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GHOST – The Musical: Hannah Grover & John Addison im Interview

(English version below) NATÜRLICH BLOND, EVITA, DAS PHANTOM DER OPER oder LES MISÉRABLES - Hannah Grover und John Addison standen schon in vielen Shows auf der Bühne, bisher allerdings vor allem in ihrer Heimat Großbritannien. Seit November 2014 sind die beiden Musicaldarsteller nun auch in Deutschland zu sehen, denn sie spielen das Liebespaar Molly und Sam im Musical GHOST am English Theatre in Frankfurt. Redakteurin Lisa Höfer hat die beiden zum Interview getroffen und mit ihnen über das Abenteuer Deutschland gesprochen.

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© Martin Kaufhold / The English Theatre Frankfurt
Hannah Grover & John Addison in GHOST © Martin Kaufhold / The English Theatre Frankfurt

Hannah, John, ihr seid beide aus Großbritannien, sprecht kein Deutsch, aber lebt jetzt für knapp ein halbes Jahr in Deutschland und steht hier auf der Bühne. Wie sind eure Erfahrungen bisher?

Hannah Grover: Es ist großartig, es ist wirklich toll und wie ein kleines Abenteuer. Und vor allem ist es gut, dass wir die Show nicht auf deutsch spielen müssen, das wäre sonst nichts geworden. (lacht)

John Addison: Ich war vorher noch nicht in Deutschland, hatte aber bereits am English Theatre in Wien ein Musical gespielt und in Österreich wird ja auch deutsch gesprochen. Ich wusste also ein wenig, was mich erwartet. Es ist interessant, eine ganz andere Dynamik im Publikum zu beobachten und zu erleben. Hier spielen wir für ein Publikum, für das die englische Sprache eine Fremdsprache ist und ich hatte mich gefragt, ob es vielleicht schwierig wird, die Geschichte der Show gut zu transportieren. Aber das funktioniert wirklich gut und die Reaktion der Zuschauer ist jeden Abend großartig.

Gibt es denn generell Unterschiede zwischen dem deutschen und dem englischen Publikum?

Hannah Grover: Man merkt schon, dass es deutsche Zuschauer sind, denn sie hören viel genauer hin. Manchmal kann man sogar hören, dass Leute ihrem Sitznachbarn etwas übersetzen, was gerade am Anfang schon eine neue Erfahrung für uns gewesen ist. Keine schlechte Erfahrung, aber einfach etwas neues. Ansonsten sind die deutschen Zuschauer während der Show ein wenig verhalten, dafür am Ende aber sehr laut. In England ist es genau andersherum. Es gleicht sich also insgesamt aus.

John Addison: Manchmal ist es auch so, dass es ein paar Sekunden länger dauert, bis ein Witz so richtig ankommt. Das ist recht lustig, weil man dann spontan eine kleine Pause machen muss.

© Martin Kaufhold / The English Theatre Frankfurt

© Martin Kaufhold / The English Theatre Frankfurt

Ihr konntet vorher ja nicht wissen, dass die Zeit hier in Deutschland so ein Erfolg wird – wie schwer fiel es euch, eure Heimat Großbritannien für GHOST zu verlassen?

Hannah Grover: Für mich war die tolle Show der entscheidende Faktor, der es recht leicht gemacht hat, nach Deutschland zu kommen. Ich war bereit für ein Abenteuer und wollte auch einen Tapetenwechsel, nachdem ich das ganze letzte Jahr in England verbracht hatte.

John Addison: Als die Show in London auf die Bühne kam, hätte ich dort  fast die Rolle des Carl gespielt. Ich hatte zu der Zeit allerdings schon ein anderes Engagement, sodass das nichts wurde. Als jetzt die Möglichkeit kam, Sam zu spielen, war das einfach nur .. wow! Auch der Regisseur, Adam Penford, war ein guter Grund, um hier her zu kommen. Außerdem ist eine neue Erfahrung in einem anderen Land mit einer anderen Kultur immer etwas spannendes.

Ihr habt beide schon in großen Theatern im Londoner West End gespielt, das Auditorium im Frankfurter English Theatre ist ein wenig kleiner. Wo fühlt ihr euch wohler?

