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HAIR – Love and Peace im Capitol Mannheim

Das "American Tribal Love/Rock Musical" HAIR war am vergangenen Donnerstag und Freitag als Eigenproduktion im Capitol Mannheim zu sehen. Den Machern ist es gelungen, hierfür neben bekannten Capitol-Größen auch hochklassige Gäste wie Zodwa Selele in die Quadratestadt zu locken. Herausgekommen ist ein Abend, der nachhallt.

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Hair im Capitol Mannheim
Hair im Capitol Mannheim © Capitol Mannheim

Ein Abend wie ein bunter Trip

HAIR gehört seit seiner Uraufführung 1968 zu den erfolgreichsten und bekanntesten Musicals. Und das, obwohl es alles andere als ein Gute-Laune oder Herz-Schmerz-Musical ist. Es geht nicht um große Gefühle und es gibt kein Happy End.

Gerome Ragni und James Rado müssen dennoch etwas richtiggemacht haben, als sie sich gemeinsam entschieden haben, Buch und Liedtexte zu einem gesellschaftskritischen und provokanten Musical mit aktuellem Zeitbezug zu schreiben. Sicher war es auch ein Glücksfall, dass sie mit Galt McDermot einen Komponisten mit an Bord holten, der die – ungewöhnlich vielen – Songtexte mit eingängigen und einprägsamen Melodien versah.

Kult-Musical als Capitol-Eigenproduktion

HAIR passte perfekt in die Zeit. Es befasste sich mit den aktuellen Themen der späten Sechziger Jahre und griff genau das auf, was insbesondere die jüngere Generation bewegte. Heute gehört es zu den Kult-Musicals schlechthin und steht noch immer regelmäßig auf vielen Spielplänen.

Auch das Capitol Mannheim hat sich des Stoffes angenommen und zeigt seine Eigenproduktion des American Tribal Love/Rock Musicals nach 2015 und 2016 auch in diesem Jahr.

Zodwa Selele als Sheila

© Capitol Mannheim

Eigengewächse und bekannte Gäste

Regisseur Georg Veit und Choreographin Doris Marlis haben sich in ihrer Inszenierung auf das Wesentliche konzentriert. Ein einfaches Bühnenbild, kaum Requisiten, kaum Nebenaktionen, der Fokus ist immer voll und ganz auf dem gerade agierenden Darsteller. Und die sind allesamt sehens- und vor allem hörenswert.

Von ihrem aktuellen Engagement als Nicky Marron in BODYGUARD – DAS MUSICAL hat Zodwa Selele den Weg von Stuttgart nach Mannheim gemacht, um als Sheila das Zeitalter des Wassermanns zu beschwören („Aquarius“). Ihr „Easy to be hard“ gehört zu den Highlights des Abends.

Sascha Krebs und Victor H. Barreto

© Capitol Mannheim

Ein haariges Vergnügen

Sascha Krebs, nicht nur dem Mannheimer Publikum als festes Mitglied des Capitols bestens bekannt, konnte als George Berger beim titelgebenden Song „Hair“ sein Markenzeichen, die langen Haare, voll zum Einsatz bringen. Er überzeugt mit seiner vollen Stimme ebenso bei „Donna“ als auch im Duett mit Sheila bei „Good morning starshine“.

Katja Friedenberg, bekannt aus der ersten Staffel von „The Voice of Germany“ darf als schwangere Jeanie nicht nur ihre tolle Stimme, sondern auch komisches Talent zeigen.

Zwischen Pflichtgefühl und Selbstverwirklichung

Claude Hooper Bukowski sticht als Rolle heraus. Er ist der Neuzugang in der Clique um Sheila, frisch vom Land und hin und her gerissen zwischen Pflichtbewusstsein für sein Land und seinem Wunsch nach Freiheit und einem Leben abseits der Konventionen. Sascha Kleinophorst bringt diesen inneren Konflikt einerseits weiter zur Clique gehören zu wollen, andererseits aber nicht gegen sein eigenes Pflichtgefühl handeln zu können, überzeugend rüber. Sein „Where do I go“ berührt.

Christian Schöne und Nina Ungerer

© Capitol Mannheim

Nicht mehr so schockierend wie 1968

Christian Schöne kann als Neil „Woof“ Donovan die meisten darstellerische Facetten und im wahrsten Sinne des Wortes alles von sich zeigen. Denn wie schon bei der Uraufführung am Broadway gibt es auch in Mannheim nackte Tatsachen zu sehen.

Hud wird in Mannheim von dem Brasilianer Victor H. Barreto verkörpert, Chrissy von Nina Ungerer. Komplettiert wird die Cast von Jeanette Friedrich als Dionne. Alle drei überzeugen stimmlich ebenso wie ihre bereits genannten Kollegen.

Die Zwischentexte waren in der deutschen Übersetzung zu hören, die Songs wurden im Original belassen. Egal ob „Manchester, England“, „I got life“, „Black boys“ und insbesondere “Let the sunshine in” bleiben einem im Ohr.

Musik bleibt im Ohr

Sascha Kleinophorst als Claude

© Capitol Mannheim

Das Musical selbst mag stellenweise angestaubt sein und etwas aus der Zeit gefallen wirken, die Musik jedoch ist noch immer einprägsamer als die manch eines aktuellen Musicals. Die Inszenierung selbst kommt einem vor wie ein langer Trip. Wie wenn der Regisseur die Zuschauer mitnehmen wollte in die haschgeschwängerte Kommune von Sheila und ihren Freunden, um sie die bunte Welt für drei Stunden durch deren leicht vernebelte Augen sehen zu lassen.

Am Ende gab es begeisterten Applaus für die Darsteller und die sechsköpfige Band rund um den Pianisten und musikalischen Leiter Achim Schneider.

Dieses Jahr gibt es HAIR im Capitol am 7. Dezember nochmal zu sehen. Weitere Spieltermine sind der 27. März und der 7. Juni 2018. Tickets gibt es unter der Ticket-Hotline 0621 / 33 67 333 oder

hier zu bestellen
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Kategorie: Kritiken,Theater Eigenproduktionen

Autor: M. Kanz (22.10.2017)

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