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GRIMM – Die wahre Geschichte von Rotkäppchen und “ihrem” Wolf

Sind Märchen wirklich wahr? Wer kann die Wahrheit überhaupt wissen? Fragen über Fragen, die wir bei unserem Premierenbesuch bei GRIMM - Die wahre Geschichte von Rotkäppchen und "ihrem" Wolf restlos klären konnten. Wir hatten einen wirklich gelungenen, amüsanten, aber auch zum Nachdenken anregenden Abend im Studio des Berliner Admiralspalast.

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Plakat GRIMM
SOFA – GRIMM Plakat ©NeuköllnerOper

GRIMM – Das Märchen vom bösen Wolf?

Am 15.07. hatte GRIMM im Studio vom Admiralspalast seine Premiere. Schon der Untertitel „ Die wahre Geschichte vom Rotkäppchen und ihrem Wolf“ lässt ahnen, dass einen hier kein Märchenmusical im herkömmlichen Sinne erwartetet.

Beim Betreten der Spielstätte fällt uns als erstes die rechte Ecke im Studio des Berliner Admiralspalastes auf, in der die Musiker untergebracht sind. Sieben Plätze sind zu besetzen! Respekt!! Unsere Erwartungen diesbezüglich wurden über alle Maßen erfüllt. Soviel vorweg.

Gespielt wird im Studio vom Berliner Admiralspalast, das bekanntermaßen eine recht begrenzte Bühne hat. Umständehalber kann man im Studio in den seltensten Fällen von einem  Bühnen“bild“ reden, da hier aus Platzgründen „nur“ mobile Elemente zum Einsatz kommen können. Was wiederum überhaupt kein Fehler ist, im Gegenteil, die Umgestaltungen in GRIMM sind clever, verständlich, szenenangepasst und routiniert und sehr spielerisch in den Handlungsablauf integriert.

Was hat es nun mit GRIMM – der wahren Geschichte vom Rotkäppchen und ihrem Wolf auf sich?

Rotkäppchen ist ein 14 jähriges Mädchen, das eigentlich Dorothea heißt und auch so genannt werden möchte. Sie lebt in einer Dorfgemeinde, welche sich allesamt aus den Figuren der Märchen der Gebrüder Grimm zusammensetzt.

Wir kennen diese Dorfbewohner alle aus unserer Kindheit. Da sind die drei kleinen Schweinchen – Schweinchen Dick (Dicklinde) – Jasmin Ebert, Schweinchen Doof (Didi) – Dennis Hupka, Schweinchen Schlau – Markus Fetter, Frau Geiß – Katharina Beatrice Hierl mit ihren Geißlein – Anastasia Troska –  Kindern, Sultan – Michael Dixon der alte Hofhund, sein Sohn Rex  – Anthony Curtis Kirby – der feige Jäger und Oma Eule – Holger Off, welche mal im Dorf und mal im Wald lebt.

Alle Dorfbewohner kennen, genau wie wir, die Geschichte zu „ihrem“ Märchen. Aber sind diese Geschichten wahr? Alle fürchten den naheliegenden Wald und deren Bewohner. Den „bösen“ Wolf GRIMM und Schweinchen Wild.

Stimmt es, was man von GRIMM und den Geschehnissen im Wald erzählt bekommt?