Hannah Grover: Ich mag das kleine Auditorium und ich denke, dass es besser zu unserer Geschichte passt, weil es viele intime Momente gibt, vor allem zwischen Molly und Sam und auch mit Carl und Oda Mae. Ich mag es, dass die Zuschauer näher dran sind, denn in einem Theater mit 1200 Sitzen geht diese Intimität schnell verloren. Wenn man auf der Bühne steht, dann weiß man, wie weit weg auch die Leute ganz hinten sitzen, die wir auch noch erreichen wollen – wenn die dann nicht ganz so weit weg sind, dann hilft das, um die eigene Performance lebensnaher zu halten. Und genau das braucht diese Geschichte, denke ich.

John Addison: Ich sehe das ähnlich. Und im Endeffekt ist auch so, dass man, egal ob das Theater nun klein oder groß ist, seine Performance anpassen muss. Das ist natürlich schon auch immer eine neue Erfahrung.

Apropos neue Erfahrung – John, du hast  ja vor einigen Jahren auch neue Erfahrungen abseits der Bühne gesammelt und an der britischen Castingshow SUPERSTAR mit Andrew Lloyd Webber teilgenommen. Am Ende warst du sogar unter den letzten 20 Bewerbern. Wie waren die Erlebnisse dort?

John Addison: Es war großartig und eine wertvolle Erfahrung. Einige Sachen wurden sehr aufgebauscht, aber das gehört wohl dazu. Als ich in einer Runde beim Singen meinen Text nicht mehr wusste, wurde das sehr dramatisch dargestellt, dabei war es für mich und in der Gesamtsituation gar nicht so schlimm. Es war insgesamt aber ein großer Spaß und mit einigen Kandidaten bin ich auch heute noch befreundet. Rob Fowler habe ich zum Beispiel dort kennengelernt, ebenso Dirk Johnston.

Ghost

© Martin Kaufhold / The English Theatre Frankfurt

Mittlerweile werden viele Rollen in Musicals mit prominenten Gesichtern besetzt, oft sind auch TV-Castingshows der Weg, um eine Hauptrolle zu bekommen. Wie seht ihr diese Entwicklung? Würdet ihr einem Nachwuchstalent raten, es auf diesem Weg zu probieren?

Hannah Grover: Generell ist das eine schwierige Frage. In der heutigen Zeit ist es aber wohl eine gute Idee. Wenn man im Fernsehen zu sehen war, dann ist es oftmals leichter, eine Hauptrolle zu bekommen – denn so werden am Ende des Tages einfach auch viele Tickets über einen prominenten Namen verkauft. Die Möglichkeiten, eine große Rolle zu bekommen und bekannt zu werden, sind begrenzt und wenn man für sich denkt, dass das vielleicht die richtige Chance ist, dann sollte man es probieren. Aber wenn man sich dazu entscheidet, sollte man auf jeden Fall vorbereitet sein. Man weiß vorher ja zum Beispiel auch nie, wie man dann dargestellt wird.

John Addison: Als ich bei SUPERSTAR teilnahm, habe ich schon lange in der Musicalbranche gearbeitet und wollte genau diese Rolle, die zu dem Zeitpunkt nur über die TV-Show zu bekommen war. Ich kannte allerdings die Leute, die für die TV-Show verantwortlich waren und die hatten mir schon vorher gesagt, dass das kein schlechtes Erlebnis werden wird, weil das Umfeld dort passt. Wenn man wirklich noch am Anfang steht, dann sollte man sich auf jeden Fall erst einmal ausbilden lassen. Entweder an einer Drama School oder indem man mit Leuten, die bereits Erfahrung haben, arbeitet. Denn es ist schon hart, jede Woche acht Shows zu spielen.

Würdet ihr es bei einer Castingshow probieren?

Hannah Grover: Es würde auf die genauen Umstände ankommen, aber ich schließe es nicht aus. Damit ich mich aber wirklich bei einer TV-Show bewerbe, da müsste es schon um die richtige Rolle gehen. Elphaba zum Beispiel, das wäre eine Rolle, die mich reizen würde in der Zukunft.

John Addison: Ich hätte mir vor SUPERSTAR auch nicht vorstellen können, bei so einer Show mitzumachen, aber dann passte der Zeitpunkt, es ging um eine tolle Rolle und alles stimmte, von daher sollte man niemals nie sagen.

Hannah Grover und John Addison sind noch bis zum 29. März als Molly und Sam in GHOST – The Musical im English Theatre Frankfurt zu sehen.

 

Ghost

© Martin Kaufhold / The English Theatre Frankfurt

English version

Hannah, John, you’re British and you usually live in the UK. Both of you don’t speak any German but now you’re living in Germany and you’re performing here, too. How is it so far?

