der Ballery Berlin noch selbst vom Musical überzeugen.

Hermann - Meerjungfrau Manuela

© Musical1/Gerdesmeier

Kategorie: Theater Eigenproduktionen

Tags:

Autor: S. Gerdesmeier (03.04.2017)

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