Es war einmal …

…so beginnt doch jedes Märchen. Bei GRIMM lässt uns der Einstieg mit dem Prolog zuerst noch etwas ratlos zurück. Dorf gegen Wald, Gut gegen Böse, Fabel gegen Wahrheit…. Aber Achtung! Das Stück nimmt sofort Fahrt auf, wenn Rotkäppchen…Entschuldigung.. Dorothea, die Szene betritt! Diese hier ziemlich aufmüpfige 14-jährige, die es versteht, ihre erfrischende Neugierde, ihr Andersdenken einzusetzen, und das Eingefahrene im Dorf zu hinterfragen. Ab diesem Moment tun sich dem Zuschauer spannende Dinge auf und nehmen seine Aufmerksamkeit gefangen, als da wären diese wunderbar spritzigen, witzigen Dialoge, und das Gewahr werden der Verknüpfung mehrerer Märchen. Es gibt nicht nur Rotkäppchen, sondern auch die 3 Kleinen Schweinchen, die alleinerziehende Frau Geiss-Hirsch-Bock mit ihren verzogenen sieben – oder doch nur sechs Geißlein, der alte Hofhund Sultan, sein Sohn Rex, der nun die Jagd und Wachaufgaben übernehmen soll, die fast in allen Märchen agierende Eule, welche ebenfalls witzig, weise, klug und weitsichtig agiert. Oma Eule scheint auch die Einzige, die die wirkliche Wahrheit kennt. Wen wundert es, lebt sie doch schon ewig im Dorf und im Wald.

Es kommt wie es kommen muss, wider der Warnung aller Dorfbewohner und mit jugendlicher Neugier und einer Spur Rebellion macht Dorothea sich auf in den Wald und trifft dort auf GRIMM – Dennis Weißert – den bösen Wolf. Bis dahin soweit alles klar und bekannt. Dann aber tun sich erste Differenzen zu dem bekannten Märchenstoff auf: auch früher gab es schon wilde Mülldeponien im Wald! Diese pfiffigen Randattitüden lassen einen schon dann und wann zu einem spontanem Schmunzeln kommen.

Schlagfertige Dialoge zum Schmunzeln

Grimms Feststellung gegenüber Dorothea: DU RIECHST LECKER …arrgrrr – bei ihrer ersten Begegnung, lassen dann in Dorothea doch  Zweifel an ihrem eigenen Mut und an ihrer Spontanität aufkommen.

Schlagfertig stellt sie sich aber der Situation: “Ich rieche lecker im Sinne von frisch gewaschen, oder lecker im Sinne ich hab Dich zum Fressen gern?”  Devi-Ananda Dahm begeistert als Dorothea rundherum in allem, was sie tut!

Und schon geht es wahrlich Schlag auf Schlag weiter mit klugen, witzigen Dialogen, mit toller Musik und einigen sehr, sehr eingängigen Songs.

Dann taucht zu guter Letzt die ruppige Wildschweinsau Schweinchen Wild auf und überzeugt mit unglaublicher Spielkraft, Stimme, fast akrobatischem Tanz. Kiara Brunken als Schweinchen Wild ist perfekt, perfekter geht es wohl nicht!

Spannung bis zum Schluss

Die Story beansprucht den Zuschauer weiter mit Verwicklungen, Missverständnissen, mit dem Lüften jahrelanger Geheimnisse, Neid, Eifersucht, Missgunst, Machtgier, Verliebtheit, Liebe, Verständnis – und man verspürt die Verknüpfung mit verschiedenen heutigen sozialen Um- und Missständen, aber nie mit erhobenem Zeigefinger. Das Stück schafft es brilliant, immer im Rahmen Freude bringender Unterhaltung zu bleiben, nicht in ein Lehrstück über Gut, Böse und deren Bekämpfung abzugleiten.

Die Darsteller sind sensationell gut auf einander eingespielt, die Tanznummern sind professionell synchron und spritzig. Das ist auf kleinen Bühnen nicht immer selbstverständlich.

Im Verlauf der Story gibt es noch sowohl die eine und andere überraschende Wende, und so viel sei hier verraten, auch mehrere Happy Ends.

Wir können nur sagen, ein unbedingtes MUSS, und ein Stück, das man auch gut ein  2. oder 3. Mal besuchen möchte. Wir haben uns gerne überraschen lassen und sind amüsiert und begeistert.

GRIMM ist noch bis zum 26.07.2017 im Studio des Berliner Admiralspalastes zu erleben.

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Kategorie: Kritiken

Tags:

Autor: I. Marquardt (18.07.2017)

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