Hannah Grover: It’s brilliant and quite an adventure. It’s good for us that the show’s in English, otherwise we wouldn’t have managed to do it. (laughs)

John Addison: I haven’t been to Germany, but I’ve done a show at the English Theatre in Vienna. Obviously they’re German-speaking and I knew what’s in store. It’s interesting to see the dynamic in the audiences in Germany as well. We’re performing to people whose second language is English and I was wondering how difficult it would be to get the story across, but it translates really well. And the audience’s reaction is great every night.

Are there differences between a German and an English audience?

Hannah Grover: You can tell it’s Germans listening because they’re listening harder. Sometimes you can even hear people translating and it’s definitely different compared to performing in the UK. Not in a bad way but it’s obviously different and a new experience. Germans are quieter during the show, but then louder at the end. English people are the other way round, they’re louder during the show and a bit quieter at the end. So it’s fine, it evens out and it’s just nice for us here.

John Addison: Sometimes jokes land and, then a couple of seconds later, you get like a rip of laughter. That’s really funny because then you have to leave a little bit of time for that, so that’s quite cool.

© Martin Kaufhold / The English Theatre Frankfurt

© Martin Kaufhold / The English Theatre Frankfurt

How hard was it for you to leave the UK and to move to Germany to do GHOST?

Hannah Grover: For me the show itself was the decider – the show came first. I was ready for an adventure, I wanted to go somewhere else since I spent all of last year in England, but the show was the decider.

John Addison: I almost ended up playing Carl when the show opened in London, but had something else back then. So when the opportunity came to play Sam now – wow. And the director, Adam Penford, was a huge pull. Just in general a new experience, coming over to experience a new culture, have some time away from London – it’s exciting.

Both of you have already played parts in major West End productions. The auditorium in the English Theatre in Frankfurt is smaller. What do you prefer?

Hannah Grover: I like the small auditorium and I think it works better for the story, because there are so many intimate moments between Molly and Sam and even Carl and Oda Mae. I like that everyone’s close, because I think if someone’s sitting in the back, 1200 people away, they might miss that. When you do your performance you know how far it’sgot to reach. If you don’t have to reach that far, you can keep it a bit more naturalistic, which is what I think the story needs.

John Addison: I agree. Big or small, in a way you have to adapt your performance to the theatre. And of course it’s a new experience every time.

Speaking of new experiences – John, you’ve made a new experience when you took part in Andrew Lloyd Webber’s TV show SUPERSTAR. You made it to the final 20 contestants. How was your time on the show?

John Addison: It was wonderful and a great experience. To be honest, it wasn’t as bad as they made it out sometimes. When I forgot the lyrics during a performance – of course they were going to show it, because it adds to the drama, but it wasn’t so bad. In the end it was all great fun and there are a couple of guys I’m still in touch with. Dirk Johnston, who’s German, is one of them and that’s why I know Rob Fowler, too. I think he’s touring with THE ROCKY HORROR SHOW at the moment here in Germany.

Ghost

© Martin Kaufhold / The English Theatre Frankfurt

Celebrities these days get leading roles in musicals and sometimes the only way to get a part is when you compete in a casting show. What do you think about that? And what’s your advice for someone who thinks about taking part in a casting show?

Hannah Grover: That’s a tough thing to answer. I think in this day and age, unfortunately, it is quite a good idea. If you’ve had your face on TV it’s easier to get the lead because it puts bums on seats at the end of the day. There used to be a time where it wasn’t like that, but opportunities are rare and if you think that might be your chance, go for it. But if you go for it, you have to be prepared because you never know what they make out of it.

John Addison: I’ve had worked already when I auditioned for the show and did it because of the part. I really wanted to get that part and I knew the people who were involved with the TV show. They told me I’d be fine. But for somebody starting out, I really think you should learn the craft of performing first, like going to drama school or working with people who’ve got experience, because doing eight shows a week is tough.

Would you take part in an upcoming Casting show?

Hannah Grover: It would depend on the circumstances but I’d never rule it out. It would have to be the right part to get me in, something like Elphaba, that’d be a part I’d love to do in the future.

John Addison: Before SUPERSTAR I had never thought to take part in such a competition, but the time was right. It was a part I wanted to play, so never say never.

 

Hannah Grover und John Addison are playing Molly and Sam until March 29 in GHOST – The Musical in Frankfurt’s English Theatre.

Kategorie: Interviews,Stadttheater

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Autor: L. Höfer (11.02.2015)

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